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Test: Yaeltex MIDI-Controller, User-Customized

13. Oktober 2021

Designe deinen eigenen MIDI-Controller

Yaeltex ist eine junge Firma aus Argentinien, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Custom-MIDI-Controller für ihre Kunden zu bauen. Diese werden mithilfe eines Frameworks/Baukastensystems vom Kunden selbstständig gestaltet und ermöglichen detaillierte Konfigurationen.

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Wozu braucht es überhaupt einen MIDI-Controller? Mit einer Maus und Tastatur ist es doch möglich, Software musikalisch zu bedienen. Ja, die Maus und Tastatur! Es handelt sich um preisgünstige Werkzeuge, die ihre Zwecke erfüllen. Sie wurden aber für die Benutzung eines Computers geschaffen und nicht zum Musizieren. Deswegen lässt sich der Spaß des Musizierens mit diesen Gerätschaften nicht unbedingt maximieren und optimieren. Viele Musiker wollen beim Musizieren nicht an Büroarbeit erinnert werden.

Ein MIDI-Controller ermöglicht es, Software in ein haptisches und ansprechendes musikalisches Erlebnis zu verwandeln. Sie sollen die Barriere zwischen Monitor und Mensch aufheben, indem wir mit unseren Händen ziehen, schieben, drücken, drehen und tasten dürfen. Software wird berührbar. Hardware-Synthesizer enthüllen dank eines MIDI-Controllers Funktionen, die sich im Menü versteckten.

MIDI-Controller gibt es wie Sand am Meer. Der Markt ist unüberschaubar, weswegen Testberichte das Angebot auf ein bestimmtes Segment eingrenzen müssen, wie z.B. die besten Pads für Beats & Grooves. Eigentlich ist es gut, dass das Angebot an MIDI-Controllern vielfältig ist, denn dadurch hat man als Kunde eine große Auswahl. Von preisgünstig bist luxuriös, von groß bis winzig klein sind alle Farben, Formen und erdenklichen Anwendungsbereiche abgedeckt.

Individuell konfektionierter Controller für den User

Doch in den all den Jahren ist mir klar geworden, dass die große Anzahl von Controllern meine Wünsche nie vollständig erfüllt haben. Mal fehlten Regler hier oder ein Fader dort. Dann fand ich ein Gerät, das alle Ansprüche erfüllte, aber die Verarbeitung war ungenügend. Es handelt sich letztendlich um Seriengeräte und Serien müssen eine möglichst große Käuferschicht ansprechen, um wirtschaftlich produziert werden zu können.

Neidvoll blickte ich auf all die Künstler und Künstlerinnen, die über maßgeschneiderte MIDI-Controller verfügen. Jean-Michel Jarre mit seiner Laser-Harfe und all den anderen futuristischen Controllern. Ableton Co-Gründer und Musiker Robert Henke baute lange vor Push das Monodeck, um Live unabhängig vom Computer steuern zu können.

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Richie Hawtin lies sich maßgeschneiderte Lösungen bauen. Laurie Anderson modifizierte eine Geige, um das Synclavier zu steuern. Meistens reicht ein Blick auf diese Lösungen, um zu begreifen, dass man kaum über die benötigten Geldmittel und das Know-how verfügt, um sich solche Lösungen bauen lassen zu können oder sogar selber herzustellen. Maßgeschneiderte Controller benötigen viel Geduld in der Entwicklung und die Spezialisten lassen sich ihre Arbeit zu Recht teuer bezahlen. Leser und Leserinnen, die über die Erfahrung und das Wissen verfügen, ihre eigenen Controller zu bauen, nötigen mir den größten Respekt ab. 

Deswegen war ich begeistert, als ich die ersten Texte über Yaeltex auf AMAZONA.de gelesen habe. Yaeltex bietet individualisierte MIDI-Controller an, die auf einem Baukastensystem beruhen. Dadurch hat man die Möglichkeit, das Design in einem abgesteckten Rahmen selbstständig zu gestalten, ohne ein Ingenieurstudium beginnen zu müssen. Das Baukastensystem ermöglicht individuelle Lösungen und erlaubt es gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Yaeltex hat seinen Sitz in Argentinien. Das ist nicht gerade der nächste Weg. Meine Neugierde war jedoch größer und somit sind wir höchstwahrscheinlich eines der ersten Musikmagazine in Deutschland, die über Yaeltex berichten können. Spoiler-Alarm: Ich bin von der Verarbeitung, von der Gestaltung und von der Funktionalität begeistert. Jetzt habe ich das Problem, dass ich mir einen weiteren maßgeschneiderten Yaeltex Controller wünsche. Hört den dieses GAS nie auf?

Warum brauche ich einen Yaeltex MIDI-Controller?

Natürlich kann die Ausgangslage bei jedem Leser variieren: Vielleicht macht man mit Ableton Live Musik, aber Push 2 erfüllt nicht alle Wünsche. Vielleicht möchte man auch einen speziell zugeschnittenen Mixer für Logic Pro, um 32 Kanäle zu kontrollieren. Es kann auch sein, dass man einen Synthesizer aus den 1980er-Jahren besitzt. Diese Instrumente klingen zwar toll, aber mit numerischen Tastenfeld und winzigem Display sind sie nicht einfach zu bedienen. 

Vielleicht ist man aber auch Moderator eines Podcasts oder macht Livestreams in den sozialen Netzwerken mit OBS Studio, die einen maßgeschneiderten MIDI-Controller verlangen. 

Ich benötige einen Controller für Native Instruments Traktor. Einst habe ich als DJ mit Plattenspieler angefangen, aber mit Aufkommen des digitalen DJing verlor dieses Handwerk immer mehr an Interesse. Lange konnten mich die Algorithmen der digitalen Lösungen nicht überzeugen und ich habe wirklich alles ausprobiert. Ich war sogar bei der ersten Version von Final Scratch dabei. Seit Native Instruments die Version 3 von Traktor auf dem Markt gebracht hat und harmonisches Mixing integriert wurde, entschloss ich mich, nicht nur in regelmäßigen Abständen die Demoversion von Traktor zu testen, sondern es zu erwerben.

Zwar kann man Traktor auch gut mit der Maus und Tastatur bedienen, aber jeder DJ weiß, dass das Handwerk viel mehr Spaß macht, wenn man den Controller anfassen darf und den Sound schrauben kann. Der Performance-Aspekt ist bei einem DJ Mix das Salz in der Suppe. Viele DJ Mixe habe ich in Logic Pro erstellt, aber das ist ein Konstruktionsprozess, der nicht viel mit Performance zu tun hat. Kurz gesagt: Diese Mixe sind schön anzuhören, aber in ihrer Entstehung ziemlich langweilig, weil man hauptsächlich Soundfiles hin und her schiebt und Automationskurven zeichnet.

Meine Begeisterung für Native Instruments Traktor war geweckt und nun musste ich mich mit den DJ-Controllern auf dem Markt auseinanderzusetzen. Leider genügte keines der Modelle meinen Ansprüchen. Es gibt unglaublich luxuriöse Controller von Pioneer, Denon und Native Instruments, aber diese Controller sind mir viel zu groß und verfügen über Funktionen, die ich nicht benötige. In vielen Geräten ist eine Soundcard verbaut, die ich nicht benötige, weil ich ein hochwertiges Audiointerface besitze.

Als altgedienter Technics 1200 MK2 Nutzer empfinde ich die Jogwheels, di an Plattenteller erinnern sollen, lächerlich. Wozu lege ich mit einem Computer auf? Um mich mit zeitaufwendigen Aufgaben wie Temposynchronisation und Cuepoints zu beschäftigen? Es gibt DJs, die scratchen und für die mag der Einsatz dieser Wheels sinnvoll sein. Ich scratche aber nicht, sondern ich mixe. Mein Ziel ist es, Mixe zu erschaffen, die so fein gemischt sind, dass man nicht weiß, wo ein Track beginnt und der andere aufhört.

Deswegen möchte ich auch alle 4 Decks von Traktor nutzen. Die Anzahl von 2-Deck-Controllern ist unüberschaubar. Controller mit 4 Decks finden sich meistens im hochpreisigen Segment und verfügen über Wheels. Ich liebe die 4-bändige Allen & Heath EQ-Emulation in Traktor. Die meisten Controller verfügen aber nur über 3 Regler, um Bässe, Mitten und Höhen zu kontrollieren.

Außerdem benötige ich neben dem 4-bändigen EQ einen weiteren Regler, mit dem ich pro Kanal ein Filter steuern kann. Natürlich ist ein EQ schon eine Art von Filter, aber ein 4-Pol-Filter ist in der Lage, den Sound zu färben und ermöglicht typische Effekte, die für elektronische Musik essenziell sind. 

Wie designe ich einen Yaeltex MIDI-Controller? 

Um einen Yaeltex Controller zu gestalten, muss nur die Yaeltex Factory Website besucht werden.

Es ist nicht unbedingt notwendig, einen Account anzulegen, dieser ist aber empfehlenswert, um die Designs zu speichern und konfigurieren zu können. Zuerst wählt man ein Gehäuse aus. Yaeltex bietet derzeit drei Gehäuse an. 

  • Small: (17 x 27,5 cm / 180 $)
  • Medium: (31 x 24 cm / 200 $) 
  • Large: (35.5 x 45 cm / 250 $)

Jedes Gehäuse wird mit MIDI In, Out und Thru, einem USB-Anschluss und einem Stromanschluss ausgestattet. Ein Netzteil befindet sich nicht im Lieferumfang. Die reichhaltige Anzahl von Anschlüssen erlaubt es, den Controller zukunftssicher in ein Setup einzubinden. Ich wählte die Größe „Medium“.

Die Anschlüsse befinden auf der rechten Seite des Gerätes. Sie wurden in eine Aussparung eingebracht und sind dadurch gut geschützt.

Die Anschlüsse

Die Modelle können je nach Wunsch horizontal oder vertikal ausgerichtet werden. Im nächsten Schritt können die verschiedenen Module eingesetzt werden. Das Gehäuse wird mithilfe eines Planquadrates unterteilt und in dieses werden die gewünschten Module platziert. Die Platzierung erinnert an das Spiel „Schiffe versenken“. Die Module können horizontal und vertikal verbaut werden. Sie werden per Drag & Drop eingefügt. 

Yaeltex entwickelt sein Sortiment ständig weiter. Anregungen bekommen sie von der Community und den Kunden. Bald soll es z. B. 100 mm Fader geben.

Die Yaeltex MIDI-Module

Die Aufzählung ist folgendermaßen zu verstehen. Eine Anzahl von X-Bedienelemente werden auf eine Anzahl von Y-Reihen aufgeteilt. Im Fall der 8x 2 RGB-Buttons bedeutet dies, dass 2 Reihen mit jeweils 8 Buttons vorhanden sind. Die Funktion der Module werden auf der Website erklärt. Es ist jederzeit möglich, zwischen der Auswahl der Module zu wechseln. Änderungen sind jederzeit möglich. Selbstverständlich können Module auch gelöscht werden.

Die Yaeltex Buttons:

  • 4x 1 Arcade Buttons (35 $)
  • 8x 2 RGB Buttons (28 $)
  • 4x 2 RGB Buttons (24 $)
  • 4x 1 RGB Buttons (20 $)

Die Yaeltex Drehregler:

  • 4x 1 RGB-Drehregler und gleichzeitig als Taster nutzbar (gerastert) (48 $)
  • 4x 1 klassische Potentiometer (20 $)

Die Yaeltex Slider:

  • 4x 1 Slider mit 45 mm Länge (24 $)

Die Yaeletex Joysticks:

  • Joystick fixed (25 $)
  • Joystick X/Y (25 $)

Die aufgezählten Module können horizontal und vertikal platziert werden. Die Grenzen werden durch die Gehäusegröße bestimmt.

Die Gestaltung der Yaeltex MIDI-Controller-Oberfläche: 

Individualisierung zeichnet sich durch eine eigenständige Farbgestaltung und Beschriftung aus. Yaeltex bietet dem Kunden eine detailreiche Möglichkeit zur Gestaltung der Controller-Oberfläche.

Es ist möglich, den Mixer einfarbig zu gestalten, wofür eine Farbpalette zur Verfügung steht. 

Man kann auch ein Foto seiner Wahl auf die Yaeltex Seite laden, das gewisse Formalien erfüllen muss, um eine ausgezeichnete Druckqualität zu erzielen. Zuerst wollte ich ein Schallplattencover verwenden, aber davon wurde mir wegen Urheberrechtsverletzung abgeraten.

Eines Tages ergab sich mein Motiv ganz von selbst. Ich fand eine kleine Eisenplatte, die durch Wetterbedingungen korrodierte und dadurch Muster und Farben angenommen hat, die man auf dem Mixer sieht. Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Bild vom Nachwuchs? Vom Haustier? Meeresstrand? Sternenhimmel? Aurora Borealis? Buchstabensuppe? Schwarzwälder Kirschtorte? Rechnungen vom Finanzamt? Yaeltex bietet außerdem Fotos und Grafiken aus ihrem Katalog an, die sich in der Vergangenheit bewährt haben

Das Design steht: Der Scann einer verrosteten Eisenplatte als Oberfläche und gestrichelte Markierungen

Übersichtlichkeit wird durch Markierungen und Beschriftung der Module erreicht. Skalierungen und Markierungen helfen, während Gigs und im Studio die Übersicht zu behalten. Ich wählte eine gestrichelte Markierung. Diese dienen mir als Orientierungshilfe, um Mixereinstellungen zu reproduzieren. Auf dem nächsten Foto sieht man sehr gut, welche Markierungen Yaeltex anbietet. Markierungen sind pro Gruppe möglich, aber die Regler können auch individuell gekennzeichnet oder beschriftet werden. Es ist also kein Problem, dass ein Regler eine punktierte Markierung erhält und der nächste Regler eine gestrichelte Markierung.

Verschiedene Markierungen und Beschriftungen

Es stehen 8 verschiedenen Schriften zur Auswahl, die in ihrer Farbgebung und Größe bestimmt werden können. Ich habe auf eine Beschriftung verzichtet, weil ich für den Mixer vielleicht noch andere Aufgaben habe, außer Traktor zu kontrollieren.

Fotos, Farbgestaltung, Markierungen und Beschriftungen haben doch sicher ihren Preis? Diesen Service stellt Yaeltex kostenlos zur Verfügung. Das hat mich erstaunt, denn Individualisierung ist mittlerweile ein lukratives Geschäft. Andere Hersteller verlangen für Extras, wie das Drucken eines Fotos, saftige Zusatzgebühren.

Der Controller trägt meinen Künstlernamen natürlich aus purer Eitelkeit.

Wie erlebte ich die Gestaltung des Yaeltex MIDI-Controllers in der Praxis?

Es dauerte eine Weile, bis ich eine geeignete Konfiguration gefunden hatte. Deswegen habe ich Yaeltex in einer Online-Konferenz getroffen, in der wir das Design besprochen haben. In diesem Gespräch wurde ich davon überzeugt, eine Reihe von RGB-Drehreglern hinzufügen und den nicht genutzten Platz mit einer Reihe von 8x 2 RGB-Buttons zu nutzen. Zuerst war ich skeptisch, aber als ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, musste ich Yaeltex Recht geben und die Änderungen wurden eingebaut.

Der Start meines Designs

Übrigens findet ein Online-Treffen mit jedem Kunden statt, der sich beraten lassen möchte und war keinesfalls ein journalistisches AMAZONA.de Privileg. Dies ist sehr hilfreich, denn Yaeltex kann über die Module am besten informieren. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, dass man mir etwas aufschwatzen will. Ich hatte es mit einem engagierten und interessierten Profi zu tun, dem daran gelegen war, die beste Lösung für meine Wünsche zu finden. 

Wer nicht mit einem weißen Blatt Papier starten möchte, kann vorhandene Modelle nach seinem Wünschen verändern. 

Mir hat es sehr gut gefallen, dass mit Hinzufügen und Entfernen von Modulen die Kosten angepasst und sofort angezeigt werden. Das nenne ich vorbildlich, transparent und sehr hilfreich, um das Budget einzuhalten.

Fast fertig

Nach Abschluss des Designs kann der Mixer mit den gängigen Möglichkeiten bezahlt und verschiedene Versandarten ausgewählt werden. Natürlich addiert sich zu den Kosten der Zoll und Steuern. 

Die Verarbeitung des Yaeltex MIDI-Controllers 

Nach der Versandbestätigung dauerte es ca. 3 Wochen, bis der Mixer bei mir eintraf und ich war sehr gespannt, was aus meinem Design wurde. Yaeltex informiert seine Kunden mit Fotos über den Produktionsprozess, die ich in den Text eingebunden habe. 

Das Design wird Realität: Die fertige Aluminiumoberfläche muss noch bedruckt werden

Der Holzrahmen aus unlackierter Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio) ist wirklich wunderschön. Der Boden und die Deckplatte sind aus Aluminium. Es ist wirklich alles bündig und sehr gut verarbeitet. Es ist zu spüren, dass man ein hochwertiges Instrument unter den Fingern hat. Hochwertig verarbeitete Instrumente sind einfach das Schönste auf der Welt, weil man sie gerne berührt und sich an ihnen erfreuen kann. Darin unterscheiden sie sich von billigen Wegwerfprodukten, die leider auch auf dem Musikinstrumentenmarkt zu finden sind.

Aufgrund seiner hochwertigen Verarbeitung und Stabilität habe ich keine Bedenken, diesen Controller auch live zu benutzen. Auf der Bühne kann es in der Hitze der Leidenschaft ruppiger werden und das muss ein hochwertiger Controller aushalten. Meinem Yaeltex traue ich das zu.

Ein Blick in das Innenleben meines fast fertigen Mixers. Man beachte die Versenkungen für die Schrauben aus Metall.

Die Bedienelemente sind mit dem Gehäuse verschraubt. Die Köpfe der Schrauben stehen naturgemäß leicht über. Es kann vorkommen, dass Schrauben in Knopfnähe zu finden und dadurch beim Drücken zu spüren sind. Das ist aber wirklich jammern auf sehr hohem Niveau. Es ist ein Hinweis für Musiker und Musikerinnen, die mit der Prinzessin auf der Erbse verwandt sind.

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Die Fader, Potis und Taster sind ebenfalls erstklassig verarbeitet. Die Potis sind eher leichtgängig und die Fader verfügen über einen angenehmen Widerstand. Ich bitte zu bedenken, dass es sich bei den Tastern um keine Drumpads handelt, sondern um Knöpfe. Knöpfe müssen gedrückt werden und eigenen sich für diese Aufgabe hervorragend. Wer den Fingerdrummer machen möchte, wird nicht glücklich werden, denn das ist nicht ihr Einsatzzweck.

Die gerasterten RGB-Regler, die auch als Taster funktionieren, sind wirklich wunderschön anzusehen. Alle beleuchteten Module geben das volle Spektrum der RGB-Farben wieder. Andere Controller verfügen auch über RGB, aber man merkt schnell, dass sie nicht in der Lage sind, differenzierte Farbtöne abzubilden. Das kann Yaeltex, es sind Unterschiede innerhalb der Farbtöne zu bemerken. Das war mir zuerst nicht bewusst und deswegen hatte ich im ersten Anlauf 4 verschiedene Rottöne auf meinen Mixer, obwohl ich nur ein bestimmtes Rot wollte. Mir war gar nicht bewusst, das RGB-Farben auch so differenziert dargestellt werden können.

Prächtiges Farbenspiel der Full Range RGB-Farben

Bei meinem Modell sind auf dem Fotodruck unter bestimmten Lichtverhältnissen Streifen zu sehen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass der Zulieferer hier nicht so sauber wie gewohnt gearbeitet hat. Da meine Farbpalette eher dunkel ist, kann ich verstehen, dass die Qualitätskontrolle dies hat durchgehen lassen. Tatsächlich sieht man die Streifen nur unter hartem Scheinwerferlicht oder wenn man streng und genau hinschaut. Wie zuvor möchte ich auf die Prinzessin auf der Erbse verweisen. Jeder kann sich anhand der Fotos selber ein Bild vom Druck machen.

Sehr gefreut hat mich die Plakette auf dem Boden des Controllers. Der Designer und der Name des Mixers sind dort verewigt. Informationen, die normalerweise niemand interessieren. Wenn man aber seinen eigenen Namen findet, hat das eine persönlichen und emotionalen Mehrwert.

Die MIDI-Konfiguration des Controllers mit der Yaeltex Web-App Kilowhat

Die Web-App Kilowhat, zur Änderung der MIDI-Funktionen

Selbstverständlich lässt sich der Yaeltex Mixer konfigurieren. Die Frage ist, welche Informationen die Bedienelemente senden sollen. Zur Konfiguration ist ein Browser notwendig, der MIDI-fähig ist, wie z. B. Google Chrome. Yaeltex nennt ihre Web-App Kilowhat und diese erkennt den Yaeltex Controller sofort. Dazu ist natürlich eine USB-Verbindung zum Rechner notwendig. Ein schönes Detail ist, dass der Mixer vom Rechner mit seinem Namen erkannt wird. Mein Controller wird also als Svensyntetics identifiziert. So kann der Controller schnell und unkompliziert im MIDI-Setup ausgewählt werden. Ich bin froh, dass Yaeltex ihren Controllern keinen kryptischen Namen gegeben haben, wie das andere Hersteller bevorzugen.

Ein Teil der detallierten MIDI-Einstellung im Yaeltex Kilowhat Editor

In Kilowhat kann entschieden werden, ob die Fader, Buttons oder Potis Noten, CC-Daten, NRPN, RPN, Pitchbend, Keystroke oder PC# senden sollen. Der MIDI-Kanal lässt sich pro Element bestimmen. Der Wertebereich eines Moduls lässt sich bestimmen. Es ist  möglich, den Wertebereich eines Reglers von 0 – 127 auf 40 – 60 zu beschränken. Momentary oder Toggle kann eingestellt werden. Es lässt sich auch bestimmen, ob über USB und/oder MIDI gesendet werden soll.

Die RGB-Regler lassen Encoder Switch, Switch Feedback, Rotary Behavior und Switch Behavior detailliert bestimmen. Hinter dieser Aufzählung befinden sich unglaubliche detaillierte Einstellungen. Die RGB-Regler können auch gleichzeitig als Knopf gebraucht werden, aber sie können mit Doppelklick auch noch mit einer dritten Funktion belegt werden. Das Ansprechverhalten lässt sich einstellen. Die Liste ist endlos. Ein Blick auf die Screenshots hilft weiter.

Weitere der zahlreichen Einstellungen, die mit Yaeltex Kilowhat vorgenommen werden können.

Werkseitig waren bei mir die RGB-Farben deaktiviert. In der App lassen sie sich aktivieren und einstellen und die Farbtöne auswählen. Da es sich um Full-Range-RGB handelt, können sehr dedizierte Farbunterschiede innerhalb eines Farbtons vorgenommen werden. 

RGB-Farbauswahl im Yaeltex Kilowhat Editor

Selbstverständlich ist es möglich, verschiedene Konfigurationen für den Mixer zu speichern und zu laden. So kann ein Yaeltex Controller verschiedene Aufgaben übernehmen. 

Wer schon mit MIDI-Editoren gearbeitet hat, wird sich sofort zu Hause fühlen. 

Die Zusammenarbeit mit Native Instruments verlief problemlos. Traktor will MIDI und Yaeltex liefert MIDI. Auch Logic Pro und Ableton Live erkennen ihn. 

Yealtex arbeitet derzeit an einem Standalone-Editor. Updates werden regelmäßig bereitgestellt.

Das Musizieren mit dem Yealtex MIDI-Controller 

Es macht einen riesigen Spaß, mit diesem Controller zu arbeiten, weil er sich so gut anfühlt und außerdem ist rs kein Instrument von der Stange, wie man so schön sagt. Er wurde für mich und nach meinen Bedürfnissen gestaltet und dadurch kann ich so arbeiten, wie ich mir es vorstelle. Andere Controller konnten nicht ansatzweise dieses Gefühl vermittelt. Das bedeutet nicht, dass Serienmodelle schlecht sind. Es bedeutet, dass man sich an die Arbeitsweise eines Serienmodells anpassen muss.

Wenn ein Hersteller entscheidet, Funktionen an eine gewisse Stelle anzubringen, muss ich meine Hände und meinen Geist darauf trainieren. Dieser Schritt entfällt bei der Nutzung des Yaeltex Controllers, weil er an die Denkweise meines Gehirns angepasst wurde. 

Plötzlich fühlt sich das Mixen mit Traktor viel besser an und es gelingt mir, mich in der Performance zu verlieren. Das ist ein gutes Zeichen, weil ich mich beim Musizieren wohlfühle. Pianisten und Pianistinnen probieren in Steinway Häusern 20 Flügel aus, bis sie den richtigen gefunden haben. Eine Gibson Les Paul ist nicht gleich einer Gibson Les Paul. Diese Erfahrungen machen viele Musiker, auch elektronische Musikanten und Musikantinnen. 

Derzeit befinde bin ich in der Ausprobierphase und überlege, mit welchen Funktionen ich die RGB-Buttons am besten belegen könnte. Gleichzeitig habe ich aber auch schon Ideen für einen neuen Controller. Nun werde ich erst einmal alles aus dem mir vorlegenden Gerät herausholen, was nur möglich ist. 

Die Philosophie von Yaeltex 

Dienstleistung steht bei Yaeltex sehr hoch im Kurs. Ich kenne kaum einen anderen Hersteller, der bemüht ist, seinen Kunden bei der Auswahl des Produktes hilfreich zur Seite zu stehen. Die Beratung über eine Video-Konferenz empfand ich als sehr hilfreich. Dies ist konsequent, wenn man individualisierte Controller anbietet, weil man sich dann auch mit dem Kunden als Individuum auseinandersetzten muss.

Yaeltex informiert seine Kunden über den Produktionsfortschritt des bestellten Controllers. Ich bekam in regelmäßigen Abständen Fotos zugeschickt, die in diesem Artikel zu sehen sind. Es ist schön, wenn man den Fortschritt nachvollziehen kann.

Die Controller werden in Chargen, sogenannten Batches gefertigt. Das ermöglicht Yaeltex, den Produktionsprozess zu straffen und verbindliche Zusagen zum Versanddatum zu machen. Yaeltex öffnet Zeitfenster, in denen man den Controller designen und bestellen kann. Dieses Zeitfenster ist auch mit einem Versanddatum verknüpft. Falls nach Schließen des Zeitfensters die Bestellung nicht abgeschlossen wurde, rutscht sie in das nächste Zeitfenster. Dies ermöglicht es dem Kunden, die Wartezeit einzuplanen und Yaeltex kann die Produktion bis zum nächsten Batch planen.

Die Yaeltex Controller werden in keiner super-schnicke Designer-Verpackung ausgeliefert, die in 90 % aller Fälle auf dem Müll landet. Yaeltex verpackt die Geräte in einem schlichten Karton. Damit der Controller den Versand sicher übersteht, wird er in einem speziell hergestellten Gigbag ausgeliefert. Dieser schützt das Gerät bei der Reise nach Deutschland und erlaubt es, das Gerät mit auf Tour zu nehmen. Beim Auspacken war ich von diesem Bonus wirklich überrascht. Auch hier setzt Yaeltex auf nachhaltige und regionale Produktion, da der Gigbag vor Ort in Buenos Aires hergestellt wird.

Blick in die Yaeltex Werkstatt

Die Software der Controller ist Open-Source und lässt sich von ambitionierten Programmierern hacken. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Punkt, denn falls es Yaeltex irgendwann nicht mehr geben sollte, ist es möglich die Parameter zu ändern, ohne den Yaetlex Editor nutzen zu müssen.

Der Weg von Argentinien nach Deutschland ist weit. Bei einem Garantiefall könnte eine Abwicklung Monate dauern. Yaeltex arbeitet mit einer Firma in Barcelona, Spanien, zusammen, die Reparaturen übernimmt. Yaeltex sind gleichzeitig große Anhänger des „Do It Yourself“-Gedanken. Die Yaeltex Controller sind so konstruiert, dass sie einfach auseinanderzubauen sind und Teile einfach ausgetauscht werden können. Es ist für die Umwelt und dem Nachhaltigkeitsgedanken vorteilhafter, ein Ersatzteil nach Deutschland zu senden, anstatt den Controller ständig hin und her zu schicken. Yaeltex unterstützt seine Kunden gerne via Videochat beim Austausch und der Installation eines Ersatzteils. 

Das verwendetet Holz für die Seitenteile kommt aus Patagonien, also der Heimat von Yaeltex. Es handelt sich um das Holz der Lenga-Südbuche (Nothofagus pumilio), das einen wunderschönen leicht rötlichen Farbton hat und ein bisschen an Zedernholz erinnert. Es wurde nicht lackiert, aber behandelt und Pflegehinweise werden im Gigbag mitgeliefert.

Der Yaeltex Gigbag dient auch als Schutz auf dem Versandweg und spart dadurch Verpackungsmaterial

Wenn man mit dem Controller gearbeitet hat, könnte man zu dem Schluss kommen, dass ein Regler, Fader oder Button am Gerät fehlt. Es ist möglich, das Gerät nachträglich zu konfigurieren und damit zu erweitern. Es muss also kein neues Gerät gekauft werden, falls Platz für die Erweiterung vorhanden ist. Wenn man einen neuen Controller wünscht, ist es möglich, die Teile des alten Controllers im neuen Controller zu recyceln. Das hat mich wirklich überrascht, den 99,9 % aller Hersteller erwarten vom Kunden, dass er ein neues Gerät kauft.

Ein Interview mit Mateo Ferley Yael von Yaeltex 

Das Yaeltex Team von Links: Alejo Yael, Franco Grassao, Mateo Ferley Yael und Teo Bonilla

Am Ende nun noch ein kurzes  Interview, das ich mit Mateo Ferley Yael habe und direkten Einblick in die Firma Yealtex ermöglicht.

Sven: 
Wann habt ihr mit Yaeltex angefangen? 

Mateo:
Das können wir gar nicht so genau sagen, weil es sich über einen längeren Prozess entwickelt hat. Angefangen haben wir 2015 mit Arduino als Basis. Wir haben eine Werkstatt gegründet, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Controller zu gestalten. Dazu mussten die Kunden zu uns kommen. Damals hatten wir noch kein Framework und jeder Controller wurde nach den Wünschen des Kunden entwickelt.

Die PCBs waren handgemacht. Wir haben dann entscheiden, ein modulares System zu entwickeln. Angefangen haben wir mit dem Serienmodel Miniblock, welches es mittlerweile in Version 2 gibt. Wir haben mehrere Serienmodelle, man muss also nicht unbedingt seinen Controller selber gestalten.

Ein Yaeltex Mixer wird zusammengebaut

2017 haben wir das erste Framework für einen frei konfigurierbaren Controller mit Holzrahmen auf dem Markt gebracht. Die Frontplatte war aber aus Acryl und nicht wie heute aus Aluminium. Die Buttons waren noch nicht beleuchtet, es gab keine LEDs und kein RGB. Es erinnerte noch stark an einen DIY-Controller, weil er nur Standard-MIDI-Funktionen beherrschte.

Gleichzeitig haben wir im direkten Kundenkontakt unsere Controller entwickelt und verbessert. Es gab noch nicht die Yaeltex Website, wo man den Controller designen konnte. Unser Firmenkonzept basiert zu einem großen Anteil von Rückmeldung, die uns Kunden gegeben haben. Zuerst gab es uns nur in Argentinien, aber seit wir im Netz sind, lernt uns die Welt immer besser kennen. 

Wir entwickeln uns ständig weiter. Der größte Schritt war der Webdesigner Factory und der webbasierte MIDI-Editor Kilowahts.

Parallel zum Serienmodell haben wird das Custom Controller Framework entwickelt. Das war gar nicht so einfach, weil wir ein sehr kleines Team sind. Wir müssen gleichzeitig bauen, verkaufen und entwickeln. Es war eine sehr komplexe Aufgabe, ein System zu entwickeln, das für die verschiedenen Anforderungen der Kunden funktioniert. Insgesamt hat es 2 Jahre gedauert, bis wir die Factory Version 2 fertig hatten. Mittlerweile entwickeln wir schon die nächsten Module.

Sven:
Sind die schon fertig? 

Mateo:
Nein. Aufgrund unseres kleinen Teams produzieren wir in Batches. In einem der nächsten Batches wird es 100 mm Fader geben, wie man sie aus professionellen Mixern kennt. Wir haben noch mehr in der Pipeline und priorisieren nach Wünschen der User und der Community.

Es wird auch kleinere Module geben. Derzeit bieten die Controller viel  Platz für die Bedienung . Die Quadrate in der Factory sind 35 x 35 mm groß. Es ist möglich, auf diesem Platz auch mehr Module unterzubringen. 

Derzeit arbeiten wir auch an „Spaß-Modulen“ wie einem Distance Sensor.

Blick auf die Yaeltex Encoder

Sven:
Ich hätte ein Wunsch: ein X/Y-Pad. 

Mateo:
Das ist schon auf der Wunschliste. Derzeit haben wir kein X/Y-Pad, aber Joysticks, die ähnlich funktionieren wie ein X/Y-Pad. 

Sven:
Ich habe kleine Buttons gewählt, aber ich hätte auch gern Pads, wie man sie z. B. von einer Akai MPC kennt.

Mateo:
Derzeit bieten wir auch größere Buttons an, aber das sind eben Buttons und daher nicht berührungsempfindlich. Aber Pads werden auch von unserer Community nachgefragt. Die benötigen Entwicklungszeit, denn die müssen wirklich sehr gut sein und reaktionsschnell. Akai hat 30 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Pads.  Die sind sehr wählerisch, wenn es um ihre Pads geht. Es ist eine wichtige Schnittstelle, mit der man interagiert. Da gibt es noch einige technische Probleme, die gelöst werden müssen, wie z. B., dass die Pads bombenfest sitzen müssen, die Auswahl des Gummis usw. Wir wissen, welche Qualität unsere Kunden sich wünschen und wir hoffen, es wird sie bald geben.

Sven:
Ihr orientiert euch an einem Baukastensystem. Baut ihr auch komplett maßgeschneiderte Controller?

Mateo:
Nachfrage ist vorhanden und wir hören uns die Ideen an, die man an uns heranträgt und überlegen uns, ob wir diese umsetzten können. Manchen Kunden verstehen aber nicht, dass die Entwicklung eines solchen Modells teurer ist wie ein Serienmodel. Wir sind aufgeschlossen, aber in erster Linie sind wir auf unser Framework konzentriert, weil durch dessen Entwicklung Arbeitsprozesse standardisiert wurden.

Video-Chat aus Yaeltex-Zentrale: Von links: Francisco Messina, Alejo Yael, Franco Grassano, Mateo Ferley Yael

Sven:
Auch wenn ich nicht vollkommen frei wählen konnte, fühlt es sich unglaublich gut an, mit einem Controller Musik zu machen, den ich entworfen habe. Das macht einen sehr großen psychologischen Unterschied.

Mateo:
Das ist eine der Erfahrungen, die wir gemacht haben, als wir die Controller erst mal für uns selbst bauten. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Gehirne von Musiker funktionieren. Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie man z. B. Ableton Live benutzen kann. Wir haben da schon Controller gebaut, die gegensätzlichste Lösungsansätze verfolgten. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, als wir unsreren ersten selbstgebauten Controller hatten. Diesen Controller habe ich entworfen und jetzt kann ich genau so arbeiten, wie ich mir das vorstelle. Das ist ein sehr befriedigendes und befreiendes Gefühl.

Sven:
Was mir so gut gefallen hat, ist die kleine Plakette unter dem Mixer, auf der ich als Designer genannt bin. Diesen Aufdruck gibt es auch bei anderen Produkten, aber da ist es viel anonymer und unpersönlicher.

Die Plakette, die unter dem Controller angebracht wird. Ein schönes Detail.

Mateo:
Es gibt so viele Controller auf dem Markt, aber sie sind eben nicht immer auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Serienmodelle müssen immer eine große Anzahl von Wünschen von der Mehrheit der Anwender berücksichtigen, aber die passen nicht immer für jeden. Wir sprechen z. B. viele Künstler aus der visuellen Welt an, weil es für viele visuelle Programme überhaupt keine Controller gibt. Kaum eine Firma sieht da Marktpotenzial.

Wir haben viele Controller für VJs gebaut. Es ist so toll zu sehen, wie für diese Kunden Wünsche in Erfüllung gehen, die sie schon seit Jahren hatten. Standardisierte MIDI-Controller für Musiker können die Bedürfnisse von VJs und visuellen Künstlern nur schwer abbilden, trotz der vielen Gemeinsamkeiten zwischen der VJ-Software Resolume Arena und Ableton Live.

Sven:
Ich habe das Gefühl, dass euer Controller mit Native Instruments Traktor besser agiert als andere Controller, die ich benutzt habe. Ich glaube, dass Daten besser verarbeitet werden. 

Mateo:
Wir haben noch keine exakten Tests durchgeführt, aber wir haben Vergleiche angestellt und die haben gezeigt, dass Potentiometer manch andere Hersteller Werte überspringen, wenn man sie schnell dreht. Das machen unsere Controller nicht.

Sven:
Wollt ihr den Lesern und Leserinnen von AMAZONA.de etwas mitteilen? 

Mateo:
Zurzeit nehmen wir Bestellungen für Batch Nummer 9 an. Die Auslieferung findet im Dezember statt. Batch Nummer 10 wird im Februar ausgeliefert. Das sind die wichtigsten Informationen, für alle, die eine Bestellung planen. Außerdem arbeiten wir an einem neuen Firmware-Update. Wir laden alle Kunden und Interessenten ein, bei unserem Forum teilzunehmen. Dort kann man Fragen stellen, sich austauschen, Ideen teilen, Wünsche äußern und die Ergebnisse, die man mit dem Controller erzielt hat, posten.

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Fazit

Ich bin von der Verarbeitung und den Funktionen absolut begeistert. Ich konnte mir vorstellen, dass ein maßgeschneiderter Controller mit beim Musizieren helfen wird, aber dass es solch einen Unterschied macht, wäre mir nicht in meinen wildesten Träumen eingefallen. Ich benutze Native Instruments Traktor nun viel kreativer. Das Wichtigste ist aber, dass ich Traktor jeden Tag benutze. Ich kann mich nicht nur mit der tollen Verarbeitung identifizieren, sondern auch mit dem unglaublich dienstleistungsorientierten Unternehmen Yaeltex, das die Wünsche und Interessen der Kunden in den Mittelpunkt stellt.

Zusätzlich finde ich es sehr sympathisch, dass Yaeltex nicht nur produzieren wollen, sondern sich in einer globalisierten Welt über die Nachhaltigkeit ihrer Produkte Gedanken machen und in ihre Produkte einfließen lassen. Der Do It Yourself Gedanke, regionale Produktion, die Verpackung etc. All das macht Yaeltex zu einer unglaublich sympathischen jungen Firmen, die es lohnt zu unterstützen.

Plus

  • Custom-Controller
  • Design in einem vorgegebenen Framework
  • viele Möglichkeiten der Individualisierung
  • weitreichende MIDI-Einstellungen
  • Full-Range-RGB
  • erstklassige Verarbeitung
  • hohe Dienstleistungsorientierung
  • DIY-Gedanke
  • nachhaltige Philosophie
  • Support in Europa
  • erweiterbar
  • selbst reparierbar
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Forum
  1. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Toller Artikel.
    Gerade wo ich wieder mal nach dem leider gerade nicht lieferbaren Electra One MIDI Controller geschaut hatte kommt mit dem Artikel eine neue Idee in meinen Horizont.

    :-)

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Es sind natürlich unterschiedliche Konzepte, aber es so gestalten, wie man will ist einfach cool. Einfach mal die Yaeltex Factory ausprobieren und es so machen, wie man es schon immer wollte. Wenn man es dann in der Hand hält, kann man es gar nicht glauben. Wenn man dann damit arbeitet, was sich das eigene Gehirn überlegt hat, denkt man nur, warum man nicht schon früher….aber wie hätte man es auch machen sollen?

  2. Profilbild
    Herr von W.  

    Wow! Richtig gut. Optisch, von der Variabilität her und scheinbar auch die Fertigungsqualität bei einem fairen Preismodell. Hmm…. Makes me think :-D

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      Sven Rosswog  RED

      Bis jetzt bereue ich rein gar nichts… Dieses Gerät wird mich wohl sehr lange begleiten und öfters mal für Nachfrage sorgen;-)

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    VMNN  

    Danke für den ausführlichen Bericht.

    Eigentlich wollte ich erstmal nichts mehr weiteres an Equipment anschaffen, aber das klingt einfach zu gut. Endlich ein Controller, so wie ich ihn möchte und designen kann ich auch noch selber :-) Preislich finde ich das vollkommen im Rahmen, wenn man vor allem auch die vielen Möglichkeiten der Button/Encoder Belegungen und die Funktionalität betrachtet. Wenn ich es richtig verstanden habe, lassen sich die RGB Encoder doppelt mit MIDI CCs belegen und per click auf den Encoder umschalten zwischen zwei CC Werten? Das ist doch super praktisch.

    Die einzige Frage, die sich noch stellt ist, ob man noch abwarten sollte, bis die angekündigten weiteren Module erscheinen und den Funktionsumfang nochmal erweitern?

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      Sven Rosswog  RED

      Ja,
      das funktioniert. Du kannst sogar sagen drehen Noten und drücken CC, oder was es da noch für Commands gibt NRPN, Programme Change, usw….. Und das war noch lange nicht alles.

      Klar ist immer die Frage, wie lange man warten sollte, oder was man noch brauchen könnte. Wenn ich jetzt ein MIDI-Mixer für Logic machen würde, würde ich noch auf 100 mm Fader warten, aber für Traktor sind 45 mm absolut ok. Kommt immer drauf an, was man halt machen will…..Auf der Webseite sind ja durchaus schräge Konfigiuration zu sehen…ich habe da ja eher ein konservativen DJ-Mixer gebaut mit ein paar mehr Buttons…;-) Aber so was gibt es halt nicht zu kaufen.

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    StereJo

    Hallo Sven,
    finde das Konzept auch extrem spannend.
    Das Hintergrundbild in RGB oder CMYK – welches ICC Profil hast du benutzt?
    Ist die Anzeige im Factory Designer pixelgenau – kann ich danach ein Bild gestalten?
    Wieviel kommt denn zum Versand und Zoll noch dazu?
    Wird es noch kleine OLED Displays dazugeben?

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      Sven Rosswog  RED

      Hi Sterejo,

      Also wenn du den Druck meinst, dass ist ein Scann von einer Eisenplatte. Ich hab da nichts beachtet, außer höchste Aulösung. Musste nur ein JPG sein. Wenn im Designer zum Foto hochladen kommst, zeigen sie dir die genaue Auflösung und Konfiguration. Ich hab es hinbekommen. wenn du auf der Yaeltex Seite kuckst, hat sich da einer ne Krake, wie ein Trademark, an eine bestimmte Stelle drucken lassen. mein fertiges Design ist ja zu sehen das habe ich auch so bekommen, vieleicht eine Schattierung dunkler. Kannst ja vergleichen anhand der Fotos.
      Das Framework ist ja in Quadrate unterteilt (3,5 x 3,5 cm), was man auch als Orientierung als Graphikdesigner nehmen kann. Wie Pixelgenau das alles ist, weiß ich nicht, da wende dich an Yaeltex, die wissen das sicher.
      Es gibt verschiedene Versandarten, ich hab die teuerste gewählt, also am schnellsten , ich glaub das war mit fedex 50 oder 60 dollar. Zoll ist natürlich von deinem Preis abhängig, dass solltest du am besten beim Zoll nachfragen. Kann man anrufen.

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    Tim  

    Danke für den Bericht! Mega ausführlich! (Ich gestehe ich musste auf die Hersteller-Seite noch bevor ich alles komplett lesen konnte.. zu neugierig:)) Scheint ja wirklich keinen Haken zu geben.. oder doch?!
    Ich habe mir das mal angesehen, bin begeistert. Brauche das unbedingt auch für die Zukunft, würde aber noch warten! Zwei Dinge sind momentan noch ein No-Go:

    1.) Man kann nur 4-er paare an Elementen hinzufügen. Totaler Mist, denn warum nicht auch einen Doppel-Fader oder einen einzelnen Button. Beispiel: Wenn man EINEN Joystick einbaut bleibt ein „Viereck“ leer, dass man mit keinem der restlichen Bauteile auffüllen kann. Wie kann einem sowas passieren? Ist mir nach 2 Minuten konfigurieren aufgefallen.. Naja ok..

    2.) Noch schlimmer: DAS LOGO! Sorry aber: man baut hier den MIDI Controller seines Vertrauens / Traumes und kann alles so packen wie man möchte, und dann ist da so ein LOGO angebracht auf dem Frontpanel wo man seinen eigenen Namen angeben kann. Man kann nicht mal wählen ob das links oder rechts ist! Also sorry, aber das ist ein absolutes No-Go! Wie kann man so viel unnötigen Platz verschwenden? Trotzdem Lob an die Macher, ich denke es dauert nicht lange, da wird man um meine angesprochenen Punkte nie und nimmer drum rum kommen und wird das fixen müssen! Daher gibt es bestimmt bald dann wirklich DEN perfekten Controller :)

    — Ach und noch ein kleines Detail: das MIDI Kabel scheint bei der XL Vertikal-Variante an der Seite raus zu kommen… (oh oh, schlimmes Ding, für ein Liveset absolut ekelhaft. Müsste auch gefixt werden :D)

    • Profilbild
      Herr von W.  

      „Wie kann man so viel unnötigen Platz verschwenden?“

      Ich meine dass an DER Stelle im Inneren die Zentralelektronik sitzt, also das prozessierende Mainboard. Das sehe ich nicht als „Verschwendung“ an. Sprich, der Platz wird in dem Bereich unter der Frontplatte einfach nicht für die verfügbaren Module ausreichen.

      Ferner ist das ein kommerzielles Produkt und es ist absolut Standard, dass der Hersteller sein Logo prominent positioniert. Roland, Korg und Co. sind auch auf ihren Geräten zu lesen. Oder steht auf deinen Klamotten, deinem Auto, deinem Toaster etwa überall „Tim“?

      Wenn du es selbst unf völlig frei entscheiden möchtest musst du auch selbst bauen.

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      Sven Rosswog  RED

      Hallo Tim,

      ich muss Herr von W. rechtgeben. Wie man auf dem Fotos sieht, befindet sich unter dem Logo die Steuerungszentrale.
      Wie man an an den Fotos sehen kann, und wie ich im Artikle geschrieben habe, verbaut Yaeletx Module. Nur so kann das Baukastensystem funktionieren, nur so kannst du individuelle MIDI-Controller anbieten. Du wünscht dir offenbar Sonderanfertigung: Habe ich im Interview Mateo auch dazu gefragt und er sagte, ja hören wir uns Prinzipiel schon an, aber dann musst halt dafür auch löhnen, denn so was bekommst du nicht zu dem Preis, den Yaeltex derzeit anbietet. Das ganze Zeug von JMJ ist sicher sauteuer, aber die Firmen gibt es die es bauen. Robert Henke hat vileifach darüber berichtet wieviel JAhre, Geld und Entwicklungsarbeit sein Monodeck verschlungen hat. Die kosten sind nicht bekannt, aber von den Auerswald Egitarren ist bekannt was sie kosten, die Symbol Gitarre von Prince, schlappe 50000 $, frisch vom Bodensee. Kann man schon alles machen, Slash sagt ja auch mit 40000 $ Egitarren geht er auf tour und die richtig teueren lässt er lieber zuhause. Ist immer alles eine Frage des Standpunkt. Die Frage ist, Warum hatte in Deutschland,einer der Heimatländer der elektronischen Musik, wo jeder in Berlin mit einem abgebrochenen Elektronikschnellkurs eine Eurorackmodul Klitsche aufmacht, warum niemand diese geniale Idee hatte. Yaeltex macht Brain to MIDI!

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        Sven Rosswog  RED

        MAn kann sioch natrülich immer darüber streiten, wo man die Anschlüsse anbringt. Ich hatte jetzt mehere: Moog verbaut seitlich z.B. im Subsequent. Ob hinten, vorne oder seitlich, ist vollkommen Wurst. Ein Subeseqeunt habe ich schon öfters auf der Bühne gesehen, das hält echt niemand ab zu musizieren. Wichtig ist, dass die Anschlüsse professionellen Ansprüchen genügen und ein Bühnentechniker nicht unötig Arbeit macht. Da könnte man wirklich auf das Netzteil im neuen Waldorf verweisen, wenn das am arsch geht…. Aber bei Yaeltex, Aufschrauben Modul ersetzen fertig. Mateo hat mir auch erzählt, dass Künstler die Dinger derzeit im Tour einsatz haben und vollkomen happy sind, weil sie im Notfall schnell was reoparieren können und Module austauschen können, die stellt nämlcih Yaeltex auf Wunsch auch berreit. Welcher Hersteller macht so was?

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    dAS hEIKO  AHU

    Es gibt sie noch, diese geilen Typen Mensch, die einfach etwas gut machen wollen und tun. Das Konzept ist Bombe. Allein das Typenschild – da hab ich schon wihnachtskarten mit weniger Liebe bekommen.

    Danke, dass Du diese „Spinner“ gefunden hast.

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    dr w  

    ich werd mir fuer unsere experimentelle tv show nen atem controller bauen lassen – mit feld zum steuern eines videosynths,
    mal gucken wie das so geht.

    danke fuer die story / review, sven!

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      Sven Rosswog  RED

      Hi dr w,
      wie du im Interview lessen kannst, hat Yaeltex viele Kunden aus der visuellen Welt. Intressant fand ich seine Aussage, dass ein MIDI-Controller für Musiker nicht unbedingt die Aufgaben von visuellen Programmen erfüllt. Von daher denke ich, dass du da einen sehr guten Controller zaubern werden kannst. Da die schon viele Kunden hatten aus dem Bereich, werden die dir sicher helfen können.

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    Findus  

    Schön wiederum einen ausführlichen Bericht über ein innovatives Produkt einer kleinen Firma zu lesen (wie bereits vorher über z.B. MRCC oder Beebo).

  9. Profilbild
    Esteem

    Eine wunderbare Idee von sympathische Menschen umgesetzt und toll darüber berichtet, danke!

    Eigentlich liebäugle ich ja schon länger mit dem Push 2, aber das hier ist vielleicht die bessere Lösung oder Ergänzung ;-)

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