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Blue Box: Sequential Six-Trak


Preiswert oder billig?

Natürlich soll nicht verschwiegen werden, dass auch der Six-Trak seine MIDI Grenzen kennt, und so dürfte die Zahl der „gleichzeitig“ empfangenen Controller-Parameter bei ca. 5 bis 6 CC-Meldungen liegen. Doch auch das ist schon ganz ordentlich. Man nehme VCF Frequency (CC#21), VCF OSC Mod Amount (CC#31) sowie VCF Envelope Decay Value (CC#26), so hat man bei guter Programmierung der einzelnen Werte bereits viel „musikalische Performance“… und immer noch 2 Parameter zur freien Belegung. In dieser Ecke kommt der Six-Trak ohne Mühe an den Sequential PRO-ONE heran bzw. übertrumpft seinen Vorgänger sogar, da sich eben ALLE Parameter spannungssteuern lassen. In anderen Bereichen – wie dem satten Klang des schönen Pro-One VCOs und der zackigen Pro-One Hüllkurven – hat der Six-Trak selbstredend das Nachsehen.

Klang

Die Erwartungen an den Six-Trak waren – meine persönliche Erfahrung – nie sehr hoch. Immerhin gibt es in vielen Berichten und in so mancher Literatur – online wie gedruckt – nicht die schönsten Lobeshymnen auf den Six-Trak zu lesen, eher im Gegenteil. Nun, die Glanzzeiten von Sequentials Prophet-5 waren 1984 eben schon vorbei, und dennoch wurde – und wird – DER legendäre Prophet mitunter noch immer als klanglicher Maßstab genommen. Puristisch gesehen – punkto analoger Klangtiefe und edler, ausgewogener Klangqualität im gesamten hörbaren Frequenzbereich – ist der Prophet-5 natürlich eine Legende und eine Klasse für sich. Doch Sequential ist 1983/84 einen Schritt weiter gegangen (es war John Bowen, um genau zu sein) und hat mit dem Six-Trak einen GUT klingenden Sequential-Synth mit hervorragender MIDI-Einbindung ins Leben gerufen.

(Simpler) Arpeggiator

(Simpler) Arpeggiator

Der Six-Trak bietet überraschend schöne Lead-Sounds, die in etwa dem Prophet-600 entsprechen, ebenso weiche Streicher und andere klassische Soundmuster, die man mit dem Namen „Prophet“ unweigerlich verbindet. Bis hierher könnte jeder Prophet-600 die Sache mit gleicher Bravour lösen (bzw. natürlich noch einiges mehr, da er 2 VCOs pro Stimme hat und Osc Sync bietet). Doch mit den vielseitigen MIDI-CC Möglichkeiten stößt der Six-Trak eine völlig neue Tür auf und lässt hier praktisch einen Großteil der Konkurrenz zurück (einzig Oberheims Matrix-12 / Xpander bzw. Rolands MKS-80 erlauben eine ähnlich umfassende MIDI-Steuerung). Ausgefallene VCF-Modulationen durch den VCO (der wiederum mit eigener Hüllkurve versehen und mittels MIDI vielseitigst moduliert werden kann), mächtige Unisono-Klänge und gewaltige Klangschichtungen – STACKs – sind nur ein Teil der sehr vielseitigen Klangpalette des Six-Trak. Ein – aus heutiger Sicht – VOR ALLEM wegen seiner umfassenden klanglichen Steuermöglichkeiten besonders interessanter Klassiker der Vintage-Ära.

Obwohl amerikanischen Ursprungs ist der Six-Trak bereits MADE IN JAPAN

Obwohl amerikanischen Ursprungs ist der Six-Trak bereits MADE IN JAPAN

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    laubi

    wenn nun der sixtrack als eine der wenigen echten Alternativen zum pro-one gehandelt wird – ist für mich die Zeit gekommen, endlich mal die neuen Analogen mit ins Spiel zu bringen, denn:
    die eingeschränkte Benutzeroberfläche, Parameter via Midi CC, keine ultraschnellen (hardware-) Hüllkurven, die dritte Hüllkurve… das gibts zum Beispiel auch alles im (poly-)evolver… wo zumindest auch soundmäßig in der Analogabteilung das PROphetische Händchen von Papa Dave nicht geleugnet werden kann…

    • Avatar
      babo

      der polyevolver baut ja auch auf
      einem bzw zwei chips pro stimme
      auf: die neuen chips klingen nicht
      ganz so weich dafür voluminöser.
      die möglichkeiten mit dem stepsequenzer und den delays sind
      genial – allein als effektgerät der wahnsinn! und das mischen der
      dcos mit den vs-samples ist auch
      vom feinsten. und zumindest ein
      paar controller lassen sich auch
      ruten. den prophet 08 habe ich
      nicht selbst, er erscheint aber
      in der rackversion sehr fair vom
      preis – dave smith geniesst wirklich meinen vollen respeckt.
      nur die netzteile sind scheiße.
      der letzte theotrack ist wie meistens klasse.

  2. Avatar
    Alex_KIDD

    Ich besitze den Sixtrak.
    Sooo langsam sind seine Hüllkurven nun auch wieder nicht,Standartsachen meistert der kleine.
    Controllerbox ranhängen und schon kanns losgehen. Das man am Gerät nicht viel programmieren kann hat mich nie gestört.
    450 Euro ist er allemal wert, bei gutem Zustand.
    Er ist prima als Ergänzungssynth
    (ich habe ihn im Verbund mit Polysix und juno60).
    Er nimmt auch nicht so viel Platz weg und die Verarbeitung geht auch in Ordnung.
    Viel Synth für moderates Geld

    mfG

  3. Avatar
    pulswelle

    Seit ich den Sixtrak vor einigen Jahren günstig aus einem Nachlaß erworben habe ist er mein absoluter Liebling geworden. Ich nutze ihn als Lead und Bass-Synth im Verbund mit einer Wavestation, einem SY99 und einem Micro-Q als Live Instrument. Kürzlich wollte ich ihn abziehen und durch einen Poly-Six ersetzen, um ihn Dank Midi zu Hause an den Rechner anzuschließen. Nach genau einer Übungssession haben mir meine Bandkollegen den Poly-Six um die Ohren gehauen, trotz nahezu
    gleichwertigen Klängen, und mich quasi gezwungen den Six Track wieder in den Übungsraum zu holen.

  4. Profilbild
    • Profilbild
      Bloderer RED

      … vor allem fällt der Doepfer Dark Energy (und der Vermona Mono Lancet) preislich in die Sequential Six-Trak Kategorie. Beide – Doepfer wie Vermona – sind hervorragend verarbeitete, gut klingende Analogsynthesizer. Auch wenn sie monophon und nicht 6-stimmig sind, würde ich diese Instrumente als aktuelle Alternative einem Six-Trak vorziehen. Ihre CV Ein- und Ausgänge sind gut durchdacht (beim Mono Lancet natürlich nur mit entsprechendem Modular Dock) und es sind klanglich hervorragende Instrumente, die zudem bautechnisch deutlich besser sind als jeder Six-Trak (mit Ausnahme der ungeliebten externen Netzteile, das ist jedoch in der handlichen Bauweise eines Dark Energy bzw. Mono Lancet leider nicht anders möglich).

  5. Profilbild
    DietmarB ••

    Zum Thema Made in Japan: Die Tastatur stammt von Mitsubishi, sieht man auf dem Bild auch. Ob das aber als Beweis dafür ausreicht, daß der ganze Synth dort gebaut wurde? Ich glaub nicht. Dann wäre die Fertigungsqualität besser.

  6. Profilbild
    Marcus_Kiel

    Der Sixtrak war mein erster Synth. Gekauft 1987 mit mühsam gespartem Taschengeld. Ich habe tatsächlich die Einfalt besessen, 5 Jahre ausschließlich dieses Teil mit seinem Sequencer zu nutzen, mit einer uralt Echolette, für die ich die Bänder selbstgebastelt habe. Man hörte immer die Nahtstelle. Und wißt Ihr was…ich war nie kreativer! Jetzt liegt er abgerockt mit kaputten Gummitastern auf dem Dachboden. Wer weiß,
    wie lange noch…….

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Sequential Six Trak

Bewertung: 4 Sterne Bewertung des Autors
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