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Workshop: Die besten Gitarren für Blues

1. November 2020

Dem Blues-Sound auf die Spur - welche Gitarre eignet sich für dich?

Der Titel dieses Workshops klingt womöglich abenteuerlich. Selbstverständlich kann man auf jeder Gitarre Blues spielen, ganz gleich, ob man dies auf einer akustischen oder elektrischen Gitarre zum Besten gibt. Es haben sich über die sieben bis acht letzten Dekaden jedoch immer wieder bestimmte Gitarrenmodelle etabliert, die diverse Bluesmusiker als ihr persönliches Werkzeug bevorzugten bzw. noch bis in die Gegenwart präferierten, um ihren Signature-Sound zu erzeugen bzw. den Klang umzusetzen, der ihren klanglichen Vorstellungen am nächsten kam.

Workshop: Die beste Gitarre für Blues

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Einige von euch, die sich eine neue (oder gebrauchte) E-Gitarre zulegen wollen, sind möglicherweise unschlüssig, welches Modell sie am besten für das Spiel des Blues einsetzen mögen. Die Antwort auf diese Frage kann pauschal sicherlich nicht beantwortet werden, dies sei schon einmal vorweggenommen. Das wäre auch zu leicht gewesen. Welche Gitarre die „Beste“ für den Blues sein möge, richtet sich eher danach, welche Gitarre deine Vorbilder spielen oder gespielt haben bzw. welchen Klang du bevorzugst, ob eher cremig oder aggressiv „schneidend“ mit enormer Durchsetzungskraft etc.

Viele der weltbekannten Blueser wechselten auch gelegentlich ihre Präferenzen, wobei viele Gitarrengötter in Verbindung mit einem speziellen Modell in Verbindung gebracht werden. Dieses wird dann häufig als Signature-Modell von bekannten Firmen wie Gibson, Fender etc. möglichst genau kopiert, wobei auch sämtliche optische Macken oder elektrische Modifikationen bis ins Kleinste kopiert werden.

Um euch einen klanglichen Eindruck der beliebtesten Modelle zu geben, habe ich einige Videos in diesen Beitrag eingefügt. Diese zeigen einige herausragende Bluesgitarristen, die auf verschiedenen Gitarrenmodellen zu ihrem Stil und Sound fanden. Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch die Wahl des Verstärkers, der gleichfalls einen großen Einfluss auf den Gitarrensound hat. Dennoch erzeugt ein gewisses Gitarrenmodell auch stets für seinen eigenen Ton, den man häufig heraushört bzw. wiedererkennt, wobei es in der Geschichte des Recordings auch oft Überraschungen gegeben hat. Jimmy Page, der häufig mit einer Gibson Les Paul zu sehen war, hat viele seiner Aufnahmen mit einer Telecaster eingespielt (wie beispielsweise das Solo von „Stairway to heaven“), dies mag den einen oder anderen möglicherweise überraschen.

Das Quartett der Bluesgitarren

Viele der großen Blueser bedien(t)en sich eines der folgenden vier Gitarrenmodelle, wobei es hier selbstverständlich auch Ausnahmen gibt, z. B. Johnny Winter, der meist mit einer Gibson Firebird angetroffen wurde, oder Bo Diddley, der eine Gitarre spielte, deren Korpus die Form eines Rechtecks besaß. Sollte sich euer Lieblings-Blueser nicht unter den genannten Kandidaten befinden, bitte ich, dies zu verzeihen. Ich beschränkte mich in diesem Beitrag auf eine überschaubare Menge von Bluesgitarristen, die einen äußerst gigantischen Einfluss auf die Kollegen und nachfolgenden Generationen  von Blues- bzw. Bluesrock-Gitarristen ausübten.

Um der Sache näherzukommen, gebe ich euch einige Fakten zu den Gitarrenmodellen und wie die genannten Guitarheroes ihren Sound kreierten. Fangen wir an mit den „old time Bluesern“, von denen sich die „moderneren“ Gitarristen vieles abschauten, kopierten und weiterentwickelten:

Die besten Blues-Gitarren: Fender Telecaster

Viele der „alten“ Bluesgeneration“ wurden häufig mit einer Fender Telecaster angetroffen. Diese erzeugt vor allem auf dem Steg-Pickup einen fetten und „klagenden“ Ton, teilweise „schneidend“ und enorm durchsetzungsfähig.

Muddy Waters

Ein Pionier des elektrischen Blues und Könner mit dem Bottleneck. Er, der stets auf der Suche nach dem perfekten Bottleneck war und gelegentlich Flaschen am Bordstein zertrümmerte, in der Hoffnung, der abgetrennte Flaschenhals würde perfekt an seine Finger passen und den bestmöglichen Ton abgeben, wurde dafür sogar einmal von der Polizei eingebuchtet.

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Roy Buchanan

Höre wir uns einmal „The messiah will come again“ an, dann wird sofort klar, wie eine Telecaster klingen kann. Natürlich ist eine Tele niemals allein für einen gigantischen Ton verantwortlich, die Finger, das Vibrato, die Melodieführung und die Kreativität leisten ebenfalls einen enorm wichtigen Beitrag.

Roy Buchanan war ein bescheidener, aber enorm einflussreicher Bluesmusiker, der unzählige weitere Blueser inspirierte. Zu seinen Meisterleistungen gehört sicher die folgende Blues-Performance, indem er vor allem durch große Dynamik und einen begnadeten Sound beeindruckt. Man beachte auch das Spiel mit dem Tone-Regler, der gerne so modifiziert war, dass man mit einer Viertelumdrehung bereits Wah-Wah-ähnliche Klänge entlocken konnte. Danny Gatton, auch ein unfassbar begnadeter „Tele-Mann“, setzte diesen „Effekt“ gleichfalls gerne gelegentlich ein.

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Albert Collins,

dem das Attribut „Master of the Telecaster“ anhaftete, spielte auch gerne auf dem Steg-Pickup seiner Tele, um seinen typischen Signature-Klang zu erhalten. Eine wichtige Komponente seines typischen Klangs ist unter anderem auch ein Kapodaster, den er meist am siebten Bund platzierte.

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Sein Klang ist sehr scharf und aggressiv, dafür ist eine Telecaster sicherlich das geeignete Werkzeug. Albert Collins beeinflusste zahlreiche Blueser.

Folgende Telecaster eignen sich besonders gut für Blues Musik

E-Gitarren für den Blues: Fender Stratocaster

Die Fender Stratocaster ist das meiner Meinung nach flexibelste Arbeitsgerät von allen E-Gitarren. Ich selbst verwende sie schon seit geraumer Zeit auf der Bühne und wenn ich auch gelegentlich kurzzeitig zu einem anderen Modell greife, wenn es eine spezielle Gelegenheit erfordert oder mich möglicherweise für kurze Zeit mit anderen Kolleginnen beschäftige, so kehrte ich doch immer wieder zur Strat zurück, da diese so unglaublich vielseitig ist (auch wegen des Vibratosystems).

Workshop: Die beste Gitarre für Blues

Jimi Hendrix

Der berühmteste Vertreter dieses Modells ist natürlich der „Gitarrengott“ Jimi Hendrix, dessen nunmehr 50. Todestag es neulich zu begehen galt. Er elektrifizierte den Blues bis an die Grenzen des Denkbaren, wobei ihm auch seine Marshall-Stacks behilflich waren, ohne die sein Sound sicherlich nicht möglich gewesen wäre. Streng genommen ist Jimi nicht nur ein „Blueser“, er entwickelte den Blues weiter und erzeugte daraus eher „bluesrockige Songs“, war aber natürlich auch von den großen Bluesern wie Muddy Waters, Howlin Wolf, John Lee Hooker etc. beeinflusst.

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Stevie Ray Vaughn

Er war eine absolute Blues-Legende. Leider verunglückte er beim Rückflug eines Auftritts mit Eric Clapton mit einem Hubschrauber tödlich. Eric Clapton überlebte nur, weil er sich kurzfristig entschloss, später weiterzufliegen.

Selbstverständlich sind auch seine Fender Amps (meist Deluxe) und ein Ibanez Tubescreamer wichtige Ingredienzien seines Sounds, abgesehen von seinen Fingern und sehr fetten Saiten (0.013), wobei er seine Gitarren oft einen Halbton tiefer stimmte (Eb, Ab, Db, Gb, Bb, Eb), um diese Stahlseile überhaupt noch „benden“ zu können).

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Eric Clapton

Dieser spielte zu Beginn seiner Laufbahn gerne Les Pauls oder zu Cream-Zeiten auch eine rote ES-335. In seiner „modernen“ Phase (die bereits ca. 30 Jahre andauert), wechselte er dann zur Stratocaster. Seine berühmte „Blackie“ mit dem eingebauten aktiven Mitten-Boost wurde zur Legende und wurde als Signature-Modell von Fenders Custom Shop seit einiger Zeit neu aufgelegt. Hier spielt er seinen größten Hit „Layla“ auf der schwarzen Stratocaster:

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Jeff Beck

Früher gerne mit einer Fender Telecaster oder eine schwarzen Gibson Les Paul anzutreffen, ist er seit Jahrzehnten meist mit einer weißen Fender Strat (sein Signature-Modell) auf der Bühne zu sehen, da er für seinen Sound unbedingt die beiden Tone-Regler und das Vibratosystem benötigt. Er ist wahrhaft ein großer Meister der E-Gitarre.

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Auch John Mayer ist ein begnadeter Bluesgitarrist, der sehr gerne Strats spielt und mit seinem Dumble-Verstärker einen unvergleichbaren Klang entwickeln kann.

Gute Stratocaster-Gitarren für den Blues Rock

Diese Gitarre brauchst du für Blues: Gibson Les Paul

Peter Green

Gleichfalls ein enorm einflussreicher Blues-Gitarrist ist Peter Green, der sehr häufig genannt wird, wenn man weltbekannte Gitarristen nach ihren Einflüssen und Vorbildern fragt:

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Hier wird seine legendäre Paula quasi clean gespielt. Verstärker, die eine vernünftige Verzerrung erzeugen konnten, waren rar gesät. Gelegentlich behalf man sich auch, indem man Röhrenverstärker mit kleiner Leistung (5-15 Watt) bis zur Halskrause aufriss, um durch die „Endstufenzerrung“ mehr Cremigkeit und Sustain im Klang herauskitzelte. Billy Gibbons von ZZ Top, den man häufig mit einer Les Paul antraf, bediente sich gerne dieser Methode. Billy spielt u. a. aber auch häufig Strats und Teles.

Gary Moore

Gary Moore, der Hard-Rocker, der später wieder zum Blues fand, kennt man vor allem durch legendäre Hits wie „Empty Rooms“ oder „Still Got The Blues“. Hier wählte ich bewusst dasselbe Stück aus, das wir vorher bereits von Roy Buchanen hören durften, um einen klanglichen Vergleich der Gitarrenmodelle zu bekommen. Diese Interpretation von Gary Moore, die absolut beeindruckend ist, wurde auf einer Gibson Les Paul über (sehr laute) Marshall Stacks gespielt.

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Joe Bonamassa

Der bekannteste Blueser der „Neuzeit“ ist Joe Bonamassa. Er setzt gleichfalls häufig eine Gibson Les Paul ein, greift aber auch gelegentlich zu einer Gibson Firebird , ES-335, Flying-V, diversen Gretsch-Modellen, Strats, Teles und anderen „Waffen“ seines unermesslichen Vintage-Arsenals.

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Gibson ES-335

Einige große Blueser, allen voran B.B. King, erzeugten ihren einmaligen Klang mit einer ES-335, die einen vergleichsweise warmen Klang erzeugt, der für Blues und Jazz prädestiniert ist. B.B., der nie auch nur einen einzigen Akkord, sondern ausschließlich Solo spielte, performte die meiste Zeit seines Lebens auf seiner geliebte Lucille (eine Gibson 345, die ein leicht abgewandeltes Modell der ES-335 ist). Eine Geschichte um diese Gitarre wurde legendär:

Im Winter 1949 spielte B.B. King in einer Tanzhalle. Die Tanzfläche wurde durch ein halb gefülltes Fass mit brennendem Kerosin beheizt. Im Streit schlugen zwei Männer das Fass um, die Halle brach in Flammen aus und wurde evakuiert. Eigentlich befand sich B.B. bereits in Sicherheit, hatte jedoch seine Gitarre vergessen. Also rannte er zurück in das brennende Gebäude, um seine geliebte 30 $ Gibson zu retten. Weil die beiden Männer um eine Frau namens Lucille gestritten hatten, benannte er von nun an seine Gitarren nach ihr.

Workshop: Die beste Gitarre für Blues

Alvin Lee

Der Mann, der mich zum Gitarrespiel brachte, spielte gleichfalls eine ES-335. Legendär wurde sein Woodstock-Auftritt, indem er mit seinem bekanntesten Titel „I’m Going Home“ zu sehen ist.

Folgende Singlecut und Paula-Gitarren sind für Blues geeignet:

Ich hoffe, dieser Beitrag besitzt einen gewissen Unterhaltungswert, vermittelte einige, euch womöglich bislang unbekannte Fakten und hilft, euch klanglich über die vier angeführten Modelle sachkundiger zu machen und das richtige Modell für eure persönliche Bluesperformance zu finden.

Blues Workshops für Übungen, Licks und Gitarre lernen

Stay tuned!

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Forum
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    Joerg  

    Der zweite Satz im Einleitungstext ist entscheidend, denn „der“ blues ist wesentlich mehr als nur die Auswahl der Equipments.

    Für mich persönlich ist die Nachahmung irgendeines Sounds irgendeines Gitarristen verlorene Lebenszeit.
    Jeder sollte „seinen“ Sound finden, ob aus den Fingern, aus der Gitarre, aus dem Amp.
    Langer Weg dahin, ist klar, aber sowas von lehrreich.
    Wie gesagt: höchst subjektive, persönliche Meinung.

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