Test & Workshop: Electro Harmonix Effekt-Pedale für Live-Acts

18. Februar 2018

Electro Harmonix pimps your Beats

Micro Synth

Überarbeitete Story vom April 2016.

Dass der Hersteller Electro Harmonix, der eigentlich eher bei Gitarre & Bass zu Hause ist, eine etwas andere Firma ist, dürfte klar sein. Insofern erklärt sich auch schon fast, warum die Beats Redaktion in diesem Artikel einige der Electro Harmonix Stompboxen auf Beats und Bass loslässt.

Unser heutiges Setup spannt einen Bogen vom Electro Harmonix Eight Step Program über den Micro Synth bis hin zum Superego und dem „Ring Thing“ genannten Effekt, eigentlich alle eher im Bereich der Gitarre angesiedelt und teils schon ausgiebig von den dortigen Kollegen getestet. Heute werden wir diese allerdings nicht mit Gitarre und Bass zum Erklingen bringen, sondern mit Synthesizern und Drummaschinen.

Auf diese 3 „Effekte“ und den EHX Eight Step Program werden wir uns konzentrieren, da dieser Test auch gleichzeitig Anregung für Experimente mit dem Outboard sein soll. Genug der Vorrede, wir haben ein volles Programm.

Electro Harmonix 8 Step Program

Der erste Effekt – EHX 8 Step Program – ist eigentlich nichts weiter als ein einfacher analoger Kontrollspannungs-(CV) und Expression-Sequencer, der mit bis zu acht Sequencerschritten Filter oder Expressioneingang steuern kann! Alle Pattern und Einstellungen sind speicherbar und können entweder am Gerät selbst oder über einen Foot Controller abgerufen werden. Damit das Ganze synchron läuft, kann über einen MIDI-Eingang der Sequencer in ein MIDI-Setup eingebunden werden. Was macht das Ganze nun für die Beats-Redaktion interessant? EHX fliegt mit seinem Eight Step Program hier unter dem Radar der Synthesizer-Gemeinde, wo gerade Euro-Rack und andere Gerätschaften schwer angesagt sind. Und es spricht nichts dagegen, sein Setup mit diesen einfachen, aber wirkungsvollen Boxen zu erweitern. Plus-Punkte: Die nahezu selbsterklärende Bedienung, der Anschaffungspreis, die Verarbeitung. Für Experten und Nerds kommt noch die Erweiterbarkeit bzw. Modifizierbarkeit der Geräte hinzu.

Electro Harmonix 2

Aber bevor wir ins Detail gehen, noch einmal eine Beschreibung des EHX 8 Step Program. Der Electro Harmonix 8 Step Program ist ein analoges Effektgerät, das an den Expression-Eingang eines anderen Gerätes angeschlossen wird und somit dessen Expression-Parameter kontrollieren kann. Dafür besitzt das Effektgerät einen regelbaren Sequencer, der in vier verschiedenen Richtungen Sequenzen ablaufen lassen kann. Zusätzlich verfügt der 8 Step Program über vier verschiedene Expression-Modi, einen Tap-Schalter zur Anpassung des Tempos sowie die Möglichkeit, bis zu 10 Presets abzuspeichern. Der Ausdruck (Expression) kann mit dem Regler Mode/Depth und den vier Modi Rate, Depth, Glide und Seq Length beeinflusst werden. Als Wiedergabe-Richtungen stehen uns Forward, Reverse, Bounce und Random zur Verfügung.

Mit diesem Wissen sollte es gelingen, rhythmische Filterpattern zu erzeugen, hierzu verbinden wir den CV Expression Out des Eight Step mit dem CV In unseres Synthesizers, hier das Roland System 1m. Die einfachste Figur, mit der wir auch gleich beginnen ist, das Filter Cutoff zu regeln. Hier von „Filter geschlossen“ zu „Filter auf“ verteilt auf 8 Schritte. Dazu stellen wir ganz einfach die Schieberegler entsprechend ein. Hier können wir uns an der Strichteilung des EHX orientieren, um einen möglichst linearen Verlauf zu erzeugen. Jetzt einfach als Richtung „Vorwärts“ einstellen und auf „Play“ drücken, läuft! Das klingt schon eindrucksvoll, da geht aber noch was, mit Tap Divide und Expression Mode können wir unsere Sequenz noch weiter beeinflussen und hier wirklich den Funk aus dem Filter holen.

Primär ist der EHX 8 Step Programm natürlich für EHX Pedale konzipiert, aber EHX wäre weniger sympathisch, wenn der Eight Step Program nicht auch mit Stompboxen anderer Herstellern zusammen arbeiten würde. Die kompatiblen Modelle findet ihr hier.

Wer noch mehr herausholen möchte, benötigt den EHX Foot Controller. Prinzipiell ist es natürlich möglich, den Foot Controller wegzulassen und die Programm Steuerung des 8 Step mit Impulsen vorzunehmen, da der Foot Controller nichts weiter macht, als einen Impuls zu schalten. Hier kann man ansetzen und sich diesen Impuls über einen Einzelausgang einer Multichannel Soundkarte und einen Steuertrack in der DAW mit Expert Sleeperz oder Motu Volta holen. So kann ich ohne Arbeit mit dem Fuß meine Pattern zu einer automatischen Performance verketten. Aber hier der wichtige Hinweis: Bitte in der Bedienungsanleitung nach den Spannungen und Stromverhältnissen schauen, sonst ist es schnell vorbei mit dem 8 Step Programm.

Electro Harmonix Micro Synth / Bass Micro Synth

Damit unser späteres Setup auch klingt, haben wir aus dem EHX Programm zielsicher den Electro Harmonix Micro Synth gegriffen. Im Prinzip ist es ein Synthesizer ohne eigene Oszillatoren, wir brauchen also immer ein Eingangssignal, um einen Ton zu erzeugen. Wer die Speicherung von Patches sucht, wie Presets und vielleicht CVs zur Steuerung, wird enttäuscht sein. Das alles gibt es nicht. 10 Fader, Audio In, Audio Out, mehr gibt es nicht zu vermelden.

microsynthWer aber auf moogische Sounds und Sweeps bis hin zu sehr abgefahrenen Filterfahrten steht, hat hier seine Freude. Dementsprechend einfach ist der Micro Synth aufgebaut und erklärt. Rechts am Gehäuse geht der Ton hinein und links kommt das Effektsignal raus, bedient wird von links nach rechts. Was allen EHXen mit Schieberegler gemein ist, ist die Skaleneinteilung mit 8/10er Teilung. Trigger legt die Empfindlichkeit fest, mit der der Micro Synth auf ein Signal reagiert. Daneben befindet sich die Mischsektion, in der das Mischverhältnis zwischen Ein- und Ausgangssignal bestimmt wird. Ebenso können hier bei monophonen Läufen einzelnen Noten eine Suboktave oder eine Oktave hinzugefügt werden. Square Wave fügt dem Eingangssignal ein Rechtecksignal hinzu. Attack Delay bestimmt das Einschwingverhalten unseres Volumes. Die Filtersektion besteht aus einem 3-poligem resonanzfähigen analogen Filter! Resonanz stellt hier das Q ein, Start- und Stoppfrequenz folgen. Zu guter Letzt noch Rate, mit dem wir die Geschwindigkeit des Sweeps zwischen Start und Stop hören. Rate sollte unserem Spiel und den der Notendauer folgen, so dass immer der richtige Sweep ertönt.

Was auffällt: Die EHX Terminologie zieht sich durch alle Effekte. Das hilft bestens, da wir so nicht immer neue Begriffe lernen müssen. Wir kennen das Prinzip, uns fällt die Arbeit mit anderen Effekten wesentlich leichter. Der Bass Micro Synthesizer ist prinzipiell baugleich, im Unterschied zum Micro Synth wurde er aber auf die Bass Sektion optimiert. Das heißt, Frequenzgang und Filter sind unterschiedlich.

Generell muss hier beachtet werden, dass unsere Eingangssounds nicht schon übermäßig mit Filtereffekten moduliert sein sollten und die einzige Synchronisation des Filters unsere Spielweise ist. Hier müssen sich die Einstellungen und die Spielweisen erarbeitet werden. Im finalen Setup wird unser Micro Synth von Volca Bass und Volca Key angetriggert. Bevor wir bei unserem endgültigen Setup ankommen, haben wir noch 2 Stompboxen vor uns, Ring Thing und Superego.

Electro Harmonix Ring Thing

Der zweite Teil des Produktnamen sagt exakt das aus, was das Ring Thing macht. Es ist ein Single Sideband (SSB) Modulator. Er moduliert also ein einzelnes Seitenband. Hier haben wir grundsätzlich vier Modi: Ring Modulation, SSB unteres Band, SSB oberes Band und Pitch Shift. Das Ganze wird durch den EHX Frequenz Analyzer realisiert, der eine auswählbare Trägerwellenform, einen Sweep Filter mitbringt.

ringthing

Das Ganze wird ergänzt durch speicherbare Presets und eine CV/Expression-Steuerung. Lange Rede kurzer Sinn. Am Ende haben wir einen Multieffekt mit Detune, Vibrato, Chorus, Transpose oder ein „Whammy-Tremolo“, je nachdem, was wir mit in die neun Presets abspeichern. Eine Sonderstellung des Ring Thing ist, dass er sowohl mit einer internen „Trägerwelle“, als auch mit einer externen Trägerwelle über den MOD Eingang als Ringmodulator arbeitet. Über diese externe Trägerwelle kann auch der Pitch Shifter Effekt angesteuert werden. Um das Ring Thing gezielt und richtig einzusetzen, ist es empfehlenswert, die Beispielsettings in der Bedienanleitung durchzuarbeiten. Um eine klassische Ringmodulation zu erzeugen, benötigen wir beispielsweise folgende Einstellungen:

Ringmodulation 2

Was wir im Detail mit dem Ring Thing vorhaben, lösen wir im Praxis-Teil dieses Artikels auf. Bis dahin merken wir uns, dass Volca Bass und Volca Key unseren Ring Thing antreiben werden. Nun der letzte Baustein in unserem Setup.

Electro Harmonix Superego

 

EH Super Ego

Superego ist ein polyphoner Sample & Hold Synthesizer. Der Superego wird als Synth Engine beschrieben, aber wer jetzt an einen komplexen Gitarrensynthesizer denkt, der aus dem Gitarrenton ein Klavier oder Vogelgezwitscher macht, liegt komplett daneben. Die Hauptarbeit des Pedals liegt darin, das Signal (Einzelton oder Akkord) „einzufrieren“, also zum Beispiel einen Akkord aufzunehmen und gleichzeitig in einer Endlos-Schleife wiederzugeben.

Mit den vier Reglern wird der Klang eingestellt, aber wenn man es genau nimmt, sind es eigentlich nur zwei, denn mit Dry und Effect bestimmt man die Pegel von Direkt- und Effektsignal. Der linke Regler (Speed/Layer) ist für Ein- und Ausschwingzeit zuständig. Ganz nach links gedreht setzt der Effekt direkt ein und klingt auch nicht lange aus. Dreht man den Regler ganz auf, dauert es einige Zeit, bis der Effekt einsetzt und das Sustain ist wesentlich länger. Mit solchen Einstellungen kann man verschiedene Überlagerungen von Tönen und Akkorden erzeugen.

superego

Es stellt sich natürlich immer zuerst die Frage des Einsatzbereichs für ein solch spezielles Teil. Alle Soundtüftler können sich hier aber direkt angesprochen fühlen. Wer bereit ist, einmal andere Wege zu gehen und auch vor Soundexperimenten nicht zurückschreckt, der wird seinen Spaß am Superego finden.

Zwischenfazit: Alle vier Stompboxen haben sich ihre 3 Sterne verdient. Lediglich der Superego bekommt aufgrund seines Preises einen Stern Abzug. EHX hat in den letzten Jahren auf alle Fälle seine Hausaufgaben gemacht und die Verarbeitungsqualität ist mittlerweile ohne Schwächen. Zwischen den EHX Produkten der ersten Stunde und ersten Neuauflagen von Vintage-Pedalen liegen Welten.

Die Electro Harmonix Pedals in der Praxis

Die Frage, wozu das Ganze überhaupt, ist noch unbeantwortet. Dazu kommen wir aber jetzt. Zunächst bereiten wir noch schnell unser Setup für die Recording-Session vor, der grobe Rahmen steht ja schon. Das Setup wird stilecht noch um ein paar EHX Effekte ergänzt.

Mastermind Mike Matthews war der Mainstream immer egal, er kochte immer seine eigene Suppe und entwickelte Pedale, die allesamt ihren ganz besonderen Sound und ihren ganz eigenen Charakter mitbringen. Natürlich wird mit dieser Philosophie nicht jeder Spieler glücklich – der eine mag sie, der andere nicht so sehr, aber den individuellen Touch kann man keinem Produkt der Marke absprechen.

Und darum wird es im Folgendem gehen: Brot und Butter Synthesizern einen eigenen individuellen Touch geben. Deshalb kommen hier einfache schlichte Synthesizer und Klangerzeuger zum Einsatz. Denn am Ende wird unser Setup doch recht komplex. Zum oben beschriebenen Equipment kommt noch Folgendes: Das von mir bereits getestete EHX Chrash Pad, der EHX Clockworks sowie der Smallstone Phaser und der EHX Memory Man. Weitere Tools sind das Korg SQ1 und die bereits erwähnten Volca Bass, Volca Keys, Volca Beats und Volca Sample sowie das System 1m.

EH Workshop

Drum und Bass Aufbau

Unsere Drum Sektion besteht aus Volca Beats, Volca Sample und dem EHX Chrash Pad. Volca Beats und Sample laufen durch den Micro Synth, das Crash Pad läuft erst durch den Micro Synth, danach in das Ring Thing und anschließend in den Mixer.

Unseren Volca Bass peppen wir mit dem Micro Synth auf, der Grundklang geht zwar ok, aber hier soll der Bass etwas moogischer und mehr Vintage klingen. Ergänzend wird das Signal noch durch den Ring Thing laufen. Unterstützend dazu werden wir aus dem Volca Sample und System 1m chordale Hits und Bleeps erzeugen. Hier kommt dann auch der Superego zum Einsatz. Die Filter werden via CV vom 8 Step Programm gesteuert.

Making Beats & Bass

Klar ist, man muss kein großes Equipment haben, um zu einem individuellen Sound zu kommen. Schaut man über den Tellerrand, ergeben sich sonische Möglichkeiten fernab von Euro-Rack und Modular-Systemen, die mit geringem Aufwand nachvollzogen werden können und Ausgangspunkt für eigene Experimente sind. Hier haben wir auch die Möglichkeit, unser Setup entsprechend unseren Fähigkeiten zu erweitern und anzupassen.

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Lohnen sich Gitarren-Effektpedale?

Das EHX Pedale und Stompboxen polarisieren, ist klar. Der eigene Charakter und die Philosophie machen nicht jeden glücklich. Um einem sterilen Klang Leben und Vintage Vibe einzuhauchen, kommt man an den EHX Produkten aber nicht vorbei. Als besonders wertvoll für den Bereich Beats und Bass sehe ich den (Bass) Micro Synth und den Eight Step Program an. Ring Thing und das Superego sind sehr spezielle Pedale und Effekte, ich kann sie aber gut in meinem Setup gebrauchen. Dem ein oder anderen mag das aber zu sehr in die psychedelische Rock-Ecke à la „Meddle“ von Pink Floyd gehen.

Was allen gemein ist, der Sweet Spot und die Einstellungen müssen erarbeitet werden, geschenkt gibt es hier nichts und anschließend möchte noch alles auf Papier oder einem Foto dokumentiert werden. Einzig der 8 Step Program und das Ring Thing bieten Presets an, die auch nach Stromabschaltung nicht flüchtig sind. Freunde des MIDI-gesteuerten Setups haben hier keine Freude, alles ist 100% analog. Zugegebenermaßen nicht immer berechenbar, dafür aber umso sympathischer.

Der Micro Synth ist sicherlich ein Spezialist, aber diese Aufgabe erfüllt er tadellos. Wer den Sound mag, erhält einen Filter/Synthesizer, der eingespeiste Klänge analog verarbeitet und ohne großes Schnick Schnack mit Vintage Vibe versehen kann.

Superego, das Prinzip dahinter ist vermutlich ein Looper ohne offensichtlich ein Looper sein zu wollen. Ein sehr spezielles Konzept, man bekommt genau das Ergebnis, was man einspielt. Das ist einfach und simpel, setzt aber ein hohes Maß an musikalischer Exaktheit und Übung voraus. Sicher kein Einsteigerpedal, dazu ist bei ungeübtem Spiel das Frustpotenzial zu hoch.

Alle Effekte kamen hier aus dem Hause Electro Harmonix. Wo es sinnvoll erschien, wurde noch ein Memory Man eingebunden. Die Aufnahmen sind mit etwas Hall belegt und gingen dann via Mixer und Motu in die DAW. Hier wurde nur normalisiert, aufgezeichnet und ein MP3 generiert.

Fazit

Meine persönlichen Favoriten sind der Eight Step Program und der Micro Synth. Wer dynamisch und rhythmisch analoge Effekte einsetzt, braucht den Eight Step. Zumal seine Kompatibilität mit CV und Pedalen anderer Hersteller es klar aus der Masse abheben.

Der Micro Synth ist immer dann erste Wahl, wenn dem Grundsound etwas Filterfunk fehlt, hier bringt er den funky Vibe. Auf Presets kann man dank der Skaleneinteilung verzichten, eigene Sounds sind reproduzierbar. Ring Thing und Superego sind ohne eine Wertung psychedelische Pedale, wer Ringmodulation fernab der Daleks und Doktor mag, hat hier seine Freude. Wenn es noch experimenteller sein darf oder muss, nehmen wir noch Lucy in the sky with diamonds „ihr“ Superego hinzu.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Bedienung
  • Modifikationstipps in den Bedienungsanleitungen

Minus

  • Preis (Superego)

Preis

  • Ring Thing: 169,- Euro
  • Eight Step Program: 109,- Euro
  • Superego: 235,- Euro
  • Micro Synth: 219,- Euro
  • Clockworks: 159,- Euro
  • Crash Pad: 129,- Euro
  • Memory Man: 239,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    weinglas  

    Großartig gemacht Toby! Die Soundbeispiele machen Lust, sofort selber was auszuprobieren. Besonders die beiden mit dem Superego klingen meiner Meinung nach einfach erfrischend anders/besonders. Als Ergänzung empfehle ich noch das Ravish Sitar für den Einsatz mit Synths.

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      TobyB  RED

      Hallo Weinglas,

      Danke, das Ravish Sitar kenn ich noch nicht. Gleich mal gucken. Den Superego würde ich als Instant Pink Floyd Pedal bezeichnen. Im Prinzip ist die Sequenz von „on the Run“ easy aber… So ist das auch mit dem Superego, ich habe an diesen 3 Minuten ziemlich lange gehockt. Das Crashpad und System 1m und Ring Thing ist nun nicht viel Gear. Dennoch nicht einfach.

  2. Profilbild
    Marcel Halbeisen  

    Cooler Bericht, besten Dank.
    Ich nutze neben dem „Ring Thing“ auch den „Stereo Memory Man with Hazaray“ und den „Epidome“ von EHX, die ursprünglich für ganz was anderes geplant waren. Damit kann man tatsächlich echt coole Sounds erzeugen. Damit mehrere Synthesizer diese Nutzen können, sende ich das Synth-Signal über einen AUX-Bus der Hauptmischpults auf die Effektkisten und nehme die Signale über ein zweites Mischpult in einen gemeinsamen Eingang zurück ins Hauptmischpult. Nicht gerade die „rauschärmste“ Variante, aber so kann ich jeden Synth mit jedem Effekt nutzen und auch eine Mischung mit dem Originalsound machen. Zum Experimentieren ideal…

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      TobyB  RED

      Hallo Badticket,

      besten Dank retour. Ich ziehe alles was durch die EHXe soll über eine Subgruppe raus. Der Aux, das ist mir mal ein Pedal abgeraucht, weil ich Post und Pre verwechselt habe und Pre komplett offen war ;-) Der Stereo Memory Man with Hazaray ist ein Klasse Pedal. Hazaray ist der New Yorker Legende nach einmal jüdischer Döner mit allem und Scharf. Was hier zu trifft. Er fällt zwar aus der analogen Ecke, klingt aber sehr gut :-) Der Epidome ist auch ein geniales Pedal.

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    AMAZONA Archiv

    Schöner Bericht Toby! Ich bin ja auch so ein EHX Pedal Fanboy und liebe es die Synthieklänge damit zu verwursten. Spass ohne Ende.

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      TobyB  RED

      Hallo Marko,

      wenn schon dann Fanman ;-) Wir haben ja quasi den Badstone, die Electric Mitress mit der Schulmilch aufgenommen ;-) Ausser Jarre hatten wir ja nüscht mit EHX. Ich hab ausser den EHX nicht mehr viele andere Pedale, komischerweise halten die immer noch. Selbst die ollen Vintage Pedale aus den Siebzigern/Achtzigern. Wenn auch die Verarbeitung heute besser ist.

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        costello  RED

        Die EHX-Geräte haben schon immer gut zu Keyboards gepasst. Mein erstes Teil war 1979 der Small Stone-Phaser. Zusammen mit einem Boss-Verzerrer sollte das ein übersteuertes Leslie simulieren. Einen Ventilator gab’s damals noch nicht. Die Teile, die Du in Deinem super Bericht vorgestellt hast, versprechen auch viel Spaß; vor allem die Ringmodulatorsounds klingen schön schräg.

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          TobyB  RED

          Hallo costello,

          stimmt, ich finde die auch das die i.d.R. passen. der Ringmodulator Ring Thing kann noch mehr, ich reiße den hier ja nur kurz kann. Zugegeben es klingt schräg, war aber gewollt. Was ich an diesem hier gut finde, das die Ringmodulation sowohl nur intern erzeugt werden kann, als eben auch extern und dann z.b mit einem CV Sequenzer das Ganze rhytmisch und tonal gesteuert werden kann, Eight Step Program und Volca SQ-1 reichen oder die Variante Motu Volta / Expert Sleeperz mit Soundkarte. Mich würde mal interessieren, wie ein Small Stone mit Boss Overdrive als Leslie klingt. Ich mache das mit Boss Blues Drive, dann in einen Small Stone und anschliessend in einen Memory Boy / Man und steuere den Leslie Effekt mit Pedal oder Sequencer.

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            k.rausch  RED

            Small Stone und Boss Overdrive als Ersatzleslie taugt nicht viel. Klingt zwar unterm Strich brauchbar, hat aber mit Rotary Speaker Effekt nicht viel zu tun. Ich hatte es seinerzeit mit EHX Electric Mistress plus Fender Showman Röhrenamp probiert, landete dann aber doch bei echten Kabinetten. Erst mit dem Dynacord CLS22 und CLS222 ging das in die korrekte Richtung. Neo Ventilator und ein paar andere haben heute die Nase vorn. Lediglich am Distortion müssen die Hersteller noch feilen, und zwar alle.

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              TobyB  RED

              Gude Klaus,

              die Frage ist ja immer wie „subtil“ man den Dopplereffekt braucht und was man einspeist. Wenn ich einen simplen Padsound nehme, ist das Ergebnis schon brauchbar. Natürlich klingt das anders als ein richtiger Leslie. Zum anderen hängt das ja von der Verzögerung ab und wie gut ich die Phasen so gegeneinder verschieben kann bis ich meine Schwebung und das Vibrato gefunden habe. Und das geht bei max 15 ms Verzögerung eben nur bis zu einem gewissen Grad, also hörbar und so das der Effekt wirkt. Da hat dann die Mechanik, mit echten Kabinetten die Nase vorn. Aber wenn man einen leicht gezerrten Elektro-Leslie a la Deadmau5 braucht geht das. Deine Varianten mit CLS22 und CLS222 ist eine Klassetipp, muss ich mir mal merken.

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            costello  RED

            Klaus hat mit seinem Kommentar recht – amtlich ist die Kombination Boss-DS 1 Distortion und Small Stone natürlich nicht. Aber meine Crumar Organizer T1, die ich damals spielte, war ja auch keine Hammond ;-) Live klang das aber überraschend gut. Der Small Stone in „Normalstellung“ mit niedriger Rate kam einem sich langsam drehenden Leslie ziemlich nahe. Und bei hoher Rate klang’s richtig schön nach Schweineorgel. Ergänzend hatte ich noch einen schwarzen Kasten von Allsound mit einer Original-Hammond-Hallspirale für die sakralen Orgel-Sounds. Wenn man dann an der Crumar eine 8-4 Fußlage ´wählte und die Vibratosektion auf „eiernd“ einstellte, hatte man mit dem Hall in Nullkommanix den schönsten Chorsound. P.S.: Das „schön schräg“ beim Ring Thing war durchaus als Kompliment gemeint. Konntest Du das „Ring Thing“ eigentlich mal mit dem Moog Ringmodulator vergleichen?

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              TobyB  RED

              Hallo Costello,

              ich wollte ja auch nicht den ultimativen Babara Dennerlein Leslie erzeugen ;-) Ich mache das oft, mit Effekten was aufpeppen, wenn ich der Meinung bin, also da muss jetzt ne Schwebung hin oder so ;-) Ich hatte dich auch so verstanden, das der Ring Thing gefiel. Ich habe bis auf Moog Mother 32 keine Moogs hier, hab aber den Sound vom RM von Moog noch im Kopf. Der MF-Ring verliert gegen den Ring Thing allein schon wegen der Fähigkeit ein externes Signal für die RM zu nehmen. Der MF-102 hat wesentlich mehr Steuermöglichkeiten und nimmt einen Carrier entgegen und gibt ihn wieder aus. Klanglich ist hier der MF-102 vorne. Allerdings der Preis ;-) 324€. Ich habe den Ring Thing nur gegen meine Doctor Who Ringmodulatoren getestet, einmal die klassische passive Ringmodulator Variante und die Version 2 als aktiver Ringmodulator mit LFO und externem Modulator/Carrier, aka Wobbulator.

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    dilux  AHU

    ich glaub der tobyfb nennt sich bald in tobyfx um :D
    die ehx-pedale sind ja unter keyboardern und synthiasten schon länger kein geheimtip mehr und das nicht ohne grund. verarbeitung, eigenständiger klang, vielseitigkeit, da stimmt einfach immer das gesamtpaket.
    was mich beim superego noch interessiert, wie gibt man denn die looplänge vor?

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      TobyB  RED

      Hallo Dilux,

      ne Toby ist schon okay ;-) Primär gings darum den jungen Kollegen aufzuzeigen das man nicht alles in der DAW machen muss und man mit FX ne Menge machen kann. Was ich neben dem Klang der EHX mag, sind sinnvolle Sachen wie die CV Steuerung der Expression und das ich das sequenzern kann. Oder eben mit dem Eight Step Programm steuern. Beim Superego steuerst du eigentlich das Sustain von Kurz bis Unendlich. Das machst du mit Speed und Glissando im Latch Mode. Glissando macht es auch aber dazu muss das Eingangssignal passen. Ich habe das „weinen“ durch drehen am Start/Stopp vom Crashpad und durch Spiel mit Speed und Glissando erzeugt. Was auch geht ist über den Send nur den Effekt raus und über den Out hast du das direkte Signale. Was den Spass erhöht.

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    tomk  AHU

    Es ist immer schön solch NachSchaltSpielzeuge zu haben, definitiv. Aber hier stellt sich mir die Frage ob das Geld nicht besser erst in einen dicken Synth/FX anstatt solch … mit Verlaub … Yps Gimmicks investiert wäre. Strymon soll ja dann konträr HighEnd Performance, sowohl klanglich wie auch im Midi/PedalVerbund bieten!
    Preis- Leistung = Taschenrechner?!

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      TobyB  RED

      Hallo und Guten Morgen Tom,

      Guter und berechtigter Einwand. Ich denke es geht beides. Und es hat beides seine Berechtigung. Hier in meinem Studio Setup steht auch beides, die „HighEnd“ Midieffekte von Lexicon und TC.Electronics mit Midi und USB und eben auch 2 Kisten mit EHXen, BOSSen. Und diverse dicke Synths und eben auch Volcas, System 1m, TB3. Entscheidend ist was ich grade produziere und dafür brauche. Und da sind solche Gimmicks sehr nützlich. Zum einen sie sind analog, zum anderen, ich kann sie teilweise oder ganz mit CV steuern. Meine Vintage Synth sind alle unmidifiziert. Und irgendwie muss man da eine Brücke bauen. Zum anderen, low Budget Synthesizer wie Volca und TB3 kannst du damit massiv „aufwerten“ ohne das es ein Loch in die Geldbörse reisst. Das muss natürlich jeder für sich erarbeiten, was und wie er die Effekte braucht. Der Workshop ist ja nur eine Anregung.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Klaus,

      Daniel Fisher weiß definitv was er macht :-) Ich habe derzeit in Verbindung mit Moog Mother 32 u.a. den Super Ego+ im Einsatz. damit kann man reicht einfach „gläserne“ Sounds erzeugen oder „wabernde Biomasse“

      • Profilbild
        Klaus Joter  

        Hallo Toby,

        bei mir verleiht das Ring Thing meinen beiden alten Matrix 1000 neue Sounddimensionen, vor allem live. Die damit gewonnene Durchschlagskraft und Eigenwilligkeit der Sounds ist wirklich enorm. Nun überlege ich gerade, mir auch einen Sub-Submischer zuzulegen, damit alle Effekte an alle Geräte verteilt werden können. Mist!

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Och solange es nur ein Sub Submischer ist ;-) Matrix 1000 durch ein Ring Thing das muss ich auch mal probieren, Wenn man einen Sweep dadurch jagt, das könnte gut werden. Danke für den Tipp.

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