
Das 1 HE Memotron
7 Jahre fristete der ROLAND JUNO 106 im AMAZONA.de Synthesizer-Archiv ein trauriges Dasein. Ihm war im AMAZONA.de Gründerjahr 2000 durch Thomas Polaschek einer der ersten BLUE BOX Beiträge gewidmet worden. Leider mit nur einem einzigen bescheidenen Bild von minderer Qualität. Dazu keine Audiobeispiele und wenig Informationen. Das waren die Zugeständnisse an damalige Online-Übertragungsgeschwindigkeiten.
Das soll sich nun ändern. Aus diesem Grund haben wir den JUNO 106 Artikel komplett überarbeitet und neu ins Netz gestellt. Immerhin gehört der ROLAND Juno 106 auch heute noch zu den attraktivsten und zuverlässigsten polyphonen Analogsynthesizern.
Welcher 6stimmige, polyphone Analogsynthesizer bietet denn sonst noch Midi, Regler für alle Funktionen und einen überzeugenden Klang in der Preisklasse um 300,-- Euro!!! Richtig gehört, denn nicht mehr und auch nicht weniger kostet heutzutage ein gut erhaltener Roland Juno 106 auf eBay. (siehe eBay Gebrauchtmarktpreise auf der SynTacheles-Liste).
Viel Spaß wünscht Eure AMAZONA.de Redaktion
KURZER RÜCKBLICK (pg)
1984 erweiterte Roland das Konzept des JUNO 6 sowie des JUNO 60 um den Nachfolger JUNO 106. (Siehe Link am Ende des Artikels zur BLUE BOX Story Juno 60).
Gemeinsam mit dem Synthesizer Prophet 600 von Sequential Circuits wurde erstmals die neue Synthesizer-Computer-Schnittstelle "MIDI" eingeführt.
Gerade noch mitten drin im Zeitalter von "CV & GATE" eröffnete die Midi-Schnittstelle neue Perspektiven und ungeahnte Möglichkeiten.
Klanglich unterschied er sich von seinem Vorgänger Juno 60 vor allem durch die Verwendung von digitalen Oszillatoren (DCO) im Gegensatz zu den im Juno 60 verwendeten "Voltage Controlled Osizllators" (VCO).
Mein Kollege Theo Bloderer drückt seinen Unmut im Juno 60 Artikel wie folgt aus:
"Der Juno 106 Synthesizer bietet ein hervorragendes MIDI-Interface, mehr Programmspeicher, die fast identische Klangerzeugung - und: klingt dennoch entschieden anders. Der "Charme" des Juno-60 fehlt."
Nun, es ist schon richtig, dass beide Synthesizer unterschiedlich klingen, dennoch "fehlt" dem Roland Juno 106 nichts an Charme!!! Er ist einfach anders - Punkt!
Gerade in Pop-orientierten-Studios ist der Juno 106 heute nicht mehr wegzudenken. Er schlägt in Wärme und Fülle jedes virtuell-analoge Plug-In und ist vor allem für Bass-Lines und warme Pads ein universell einsetzbarer Klangerzeuger. Vor allem die Programmierung eines Juno 106 ist ein Kinderspiel und selbst für Einsteiger leicht und schnell durchschaubar.
Aber jetzt erst einmal alles der Reihe nach: (tp)
Grundsätzlich ist der Juno 106 ein analoger Synthesizer. Das ist auch an seinem charakteristischen Klang leicht erkennbar. Richtig rein analog ist er aber nicht, denn zumindest die Oszillatoren sind digital (DCO) und außerdem sind die Sounds abspeicherbar, was ich natürlich als Vorteil sehe. Ja, und Midi hat er natürlich auch (In, Out, Thru). Wie schon erwähnt, ist die Anzahl seiner Stimmen 6. Das ist aus heutiger Sicht sehr wenig, allerdings muss man bedenken, dass man mit heutigen Digitalsynths schon wesentlich mehr Stimmen pro Note verbraucht, um derartig druckvolle und warme Klänge zu erzeugen. Die Auswahl an Klangbearbeitungsmöglichkeiten ist eher beschränkt, aber was der Juno kann, das kann er gut.
DCO / SUB / NOISE (pg)
Es steht ein Oszillator zur Verfügung, der gleichzeitig zwei Wellenformen erzeugen kann, nämlich Pulse und Saw.
Die Pulsbreite lässt sich manuell einstellen oder über den LFO automatisch variieren.
Ansonsten können beide Wellenformen nur an- oder abgeschaltet werden. Eine stufenlose Mischung der beiden Wellenformen ist nicht möglich. Auch die Oktavlagen (16'', 8'', 4'') kann man nur für beide Wellenformen gemeinsam einstellen.
Wie beim Vorgänger lässt sich das Manko eines Oszillators aber durch einen Sub-Oszillator wett machen. Der Suboszillator sitzt jeweils eine Oktave unter dem Hauptoszillator und erzeugt grundsätzlich eine nicht variierbare Pulswelle. Dies kann dem Originalsignal stufenlos zugemischt werden.
Darüber hinaus lässt sich dieser Summe an Signalen auf Wunsch auch noch weises Rauschen beimischen.
LFO (tp)
Der LFO bietet die Wellenform Sinus und tut auch genau das, was man von ihm erwartet. Beeinflussen kann man mit dem LFO das Filter, die Tonhöhe der Oszillatoren und die Pulsbreite der Pulse-Wellenform (Pulsbreitenmodulation). Einen Delay-Regler gibt es auch noch, wenn man nicht will, dass der LFO gleich zu Beginn einsetzt. Es gibt leider keine Möglichkeit, die LFO Wellenform zu ändern.
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habt ihr eine Idee woher man für den Juno 106 noch Ersatzteile bekommen kann?Ich benötige eine neuen Resonance-Schieberegler.
Hoffe auf Hilfe.
Euer Baron
Was mich aber immer wundert, daß der JX3P noch so unterbewertet ist, da er klanglich absolut den typischen Roland Mitt-80-Sound erzeugen kann. Ich habe ihn mal AB-getestet gegen den Juno 6, und da hat wirklich nicht viel gefehlt.
Mir hat der JX3P besser gefallen als der Juno 106.
Ich hab jetzt das selbe Problem!
Mein Juno 106 hatt eine leere Batterie und alle Souns sind weg!
Wie wechsel ich die Batterie??
Roland hatt den Juno schon lange nicht mehr im Programm und keine "Erstzteile" mehr!
Wäre echt cool wenn mir jemand helfen könnte
Grüße aus Esslingen
nun kann ich endlich mal die orginal presets hören!
wo?
Zitat von oben:
"welcher 8stimmige..."
Der Juno ist nur 6stimmig!
:-)
Er kann nicht wirklich viel, dafür klingt er immer angenehm (mit dem was er kann).
Die Kiste einschalten, spielen und in 80er-Sounderinnerungen schwelgen...davon kann man sich schwer trennen... :-)
der juno ist ein voll analoger synthesizer. Es geht ja gerade um die oszillatoren bei einem analogen synth,zumindest hauptsaechlich.
der juno besitzt DCOs=Digital Controlled Oscillator, was bedeutet das sie digital kontrolliert und getunet werden, jedoch die sounderzeugung vollstaendig analog ist.
Analoge oszillatoren neigen dazu sich zu verstimmen durch temperaturschwankungen usw, durch die DCOs wird dem vorgebeugt.