NAMM 2021: Kurzweil K2700, Multiengine-Workstation

18. Januar 2021

Wiederbelebung der K2xxx-Serie

Am Wochenende noch ein Gerücht, heute offiziell: Mit dem Kurzweil K2700 wird die Serie der leistungsstarken Workstations nach langer Pause weitergeführt.

Kurzweil schließt mit der K2700 Workstation an das Konzept der K2xxx-Serie an, hat jedoch eine Menge neuer Features an Bord.
Die 256-stimmige Klangerzeugung besitzt mehrere Engines. Den Kern der Factory Sound bildet ein 4,5 GB großer Pool an Sample-basierten Klängen, aus denen über 1.500 Programs und 700 Multicombinations gebildet werden. Die Programs sind in 13 Kategorien von Pianos über Synthesizer bis Orchestral organisiert. Wie es bei Kurzweil Tradition ist, wurde speziell auf Flügelklänge Wert gelegt. So sind Presets German D, Japanese C und ein Trple Strike Piano vorhanden, die mit aufwendigen, ungeloopten Samples arbeiten. Mit dem Piano String Resonance Modeling werden die Klänge noch realisitischer.
Dazu kommen upgedatete Sounds der Kurzweil-Modelle SP6 und PC3 und PC4.
Außerdem lassen sich bis zu 3,5 GB an eigene Samples in einen nicht-flüchtigen Speicher laden. Es werden die Formate WAV und AIF (bis 16 Bit, 96kHz) sowie die Kurzweil-Formate FOR, PC4, P3K, KRZ, K25 und K26 akzeptiert.
Die Sounds lassen sich wie bisher auch mit den umfangreichen der V.A.S.T.-Synthese-Engine bearbeiten, wozu auch neue Oszillatoren, Filter und FX gehören und die das Programmieren eigener Algorithmen und Routings erlaubt.

kurzweil k2700 workstation slant

K2700 besitzt eine 6-Operatoren FM-Engine, die in der Lage ist, orginale FM-Sysex-Files zu laden. FM-Layer sind ein neue Bestandteil der VAST-Programs und können mit den VAST-Features kombiniert werden, um weit über die eigentlichen FM-Möglickeiten hinausgehen zu können.

Auch die Oszillatoren des virtuell-analogen Synthesizers VA1 gehören zur K2700, die sich mit den DSP-Möglichkeiten bearbeiten und so zu vielfältigen, komplexen Synthsounds formen lassen.

Mit KB3 gibt es eine Orgel-Emulation nach Vorbild von Tone Wheel Organs. Es gibt neun Zugriegel, Rotary-Effekt, Chorus/Vibrato, Brake, Percussion und weitere Features für eine authentische Reproduktion.

Die umfangreiche Effektsektion umfasst Reverbs, Delays, Choruses, Flangers, Phasers, Distortions, Rotary Amplifiers, Compressors usw., die sich alle vollständig über das Interface editieren lassen. Dazu kommt eine Master-FX-Sektion mit 3-Band-EQ und Kompressor.
Außerdem gibt es das Piano String Resonance Modeling.

Die K2700 Workstation wird mit einer 88er-Tastatur mit Hammermechanik vorgestellt. Ob noch weitere Keyboard-Varianten kommen, steht noch nicht fest.
Der Setup-Mode ermöglicht das Einrichten von bis zu 16 Zonen, die alle mit eigenen MIDI-Controllern gesteuert werden können.

Es gibt einen 16-Spur Sequencer zum Aufzeichen eigener Songs und zum Importieren von MIDI-Files, ebenso der PC3/PC4-Formate. Weiterhin können 16 simultan laufende CC-Sequenzen zur Modulation von Parametern erzeugt werden. Pro Programm kann ein Arpeggiator (16 im Multimode) parallel zum Sequencer eingesetzt werden.

Das Keyboard verfügt über einen großen Ribbon-Controller, mit dem sich unterschiedliche Parameter intuitiv steuern lassen.
Mit 4 x 4 anschlagdynamischer Trigger-Pads lassen sich Drums, Percussion und Samples spielen und auch Zones muten, Noten und Akkords triggern sowie Filter, Layer, Arpeggiator und CC-Sequenzen steuern.
9 Fader, 9 Reglern und 10 Tasten der Control-Sektion dienen zum Steuern von Volume, Pan, Filter, FX, Hüllkurven, Mutes etc. Alle senden die gewünschten MIDI-CCs z. B. an eine DAW.

kurzweil k2700 workstation rear

Die Workstation verfügt über ein integriertes Audiointerface, mit dem man via USB direkt in eine DAW aufnehmen kann. Es gibt regelbare EXLR-Eingänge für Line-, Instrument- und Mic-Pegel (inkl. 48 V Phantomspeisung). Die Signale können mit oder ohne FX-Bearbeitung weitergeleitet werden.
Es sind zwei Ausgangspaare vorhanden, die mit 32 Bit D/A-Wandlern arbeiten.

Zu Preis und Lieferbarkeit der Kurzweil K2700 Workstation gibt es noch keine Informationen.

 

Ab hier die Meldung vom 16. Januar 2021

Im Gearslutz-Forum gibt es einen Beitrag über einen Kurzweil K2700. Sollte Kurzweil nach über 10 Jahren Pause tatsächlich die leistungsfähigen K-Rompler/Sampler reaktivieren? Sind hier Informationen vorzeitig durchgerutscht oder handelt es sich um einen gut gemachten Fake?

Für all jene, denen die Vintage-K-Serie nicht geläufig ist, hier unser ausführlicher Report der berühmten K-Modelle von Kurzweil K2000 bis Kurzweil K2600 (HIER KLICKEN).

kurzweil k2700

Kurzweil K2700

Mittlerweile wurden ein paar verschiedene Renderings gepostet, die einen K2700 zeigen. In der Vergangenheit sahen wir schon einige überzeugend gemachte Photoshop-Arbeiten, die angeblich neue Synthesizer zeigten, sich dann aber doch als Aprilscherz entpuppten.
Was die Spekulation im Fall des K2700 jedoch unterfüttert, ist die Tatsache, dass es auf der Kurzweil-Website eine derzeit noch leere Subpage mit der Bezeichnung K2700 gibt.

kurzweil k2700 left

Auf dem Rendering hat der K2700 eine leichte Ähnlichkeit mit der PC4-Workstation, weist jedoch klare Unterschiede in der Ausstattung auf.

Ein Blick auf den Kurzweil K2700 Synthesizer

Was man auf der Oberfläche erkennen kann, ist die bekannte Control-Sektion mit den acht Fadern und dazu gehörenden Reglern. Auffällig ist das danebenliegende Audiointerface, mit dem die Hi-Z- und Mic-Eingänge direkt auf dem Panel geregelt werden können.

Kurzweil K2700

Kurzweil K2700

Ganz rechts fällt das 4×4 Pad-Feld auf, wie man es auch von anderen Workstations kennt. Hiermit kann man wohl Samples und Loops triggern. Ebenso ist ein Arpeggiator mit einer eigenen Sektion vorhanden. Hier fällt die Taste „CC SEQ“ vielversprechend auf.
Zur schnellen Anwahl der Sounds sind Category-Tasten vorhanden, die auch Shift-Funktionen erfüllen. Auch der bei Kurzweil beliebte Ribbon-Controller über der Tastatur wurde nicht vergessen.

kurzweil k2700 right

Wird es den Kurzweil K2700 nun tatsächlich geben? Wünschenswert wäre es und es gibt nach wie vor viele Fans der V.A.S.T.-Synthese. Hoffentlich schafft Kurzweil baldmöglichst Klarheit. Wir bleiben dran. Bis dahin könnt ihr euch gern die Vintage-Story zur K2XXX-Serie anschauen.

kurzweil k2700 rear

 Beats  DJ  Gitarre & Bass  Keys  Stage  Studio  Vintage
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  1. Profilbild
    nativeVS  AHU

    Sieht mir nach sehr viel Plastik aus (im vergleich zum 2500/2600 oder PC3K), eher wie das PC4. Ich hoffe die Tastatur davon ham sie nicht uebernommen, denn das was der PC4 dieses Magazins mir gesagt hat ist: abstand halten.

    Auch die 16bit/96KHz scheinen mir etwas komisch; grundsaetzlich kein problem, aber wer exportiert denn noch files in 16bit (ausser fuers Glassmaster?).

    • Profilbild
      Dimension D  

      DIe Tastatur ist wieder ein Fatar TP/40L wie bei der Forte und PC3K Serie.
      Ich denke das ganze ist ein PC4 mit wertiger Hardware (Metalchassis) und ein paar Erweiterungen wie Ribbon und Audiointerface. Sonst werden die den Rest wohl übernommen haben.

      Kurzweil war noch nie berümt riesige Änderung.

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      STRomzAeHLEr   1

      Die Anmutung der Renderings rief bei mir ähnliche Gedanken bzgl. PC4 und dessen eher schwache Verarbeitungsqualität hervor.
      Vielleicht hat man sich ja der Kritik angenommen und bei der Materialauswahl und Qualitätssicherung nachjustiert . Das Gewicht von fast 24 kg klingt jedenfalls nicht direkt nach Plastikgehäuse. Schauen wir mal – die Hoffnung stirbt zuletzt.

      Zur Tastatur ist aber zu sagen, dass es eine 88TP/40L-AT (AT = Aftertouch) von FATAR sein wird.

      Was ich schade finde:
      1. Die Audioeingänge können nicht zum Sampling genutzt werden (hab extra im Manual nachgeschaut), immerhin gibt es einen Keymap-Editor OnScreen und zukünftig sicherlich auch einen Program/Multi-Editor für Mac/PC.
      2. Bisher habe ich keine Hinweise gesehen, dass das AudioInterface ASIO-Treiber mitbringt. Leistungsfähiges Laptop (Lenovo Yoga/HP X360) auf den Notenstand und schon hätte man auch die Möglichkeit, Plug-ins in die Performances …Verzeihung, Multis einzubinden.
      3. In den Renderings sieht man leider keine LED-Reihen an den Fadern (wie beim FORTE, aber das heißt ja nichts). Jedenfalls fand ich das schon beim Nord Electro cool und sinnvoll – Adieu Parametersprünge! Bonjour visuelles Feedback und Werteabholung!

      Motorfader wären dann aber wohl doch zu viel verlangt…soll ja auch bezahlbar bleiben ;-)

  2. Profilbild
    pulpicon  

    Die VAST und FM Synthese könnte interessant sein – mal hören.
    Was mich sehr anspricht: „16 simultan laufende CC-Sequenzen zur Modulation von Parametern erzeugt werden. Pro Programm kann ein Arpeggiator (16 im Multimode) parallel zum Sequencer eingesetzt werden.“
    Das kann der Nautilus z.B. nicht, er hat nur einen Arpeggiator AFAIK.

    Ich warte noch auf eine Workstation, die neben den üblichen TOP – Pianos und Standard-Klängen auch ordentliche (VA-)Synths liefern kann – der FANTOM wäre das z.B., wenn er die ABM Modelle hätte (die noch exklusiv im Jupiter Xm sind)…

    Vielleicht erfüllt ja die (der?) K2700 meine Wünsche… und ist bei natürlichen (Sample)Klängen wahrscheinlich dem Fantom überlegen.

    Bin gespannt!

    • Profilbild
      pulpicon  

      Korrektur: Nautilus hat wohl 4 Layer von Arpeggiatoren. Damit ist offenbar diese Art Begleitautomatik gemacht, die man in den Demos oft zu sehen und hören bekommt.

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    moinho  

    Seit Jahrzehnten spiele ich das Spiel „vielleicht mal ne neue Workstation, die soll aber die alte K2600XS komplett ersetzen können“. Vielleicht endet das Spiel ja jetzt?

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