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Interview & Reisereport: Uli Behringer 2019 in China

8. Mai 2019

"Synthesizer sind mein Leben"

Interview & Reisereport: Uli Behringer 2019 in China

Interview & Reisereport: Uli Behringer 2019 in China

Januar 2019, das Telefon läutet. Uli Behringer himself ist am Apparat und lädt mich ein, sein neues Werk in China zu bestaunen. Da sagt man natürlich nicht nein. Zwei Monate später gegen 4 Uhr morgens steuert eine Lufthansa-Maschine aus München Hongkong an. Mit an Bord, der nervöse Redakteur eines Online-Magazins für Musiker – äh.. ich. Warum nervös?

Rückblick:
Nur 12 Stunden zuvor war mir aufgefallen, dass ich für China ein Visum benötigte. Ein kurzer Online-Check ergab, man solle bei der Beantragung mindestens zwei Wochen Zeit einrechnen. Das Leben kann so grausam sein.

Kurz in China angerufen und Catherine Li, eine Mitarbeiter von Behringer schlaftrunken aus dem Bett geholt. Ich: „Hoffentlich waren sie schon wach.“ Sie: „Es ist 5 Uhr morgens …!“ Damit war das auch geklärt. Catherine sagte zu, ihr Bestes zu geben, um mir aus der Patsche zu helfen – konnte mir aber nichts versprechen.

Landeanflug auf Hongkong

Back to the Story
Transfer Hongkong mit der Fähre zum Festland, genauer gesagt nach Zhongshan, was außerhalb der Freihandelszone Hongkong liegt und damit ein Visum absolute Voraussetzung ist. Auf meinem Handy ein paar chinesische Zeilen von Catherine, die mir bei Problemen mit Grenzbeamten helfen sollten und immer ein unterwürfiges Grinsen im Gesicht, wenn mich ein Chinese nach meinen Papieren bat – das war’s.

亲爱的亚马逊读者。 很高兴你使用翻译,但遗憾的是我们不允许在此时发布凯瑟琳的原始文件。 阅读旅行报告,玩得开心。:-)

Ankunft in der Nacht mit der Fähre in Zhongshan. Isolation des aufgeregten Redakteurs von den restlichen Reisenden. Vernehmung in einem separaten Zimmer durch zwei Grenzbeamte mit … ganz schlechtem Englisch. Er „böser Cop“, sie „guter Cop“ … echt süß. Oder war es umgekehrt und ich verstand die beiden nur nicht. Am Gürtel der beiden, Handschellen, Pistole, Schlagstock – die hoffentlich nicht nötig wurden. „Photos?“ Nein, hatte ich keine separaten dabei. Zack, schon saß ich in einer kleinen Box, es blitzte mehrmals und die süße Grenzbeamtin sagte mir, ich solle ernst schauen und nicht so dämlich grinsen. Ratsch, die Box spuckt die Fotos aus, die zusammen mit meinem Pass gescant und an … übermittelt werden. „Security!“ – ich denke, „geheime Staatspolizei“. Der „böse Cop“ vergleicht mein Gesicht mit meinem 10 Jahre alten Passbild und den soeben erstellten Fotos. Er macht mir klar, dass das nicht ich bin. Ich mache ihm klar, dass ich vor 10 Jahren noch keinen Bart hatte, Kontaktlinsen trug und einfach viele Kilo mehr gewogen hatte. Er streng. Sie schmunzelt. Ich muss aufs Klo.

Es pfeift. Beide blicken in ihren Computer. Ihre Augen werden groß … es dauert.. sie diskutieren. Werde ich jetzt erschossen? Rumms – ein Stempel knallt in meinen Pass. Klack – die Türe des Vernehmungszimmers öffnet sich und eine kleine garstige, dicke Chinesin mit Oberlippenbart in sehr enger Uniform kommt herein. Sie hatte mich bereits bei meiner Ankunft laut rufend aus der Menge gefischt. Übergabe des Gefangenen.

Zu Zweit schreiten wir im Eiltempo durch die leeren Wartehallen. Trotz ihrer kleinen Schritte ist sie schneller als ich. Vorbei an weiteren Wachposten. Hier und da noch eine Kontrolle durch weitere Grenzbeamte. Keine Ahnung warum, aber in dieser Nacht müssen wohl sehr viele Chinesen den Neuankömmling freigeben und durchwinken. Nun gut – die machen ja nur ihren Job.

Endlich im Freien. Die kleine Bärtige knallt hinter mir die Eisentore des Gebäudes zu. RUMMS. Vor mir eine menschenleere, nächtliche Großstadt. Ein Blick auf mein Handy. Nichts geht mehr. Batterie voll, Google tot, Facebook tot, ebenso viele andere Dienste. Logo: China.

Mann mit Auto – Chatherine Li schickt ihn – sehr gut. Ab ins Hotel. Es blitzt – sind wir zu schnell unterwegs? Der Fahrer bleibt seinem Fahrstil treu. Es blitzt wieder … und schließlich wieder. Nach einem konzentrierten Blick auf die Metalltrassen, die die 8-spurigen Straßen überbrücken, ist klar: China. Es geht eben nichts über eine lückenlose Überwachung.

Wenige Stunden später – Frühstück im Hotel.

Frühstücksbuffet im Hotel

Danach, ein anderer Fahrer, dieselbe Stadt. Verkehrschaos – auch nicht anders als bei uns. Ich nicke ein … wache wieder auf. Und da ist sie, die MUSIC TRIBE FACTORY:

Die neue Factory von MUSIC TRIBE.

Modern, gläsern, beeindruckend – und gut bewacht. Pforte, ein bemühter Security-Mann mit Music-Tribe-Uniform checkt unser Auto durch und sieht mich SEHR genau an. Ich glaube, er ist der Cousin der bärtigen Grenzbeamtin.

Empfangshalle – Marmorboden – Counter mit zwei hübschen Damen, ebenfalls in Music Tribe Uniform. Auftritt Catherine Li, die mich abholt. Sehr charmant, meine Lebensretterin. Ich frage sie: Was genau sie mir aufs Telefon in chinesischen Schriftzeichen geschickt hatte. Sie grinst nur. Ist auch egal – ich lebe.

Auftritt Uli: Turnschuhe, graue Jeans, schwarzes T-Shirt. Kräftige Umarmung. Genau 10 Jahre ist es her, dass wir uns auf den Philippinen zum ersten Mal getroffen haben. Er ist deutlich kräftiger geworden, was ich zu spüren bekomme, als er mich herzlich umarmt. Kurzer Smal-Talk zur Anreise. Dann Konferenzraum: Philosophie-Unterricht mit zwei Gästen aus Brasilien. „Was ist dein Ziel im Leben, Peter?“ Ich ratlos, denke mir aber „… dass sich mich aus China wieder rauslassen?“

Pizza, Kaffee, chinesische Teigtaschen – satt.

Factory Tour vom Meister persönlich. Es ist Mittagszeit. Hunderte von chinesischen Mitarbeitern strömen durch die Gänge ins Freie zu einem Nebengebäude mit übergroßer Kantine, während wir in sportlichem Tempo in die entgegensetzte Richtung gehen. Merkwürdig, keiner sieht ihn an, keiner grüßt. Ich frage „Weiß man hier, wer du bist?“ Er bleibt stehen, setzt eine ernste Mine auf und sagt nur „Peter!“.

Uli mir RD-808-Board

Ab in die Produktionshallen. Überall Menschen beim Arbeiten. „Waren die nicht gerade alle noch in der Kantine?“ Noch eine Halle, schließlich noch eine Halle und so weiter. Eine Blase an der Ferse schmerzt – ob Catherine Li Pflaster hat?. Endlich, eine Halle, in der Synthesizer konfektioniert werden. Behringer Odysseys und VC-340 Vocoder.

Signalcheck der Odyssey Oszillatoren

Irgendwo werden auch die Model Ds gefertigt, aber wir finden sie nicht – vielleicht wurde die Produktion vorübergehend für andere Produkte pausiert.

Vorbei an vielen interessanten Kartons. „Die sind fertig, gehen morgen raus.“  „Nach Deutschland?“ Keine Antwort … wir sind wieder raus aus den Hallen und stürmen die Etagen des R&D-Departments.

Kamera aus – Handy in die Hosentasche. Absolutes Foto- und Filmverbot. Hätte jetzt nur zu gerne einen James Bond-Kugelschreiber mit Mikrofon und HD-Kamera. Da, die Kammer mit den Prototypen. Oh mein Gott … da steht ja ein … gleich neben einem … und weiter hinten sogar zwei …und den … hätte ich beinahe übersehen. Ob Uli vielleicht mal austreten muss. Nein, keine Chance. Aber ich darf ein Foto von ihm und dem UB-Xa machen.

Catherine Li kommt mit den lang ersehnten Pflastern. Und wieder dieses schnippische Grinsen. Zurück ins Hotel – endlich schlafen, das gibt schön langweilige Filme auf den Hotel-Kameras.

Abendstimmung in China vor dem Hotel.

Frisch gemacht, abgeholt und in einem italienischen Restaurant abgesetzt, Uli wartet schon. Das Lokal haben wir für uns alleine. Gemütlich – italienisch eben. Wir haben zwei Stunden, er muss noch arbeiten. Der Akku seines Telefons ist leer. Zum Glück. Endlich Zeit zum Reden. Langsam kommt ein wenig Ruhe auf.

Uli mit mir beim chinesischen Italiener zum Interview

Peter:
Hallo Uli! Wir haben uns zehn Jahre nicht gesehen! Seit unserem letzten Treffen hat sich viel getan. Damals war der Einstieg in die Synthesizer-Welt für dich noch nicht attraktiv genug. Das hat sich nun radikal geändert. Wieso dieser Sinneswandel?

Uli:
Wie du weißt Peter, geht die Geschichte zurück auf meine Jugend. Ich bin in einer Familie mit viel Musik aufgewachsen. Mein Vater war Kirchenorganist, meine Mutter Pianistin und meine Großmutter Cellistin. Mit 16 baute ich meinen ersten Synthesizer und der Anstoß kam durch den Formant-Synthesizer, der 1977 in einem Magazin Elektor veröffentlicht wurde. Kannst du dich an den noch erinnern?

Peter:
Na klar, den gab‘s als DIY-Bauanleitung.

Uli:
Die Leidenschaft für Elektronik und Musik fing damit an, dass mein Vater die welterste elektronisch gesteuerte Pfeifenorgel erfand und im Dach unseres Hauses baute. Dies war ein absolutes Monster und mit 1,000 Pfeifen beschallte er sonntags unsere Nachbarschaft mit Bach und Reger, ob die Nachbarn es mochten oder nicht (Uli lacht).

Als Fünfjähriger durfte ich ihm über die Schulter schauen und ihm beim Bau der Orgel mithelfen. Heute bin ich sicher, dass dies meinen späteren Lebensweg bestimmte. Zu der Zeit abonnierte mein Vater Elektronik-Magazine wie Elektor und Elrad etc., die ich natürlich verschlung und alles aus den Magazinen baute, ob ich dafür oft keine Verwendung hatte. So baute ich eine elektronische Automobil-Zündung und integrierte sie dann in mein Mofa. Schneller lief es trotzdem nicht (Uli lacht).

Inspiriert von meinem Vater und dem Formant Synthesizer fing ich an, den UB1 zu bauen. Das war die Zeit, in der ich in vielen Bands spielte. Das Tolle an dem UB1 war, dass es drei Funktionen beinhaltete – Orgel, E-Piano und Synthesizer.

Peter:
Das hat wirklich funktioniert? Ist das wirklich gelaufen?

Uli:
Ja natürlich! Mit dem UB1 habe ich in Bands gespielt! Das Tolle an der Geschichte war, dass er diese drei Instrumente verkörperte und je nachdem, in welcher Band ich spielte, brauchte ich mehr Orgel- oder E-Piano-Sound oder ein Synthesizer Lead-Solo. Das war das universelle Instrument für mich und ich habe Tausende von Stunden in dieses Instrument investiert. Das war der Beginn meiner großen Leidenschaft für Musikelektronik, die mein Leben bestimmt hat. Es war Anfang der 80er, als schließlich all diese unglaublichen Synthesizer auf den Markt kamen: Propeht-5, Oberheim OB-X, Jupiter-8 und die ganzen heute legendären Drum-Computer. Das alles faszinierte mich unglaublich.

Behringer UB-1 von 1977

Ich hatte in meiner Nachbarschaft einen Musikladen, an dem ich täglich auf meinem Schulweg vorbeikam. Mittwochnachmittags war schulfrei und ich verbrachte jede freie Minute in diesem Laden, um an diesen Instrumenten rumzuspielen. Irgendwann hat der Musikladen-Inhaber realisiert, dass ich nie etwas kaufen würde und er hat mich ziemlich unfreundlich vor die Türe gesetzt. Das war damals sehr frustrierend und fast traumatisch. Begonnen hatte aber alles mit dem Prophet-5. Eines Tages rief mich mein Freund an und teilte mir mit, dass ein neuer Synthesizer herausgekommen sei und ich mir den unbedingt anhören müsste. Gemeinsam besuchten wir ein Tonstudio in Zürich, die den ersten Prophet-5 in der Schweiz vorstellten. Diese Erinnerung war so einprägsam, dass ich mich noch heute erinnern kann, wie der Laden aussah und wo genau der Prophet-5 stand. Ich war absolut fasziniert und wollte unbedingt diesen Synthesizer kaufen. Ich bin sofort zu meinem Vater gelaufen und schwärmte: „Ich will mir einen Synthesizer kaufen. Kannst du mir 7.000 Schweizer Franken geben?“

Ulis erstes selbstgebautes Digital-Reverb 1978

Er fasste sich an den Kopf und meinte nur: „Hast du sie nicht mehr alle?“ Dieses Gefühl der Frustration, sich Musikinstrumente nicht leisten zu können, hat mich später veranlasst, Geräte für meine Freunde zu bauen, die wie ich kein Geld hatten.

Peter:
Und trotzdem hast du mit deiner eigenen Firma bis vor wenigen Jahren kein Interesse gehabt, Synthesizer herzustellen?

Uli:
Kein Interesse ist nicht richtig, da es ja auch die Zeit gab, als wir digitale Pianos herstellten. Ich war immer sehr interessiert und habe auch immer den Markt beobachtet, aber einfach nicht geglaubt, wie groß der Markt für analoge Synthesizer gewachsen ist. EDM hat eine riesige Welle losgetreten und das wurde mir erst später richtig bewusst. Du weißt Peter, dass wir hatten ja schon vor vielen Jahren über Synthesizer gesprochen – und ich sagte damals: „Ja, das machen wir irgendwann mal.“ Das blieb also eine Ambition, bis dann Pete Sadler aus Manchester …

Peter:
Der Pete, der auch die Entwicklung des DeepMind 12 geleitet hat?

Uli:
Ja. Dem hatte ich von meinem Eigenbau-Synthesizer UB1 erzählt und wie wegweisend dieser Synthesizer für mich war und ich eigentlich bis heute etwas traurig über den Verlust des Gerätes bin.

Peter:
Wie kann man denn einen Synthesizer verlieren? Noch dazu einen, den man selbst gebaut hat?

Uli:
Bei unserem Umzug nach Willich ist der irgendwie abhanden gekommen. Ich kann leider wirklich nicht mehr genau sagen, wie das passiert ist. Mein Schätzchen war also weg und ich habe Pete erzählt, wie bestürzt ich darüber war. Pete hat dann klammheimlich einen Synthesizer entwickelt und ich habe das erst viel später mitbekommen. Er hat das nur getan, um mir eine Freude zu machen.

Peter:
Das war der DeepMind?

Uli:
Ja genau, das war der DeepMind, wobei allerdings war das ursprüngliche Konzept komplett anders aussah. Eigentlich war es nur ein Leidenschaftsprojekt oder „Labor of Love“. Das hatte mit kommerziellen Dingen nichts zu tun und Pete wollte mir einfach nur eine Freude bereiten.

Peter:
Wir hatten ja mal die Idee, wenn du dich erinnerst, mit dem Juno-Klon Phatt 12. So ein wenig Juno ist er ja dann geworden, der DeepMind.

Uli:
Ja, wir hatten öfter über einen Behringer-Synthesizer gesprochen und Pete hat dann das Thema aufgegriffen und den Stein ins Rollen gebracht. Aus dem ursprünglichen Juno ist dann der DeepMind geworden, eine Entwicklung die so nebenher lief und mit Hilfe von unseren besten Ingenieuren entwickelt wurde – einfach weil sie Spaß hatten.

Peter:
Hast du damit gerechnet, dass er so einschlägt?

Uli:
Der DeepMind ist ja durch Hunderte von Modifikationen gegangen und wöchentlich wurden neue Features hinzugefügt. Irgenwann haben wir dann beschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen. Aber dann kam doch wieder ein Entwurf mit noch mehr Features (Uli lacht).

Wir hatten immer mehr Ideen und man könnte ja noch dieses und jenes einbauen – noch mehr Stimmen, zusätzliches WiFi etc. Das Ding wurde ein Fass ohne Boden, aber das alles spielte irgendwie keine Rolle, da der DeepMind einfach Spaß und Leidenschaft pur war, gerade für unsere Ingenieure. Natürlich wurde uns irgendwann klar, dass wir eine Höllenmaschine gebaut hatten, da wir regelmäßig Musiker und DJs einluden, um ihnen das Gerät vorzustellen und Meinungen einzufragen. Zu unserer Freude waren alle total begeistert und wir sind stolz darauf, dass der DeepMind nach zwei Jahren noch immer der bestverkaufte analoge polyphone Synthesizer der Welt ist. Aber das Wichtige ist, dass er nie aus kommerziellen Ambitionen heraus entwickelt worden ist, sondern aus purer Leidenschaft. Dies werde ich Pete und den Manchester Jungs nie vergessen. Daraus ist dann ein Riesenmonster geworden, das sich wahnsinnig verkauft.

Peter:
Vor einem halben Jahr, als der Neutron lieferbar war, wurden alle Preise zu Behringer-Produkten enorm gesenkt. Jetzt gelten Behringer-Produkte ohnehin nicht als kostspielig. Wie macht ihr das?

Uli:
Da muss ich etwas ausholen. Warum gibt’s die Firma Behringer überhaupt und was ist unsere Philosophie? Ich studierte 1982 Ton- und Bildingenieur und klassisches Klavier an der Fachhochschule und am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf. Wir waren ca. 100 Studenten und die Hochschule hatte nur ein paar Mikrofone, einige ausgediente Mischpulte und dazu kamen einige uralte M15 Bandmaschinen von Telefunken, die nie richtig funktionierten. Es gab also kein richtiges Equipment, mit dem wir Studenten überhaupt praktizieren konnten und dies resultierte in großer Frustration. Wenn wir etwas ausleihen wollten, mussten uns in eine Liste einschreiben und vier Monate später war dann der Tag, an dem das Equipment bereitstand. War man an diesem Tag verhindert, hatte man Pech und man war zurück in der Warteschlange. Da habe ich mich natürlich gefragt: Wie willst du so Toningenieur werden? Das wird nicht funktionieren und letztlich wurde mir klar, dass ich mir ein eigenes Tonstudio bauen musste. Da ich kein Geld hatte, um mir Geräte zu kaufen und mein Leben mit Klavierspielen in Bars und Restaurants bestritt, habe ich einfach angefangen, meine eigenen Geräte zu bauen.

Als ich die ersten Geräte gebaut hatte, kamen meine Freunde zu Besuch und waren zu meiner Freude sehr begeistert von der Klangqualität. Sie wollten, dass ich ihnen auch Geräte baue, die ich ihnen dann zum Bauteilepreis abgegab. Ich kann mich noch erinnern, wie sie mich mit Freude anschauten und welchen Spaß es mir machte, ihnen zu helfen. Es wurde mir schnell bewusst, dass viele Leute das gleiche Problem hatten wie ich – sie konnten sich die Geräte einfach nicht leisten. Das Tonstudio in meinem Wohnzimmer wurde nie fertiggestellt und stattdessen in eine Produktionsstätte umfunktioniert. Das war der Startpunkt, als ich mit Kleinanzeigen meine Geräte aus dem Wohnzimmer heraus verkaufte.

Daraus ist meine persönliche Philosophie und später die Philosophie der Firma enstanden: Gute Geräte zu bauen und diese zu erschwinglichen Preisen abgeben, damit sich Menschen ihre musikalischen Träume erfüllen können. Das war vor 30 Jahren so, als ich die Firma gründete und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Das Wichtigste ist, dass du einen Zweck oder „Purpose“ in deinem Leben findest und das hat immer nur damit zu tun, etwas Sinnvolles für andere zu tun. Dass man Geld verdienen muss, ist selbstverständlich, aber kann kein Lebensziel sein.

Wer sich für etwas tiefere Dinge interessiert, dem empfehle ich Simon Sinek oder Clayton Christensen TED Seminar „How Will You Measure your Life?“

Unsere Philosophie, dem Kunden Träume zu erfüllen, spornt uns täglich an, Geräte in der bestmöglichen Qualität und zum günstigsten Preis abzugeben. Das unterscheidet uns grundsätzlich von Mitbewerbern, die ihren Profit maximieren, indem sie die Preise danach setzen, was der Kunde bereit ist bezahlen. Wir kalkulieren exakt andersrum, d. h. „Bottom Up“: Was kostet uns das Gerät in der Entwicklung und Herstellung, dann addieren wir einem geringen Aufschlag für unseren Gewinn, den wir brauchen, um zu überleben und zu investieren und dann kommen noch die zusätzlichen Vertriebskosten drauf, die dann den Verkaufspreis bestimmen. Zu unserer Firmenphilosophie gehört auch, dass alles, was wir verdienen, in die Firma zurück investieren. Das habe ich den Mitarbeitern versprochen.

Peter:
Und wieso sind die Behringer-Preise vor einem halben Jahr so enorm gesenkt worden?

Uli:
Wann immer wir die Möglichkeit haben, den Preis zu senken, tun wir das. Wir stecken uns das Geld nicht in die Tasche, sondern geben es an den Kunden weiter, wann immer wir können. Warum tun wir das? In den 30 Jahren, seit es Behringer gibt, haben wir gelernt, dass uns Kunden dadurch mit Loyalität belohnen nach dem Motto – „Tue konstant Gutes für Kunden und du gewinnst sie fürs Leben“. Mit der neuen Fabrik, die du dir gestern angesehen hast, haben wir die Kosten erheblich senken können. Unsere Automatisierung und gesteigerte Effizienz haben dazu geführt, dass wir wesentlich günstiger produzieren können. Gleichzeitig bieten wir auch eine Garantie von 3 Jahren und bei einigen Brands sogar 10 Jahre.

Peter:
Kann man denn in China überhaupt noch günstig produzieren? Inzwischen produzieren ja chinesische Unternehmer selbst im asiatischen Ausland.

Uli:
China ist heute ein sehr teures Land und ich kann dir sagen, dass Ingenieure hier mittlerweile das Gleiche kosten wie in Deutschland. Die Zeiten, in denen man Talente viel günstiger bekommen konnte, sind lange vorbei. Viele unserer Wettbewerber haben ihre Produktion in Länder wie Vietnam oder Kambodscha verlagert, wo Lohnkosten viel geringer sind.

Heute kann keine Firma mehr existieren, wenn sie nicht stark automatisiert. Du hast unsere Fabrik gesehen und als nächstes steht Industrie 4.0 und Cobots an (Menschen geführte Roboter). Auch deswegen, weil Fließbandarbeit keine erfüllende und zukunftsträchtige Arbeit ist. Wir wollen unsere Mitarbeiter bei der Automatisierung helfen und sie von Fließbandarbeitern zu Technikern entwickeln.

Peter:
Die Möglichkeit hättest du ja mit einem Umzug auch …

Uli:
Das könnten wir, aber es steht aber nicht an. Der Hauptgrund ist unsere Zuliefererbasis, da die meisten Bauteile in China produziert werden und wir vor allem tolle Mitarbeiter haben, die wir behalten wollen.

Peter:
Sag mal, gerade in den letzten Jahren hat Behringer enorm an Brands hinzugewonnen. Midas, Klark Teknik, TC Electronic, TC Helicon, Tannoy, Auratone usw. Ich zähle über 12 Brands – woher kommt dieser Behringer-Expansions-Drang?

Uli:
Es ist nicht die Firma Behringer, die expandiert hat, sondern die Mutterfirma Music Tribe. Wer ist Music Tribe? Music Tribe ist ein übergeordneter „Enabler“ oder „Ermöglicher“, dessen internen Kunden die 12 Brands sind. Es ist also ein „Shared Service“, der es den Brands ermöglicht, sich zu entfalten und auf das zu konzentrieren, was wichtig für die Kunden ist, also z. B. Produktentwicklung oder Kundeninteraktion. Funktionen wie Herstellung, Finanzierung oder Vertrieb können als gemeinsamer Service übernommen werden – und genau dies ist die Aufgabe von Music Tribe.

Peter:
Du selbst legst überhaupt keinen Wert auf Statussymbole. Du trägst nicht mal eine teure Uhr … oder besser gesagt gar keine Uhr.

Uli:
Ich brauche keine Uhr (Uli lacht). Ich bin von Hause aus extremer Minimalist und je älter ich werde, umso weniger brauche ich für mich selbst. Zuhause haben ich meinen Flügel, eine Couch und vor allem meine heißgeliebten Bücher, da ich sehr gerne lese und lerne. Geld hat mich noch nie getrieben und alles, was wir verdienen, wird reinvestiert. Es macht einen Riesenspaß, z. B. eine neue Fabrik zu bauen oder tolle neue Mitarbeiter einzustellen. Gerade haben wir ein neues Synthesizer-Entwicklungszentrum in Italien aufgemacht und genau dies sind die Dinge, die mich bis heute sehr motivieren.

Peter:
Jetzt gibt es ja auch böse Zungen, die zum Beispiel bei TC sagen, dass seit TC zu MUSIC Tribe gehört, die Qualität schlechter geworden wäre und alles billiger gebaut werde als vorher.

Uli:
Welcher Wettbewerber hat dir dies erzählt? (Uli lacht). Das ist Unsinn. Zum einen ist die Produktion erst vor einigen Monaten verlagert worden und zum anderen gehört die Autorität dem Brand, was die gesamte Qualität des Produktes betrifft. Vom Bauteilen bis zur Qualitätssicherung, die von den Mitarbeitern des Brands vorgenommen wird.

Peter:
Da entscheiden also immer noch dieselben TC Mitarbeiter wie zuvor? Dann hat sich durch Music Tribe kaum etwas geändert bei der Entwicklung und Produktion?

Uli:
Früher sind die Sachen in Thailand und anderen chinesischen Fabriken hergestellt worden. Mittlerweile haben wir die Produktion in unser eigenes Werk verlagert und nun wird alles vom Brand selbst überwacht, was sogar nachhaltig die Qualität gesteigert hat. Es ist sehr wichtig, dass Brands ihre Identität bewahren.

Uli Behringer 2019

Peter:
Ich bin ja kein Experte, aber ich habe mal gehört, wenn man bei der Produktion die Fertigungstoleranzen großzügiger auslegt, um Produkte günstiger zu bauen. Ist das tatsächlich ein Mittel, um günstiger am Markt auftreten zu können?

Uli:
Peter, was ist das Teuerste in einer Firma?

Peter:
Lohnkosten?

Uli:
Das Teuerste ist, einen Kunden zu verlieren. Und die einfachste Art Kunden zu verlieren, ist dessen Erwartungen zu enttäuschen. Es macht absolut keinen Sinn, unzureichende Komponenten einzusetzen. Im Gegenteil – je größer die Stückzahlen sind, umso wichtiger wird Qualität, weil die Konsequenzen von fehlerhaften Komponenten fatal sind. Das will nicht heißen, dass wir frei von Fehlern sind, aber wir tun absolut alles, um Qualität zu sichern und unsere Investition in Qualitätssicherung und Prävention ist enorm, wie du in den Qualitätslaboratorien gesehen hast.

Peter:
Aber, ich spiele jetzt einfach mal den Nörgler, der sagt: Ja, ihr seid aber deswegen so günstig, weil ihr dem Kunden einfach ein neues Produkt gebt, bevor ihr es repariert.

Uli:
Im Gegenteil, wir reparieren fast alle unseren Geräte und dies aus einem sehr wichtigen Grund: Nur wenn wir reparieren sind wir in der Lage, eine Fehleranalyse (Root Cause Analysis) vorzunehmen, die dann zu einer sofortigen und permanenten Korrektur führt. Hierzu operieren wir unsere eigenen Care-Zentren in England, USA und Japan. Wir sind stolz auf unsere sehr geringe Fehlerquote – fragt einfach Händler wie Thomann, Music Store und G4M etc. Wir haben hart daran gearbeitet und die Mitarbeiter unserer High-End Brands von Midas etc. haben uns sehr geholfen, deren Qualitätsstandards auch auf Brands wie Behringer anzuwenden.

Peter:
Das heißt, entsteht vielleicht dadurch für den Kunden auch ein Preisvorteil, dass ihr die Entwicklung, die für das eine Gerät gemacht wurde, für ein anderes auch verwenden könnt?

Uli:
Natürlich, das nennt man Technologie-Plattformen. Ob du die gleichen Halbleiter benutzt, dieselben Schaltnetzteile oder nur Knöpfe – dies ist Bestanteil von „Smart Engineering“. Da wir alles selbst im Hause entwickeln und produzieren, haben wir auch eine enorm hohe „Enonomy of Scale“ – (Wirtschaftlichkeit der Massenproduktion).

Der Behringer Odyssey in Großproduktion

Peter:
Wenn ich jetzt aber den Klang von einem Behringer MS101 und dem Behringer Odyssey nehme … bei all der Ähnlichkeit an Bauteilen, selbst die Filter-Chips sind dieselben, wie kann da noch garantiert werden, dass sie unterschiedlich klingen und ihren Vorbildern ähneln?

Uli:
Im Gegenteil Peter, die Schaltungen sind komplett unterschiedlich und auch die Filterschaltungen oder verwendeten Halbleiter. Wenn wir diese legendären Geräte nachbauen, ist es absolut kritisch, die Schaltpläne nahezu komplett zu übernehmen und dies schließt Komponenten ein. Das führt soweit, dass wir sogar Original-Chips aus den 80er Jahren nachbauen.
Diese Halbleiter-Bausteine benötigen eine große Menge externer Komponenten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, VCO- oder VCF-Chips zu beschalten, was einen großen Einfluss auf den Klang hat. Ein Prophet-5 oder ein Oberheim OB-Xa z. B. besitzen zwar die gleichen Curtis 3340 VCOs und 3320 VCFs und trotzdem klingen beide Synthesizer sehr unterschiedlich – einfach deswegen, weil die äußere Beschaltung und die Architektur komplett anders ist.

Peter:
Interessant. Bleiben wir mal bei den Curtis Chips. Als wir uns beim letzten Mal unterhalten haben, gab es keine Möglichkeit, an Curtis Chips ranzukommen, die man durchaus benötigt, um Vintage-Sounds erzeugen zu können. Restbestände gab es kaum – und wenn, hatte sie wohl Dave Smith und neue wurden keine produziert. Das hat sich mittlerweile geändert, oder?

Uli:
Um den Klang dieser alten und legendären Synthesizer wieder authentisch aufleben zu lassen, brauchst du die exakt gleichen Schaltkreise. Das macht sich gerade bei unserem Projekt UB-Xa deutlich bemerkbar. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, diese Bausteine nachzubauen, was übrigens extrem schwierig ist, da die Halbleiter-Fertigungsprozesse aus der damaligen Zeit kaum noch existieren. Aber wir haben doch noch eine Firma gefunden, die bereit war, diese Prozess-Technologie zu aktivieren. Wir sind stolz darauf, dass unsere Chips absolut identisch klingen, was die Voraussetzung für unser Mission ist, die alten Synthesizer zurückzubringen.

Zur Not geht auch chinesisches Bier

Peter:
Und die stellst du jetzt in so großen Stückzahlen her, dass du sie auch an andere weiterverkaufst?

Uli:
Natürlich. Unsere Halbleiterfirma heißt Coolaudio und sie bietet eine große Auswahl an Komponenten an, die wir auch an Wettbewerber verkaufen. Unsere Philosophie ist, dass jeder Brand autark agieren soll.

Peter:
Wenn mich nicht alles täuscht, setzt auch Dave Smith eure Coolaudio Komponenten ein?

Uli:
DSI hat unsere Coolaudio Bausteine in seinen Synthesizern eingesetzt und wir freuen uns, dass wir zu dem Klang seiner Synthesizer beitragen konnten.

Peter:
Ich komme nochmals auf Dave Smith zurück. DSI hat jetzt den Prophet-6 und den OB-6 mit ausschließlich diskret aufgebauten Komponenten auf den Markt gebracht, dafür waren sie dann auch entsprechend kostspielig.

Uli:
Diese Geräte sind nicht komplett diskret gebaut.

Peter:
So stand das zumindest in den Pressetexten. Sind sie nicht?

Uli:
Diskret bedeutet, dass ausschließlich Widerstände und Transistoren, also keine Chips verwendet werden. Der Rev2 hingegen verwendet einen PA397 „Synthesizer on a Chip“, der sowohl VCO, VCF und VCA beinhaltet. Dadurch ist der Synthesizer von Hause aus nicht diskret. Unser DeepMind ist auch nicht 100 % diskret, aber wir verwenden eine Unmenge an Standard-Operationsverstärkern und OTAs, die einen sehr viel größeren diskreten Bauteileaufwand erfordern. Der DeepMind hat ungefähr 4,000 Komponenten, was wesentlich aufwendiger ist, als einen kompletten Synthesizer-Chip einzusetzen.

Peter:
Ich habe nur nicht verstanden, warum plötzlich ein 8-stimmiger Prophet-8 für 1.500 Euro zu haben war und ein Prophet-6 mit 6 Stimmen für 3.500 Euro, doch sicher nicht, nur weil Sequential auf dem Gehäuse stand.

Uli:
Peter, diese Fragen müsstest du an die jeweiligen Hersteller richten, da wir nicht der richtige Ansprechpartner sind. Nur so viel – die meisten Hersteller versuchen, ihren Profit durch geschicktes Marketing zu maximieren. Das ist nicht unsere Welt und aus diesem Grund schalten wir ja auch keine Anzeigen – weil sie letztlich der Kunde bezahlen müsste.

Wie bereits erwähnt, kalkulieren wir unsere Entwicklungs- und Herstellungskosten und rechnen dann „bottom up“. Wir haben vor Kurzem die Preiskalkulation von japanischen Firmen analysiert, die nach dem Prinzip Herstellungskosten multipliziert mit 7 -10 kalkulieren. Ein Herstellungspreis von 100 Euro resultiert dann in einem Verkaufspreis von 700-1000 Euro.

Der Deep Mind hat ja irgendwann mal über 1.000 Euro gekostet und wir könnten ihn auch heute noch für 1.000 Euro verkaufen. Jetzt kostet er 700 Euro, weil wir ihn durch die neue Fabrik auch günstiger produzieren können und mittlerweile auch die Entwicklungskosten eingspielt haben. Also warum diese Ersparnis nicht an den Kunden weitergeben?

Peter:
Lass uns mal zu den Synthesizern kommen, zum Model D. Viele haben ja, bevor die Kiste auf den Markt kam, geargwöhnt, dass es nie möglich sein würde, dass eine Firma Behringer auch nur annähernd den Minimoog-Sound hinbekommt. Und dann habt ihr das mit einer Kiste, die 300 Euro kostet, geschafft. Wie geht das?

Uli:
Im Grunde genommen sind es die gleichen Argumente, die ich bereits erwähnte. Die Bauteile und die Schaltung sind seit 50 Jahren bekannt. Die Kunst liegt im DFM or „Design For Manufacturing“, d. h. darin, das Gerät so zu bauen, dass es durch Automatisierung einfach und effizient produzierbar ist. Das geht nur deswegen, weil wir so hoch integriert sind, wir alles im Haus produzieren und wir einfach auch mit sehr geringen Margen arbeiten.

Peter:
Mit dem DeepMind habt ihr einen innovativen Weg eingeschlagen. Gleich danach habt ihr aber auch angekündigt, dass ihr alle möglichen Klassiker nachbauen werdet. Warum Klassiker und warum nicht in der DeepMind Linie weitermachen und nur eigene Synthesizer entwickeln?

Uli:
Behringer’s Mantra heißt: „We Hear You.“ Der Kunde sagt uns, was er haben will und wir hören sehr gut zu. Wenn er Klassiker haben möchte, die aus den 80er Jahren kommen, bauen wir diese, aber auch innovative Produkte wie Deepmind, X32 oder Neutron. Viele unserer erfolgreichsten Produkte sind durch Kundenanregungen entstanden und dafür sind wir sehr dankbar.

Peter:
Du hast mir gegenüber ja auch gesagt, dass du davon überzeugt bist, dass analog besser klingt als digital. Roland hat ja seine eigene 808 als TR8 in digitaler Version und auch als Boutique-Box herausgebracht. Bist du der Meinung, dass man da einen Klangunterschied hört?

Uli:
Ich persönlich bevorzuge analoge Klangerzeugung, da sie mich wesentlich mehr anspricht als digital, wofür es auch eine einfache Erklärung gibt! Der Mensch selbst ist imperfekt und es ist genau diese Imperfektion, die bei uns Gefühle auslöst. Wenn du einem Chor oder Orchester genau zuhörst, so wirst du feststellen, dass alle Stimmen zeitlich etwas verzögert und auch leicht verstimmt sind – und es ist genau diese Imperfektion, welche die Klang-Magie ausmacht. Genau diese Imperfektionen sind auch der Grund, warum Leute analog mögen. Einfach deswegen, weil es dem Menschen eigentlich am meisten nachempfunden ist. Letztlich sind wir ja selbst auch analog gestrickt!

Peter:
Und du glaubst, eine Software kann diese Fehler nicht nachahmen?

Uli:
Es gibt physikalische Gründe, warum man mit digitalen Mitteln „analog“ nicht perfekt nachbilden kann – es gibt unendlich viele Variablen. Selbst analoge Synthesizer der gleichen Baureihe klingen untereinander unterschiedlich. Materialtoleranzen und Umstände wie Temperatur und Luftfeuchtigkeitsschwankungen etc. führen dazu, dass selbst 10 Steinway Flügel aus der gleichen Produktion unterschiedlich klingen. Bei analogen Synthesizern oder E-Gitarren ist es nicht anders. Das will nicht heißen, dass digital schlecht klingt – ganz im Gegenteil. Aber mir fehlt bei Digital die Wärme, die Magie und Seele.

Peter:
Dein aktuelles Produktportfolio an Synthesizern ist ganz offensichtlich auch persönlicher Natur. Den VC340 hast du ja deshalb gebaut, weil du ihn dir selbst gewünscht hast. Das finde ich ganz faszinierend, dass der Uli Behringer sagt, das will ich jetzt haben. Da war ja auch anfangs gar nicht klar, ob er überhaupt zu einem günstigen Preis machbar ist. Erzähl doch mal…

Behringer Vocoder VC340

Der Behringer Vocoder VC340 war bereits bei uns im Test

Uli:
Die Geschichte stammt aus der Zeit, als ich so um die 20 Jahre alt war und mit meinen ersten Bands auf Veranstaltungen gespielt habe. Jemand sagte zu mir: „Komm mal mit, da gibt’s eine Bar, wo ein Duo spielt, die echt tolle Musik machen.“ Die Jungs schafften es, mehrstimmig zu singen, also einen kompletten Chor zu erzeugen. Ich war fasziniert und ich wollte unbedingt wissen, wie die das hinbekommen haben. Der Organist war ein netter Typ und er hat mir dann geduldig erklärt, dass er einen Roland Vocoder VP330 einsetzte und über seine Orgel steuerte. Und natürlich konnte ich mir dieses Gerät nicht leisten, aber ich war so vom Klang fasziniert, dass ich mir schwor, so ein Gerät zu bauen. Es hat ja nur 40 Jahre gedauert (Uli lacht).

Peter:
Es hätte ja sicher ein paar Sachen gegeben, die kommerziell aussichtsreicher sind.

Uli:
Das Gerät macht kommerziell absolut keinen Sinn. Das ist eine reine Herzensangelegenheit und es gehörte einfach zu meiner „Bucket List“.

Peter:
Bist du zufrieden damit?

Uli:
Ja. Weil er genauso wie das Originalgerät klingt. Ob wir da viele verkaufen oder nicht, spielt für mich überhaupt keine Rolle. Ich hab dir das ja heute auch erklärt, Peter. Der Bereich Synthesizer ist für mich eine Herzensangelegenheit. Mein Wunsch ist, dass wir Musikern Träume erfüllen, die sie sich sonst nie leisten könnten. Und einige erfülle ich mir auch selbst.

Bunte Küche, nichts für schwache Geschmacksnerven

Peter:
Behringer Odyssey ist ja auch so ein Ding, wo man meinen könnte, der Markt müsste schon gesättigt sein.

Uli:
Das war der Synthesizer, den wir vor 4 Jahren angekündigt hatten und leider musste ich sie warten lassen, aber ich möchte mein Versprechen einlösen. Ob wir damit Geld verdienen, vollkommen egal.

Peter:
Heißt das, dass auch zukünftige Entwicklungen von der Ankündigung bis zur Fertigstellung ca. 4 Jahre dauern? Ist das der Rhythmus?

Uli:
Jetzt, wo wir das zu einer richtigen Leidenschaft gemacht haben, gibt es  mittlerweile 4 Synthesizer-Teams. Wir haben ein Team in England, Deutschland, Italien und China. Die arbeiten aktuell an über 50 Synthesizern. Wann die kommen, weiß ich nicht – ist auch vollkommen egal. Ob es ein Jahr dauert, 4 Jahre oder 10. Mein Traum ist, alle legendären Synthesizer zurückzubringen. Wir werden auch neue Geräte bauen, wie Neutron, DeepMind etc. Wichtig ist, den Entwicklern auch ein Stück weit freie Hand lassen.

Peter:
Noch eine Abschlussfrage und ich hoffe, du antwortest wirklich aus freiem Herzen. Wir wissen, dass der Uli jemand ist, der sich offensichtlich mit Synthesizern selbst beschenkt, weil er so eine Riesen-Leidenschaft dafür hat. Wenn sich der Uli jetzt nur 3 Synhties aussuchen dürfte, welche wären das?

Uli:
Die Geräte, die für mich am wichtigsten sind, sind die, die am meisten mit Erinnerungen verbunden sind. Das heißt, der DeepMind, weil das ein Geschenk der Leute aus Manchester war. Dann ganz bestimmt den VC340 Vocoder, aus dem Grund, weil der ebenfalls starke Erinnerungen hegt. Und den Dritten verrate ich nicht, da wir ihn bald ankündigen werden (Uli lacht).

Seit jeher macht es mir unglaublichen Spaß, mit Kunden zu sprechen und dies ist auch der Grund, warum nehme ich mir die Zeit nehme, in Foren zu kommunizieren? Dieses Gefühl ist nicht zu überbieten und ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei allen bedanken, die uns seit 30 Jahren so unglaublich unterstützen und mir ermöglichen, meine persönliche Passion zu leben.

Peter:
Vielen Dank lieber Uli für das ausführliche Interview.

Selbstbildnis im Hotel. Sicher nicht die einzige Kamera, die mich verewigt hat.

Zwei Tage später – Abreise. Kurzer Blick zurück mit gemischten Gefühlen. Faszinierend, was der Uli da aufgebaut hat – und seine Pläne? Irgendwie – „gigantomanisch“. Verblüffend: Wer das Gefühl hat, die PR-Welle wäre größer als der Output, der irrt tatsächlich. Was bislang zu sehen war, ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf der anderen Seite: Auch andere Mütter haben hübsche Töchter.

Ein letztes Mal werde ich auf der Rückfahrt zum Hafen exakt 17 mal von blitzenden Kameras observiert. Ich muss kurz schmunzelnd an die Datenschützer im Westen denken – na die hätten hier ihre Freude.

Wunder oh Wunder. Ich komme diesmal ungehindert und zügig durch alle Grenzkontrollen. Endlich in Hongkong, fühle ich mich schon deutlich wohler, so leicht kann man sich selbst belügen. Timing perfekt – meine bessere Hälfte landet soeben am Hongkong Airport und wir verbringen noch ein paar Tage in dieser faszinierenden Stadt.

Hongkong bei Nacht.. und ein paar private Reisebilder :-)

Forum
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    gutomi  

    Lieber Peter,
    das ist alles sehr interessant und beeindruckend. Es ist schon der Wahnsinn was Uli Behringer da aufbaut. Und sicher, wo gehobelt wird, fallen Späne, und alle anderen lassen auch irgendwie in China fertigen, deren Produktionsstätten man nicht zu Gesicht bekommt. Aber eine Sache fehlt, um dies als journalistischen Artikel einordnen zu können, der Hinweis auf Interessenskonflikte oder hab ich das überlesen? Verzeih deswegen die Frage: wer hat die Reise bezahlt?
    Herzliche Grüße vom Journalistenkollegen (als Drittberuf)
    Gunter

          • Profilbild
            lightman  AHU

            Jo, geht wohl wieder los, der Mist. Langsam hab‘ ich keinen Bock mehr. Kann man denn heutzutage nirgendwo mehr im Netz ohne zwanghafte Meinungsmache unterwegs sein? Scheinbar nicht.

              • Profilbild
                AMAZONA Archiv

                ich hab Ausversehen bei deinem Kommentar unten Daumen runter gedrückt. Kann das nicht mehr korrigieren, so ein Scheiß. :D

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          Tyrell  RED 3

          Auf Grund eines Programmierfehlers hatten wir die Funktion vorübergehend abgeschafft. Es war nämlich leider möglich beliebig viele Thumps zu vergeben. Dies geht nun nicht mehr. Pro User und Kommentar lässt sich nur noch ein Thump vergeben.
          Der Vorteil der negativen Thumps ist die stille Meinungsabgabe:
          Beispiel:
          In vielen Diskussionen gibt es Kommentatoren die offensichtlich die Meinung vertreten, wer den längeren Atem hat, hat am Ende Recht. Das selbe Argument wird dann immer und wieder neu formuliert und auf alle anders Denkenden dutzende Male abgeschossen.
          Durch die Daumen kann ein solcher Troll durchaus gebremst werden. Warum soll nur der auf AMAZONA.de eine Meinung vertreten dürfen, der sie durch Texte vertritt?
          Nach unserer Erkenntnis sind die Daumen die demokratischste Art um wirklich ein Meinungsbild der Leser zu bekommen. Noch dazu haben wir auf die gesamte Lesermenge von AMAZONA.de bezogen, nur 1% an Kommentatoren.
          Als wir die Daumen abgeschafft haben, hatte ich alleine am ersten Tag knapp 50 PMs erhalten, sie doch wieder einzuführen!!!
          Wir schauen uns das nun wieder an, und entscheiden nach einer gewissen Probezeit, ob wir sie nun endgültig behalten oder abschaffen werden.

          • Profilbild
            Herr Mikrobi  

            Da Dein Post jetzt auch zwei schlimme Daumen abbekommen hat,
            schlage ich die Einführung des Iggy-Mittelfingers vor. Man, man…

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    Hectorpascal  AHU

    Die Jahre sind an Herrn Behringer nicht spurlos vorbeigegangen. Man kann sagen was man will, er ist ein Kind seiner Zeit. Ich wünsche ihm persönlich viel Glück und mögen ihn nur beste Absichten leiten! Mir gefallen seine „Eigenkreationen“ übrigens besser als alles andere. Nur der MS-101 ist ein heißer Kandidat für mich. Und bitte….., nicht so viele UB-Fotos, dafür muss ich mich ehrlich etwas fremdschämen. :)

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    tammy  

    Tut mir leid, aber einige Sachen kaufe ich Uli Behringer nicht ab. Wer solch ein großes Unternehmen mit tausenden von Mitarbeitern führt, dem kann und wird es nicht egal sein, wie viele Einheiten eines Odysseys verkauft werden. Die Behringer Preise lassen vermuten dass da knallhart kalkuliert wird und daher bezweifele ich dass man ein Produkt lediglich aus Leidenschaft baut und verkauft. Die ersten Synthesizer-Ideen/Konzepte mögen aus Leidenschaft entstanden sein, alles andere kann/wird dem Unternehmen nicht egal sein.

    • Profilbild
      penishead  AHU

      Doch, ich kaufe ihm das ab, denn ich leite meine Firma auch nach diesem Modell. Es gibt nicht viele solche Unternehmer, eigentlich sollte es heißen, es gibt sehr wenige solche Unternehmer. Die Worte von Behringer kann ich absolut nachvollziehen. Es gibt nicht nur das Abzocke- und Bereicherungsprinzip.

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        c.hatvani  AHU

        Ich kann es teilweise auch nachvollziehen, daß er jetzt vom Synthie-Fieber gepackt ist und den Menschen eine Freude machen möchte wenn sie „kultige Technik“ günstig kaufen können. Er ist in einer Position, Dinge bewegen zu können, sicher macht ihm das Spaß. Aber daß der Umsatz eines aufwendigen Projekts „total egal“ ist, da übertreibt er aber doch ein wenig der Uli ;-)

    • Profilbild
      Sudad G  

      Ich denke mal, dass es sich dabei um eine Mischkalkulation handelt.
      Behringer verdient hauptsächlich Geld an seinen PA- und Recording-Produkten, so dass er sich im Bereich Synthesizer auch ruhig mal austoben bzw. experimentieren darf.

  4. Profilbild
    Kingfisher  

    Danke, toller amüsanter Reisebericht. Interessantes Interview, sehr sympathisch der Herr Behringer. Bin mal gespannt, was von denen noch rausgehauen wird, besonders die Eigenkreationen.

  5. Profilbild
    mariemusic  

    Danke lieber Peter für deine Reise nach China, für das informative Interview mit UB. Ich nehme dem Uli die Leidenschaft ab. Und klar, ein pfiffiger Geschäftsmann ist er sicher auch, sonst könnte seine Strategie nicht funktionieren. Und ich gehöre zu 100% zu denen die glücklich sind, nun endlich, im fortgeschrittenen Alter, Dank Uli noch zu der einen oder anderen Traummaschine kommen zu können.

  6. Profilbild
    Numitron  AHU

    Super, endlich ist der chinaartikel da!
    (peter hat es auf seiner facebookseit schon angekündigt)
    Sehr interessantes interview.
    Da kann man ja gespannt sein, was als nächstes angekündigt wird.

  7. Profilbild
    costello  RED

    Wunderbar zu lesende Reisereportage, sehr interessantes Interview. Echtes Amazona-Highlight!

  8. Profilbild
    Marcel Halbeisen  

    Was ganz anderes: Das mit den chinesischen Schriftzeichen ist cool :-)

    Tolles Interview aber irgendwie kommt mir U.B. zu sehr als Heilsbringer der Synthesizer-Szene vor. Und die Aussage „spornt uns täglich an, Geräte in der bestmöglichen Qualität und zum günstigsten Preis abzugeben.“ geht mir da etwas quer. „zum günstigsten Preis“ kann ich ja noch akzeptieren, aber wenn ich mir meine beiden „Model D“ mit meinem „Voyager“ vergleiche, dann ist „in der bestmöglichen Qualität“ ja nur in Bezug auf den Preis akzeptierbar.

  9. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Als ich klein war, träumte ich immer davon, mal berühmt zu sein und interviewed zu werden — die Fragen, die ich mir stellte, und die Antworten, die ich mir gab, lesen sich ähnlich wie dieses Interview hier.
    .

  10. Profilbild
    Sven Blau  

    Bei Behringer schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits freue ich mich irgendwie schon, dass es z.B. den Moog-Clone für einen Bruchteil des Preises eines echten D gibt, oder den Vocoder.. beides Geräte, von denen ich seit ich Synthies für mich entdeckte, schwärme. Insofern bin ich Behringer schon dankbar. Andererseits gefällt mir diese Marketingoffensive und diese Präsentation als „Heilsbringer“ (danke Marcel) auch nicht.

    Ich weiß wirklich nicht, wie ich das alles bewerten soll. Demnächst werd ich mir sicher 1-2 Behringersynths gönnen und vielleicht weiß ich dann mehr.

  11. Profilbild
    Kari  

    Vielen Dank für dieses sehr interessantes Interview.
    „Wir haben ein Team in England, Deutschland, Italien und China. Die arbeiten aktuell an über 50 Synthesizern.“
    Ich bin ja mal gespannt was da noch alles kommt.

    Ich wette der dritte Synth (aus der Abschlussfrage) ist der CS-80.

  12. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    The Master of the Uliverse.
    Wann klont er sich selbst, das ist die Frage. Die Zeit läuft davon.

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        AMAZONA Archiv

        Ja und so selbstlos wie man nur sein kann… Ein Held unserer Zeit.

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          tomk  AHU

          Das volkseigene MT-Kollektiv, ganz im Zeichen der Zeit. Mit einem Blitzer an jeder Kreuzung, und einem Italiener der dubios leer ist für den …
          es reichen ein paar Schriftzeichen!

  13. Profilbild
    Johnny4

    Wow das ist ein sehr spannender Reisebericht! Super interessant geschrieben.

    Dank an Uli für seine Instrumente zum guten Preis! Uli wird sicherlich gemerkt haben, dass er denAnalog Hype mitunter verkleinert. Denn was früher einzigartig, selten und teuer war ist nun günstig und überall zu sehen. Ich hoffe s kommen vermehrt kreative Produkte mit hybrider Klangerzeugung! 3D Wavetables durch zwei analoge Filter. (Wie der DSI Pro2 aber Polyphon) Das wäre was gutes mit dem sich interessante Klänge erzielen lassen.

  14. Profilbild
    Allroundlaie

    Uli B., Messias und (im besten Fall) schlecht über die Konkurrenzprodukte informiert oder (im schlechtesten Fall) ein glatter Lügner ;-) (bezügl. des Prophet 6 Abschnittes).
    Mit dem Hintergrund der unzulässigen und missbräuchlicjen Klage seitens Behringer gegen DSI und das Recht auf freie Meinungsäußerung bekommt das einen sehr bitteren Beigeschmack.
    Ansonsten finde ich dieses rumgeschleime schwer zu ertragen,
    die Behauptung, Behringer würde kein Marketing betreiben geradezu lachhaft. Bei so viel (m.E. vorgetäuschten) Selbstlosigkeit: Warum verkauft er die ganzen Synths nicht einfach ganz ohne Marge? Kann er sich doch sicher auch Leisten!

  15. Profilbild
    el-folie  

    Irre!!!

    Gerade der Einreisebericht und die Überwachung zeigen, wie unfassbar schwierig es sein muss, in diesem System zu überleben oder irgendwas aufzubauen. Ich habe beim Lesen mitgezittert, dass dem Autor hoffentlich kein Haar gekrümmt wird. Superspannend zu lesen und das durchaus ambivalente Gefühl während der Reise ist angekommen.

    Das Interview selbst ist inhaltlich natürlich, vergleichbar mit dem, was man schon so über Uli weiß, relativ vorhersehbar, allerdings, der Part über die R&D Abteilung ist natürlich mörderspannend. Oh wie gern würde der Autor wohl ausplaudern, was er gesehen hat… ;)))

    Der 3. von Uli anzukündigende Synthesizer dürfte seiner Erklärung nach, dass es um Erinnerungswerte geht, dann wohl der Prophet 5 sein, da das ja laut Bericht eine eindrückliche Begegnung in dem Tonstudio war. Mich würds persönlich sehr sehr freuen, auch weil Dave ja kein Interesse an reinen Clones hat.

    Klasse Bericht, spannend, viel Neues zu erwarten, großes großes Kino!

    Dass auch ein solch toller Bericht natürlich wieder nicht ohne die üblichen Ego/Missgunst/Zweifler-Kommentare auskommen muss, ist tatsächlich irgendwie langsam tragisch, aber wohl ein Symptom der Internet-Zeit.

  16. Profilbild
    klingend  

    Es wurde ja schon viel geschrieben und diskutiert. Letztendlich wird jeder für sich und das was seine Geldbörse hergibt entscheiden, zu welchen Hersteller er tendieren wird und kann.

    Ich könnte mir die Geräte von Buchla, EMS und Co. auch nicht leisten. Aber es gibt natürlich Leute die können das und die wollen auch die Originale haben. Deshalb glaube ich nicht, dass die dann zu Behringer greifen, vorausgesetzt, das jeweilige Gerät existiert vielleicht nur noch im Museum und Behringer ist der Einzige, der es als Nachbau anbietet.

    Zum experimentieren werde ich mir jedenfalls noch einige von seinen Geräten kaufen. Ich bin wirklich mal gespannt was er noch alles bringen wird – Lechz…

    Ach ja – das Interview ist ja mal wieder sehr unterhaltsam.
    Danke dafür!

  17. Profilbild
    penishead  AHU

    Danke Peter, für dieses Highlight an Artikel! Und danke an Uli Behringer. Da wird ja noch einiges auf uns zukommen. Freue mich drauf! Kommt er also doch noch Behringers Odyssey.

    Ach, Peter – und ich wusste gar nicht, das Du auch so einen schrägen Humor hast. Klasse!

  18. Profilbild
    chris  

    @Peter
    Hätte ich gewusst, dass Du zur Fabrik fliegst, hättest Du mir meinen VC340 mitbringen können. 🙂
    Von der ersten Liefercharge habe ich leider keinen abbekommen und warte darauf.

    Danke für den informativen Bericht.

  19. Profilbild
    Dalai Galama  

    Habe ich das richtig gelesen: Mehr als 50 Synthesizer sind aktuell in der Entwicklung? Da kommt aber dann noch einiges. Die Spannung steigt.

    • Profilbild
      chris  

      Hoffentlich ist auch die elektronisch gesteuerte Pfeifenorgel, die sein Vater entwickelte mit dabei.
      Analoger ginge es nicht!

  20. Profilbild
    tomk  AHU

    Ein Robin Hood der Massenelektroproduktion!

    Man muß kein B-Fan sein, bin ich auch absolut nicht, aber der Weg von der Hobbylöterei zu einer Riesenfabrik in China … sowas muss man erst mal hinbekommen. Das auf solchem Weg dann keine Leichen im Keller liegen, soll glauben wer will. Und durchaus, man kann ja bekanntlich viel sagen wenn der Tag lang ist.

    @Peter
    Das die Belegschaft den Chef nicht grüßt, in China? Rangordnung, am besten in den Boden schauen … sonst?

    Hatte auch mit gültigem Visa auf unseren Reisen um die Welt schon Momente erlebt wo ich dachte: Ohje, hoffentlich kommen wir hier wieder weg! (Hong Kong brennt mir durchaus unter den Nägeln.)

  21. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Schöner Reisebericht. Leider hat Peter dem Profi-Verkäufer B. nicht viel entgegenzusetzen.
    Trotz guter Absicht und dem Versuch kritische Fragen zu stellen.
    Fazit: Der Onkel Behringer, so ein sympathischer Mann. Er meint es nur gut mit uns allen.
    – Synthis sind sein Leben.
    -Obwohl er ein Musikaliengrossproduzent ist, fängt er aber erst jetzt, nach Jahrzehnten, an Synths zu produzieren.
    – Er will nichts an den Synths verdienen, alle anderen schon.
    – Warum fängt er erst jetzt an Synths zu bauen? Die Nachfrage ist so unheimlich groß.
    – Diskret = Transistoren, Wiederstände, etc. „Integriert“= Opamps, etc.
    – Seine Synths haben viel mehr separate Opamps als Synths anderer Hersteller die ja höher integrierte Bauteile verwenden und überhaupt nicht diskret sind. Aha!
    Alternative Fakten scheinen wohl eher Sein Leben zu sein.
    Was soll’s stellt euch die Hütten voll mit dem Ramsch.
    Anhören werde ich mir die Dinger aber auf jeden Fall.
    Vielleicht landet der sympathische Großindustrielle von nebenan ja mal einen Zufallstreffer…
    ich bezweifele es aber. Die Flut von mittelmässigen, uninsprierten und preisgünstigen Nachbauten wird der Sargnagel des Retro-Trends werden. Wir reden hier immerhin über Kulturgüter.

    • Profilbild
      Hectorpascal  AHU

      Kannst ja mal eine Analyse vom „diskreten“ Aufbau des steck mich DSI Prophet/OB und dem Deepmind machen. Das sich gerade Dave Smith und UB streiten ist bestimmt kein Zufall. Ich sage nur Asrock-PC für 50€ im Prophet X. Von den beiden würde ich keinen in Schutz nehmen wollen. So ist das eben.

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        psv-ddv  AHU

        Jo, richtig, der ist auch nicht unbedingt ein Sympathieträger. Dave Smith hat definitiv seine Leichen im Keller (beinahe den Emu ausgerottet).
        Ich verorte den bisherigen Kreativoutput von Sequential/Smith im elektronischen Instrumentenbau aber in einer anderen Dimension als denjenigen von Herrn B aus H. Das ist für mich dann schon ein entscheidender Unterschied.

        Was die technologische Seite angeht unterscheiden sich heutige elektronische Bauelemente stark im Aufbau, Größe, Toleranzen, Effizienz, etc. von der Elektronik die in den alten Boliden sitzt. Schon von daher klingt es ganz anders. Erstmal nicht zwingend besser oder schlechter sondern einfach anders. Smith ist wenigstens so schlau bei seinen SMD Schiffen nicht von Klonen zu reden. Das was Oberheim, Korg, Behringer als Klone verkaufen sind im Endeffekt Mogelpackungen die letztendlich auf einer Technologie basieren, deren Entwicklung durch Mobiltelefone und Laptops stark voran getrieben wurde. Echte Klone wären in Grosserien sehr, sehr investitionsintensiv und teuer.

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      iggy_pop  AHU

      „Die Flut von mittelmässigen, uninsprierten und preisgünstigen Nachbauten wird der Sargnagel des Retro-Trends werden. Wir reden hier immerhin über Kulturgüter.“ — Glaube ich nicht. Billige Kopien einer 1954er Les Paul Gold Top — egal, ob von Epiphone oder irgendeinem chinesischen Sweat Shop — haben dem Original nicht viel anhaben können.
      .
      Das Eine bleibt Kulturgut, das Andere der Kunstdruck aus dem Baumarkt.
      .
      Der sicherlich auch seinen dekorativen Wert hat.
      .

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      Herr Mikrobi  

      Mal Behringer außen vor: Kulturgüter einerseits, „Retro-Trent“-Sargnagel andererseits klingt für mich etwas widersprüchlich.

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        psv-ddv  AHU

        – Kulturgüter: Musikinstrumente->Synthesizer
        – Retro-Trend: Wiederauflagen technisch veralteter Klassiker

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          Herr Mikrobi  

          Was mit Kulturgüter bzw. Retro-Trend (nicht der Reznor) gemeint ist, ist schon klar.
          Nur sehe ich den kausalen Zusammenhang in bezug auf die „Flut von mittelmässigen, uninsprierten und preisgünstigen Nachbauten“ und einem Ende des Retro-Trends nicht.

          • Profilbild
            iggy_pop  AHU

            Der Zusammenhang wird vermutlich der sein, daß keiner mehr die Originale kaufen wird, wenn er doch die viel billigeren Fälschungen haben kann — der Türkei-Effekt: Kaufisch Rolex und Levi’s für Taschengeld in Antalya, brauchisch Original nischmehr, ischwör.
            .
            Das funktioniert sicherlich für den einen oder anderen Mitmenschen ganz gut, aber Selbsttäuschung ist auch ein Lebensentwurf.
            .
            Ob das die Preise für Originale in den Abgrund reißen wird, kann man noch nicht sagen; Fakt ist, daß eine Rolex nach wie vor teuer ist. Was Leute nicht davon abhält, sie zu kaufen.
            .

  22. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für
    den Reisebericht und Interview. Für mich absolut lesernah. Wer anders denkt, soll
    es tun.

    Ich freue mich auch über weitere Behringer Produkte, die in mein Anwendungsfeld fallen.

    Zitat: „Synthesizer sind mein Leben“. Was soll daran nicht echt sein?
    Viele verbinden ihre Leidenschaft mit ihrem Geschäftsmodell.

    freundlicher Gruß

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      psv-ddv  AHU

      Bedeutet „Synthesizer sind mein Leben“ nicht im allgemeinen, dass man sich sein Leben Lang hauptsächlich auf die eine oder andere Art mit Synthesizern beschäftigt?

      So etwas selbstbewusstes hätten vermutlich noch nicht einmal Robert Moog oder Alan Pearlman geschweige denn Don Buchla oder Wolfgang Palm von sich gesagt, auch wenn es bei denen vielleicht berechtigt gewesen wäre.

  23. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Zwei Gedanken:
    1. Oh Gott, bitte keine 50 Synthesizer von denen.
    2. Schon wieder so eine Bromance-Story, wo sich ein relevanter Multiplikator allzu bereitwillig vor den Marketing-Wagen spannen lässt. Kann denn Gear-Love so blind machen?

  24. Profilbild
    andreas2  

    Danke für diesen spannenden Bericht, hat mir Spass gemacht. Klar wiederholt sich der Uli, vom barmherzigen Samariter war auch nie die Rede. Als mittlerweile verdienter Weltmarktführer in Sachen Mischpulte kann er auch Herzensprodukte raus bringen, ohne die Firma in die Pleite zu treiben, Mischkalkulation, langfristige Werbung in eigener Sache etc.pp. Die X32 Familie ist der Hammer, mittlerweile habe ich Compact und Rack,
    unglaubliche Möglichkeiten, ein neuer state of the art zum bezahlbaren Preis ! Als VA-
    Tech Rentner kann ich das beurteilen, hab meine Brötchen damit verdient. 😜
    Und der Deepmind12 ist ein guter Synth, hat meinen Alpha Juno2 abgelöst, keinerlei
    Nachtrauer. Der berufliche Werdegang von Uli B. verdient eine objektive Betrachtung,
    denn das war schon „Elite“ zu der Zeit, ich hatte mich damals auch beworben. :)
    Weniger Neid, mehr Offenheit, lga

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Also der B. ist sicher ein schlauer Kerl und seine wirtschaftlichen Erfolge sind, wenn man ethische Fragen ausklammert, wirklich beachtlich.
      Wikipedia nach zu Urteilen kommt er aus einer privilegierten Familie des Schweizer Bildungsbürgertums. Daher ist die Geschichte „Armer Musiker baut billig Studiotechnik (keine Synthesizer wohlgemerkt) für alle anderen armen Musiker“ doch sehr fragwürdig.
      Ausserdem: Inwiefern ist das Toningenieurstudium an einer Fachhochschule mit angeschlossenem Pianokurs denn bitte Elite? Lass mal die Kirche im Dorf. Es gibt schliesslich auch Tonmeister Studiengänge und dedizierte Pianistenausbildungen am Konservatorium. Ausserdem würde mich dann mal brennend interessieren ob er den Studiengang auch abgeschlossen hat und wie gut. Steht beides nirgendwo. Is ja auch egal, da er letztendlich weder Toningenieur noch Pianist geworden ist.
      Neid? Na ja, mit den Möglichkeiten hätte ich damals sofort angefangen eigene Synthis zu bauen, aber DIE Firma wäre vermutlich heute lange pleite :)

      • Profilbild
        andreas2  

        Damals gab es nur 2 (Fach)Hochschulen in Dt.land, die hochqualifizierte Ton-Ings ,
        international anerkannt attestierte, Düsseldorf und Detmold. Piano spielen und
        ein 2. Instrument war Vorbedingung, plus Aufnahmeprüfung.
        Ansonsten Nachrichtentechnik studieren und sich spezialisieren. Nach Fernmelder-
        lehre, Abi, Nachrichtentech.Studium wurde ich zum 1. Studiengang „Theater und
        VA-Tech“ zugelassen, damals eine Kooperation der Hochschule der Künste und der
        TFH Berlin, heute University of Applied Science. Das war vor dem Mauerfall, denn
        in der DDR gab es sehr gut ausgebildete VA-Techs, reine Praktiker, gute Leute, ich
        habe mein VA-Berufsleben mit etlichen von ihnen verbracht und viel Spass gehabt.
        Uli Behringer ist Musiker mit Leib und Seele, Heiliger der Weltrevolution war nicht
        gefordert … Ich nehme ihm seine Intention ab, mich hat das als Student auch geärgert, teure Brocken, nix drin.
        X32 und Deepmind12 sind bezahlbare Geniestreiche 🤪

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        falconi  RED

        Der Ulli war und ist immer noch ein versierter Jazzpianist und Elektronikentwickler, und er wäre sicher auch ein passbler Recording- und Mixingengineer, zumindest für alles akustische…

  25. Profilbild
    heimannrudolf  

    „DSI hat unsere Coolaudio Bausteine in seinen Synthesizern eingesetzt und wir freuen uns, dass wir zu dem Klang seiner Synthesizer beitragen konnten.“

    Wäre jetzt Wahlkampf, hätte er mindestens 5 Prozentpunkte durch diesen rhetorischen Schachzug gewonnen. Gut geschult, der smarte Berufsjugendliche. Respekt!

    • Profilbild
      psv-ddv  AHU

      Sind die Coolaudio ICs nicht geklonte Curtis oder SSM Bausteine?
      Dann müsste es heissen: „Wir freuen uns, dass Curtis/SSM damals so tolle Synth ICs entworfen hat, das sich Nachbauten davon sogar heute noch gut verkaufen lassen“.

      • Profilbild
        andreas2  

        Möchtest Du jeden Wasserkocher lizensieren ?
        Es handelt sich doch meistens um Patente, die
        abgelaufen sind, kopiert wird immer !
        Vielleicht besteht all unser Fortkommen aus Kopie
        und Verbesserung ? Schau Dir mal die Geschichte
        der Röhren an, dort gibt es einmal EL34/84 und
        6V6 / 6L6, britischer und amerikanischer Tone,
        wahre Glaubensbekenntnisse, ich bevorzuge auch
        die Beamstrahlröhre, nur wegen der Höhen. 🤪

        Die Coolaudiochips können hergestellt werden, weil
        es Nachfrage gibt, die Innereien sind kein Geheimnis,
        so what ?

        Vielfalt macht Freude, der int. Markt ist unerbittlich,

        Moog hat den Synth nicht erfunden, Behringer wird
        das nicht ändern, hoffentlich viele Spielzeuge erzeugen
        und Nörgler ärgern ..hihi..

        • Profilbild
          psv-ddv  AHU

          Du hast mich anscheinend falsch verstanden.
          Ich finde es gut, dass Coolaudio die alten Synth ICs wieder auflegt.
          Nix dagegen einzuwenden.
          Ich finde es aber anmassend und primitiv wenn sich U.B. wie im Interview geschehen mit den Lorbeeren anderer schmückt und damit noch laut johlend durchs Dorf rennt!

          • Profilbild
            andreas2  

            Das kann ich nicht so erkennen, ausser Statements, die er schon seit Jahrzehnten erzählt. Und mit seiner Synthbegeisterung jetzt ein global
            Player, der tatsächlich den Markt aufmischst, ein 12 stimmiger Analogsynth, der eine ausgefuchste Effektengine besitzt für 700€ ? Ich
            hab auch noch viel mehr bezahlt, aber so ist das mit dem Markt.

            Er klont den Moog, den 3340 Chip ? Was ist schlimm daran ?
            Sicherlich ist das eine grundsätzliche Frage unserer Zeit, wo
            allgemein geistiger Besitz in „Besitz“ umgewandelt weden soll,
            egal, um was es sich handelt ! Weiter so, Uli Behringer & Friends …

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    olafmol

    Apologies for commenting in English, I can read German just fine, but writing/speaking is a different ballgame ;)

    Anyway, this has to be the most awkward piece of „journalism“ i’ve read in a long time. There is zero criticism, and all „critical questions“ feel basically like staged ones so U.B. can zoom in onto a specific topic and give the answers and info he wants to communicate to the market.

    Essentially it reads like one big „infomercial“. All the topics and info are a 100% rehash of the stuff U.B. talks about repeatedly on forums like Gearslutz.

    I mean, U.B. is a great businessman, and i like how he disrupts the analogue/vintage/boutique synth industry, but as a piece of journalism this doesn’t deserve any prices. It’s channeling exactly the information that U.B. wants to communicate, and in the form he does it in all media he uses for his social media guerrilla-marketing campaign. 100% respect, he knows what he’s doing, and the „Article“ above is a 100% prove that his methods are very effective.

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      tomk  AHU

      Das kann ich nur sowas von unterschreiben, und bedauere zutiefst den Zeitgeist der in unserer ach so tollen, freien, weltoffenen Gesellschaft Platz nimmt. Tiefere Fragen sind nicht mehr erwünscht, selbige könnten dem gewollt gelenkten Konsum – Mainstream, einem Markenbild, Denkprofil wiedersprechen, oder gar Dislikes, ungewollte „Debatten“ (Modewort) hervorrufen.

      Wer ohne Visum nur mit einer SMS einreisen kann, erkennt die Tiefe nicht die dahinter steckt. Bzw. sollte er diese hinterfragen, nachdem er wieder frei ausreisen durfte! Denke … es steckt vielleicht auch zwischen den Zeilen?

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        Monolith2063  

        China ist spätestens seit Konfuzius ein bürokratisch gelenkter Staat. Allerdings gibt es immer Mittel und Wege, wie man sich auch gut durch den Bürokratismus durchschlängeln kann. Bei Behringer hat man offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht und kennt offensichtlich diese Wege, mit denen man auch mal die strengen Visa-Auflagen umgehen kann. Da zeigt man in China offensichtlich mehr Pragmatismus als wie in den USA, wo Peter Grandl bei einem eindeutigen Visa-Verstoß mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von einem wichtigen Officer der Homeland Security in den nächsten Flieger zurück nach Deutschland geschickt worden wäre.

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      Sven

      Bezeichnend, dass ein Ausländer hier ein Statement abgibt, das richtig und notwendig war.
      Ich werde jedoch nicht weiter dazu beitragen, diese nett gemeinte „Interview“ in den Dreck zu ziehen, schliesslich sind wir hier nicht beim Spiegel, sondern beim grössten Musikerportal in D, bei dem es um unsere elektronischen Lieblinge geht, da ist Nachsicht mehr als angebracht.

      Nur soviel, die lebenserfahrenen Mitleser hier, wissen schon ziemlich genau, welcher Menschentyp der Uli ist. Nur ein Narzisst kann ein Unternehmen dieser Größe, erst Recht in diesem Markt aufstellen. Arbeiten möchte ich bei MT/B lieber nicht, dazu habe ich zu viele Insiderinfos über das Arbeitsklima und den Führungsstil, der viele Leute verzweifeln und fliehen lässt.

      Ich bin ebenfalls langjähriger Besitzer diverser B-Geräte und nun auch Synths (deepmind, Model-D) und wünsche mir endlich mal einen MODERNEN Kracher, anstatt speicherlose Klone vergangener Zeiten.. der Deepmind ist eher ein Ambient Toy, ein Prophet 6 klingt da wesentlich charakter- und voller!

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    FairlightCX

    Herr B. triggert offensichtlich die Boomergeneration unter den Synthesizerbesitzern, für welche die Menschwerdung erst bei Holzkisten zum Preis eines Gebrauchtwagens beginnt, allein dafür gebührt ihm Dank. Man verschanzt sich dann gerne hinter moralischen Argumenten, typisch deutsche Neiddebatte, als würde nur Behringer in China zum knappen Preis produzieren, scheinheilig. Was will man ihm vorwerfen ? Dass er ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, der seine Ware und Message an den Mann bringt (natürlich auch hier im Artikel) ? Die Synthesizergeschichte ist voll von Idealisten, die keine guten Geschäftsleute waren (ARP, Moog, PPG…). Schwamm drüber.

    P.S.: Habe selbst keine Sachen von Behringer in Verwendung.

  28. Profilbild
    Monolith2063  

    Da die Kommentarfunktion die Gesamtlänge beschränkt, musste ich meine Anmerkung in zwei Teile splitten:
    Teil 1:
    Nun ja, lebendig geschrieben, allerdings gewinnt man mit Zeilen wie „Zur Not geht auch chinesisches Bier“ und „Bunte Küche, nichts für schwache Geschmacksnerven“ bei mir keinen Blumentopf. Das klingt so spießig, das gibt Abzüge in der Gesamtnote. Hätte eigentlich nur noch „die sehen doch alle gleich aus“ und „die essen doch den ganzen Tag nur Reis“ gefehlt. Ist vielleicht ein wenig überspitzt von mir, aber ich habe ähnliche Sprüche schon zu oft von Leuten gehört, die eigentlich belesen sind und es besser wissen sollten, deren Weltbild aber irgendwie nur Europa und Nordamerika auf die Liste der zivilisierten Gegenden zulässt.
    Die Szene mit „guter Bulle, böser Bulle“… ist meinem Vater 2004 sehr sehr ähnlich in den USA auch passiert. Stundenlang bei der Einreise festgehalten, dann durch „guter Bulle, böser Bulle“ verhört – aber in den USA wird man ja wenigstens nicht erschossen, so wie die das ja sonst in China mit Ausländern ohne Visum machen. Von daher: echt Glück gehabt.

  29. Profilbild
    Monolith2063  

    Teil 2:
    Zu Uli B. – ich glaube nicht, dass es ihm völlig egal ist, was die Synthis kosten. Wer so eine Firma aufbaut, der hat vermutlich schon viel Management-Lehrgeld bezahlt und natürlich weiß er, dass er in der Summe immer ein wenig mehr einnehmen muss, als er ausgibt. Aber dennoch glaube ich ihm, dass in ihm eine Begeisterung für das Thema steckt und dass er auch das eine oder andere macht, obwohl die Vertriebsaussichten keine größeren Gewinne prognostizieren. Wenn man Gelder umshiften kann, falls mal eine Sache nicht ganz so gut läuft – genau so funktionieren ja auch Genossenschaften. Man muss nicht aus allem immer riesige Profite schlagen, wenn es in der Summe gut läuft, kann ein Zweig auch mal ruhig eine Durststrecke haben. Das ist mir sehr sympatisch.

    Und die Frage, warum er weiter in China produziert, obwohl China doch auch mittlerweile teuer ist: neben den kurzen Lieferwegen, wenn die Zulieferer im gleichen Land produzieren, hat China noch weitere Vorteile. In China lassen sich z.B. Dinge umsetzen, während man in Deutschland noch mit dem Zerstreuen von Bedenken und dem Erbringen von Beweisen beschäftigt ist, dass das auch funktionieren wird. Und dann wollen alle mitreden und mitbestimmen, ob und was und überhaupt. Ich kann sehr gut verstehen, warum jemand, der einfach machen will, der vorankommen will, das nicht in Deutschland / Europa macht.

  30. Profilbild
    Monolith2063  

    Ach ja, eine Frage bleibt natürlich noch offen: der dritte Synthi, der für Uli Behringer wichtig ist, angeblich hat er ihn ja nicht genannt. Falls doch würde mich interessieren, ob das der nun angekündigte CS 80-Nachbau ist oder noch ein ganz anderes Gerät, von dem wir im Moment nichts ahnen?

  31. Profilbild
    volcarock  

    Strange wieviel negatives Feedback hier mitschwingt, wenn man einen erfolgreichen Instrumentenhersteller interviewt, der nebenbei günstige Synths made in China anbietet, die der Massenmarkt verlangt.

    Natürlich ist alles positiv verpackt und auch wenn viel PR-Bla dabei ist, klingt B. für mich wesentlich glaubwürdiger und aufrichtiger und vor allem weniger scheinheilig als die gesamten Negativ-Kommentatoren hier.

    B. macht mit seiner Firmenphilosophie Millionen von auch weniger betuchten Musikern /Kids auf der ganzen Welt glücklich, beschäftigt eine Armada an Mitarbeitern, die wiederum ihre Familien durchfüttern können und hier wird abgekotzt mit Hilfe von Apple, Samsung oder sonstiger Fernost-Elektronik während man gekleidet ist in Klamotten made by Kinderhände in Bangladesh

    WTF, ich erwarte in einem Musikerportal auch keine Investigativfragen, bei Moog oder Yamaha oder DSI würde die auch keiner vermissen.

    Aber da Menschen oftmals von sich selbst auf andere schliessen, ist es wiederum verständlich, warum B. so unglaubwürdig in ihren Augen ist…

  32. Profilbild
    Dave the Butcher  AHU

    Ich liebe Amazona heiß, trotzdem hinterlässt dieser recht spritzig geschriebene Artikel auch bei mir einen bitteren Nachgeschmack. Die subjektive Perspektive finde ich sehr angenehm, mir fehlt dann aber doch eine kritische Reflexion. Bin ich da etwa gerade benutzt worden? Wäre eine wichtige Frage, die sich dem Aussenstehenden recht direkt aufdrängt. Ich verstehe die Begeisterung, von einem global player eingeladen zu werden sehr gut, allerdings hat man als große Plattform auch die Verantwortung, einen Schritt zurück zu gehen und das geschehene kritisch zu betrachten. So zumindest meine Auffassung von Journalismus. No Offense, und Respekt für die Arbeit, die tagtäglich geleistet wird!

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      Max Lorenz  RED

      Hi Dave, nur mal aus eigener Erfahrung. Interviews in dieser Branche werden nie ohne Vertrag gemacht, bei denen sich der Interviewte das Recht vorbehält, vor der Veröffentlichung Fragen löschen und Antworten ändern zu dürfen. Das wird hier nicht anders gewesen sein. Keine Vertrag, kein Interview. So einfach ist das.

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        p_carp  

        Wo bleibt dann die freie Meinungsäußerung des Journalisten?

        Ich verstehe das schon, dass Firmen die Rede und Antwort stehen Eventuelle negativ punkte oder Kritiken nicht gerne lesen und veröffentlichen, zumal auch Marketing punkte mit einfließen.

        Nur finde ich ein Objektives Interview, frei vom Journalisten verfasst werden muss ohne Korrekturen nur dann wird es doch erst glaubwürdig.

        Wie es auch sei, dennoch ist es sehr schön geschriebener Artikel auch wenn er vielleicht ein wenig korrigiert wurde oder auch nicht.

        Danke an Peter für solche spannende Momente !!!

  33. Profilbild
    amyristom  

    @Peter: Insgesamt toller Bericht! Vielen Dank und gerne mehr davon (siehe auch Roland-Bericht / -Interview). Natürlich hätte auch ich mir hier und da etwas kritischere Nachfragen gewünscht (z.B. hinsichtlich Klonen von Synthesizern, deren Firmen es noch gibt (wie Moog, Roland, usw.), aber Uli ist ja bekannt dafür, bei sowas gerne mal etwas „verschnupft“ und mit Liebesentzug zu reagieren. Andererseits muss man aber auch einfach nüchtern sehen, dass die Nachfrage am Markt nach diesen Klonen definitiv da ist und Behringer sie auch deshalb so erfolgreich bedienen kann, weil die originalen Hersteller weiterhin größtenteils diese Nachfrage ignorieren oder sie nur äußerst lieblos und halbgar bedienen (siehe Rolands Boutique- oder Yamahas Reface-Serie). Zumindest Yamaha scheint ja nun mit dem CS-80 Projekt etwas aufzuwachen. Und abschließend: Ich bin froh, dass Behringer das tut was er tut. Ein fast original klingender Minimoog für 300 statt 4000 EUR! Wenn Moog versäumt, sowas zu produzieren, kann man das Uli schwerlich vorwerfen, wenn er diese Lücke ausnutzt.

  34. Profilbild
    pol/tox  

    Apple in der Hosentasche mit Whatsapp drauf und sich über Behringer aufregen…

    Ich für meinen Teil finde den Bericht interessant. Peter hat paar kritische Fragen gestellt (obwohl er das nicht musste; verstehe den Ruf nach „Journalismus“ hier absolut nicht; oder erwartet sich wirklich jemand auf einer Audio-Homepage kritischen Aufdeckerjournalismus??), Behringer hat Unternehmenssprech gemacht und Werbung in Eigensache, na was denn sonst als Unternehmer, das ist natürlich weniger interessant, aber nicht wert deswegen verwundert zu sein.

    Bilder gut, paar neue Einblicke, was will man mehr.

  35. Profilbild
    Soundreverend  

    Ich finde den Artikel interessant. Ja, der Uli wiederholt sich hier an manchen Stellen, aber vielleicht liest ja nicht jeder Gearslutz (ich wäre froh wenn ich dieses GS Forum nie gefunden hätte, absolute Zeitfalle mit immer skurrileren Diskussionen!!!)

    Ich kaufe ab und zu Synthesizer, mal gebraucht mal neu, von Behringer, Korg, Roland, Moog, Elektron, Arturia… egal. Wenn mich ein Teil überzeugt – und das Sparbuch es zulässt)

    Und jetze auf zur Superbooth 2019, da kann ich mich hoffentlich persönlich bei den Redakteuren bedanken…. man sieht sich!

  36. Profilbild
    Ralph Schloter  

    Herzlichen Dank lieber Peter für diesen schönen Reisebericht mit Interview,

    ich fühlte mich teilweise in meine Jugend versetzt – der Formant aus dem Elektor war für mich damals finanziell nicht realisierbar. Für meinen Bruder hatte ich nach einem Bausatz (von ITT Schaub-Lorenz, wenn ich das recht erinnere) ein E-Piano zusammengebaut :)

    Ich bin sehr gespannt was noch alles für Synthie-Schätzchen aus dem Hause Behringer kommen!

  37. Profilbild
    Vati  

    Super Reisebericht und Interview Tyrell !!
    Behringer war in meiner Jugend die Firma, die es mir in Deutschalnd ermöglicht hat, Musik zu machen.
    Dann bin ich in die Studioszene und mußte mit ansehen, wie Produkte von Behringer von den „Heros“ und „Profis“ egal ob beim Rundfunk oder private Studios systematisch niedergemacht wurden. Schon damals habe ich mich gefragt, wie sich Menschen , die mit Ton und Musik zu schaffen haben in Ländern wie Thailand, Senegal oder Nicaragua , die Produkte leisten können.
    Mir gefällt die Firmenphilosophie von Behringer !
    Drei Fragen:
    Waren die Lieferengpässe dem Umzug in die neue Fabrik geschuldet ?
    Ist das Thema mit Thomann vorher ausgeklammert worden, keien Frage diesbezüglich erlaubt ?
    Wenn dich die Chinesen nicht mehr raus gelassen hätten Peter, wärst Du jetzt bei Behringer?
    Ja und eine Frage an Uli: Ist geplant, ein E-Auto für unter 15.000 € zu bauen ?
    Grüße von Vati

    • Profilbild
      Numitron  AHU

      Ja, lustige Geschichte dazu: als ich 2002 die SAE besucht habe, standen dort bei den plätzen mackie cr 1604 (die allererste Version). Die Mitarbeiter haben oft betont wie schlecht behringer nicht ist. Zb bei technical riders draufschreiben: “ no behringer“.
      Ein paar Jahre später war ich wieder dort und alle mackies waren mit behringermixern ausgetauscht.
      8-)

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        Hectorpascal  AHU

        Die UB-Serie um 2007 soll richtig gut sein und mit den erstmals eingebauten Virtualizer FX kann man noch heute ganze Alben vertonen. Ein Geheimtip? :)

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    Sudad G  

    Hey Leute – jetzt hackt doch nicht so auf dem armen Peter und dem Uli rum.
    Der eine von beiden ist echt sehr weit geflogen inkl. Jet Lag, nur um uns Synth-Nerds ein interessantes Interview mit Uli Behringer bieten zu können…und der andere hat jahrelang erfolgreich versucht, die untere Einkommensklasse der Musiker mit Instrumenten und Tools zu versorgen. Klar waren da auch zeitweise echt gruselige Sachen dabei, aber in den letzten Jahren hat Behringer dank neuer Fertigungstechniken und Zukauf etablierter Firmen aus dem Hi-End-Bereich (Klark, Midas etc.) und den damit verbundenen Technologietransfer recht interessante und qualitativ gute Produkte an den Start gebracht.

    Dennoch ist er seiner Preispolitik treu geblieben, obwohl er durchaus hätte mehr verlangen können (z.B. beim Model D, Klark KT-76, KT-2A etc.). Auch hat Behringer sehr oft in Zusammenarbeit mit uns Musikern erfolgreich Geräte entwickelt und nicht wie andere Hersteller arrogant irgendwelche Produkte auf den Markt geworfen, um sich anschließend zu wundern, warum sie keiner kauft.

    Das Interview ist ein Musiker bezogenes Interview für Amazona.de gewesen und mehr nicht.
    Warum hier vom Peter ein politisches Interview über Menschenrechte und Mindestlohn in China erwartet wird als ob er ein Journalist von Reuters oder RT wäre kann ich hier nicht nachvollziehen. Insofern – tolles Interview!

      • Profilbild
        8-VOICE  AHU

        Übrigens, bei mir funktioniert Daumen rauf/runter nicht, wenn ich klicke wird folgender Code eingeblendet:
        {„count“:{„ama_send_emails“:[„1″],“upvotes“:[„0″],“downvotes“:[„0″],“antispam_bee_iphash“:[„$P$BPGZPE1O4GxRv41cpeAtuVhyfA48zT\/“]},“voted“:true}

        Ich benutze Win 7 64bit, Google-Chrom.

  39. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    Ich möchte mir an der Stelle erlauben, allen hier für die niveauvolle Diskussion zu danken. Das Interview fand ich mindestens fragwürdig, die Kommentare haben es (wie so oft hier) wieder rausgerissen.

  40. Profilbild
    Larifari  

    Guter Geschäftsmann und Rhetoriker. Die Aussagen lesen sich für mich, trotz emotionalen Inhalt, eher kühl. Die glatt gebürstete Behringer Welt erinnert so ein wenig an eine amerikanische Soap.
    Und genau hier beißt sich Uli Behringer in den eigenen ( sprichwörtlichen ) Schwanz, denn „ Der Mensch selbst ist imperfekt und es ist genau diese Imperfektion, die bei uns Gefühle auslöst“

    Ganz wichtig : Ich will Uli Behringer nichts unterstellen, wahrscheinlich ist es auch genau so wie er es sagt und es ist einfach nur mein Eindruck beim lesen.
    Eigentlich ist es aber auch ganz egal, denn wenn man ehrlich ist – am Ende wird man von den 50 Dingen einige bei sich stehen haben.

    Den Reisebericht Teil fand ich richtig super. Besonders den Twist mit dem Übersetzer :)

  41. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich verstehe immer noch nicht, warum Leute ständig irgendwelchen Sachen aus ihrer Jugend nachjagen, sei es Musik oder Synths. Wer in anderer‘ Leute Fußstapfen tritt, hinterläßt selbst keine Spuren. Man braucht heute keinen alten Boliden mehr, um gute Musik zu machen, hat man eigentlich nie, aber das ist eine andere Diskussion.

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      amyristom  

      Bezüglich der Fußstapfen kommt es IMHO weniger darauf an, welches Equipment man einsetzt, sondern wie man es einsetzt und was man daraus macht. Nur weil man eine Hammond oder einen Moog einsetzt, muss man damit nicht zwingend wie Jon Lord oder Keith Emerson klingen. Bezüglich der „alten Boliden“ habe ich da ein recht pragmatisches Verhältnis dazu: Wenn ich für eine Produktion z.B. einen Mellotron- oder Minimoog-Sound benötige oder haben möchte, dann möchte ich den hinsichtlich Budget und Aufwand in Relation stehenden bestmöglichsten Sound haben. Wenn ich den durch ein sehr gutes Plugin oder wie beim Minimoog durch den Boog für nur 1/10 des Preises erreichen kann (und gleichzeitig auf die Performance-Aspekte des Moogs verzichten kann), dann benötige ich das Original nicht. Wichtig ist dann nur am Ende der möglichst authentische Sound „auf Platte“, das zählt. Aber wenn es keine Alternative gibt um DEN gewünschten Sound zu erhalten, dann muss es notfalls eben ein alter Bolide sein.

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      Soundreverend  

      Naja es geht ja nicht nur um die Musik. :-)
      Ich glaube jeder, der in den 80ern für Musik und dann auch für Synthesizer interessiert hat wurde z.B. mit dem Jupiter 8 konfrontiert. Bei mir: https://www.discogs.com/image/R-103725-1222961348.jpeg
      Ich habe damals Berichte gelesen, Prospekte studiert etc. und hätte wirklich gerne auch einen gehabt. Und das ist immer noch so. Hab mir stattdessen gleich die Roland JP-08 gekauft. Süss sind sie… Und sehen bestimmt in einer Vitrine später mal nett aus.
      Und wenn nun UB einen JP8 nachbaut, würde es mich reizen. Anderen hier im Forum geht es dann vielleicht so mit einem OBX-a. Oder CS80.

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        lightman  AHU

        Okay, also gehts um Nostalgie. Ich dagegen sehe die Sache ausschließlich aus der Perspektive des Musikers. Es gab mal eine Zeit, in der zum Sound eines Minimoog oder Odyssey keine Alternativen existierten, aber das ist lange her, und selbst damals fanden viele Musiker Mittel und Wege, auch ohne solche Teile ihr Ding zu machen. Das, was aus damaliger Sicht ein Kompromiß war, hat zur Einzigartigkeit ihres Sounds beigetragen, weil sie eben unbedingt Musik machen wollten und sich nicht durch das Fehlen irgendwelcher Traumgeräte davon abhalten ließen.

        Ich will niemand seinen Spaß verderben, wer meint, einen Jupiter 8, OB-Xa, Odyssey, CS-80 oder was auch immer als Klon oder im Original zu brauchen, um glücklich zu werden, soll sich die Dinger holen. Rein musikalisch macht das aus meiner Sicht aber keinen großen Sinn mehr, es gibt mittlerweile unglaublich viele tolle Geräte, der Markt läßt keine Wünsche mehr offen, und das für jeden Geldbeutel.

        Ich fänds halt nur schade, wenn sich jemand vom Musikmachen abhalten ließe, nur weil er glaubt, dazu DEN Synth zu brauchen, denn der Musiker macht die Musik, nicht das Stück Metall, Plastik und Silikon, das vor ihm steht.

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          vssmnn  

          Wenn es danach geht, braucht man nur Wasser, Sonne und was zu Essen.
          Man will aber auch Spaß und ein gutes Gefühl.

          • Profilbild
            lightman  AHU

            Der Spaß kommt bei mir beim Musikmachen und wird umso größer, umso besser das Resultat ausfällt. Wenn ich mich hinsetze und Musik mache, wird ab einem gewissen Punkt die dazu verwendete Hardware unwichtig, da gehts dann nicht mehr um akademische Filter- und Klangdiskussionen, sondern um den Track, der gerade entsteht.

            Das ist natürlich subjektiv auf meine Musik und meine Art des Musikmachens bezogen. Ich verstehe vollkommen, was du meinst, darüber bin ich aber schon lange weg. :)

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          TimeActor  AHU

          Stimme da mit dir völlig überein wenngleich ich als junger Schnösel natürlich nach diesen teuren Boliden gelechzt habe!

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            lightman  AHU

            Wer hat das nicht. Dazu kam das ständige Gebabbel, welchen Synth welcher Star verwendet und daß man ja unbedingt Synth XY braucht, um „richtig“ Musik machen zu können, usw., da wird man schon irgendwann kirre.

            Ich habe immer den Beat im Kopf gehabt, den ich dann auch auf Platte haben wollte, doch bei der dazu notwendigen Instrumentalisierung war ich nie so pingelig, daß ich nun unbedingt bestimmte Geräte gebraucht hätte. Natürlich gabs da fixe Ideen, was man meinte, zu brauchen, und da wurde auch Lehrgeld gezahlt, umso mehr freue ich mich, daß wir heute in einem goldenen Zeitalter leben, wo wirklich jeder gute Mucke machen kann, wenn er Lust hat und kreativ ist, ohne daß man sich verschulden muß.

            Klar, der Weg ist das Ziel, wie man so schön sagt. Dem stimme ich grundsätzlich zu, aber gerade im Bereich Musikelektronik kann man vor lauter Begeisterung das Ziel schon mal aus den Augen verlieren, das führt dann dazu, daß man für den Ausbau des Studios mehr Zeit verwendet, als fürs Musikmachen, und schließlich zu reichlich Frust.

            Ich kann nur sagen, macht Musik, mit dem, was ihr habt, egal was es ist, nur macht Musik. Der Rest ergibt sich dann, wenns paßt.

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              Coin  AHU

              Denke nicht so materiell, dann wirst Du auch nicht kirre.
              Die Liebe zur Musik allein genügt.

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              Larifari  

              Hallo,
              aber der Gedanke das man ohne Gerät xy nicht kreativ tätig werden kann, ist heutzutage viel präsenter als noch vor 20 Jahren. Genau das ist ja die Definition des G.A.S, welches immer wieder mit Kaufsucht verwechselt wird. Bei G.A.S. ist die „Angst vor dem Scheitern“ ein wesentlicher Bestandteil des Problems.

              Deswegen finde ich deine Einstellung sehr lobenswert. Das Zeitalter ist wirklich super und es fällt schwer zu widerstehen…aber das muss man ja auch nicht immer :)

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              TimeActor  AHU

              Du drückst das so herrlich entspannt und eigentlich treffend aus. Bin schon länger am sparen um mir ein größeres Dotcom, COTK, oder Moon irgendwann mal leisten zu können da man ja immer von solchen Brocken geträumt hat (fast ein halbes Leben lang). Deine Sichtweise hat es tatsächlich geschafft zu überlegen ob dieses Vorhaben für mich zielführend ist. Möglicherweise wirds etwas womit man ganz anders arbeitet wie z.B. Mutable Instruments und andere.

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              gaffer  AHU

              Ja Lightman, für mich gibt es auch keinen Sinn, ein Stück im Kopf zu entwerfen und dann die Sounds dazu zu suchen. Ich finde es sinniger, die Sound anzuhören, die da sind und danach das Stück zu machen.

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                TimeActor  AHU

                Gut zu lesen, dass ich nicht allein damit bin. Bei mir ist es seither auch so, dass mich Sounds inspirieren und dann danach etwas ensteht…anders herum hat das noch nie geklappt. Hatte auch daher immer schwierigkeiten einen Namen für ein Stück zu finden. Allerdings bin ich gerade dabei etwas konzeptionelles zu machen…k.A. ob mir dies gelingt da zum ersten mal anders herum – zumindest bei einigen Effektsounds muss ich jetzt so vor gehen.

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          Soundreverend  

          Da schlagen 2 Herzen in mir, das (Hobby-) Musikerherz, sich stundenlang in einem Track verlieren, Sounds auszuprobieren oder zu basteln, und das Nerd-Herz, Neues zu erfahren über Produkte, HW, SW, Controller (u.a. deswegen bin ich ja hier auf Amazona), auch mal was kaufen und dann ganz schnell wieder zu verkaufen… Hauptsache es geht um Musikmachen – und das musikalische drumherum! :)

  42. Profilbild
    TimeActor  AHU

    In Bezug auf die Diskussion die man hier immer wieder zu lesen bekommt, sehe ich für ein Musik,-/Instrumenten Magazin ob nun Online oder Offline keinerlei Notwendigkeit der Berichterstattung die sich kritisch mit wie z.B. in diesem Fall Herrn Behringer und seine Sichtweisen und Produktionsmethoden beschäftigt.
    Ich möchte mich mit Kollegen austauschen, Fachsimpeln, Tests von neuen Geräten lesen und an der Kurzweil dieses Magazinsformates erfreuen.
    In meiner fast 40 jährigen Tätigkeit auf der gegenüberliegenden Seite des Musik Erschaffens also der hochwertigen Abhöranlage für die Musik Begeisterten zu Hause ist mir noch nie ein Magazin wie z.B. Audio, STEREO, Stereoplay, Image Hifi, LP etc. untergekommen, welches über derartige Dinge schreibt bzw. berichtet (allenfalls als Randnotiz!) – das möchte ich als Leser eines solchen Magazins gar nicht lesen. Diese Geschichten erwarte ich allerdings in Wirtschafts,- Ökonomie, Umwelt usw. Zeitungen und Magazinen und auch nur dort möchte ich diese lesen und dann entsprechend handeln.
    M.M.n. sollte Amazona als mein Lieblings Musik Magazin (früher jahrzehntelang die Keyboards und Key´s im Abo gehabt…nun schon lange nicht mehr) sich auf die Kernkompetenz fokussieren die wir Musiker eigentlich so gerne mögen…die Berichterstattung über die 2. schönste „Nebenbeschäftigung“ nämlich die Musik und in meinem Fall sinds halt die Synthesizer :-)

    • Profilbild
      TimeActor  AHU

      Ergänzung zu meinem vorigen Statement:
      Die damit Geldverdienende Zunft mal ausgenommen wenngleich ich annehmen möchte, dass ihnen ihr Job genauso viel Spaß wie uns Hobbyisten macht.
      Ich möchte da abschließend dem Peter in die Bresche springen ;-)

  43. Profilbild
    janschneider  

    “Es ist sehr wichtig, dass Brands ihre Identität bewahren.”
    Nun ja, in Grenzen zumindest. Mir scheint schon, dass da teilweise von oben geguckt wird, welche Produkte sich gut verkaufen würden, bzw. welche man mal kopieren könnte, und dann wird eine “Brand” gesucht, unter der das gelabelt wird.
    Beispiele: TC helicon, eine Marke, die plötzlich mobile interfaces für Gitarren macht, die dezent an Produkte von IK Multimedia erinnern. Oder die LA2A/1176 clones bei klark teknik.

    Insgesamt schon interessant, wie kontrovers Behringer immer wieder diskutiert wird. Auch das ist ja ein Marketing Erfolg – jedes Online Magazin wird gerne Artikel über Behringer bringen, da das immer hohe Clickzahlen garantiert. Da ist es gar nicht notwendig, teure Anzeigen zu bezahlen. Clever.

    Ist ja auch völlig in Ordnung, jeder soll sein Unternehmen führen, wie er es für richtig hält. Das einzige Problem, was ich mit B habe, ist, dass sie tatsächlich nicht nur alte, schwer erhältliche Synthesizer clones, sondern eben auch immer wieder gezielt erfolgreiche Produkte von Mitbewerbern, die noch im Handel erhältlich sind. Das ist imho schlicht und einfach schlechter Stil. Mir ist schon klar, dass Stil und Moral im Business nicht so wichtig sind, dennoch wirkt sich das zumindest für mich auf das Image der Marke aus.

    • Profilbild
      TimeActor  AHU

      Die Kernaussage von dir die eine gewisse Ethik beeinhaltet unterstütze ich! Die Brands sind für ihre Identität natürlich selbst verantwortlich und dabei wurden aus meiner Sicht viele Fehler gemacht. Stichwort: Boutique, Reface, Kindertastaturen etc. Deine Wünsche in Gottes Ohr – muss dir aber leider mitteilen, dass es viele „Behringers“ in meinem Business gibt! (das muss allerdings zwangsläufig nicht alles schlecht sein).

      • Profilbild
        janschneider  

        Ich bin ja auch nicht naiv, und mir ist schon klar, es es reichlich Firmen gibt, die mit Sicherheit noch moralisch fragwürdiger sind…
        Gibt ja auch viele Leute, die sich gerne über die “Ausbeutung” in China echauffieren, wenn ein synth/Gitarre/was auch immer dort produziert wird, aber kein Problem damit haben, Klamotten zu kaufen, die unter gruseligsten Bedingungen in Bangladesh und so hergestellt werden…
        man sollte immer vorsichtig sein, wenn man die moralische Keule gegen andere schwingt (gilt auch für mich;)

    • Profilbild
      janschneider  

      Ich störe mich auch etwas an “Mitbewerbern, die ihren Profit maximieren, indem sie die Preise danach setzen, was der Kunde bereit ist bezahlen”.
      Das ist sicherlich nicht ganz unwahr, aber mitunter nur die halbe Wahrheit. Andere Firmen, insbesondere kleinere Hersteller (selbst eine Firma wie Moog ist ein kleines mittelständisches Unternehmen), haben halt keine eigene Fabrik in China und ein eigenes Vertriebsnetz, da sind dann halt immer noch Leute in der Kette, die mitverdienen wollen. Dazu kommt dann evtl. noch eine (teilweise) Produktion in einem Hochlohnland wie USA oder Deutschland, und schon ist ein Produkt schnell doppelt oder dreimal so teuer wie Behringer.
      Da wird schnell gerne mal von “Gier” und “Profitmaximierung” gesprochen (vor allem, wenn Leute ein Produkt gerne hätten, es sich aber nicht leisten können/wollen), aber generell ist das Musikbusiness nun wirklich nichts, wo man mit wenig Einsatz die schnelle Mark macht.

  44. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Die Berliner Firma „Teufel“ ist sicherlich hier jedem bekannt. Ein Unternehmen was fast ausschließlich in China zu billigsten Preisen produzieren lässt und gerade deswegen einen Marktanteil bei Lautsprechern im Hifi Bereich von inzwischen fast 50% hat (dieser Anteil ist beileibe nicht entstanden, weil diese so super gut sind!)
    Diese Firma kannibalisiert hier viele erstklassige kleine Manufakturen bis zur Geschäftsaufgabe…eine ganz schlimme „Krake“ für die gesamte Branche aber „jeder“ (im übertragenen Sinne) kauft Produkte von denen (ich halt nicht).
    Nur ein weiteres Beispiel für einen „Behringer“ – halt in der Hifi Stereo Branche ;-) und es gibt da noch ein paar mehr!

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        TimeActor  AHU

        Ist jetzt auch nix dolles…Grundsolide Machart aber mehr auch nicht – aber jeder wie er will! ;-)
        Im Vergleich mit anderen hochwertigen Lautsprechern dürfte jeder die Defizite hören.
        Über massig Werbung erkaufter Marktanteil den der Käufer natürlich mitbezahlen muss – wie bei Teufel.
        Wobei um Fair zu bleiben die Lautsprecher für meine Begriffe hochwertiger sind als diese Chinaware aus „Berlin“.

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    psv-ddv  AHU

    Ich freue mich, dass hier so regelmässig so lebhafte Diskussionen entstehen und möchte mich an dieser Stelle bei Amazona dafür bedanken, dass man in diesem Forum problemlos auch sehr kritische Meinungen äussern kann, dass ist beileibe nicht selbstverständlich.

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    psv-ddv  AHU

    Was Böhringer angeht habe ich einfach ein Problem mit Firmen deren Geschäftsgrundlage es ist, das geistige Eigentum anderer nicht zu achten. Ob nun legal oder Illegal.
    Jeder der kreativ tätig ist sollte da richtig empfindlich sein.
    Der Kauf von Behringer Produkten unterstützt meiner Meinung nach den Erfolg eines solchen Geschäftsmodells. Das wiederum motiviert Nachahmer in allen Branchen und ehe Ihr Euch verseht wird Euer kreativer Output genauso gestohlen oder missbraucht.

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      TimeActor  AHU

      Deine lobend zu erwähnende Einstellung in Ehren, aber dann wirst du kaum noch Produkte in anderen Branchen finden die du kaufen kannst!
      Das ist überall gängige Praxis…
      Ich sehe das nicht zuletzt durch meine eigene Tätigkeit generell auch sehr kritisch wie du und bin ethisch auch sehr empfindlich. Leider kostet uns eine solche Sichtweise viel viel Geld und gerne würde man an allen Ecken und Kanten im täglichen Alltag so handeln wenn man´s denn finanzieren könnte.

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      amyristom  

      Ich bin mir nicht sicher, ob man das so wirklich stehen lassen kann. Zugegeben ich kenne (natürlich?) bei weitem nicht den vollen Produktkatalog von Behringer, aber zumindest was jetzt die Synthesizer-Sparte angeht, clonen sie ja nichts, was der jeweilige Originalhersteller aktuell noch in Produktion hätte. Also sie klonen keinen Minilogue, keinen Moog One, keinen Prophet-6. Sondern eben Produkte, die man vom jeweiligen Originalhersteller neu nicht mehr bekommt (auch den Minimoog bekommt man von Moog aktuell nicht mehr neu). Und da greift dann das, was ich weiter oben bereits sagte: Wenn eine Nachfrage auf dem Markt nach diesen Synthesizerklassikern besteht und die originalen Hersteller entweder nicht mehr am Markt sind oder dieser Nachfrage nicht wirklich nachkommen (z.B. hätte Roland seit den 90ern Millionen scheffeln können, hätten sie die TRs und TB303 neu aufgelegt), dann kann man es doch Behringer nicht vorwerfen, wenn sie in diese bestehende Lücke springen.

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        psv-ddv  AHU

        Synthesizer Clones sind nicht die Geschäftsgrundlage der Fa. Behringer.
        Keiner hat etwas gegen das Wiederauflegen nicht mehr verfügbarer Synths per se. Das wie und wann spielt, wie ich finde, schon eine Rolle. Der Model D und das Arp Odyssey Derivat wurden/werden als Trittbrettfahrten bestehender Wiederauflagen auf den Markt gebracht. 080 Reissues gibt es auch schon einige. Ansonsten gilt diesbezüglich mein zweiter Kritikpunkt, s.u.

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          Coin  AHU

          @psv-ddv Noch nie was von den Samwer Brüdern gehört ?
          Rocket Internet ? Oder Zalando ?
          Ihre Geschäftsgrundlage basiert auf das kopieren von Ideen.
          Schön ist das nicht. Aber es ist die Realität.

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            GioGio  AHU

            Siehe auch Apple und Windows, obwohl das wäre kein Kopieren mehr, sondern Diebstahl. Aber scheint ja zu klappen. Nur nicht erwischen lassen. XD
            Und sehr viele Musiker kopieren ja auch irgendwie und versuchen sich den Erfolg anderer Produktionen zunutze zu machen (wenns denn auch schwer auf diese Weise klappt – zum Glück).

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      Monolith2063  

      Das Model D und auch der Odyssey wurden schon vor über 10 Jahren neu aufgelegt – und zwar von der deutschen Firma Creamware. Imho hatte sich damals niemand darüber aufgeregt.

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        GioGio  AHU

        Gutes Argument. Wir haben Creamware eher gefeiert für das was sie taten. Aber das waren auch andere Zeiten. Heute spitzt sich vieles zu und formt sich zu einer Norm, deren Ziele und Auswirkungen nicht klar sind und demnach auch für Skepsis sorgen dürfen. Lieber ein wenig skeptischer als anders herum. Hauptsache man wird dabei nicht einseitig verurteilend :)

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        Theo Möbus  

        Sorry, aber die Creamware-Teile waren/sind virtuell analog, also rein digital. Gefeiert wurde damals die gelungene Simulation.

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    psv-ddv  AHU

    Mein zweites Problem sind Produkte, die nach der Geiz ist Geil Devise produziert werden und nur so gut sind wie sie sein müssen um den Preis konkurrenzlos niedrig zu halten.
    Letztendlich versprechen diese Produkte mehr als sie halten.
    Ich spare lieber auf ein richtig gutes Instrument das mich umhaut, und lerne es zu beherrschen – als mir jedes Jahr die die Bude mit dem neuesten Mittelmass vollzustellen.
    Das leben ist zu kurz für mittelmässige Musikinstrumente. Für schlechte sowieso.

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      TimeActor  AHU

      Eine Devise die es nicht nur in der Musikbranche gibt sondern extrem massiv auch in der Unterhaltungselektronik…leider mein Business und es kotzt mich an…
      Frage mich oft „hättest du nicht was vernünftiges lernen können?“

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      Viertelnote  AHU

      wobei wir wieder mal bei der Frage sind „Was ist ein richtig gutes Instrument“?
      teuer=gut? billig=schrott? Jeder definiert „richtiges Instrument“ anders.

      Sollte es nicht ausschlaggebend sein, was meinen Vorstellungen entspricht, was mich befriedigt,
      was mich zu meinem Ziel bringt usw. oder einfach was mir gefällt.

      „Richtig gut“ ist eben gerade gut für mich, andere setzen halt ihre Maßstäbe völlig anders.

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      swellkoerper  AHU

      Beim Lesen des Interviews ist mir unweigerlich der Gedanke gekommen, dass wir den Absatz über Bauteilequalität Dir zu verdanken haben. Man hatte fast das Gefühl, er müsse genau an der Stelle hier etwas klarstellen. Du bist der Stein im Schuh von Herrn B.`s Social Monitoring ;-)

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    syntach  

    Uli Behringer ist ein Unternehmer und wurde alle Register ziehend von 0 auf 100 der Retro Gott und Retter vergangener Epochen. Geschickt gemacht. Vielleicht bringt ja eine Firma jetzt alle Oldtimer Autos wieder raus. Wäre das weniger „sinnvoll“?

    Abgesehen davon:
    Schade, dass es allgemein (nicht nur auf die „Music Group“ bezogen) auf der Superbooth keine kritischen Diskussionen zum Thema „Nachhaltigkeit“ gibt.

    Das ganze Thema Umwelt wird anscheinend komplett ausgeblendet. Quasi: „Als Musiker/in wird man ja wohl ein bisschen Spaß haben dürfen!“

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      TimeActor  AHU

      Die Superbooth ist doch keine Politische sondern allein eine Kommerzielle Veranstaltung! Und zwar für alle Beteiligten…auch für Fachmagazine, Hersteller, Musiker, Studios etc.. Alles was wirtschaftlich kontraproduktiv ist, hat auf Produktmessen nichts verloren soviel Realismus sowie nüchterne Betrachtung muss sein! Gilt auch für die kommende HighEnd Messe in München. Niemand sägt an dem Ast worauf er sitzt. Sowas wird und sollte immer separat auf anderen Veranstaltungen und Plattformen einer kritischen Beurteilung unterzogen werden da bin ich durchaus unbedingt dafür! Welcher Messebesucher hat Lust sich auf einer Messe für die neuesten Elektronischen Musikinstrumente für so ein Thema zu interessieren? Ich jedenfalls nicht…das mache ich an anderer Stelle.

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        syntach  

        „Die Superbooth ist doch keine Politische sondern allein eine Kommerzielle Veranstaltung! Und zwar für alle Beteiligten…auch für Fachmagazine, Hersteller, Musiker, Studios etc.. Alles was wirtschaftlich kontraproduktiv ist, hat auf Produktmessen nichts verloren soviel Realismus sowie nüchterne Betrachtung muss sein! …“

        ___

        Das meiste was wir tun ist „politisch“. Und Konsum total getrennt von Nachhaltigkeit zu sehen ist sicher weder „realistisch“ noch „nüchtern“ ;)

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          TimeActor  AHU

          Dir ist sicherlich beim lesen meiner Zeilen entgangen, dass mein Statement aus Sicht der Firmen und damit für Menschen geschrieben ist, die damit ihr Geld sauer verdienen müssen. (das ist eine rein unternehmerische Sichtweise!)
          Aus Käufersicht bin ich ja ganz bei Dir (das habe ich ja auch geschrieben) und dann aber bitte ganz konsequent in allen Bereichen des täglichen Lebens so handeln und nicht nur auf der Musikerseite!
          Stichwort: Massentierhaltung und damit Konsum von Billigfleisch, Textilien nicht von KIK, Taco etc. kaufen wo man weiß das die Menschen die in den Billiglohnländern arbeiten um für 16 Std. Arbeit täglich nur mit 0,50 Euro Cent abgespeist zu werden…soll ich weiter machen? Bitte keine Waren in Plastikverpackungen mehr kaufen,- nicht in die Läden gehen sich dort stundenlang beraten lassen und dann im Internet kaufen und und und. Da wo es geht versuche ich entsprechend zu handeln.
          Die Worte „Realismus“ und „Nüchtern“ ist zunächst der Unternehmerischen Sichtweise geschuldet aber natürlich gibt es immer 2 Seiten der Medaille.

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      Monolith2063  

      Yamaha ist ja ordentlich groß und auf der englischen Yamaha Seite findet man z.B. einiges zum Thema Nachhaltigkeit: https://www.yamaha.com/en/csr/#sustainability_management
      Allerdings macht Yamaha nicht nur Musikinstrumente, sondern über Töchter noch viele andere Dinge. Vielleicht haben die daher einen weltgewandteren Blick. Ansonsten sieht es im Musikbereich eher mau aus zu diesem Thema. Vermutlich, weil man ja eh künstlerisch wertvolle Dinge tut, da muss man sich nicht um Nachhaltigkeit kümmern, das sollen die anderen machen ;-)

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        TimeActor  AHU

        Deinem Sarkastischem Unterton „sollen die anderen machen“ kann ich etwas abgewinnen. Die Menschen sollten sich generell aber dann auch wirklich konsequent auf allen Gebieten so verhalten und sich nicht auf nur eine Sache (in diesem Fall gehts um die Nachhaltige Produktion von Musikinstrumenten) beschränken – das ist in meinen Augen scheinheilig und kann den Vorwurf in sich bergen, dass man sich deshalb nur so kritisch äußerst weil man sich dann besser fühlt und um anderen den Spiegel vorzuhalten…nehme mich da gar nicht aus!
        Hand aufs Herz…kann das wirklich jeder von sich behaupten, dass er sich immer nachhaltig verhält? Ich versuche es – ich bin aber auch gleichzeitig sicher, dass es mir oft nicht gelingt und gedankenlos Dinge konsumiere.
        Beispiel: kein (stellvertretend) Nutella mehr kaufen denn das schadet den Regenwäldern denn wegen diesem schei…Palmöl werden diese abgeholzt. Aktuelles Thema in den Medien – die sog. Asphalt/Betongärten was schlecht für unsere Insekten wie Bienen etc. ist. Es gibt Mega viele Ansatzpunkte die noch viel dringender auf den Tisch der Diskussion kommen müssen als die Produktionsmethoden von Herrn Behringer allein den wir aber natürlich nicht ausklammern dürfen!

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          syntach  

          1. Bevor es um die Produktionsmethoden einer Firma geht, könnte man sich vielleicht Gedanken über das eigene Kaufverhalten machen.

          2. Gibt es glaube ich nicht mehr viele Fachmessen außer Nerdveranstaltungen, wo das Thema Nachhaltigkeit überhaupt noch ausgeblendet werden kann.

          3. Ohne mit dir streiten zu wollen, aber mich stören selbsternannte Diskussionschiedsrichter, die bestimmen wollen, wer wann was sagen darf.
          Man muss geanu so wenig ein lückenlos vorbildliches Bioleben haben, um das Thema Nachhaltigkeit ansprechen zu dürfen, wie man eine bestimmte Anzahl an VÖs braucht, um was zum Thema Synths hier sagen zu dürfen. Könnte ja sein, dass du in beiden Punkten derjenige wärst, der da gegenüber einigen den Kürzeren zieht ;)

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            TimeActor  AHU

            Zu 1: Finde ich auch!
            Zu 2. ist mir z.B. auf der Musikmesse oder auf Hifi Messen wo ich unterwegs bin noch nie begegnet oder es war so unsichtbar, dass es mir nicht aufgefallen ist.

            „Könnte ja sein, dass du in beiden Punkten derjenige wärst, der da gegenüber einigen den Kürzeren zieht ;)“

            Kann ja sein…na und? – ist doch völlig ohne Belang und Kindergarten Niveau.

            Meine nicht auf dich bezogene Aussage ist aber folgende.
            Mich nervt einfach überall und bei so vielen Themen der erhobene Zeigefinger und man agiert selbst nicht danach.
            Das muss ja hier gar nicht so sein und die Musiker haben da vllt. auch ein anderes Bewusstsein. Was regst du dich so auf und machst eine „Kampfansage“? (siehe oben Stichwort: „kürzeren ziehen“). Es geht doch auch um Selbstreflektion oder?
            In deinem 3. Punkt relativierst du dich wieder…“Lückenloses vorbildliches Bioleben“…
            Lassen wir das, das führt offenbar zu nichts.

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              syntach  

              Alles, was ich gesagt habe, war: Man kann sich auch bei Musikinstrumenten Gedanken zum Nachhaltigkeit machen.

              Also bitte nicht gleich kommen mit: Gehört nicht hierher/auf die Superbooth, scheinheilig, erhobener Zeigefinger, erstmal in allen Lebensbereichen vorleben etc etc

              Dann klappt’s auch mit den Mitforisten…

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            TimeActor  AHU

            Habe mit den Mitforisten kein Problem…die eine Seite möchte gerne die andere von der jeweiligen Sichtweise überzeugen…das man da nicht immer Einigkeit erzielen kann ist doch in Ordnung – auch das sehe ich völlig entspannt. Das steht mir und auch dir zu!
            In Bezug auf das von dir angesprochene Thema von weiter oben von wegen mit dem kürzeren ziehn möchte ich dann doch etwas nicht so stehen lassen.
            Beim Thema Ökonomie, Nachhaltigkeit etc. habe ich nur eine oberflächliche Ahnung was da wie und womit zusammenhängt. Im Bereich Synth´s siehts da allerdings etwas anders aus. Mein Modulares 5U System habe ich völlig ohne eine technische Ausbildung (bin nur ein kaufmännischer Fachwirt) ohne Bausatz etc. sondern lediglich nur mit nackten Platinen allein komplett zusammengebaut, Bauteile besorgt und eingelötet, Frontplatten designd gebürstet und bedruckt, kalibriert (Oscillator Keytracking, Filter etc.), Troubleshooting durchgeführt und Fehler ermittelt sowie korrigiert – da gibts für mich keine völlige Ahnungslosigkeit – wenn du das auch schon gemacht hast, dann bitteschön kannst du mir das vorwerfen ;-)

  49. Profilbild
    falconi  RED

    亲爱的亚马逊读者。 很高兴你使用翻译,但遗憾的是我们不允许在此时发布凯瑟琳的原始文件。 阅读旅行报告,玩得开心

    Habt Ihr das mal in den Google-Translator kopiert…?

  50. Profilbild
    GioGio  AHU

    Toller Bericht. Danke Peter :)
    Ich habe mir den Uli ganz anders vorgestellt. Sehr tolle Fotos. Er schaut so jung und fresh aus (wie ich :D ). Wirkt echt sympathisch :))) In seinen Augen steckt was Gutes :D

  51. Profilbild
    Maxi  

    Das Geheimnis, wie die Firma so groß werden konnte? Weitgehender Verzicht auf Produktmarketing im Sinne von Erfindung eigener Produkte, der dazugehörigen Entwicklungsleistung und Risiken.

    Unternehmen wie z. B. Roland, Moog oder Mackie haben Zeit und Aufwand investiert, um Originale zu erfinden und herzustellen, die sich verkaufen lassen oder eben auch nicht. Das ist etwas völlig anderes, als zu beobachten, was an schon vorhandenen Produkten im Markt funktioniert und erfolgreiche Produkte dann so ähnlich anzubieten, dass die Sparfüchse darauf ansprechen.

    Hauptsächlich Forschung, Erfindergeist und das Eingehen unternehmerischer Risiken haben zu Fortschritt geführt. Ob wir weiterhin Innovationen in der Branche sehen werden, hängt sehr von unseren Kaufentscheidungen ab.

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      Ich dachte, dass selbst das Kopieren von Vintage-Gear eine Menge Entwicklungszeit (und Kosten) benötigt. Denn man baut die Teile ja nicht baugleich nach. Zumindest las ich darüber neulich etwas. Aber vielleicht hatte der Autor ja auch geschwindelt.
      Klar, besondere Kreativität benötigt man dann trotzdem nicht. Braucht man aber für die meisten neu erschienenen Synthies nicht. Nur wenige von den Geräten auf’m Markt fahren so richtig neue Ideen auf, oder? Man muß das Rad ja auch nicht ständig neu erfinden. Eine Gitarre bleibt ja auch eine Gitarre.
      Übrigens scheinen eine Menge Firmen nicht immer komplett selbst zu entwickeln. Ich las neulich etwas über einen bekannten Synthiesizer-Entwickler und DIY Verfechter. Dieser arbeitet mittlerweile für Arturia. Der hat schon eine Menge Module entwickelt. Aber er verkauft auch Lizenzen für z.B. einen Ladder-Filter o.ä. an Firmen die dann ihre sog. selbst entwickelten Module dem Mark anbieten. Ich war selbst darüber erstaunt. Demnach scheint es mittlerweile auch in dieser Branche normal, dass man per Lizenzkauf Entwicklungsarbeit erhält. Sind aber bestimmt eher kleinere Unternehmen die so etwas nutzen.
      Alle anderen holen sich wahrscheinlich so Typen ins Boot (wie Arturia), oder kaufen gleich ganze Unternehmen (wie Behringer). Bin auch froh, dass Behringer Klark Teknik aufgekauft hat. Wenn die Insolvenz gegangen wären, würde man jetzt deren fetten 1176er Nachbauten nicht mehr bekommen :D Das gesamte Thema ist schwarz und weiß durchwandert und damit nicht easy zu diskutieren finde ich.

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        TimeActor  AHU

        „Ich las neulich etwas über einen bekannten Synthesizer-Entwickler und DIY Verfechter“…
        Hi Gio du meinst sicher Yves Usson („Yusynth“) – der ist auch in der SDIY Szene unterwegs und schreibt in den entsprechenden Foren und bietet Unterstützung für seine Module in PDF Form zum selber ätzen und auch die Bestückungslisten an (er selbst bietet keine PCB´s und ähnliches an und inzwischen gibts ein paar Hersteller die diese nackten Platinen herstellen)
        Hab auch schon seinen ARP Filter gebaut – Yves hats definitiv drauf und zeichnet für die Arturia Hardware Synth´s verantwortlich.

        „Das gesamte Thema ist schwarz und weiß durchwandert und damit nicht easy zu diskutieren finde ich.“

        Ja das stimmt und gibt es übrigens in meinem „Gewerk“ (Hifi & HighEnd) auch zu hauf (verwenden von Schaltungen) bei z.B. Verstärkern – hier hat sich Schaltungstechnisch seit gefühlt 40 Jahren kaum was nennenswertes geändert (mal die Digitalen oder Hybriden außen vor gelassen) und die Hersteller gleichen sich da mehr oder weniger – zumindest ist es das, was mir allgemein Hifi Technikermeister (mein Bruder z.B.) mit denen man sich unterhält, sagen. Das nach einer gewissen Zeit völlig legalen „kopieren“ von Schaltungen wird schon seit geraumer Zeit dort gemacht aber es regt sich halt keiner auf weil es trotzdem genügend Unterscheidungsmerkmale für den geneigten Hifi-/ Musikfan gibt!

        • Profilbild
          GioGio  AHU

          Genau, den Yves Usson meinte ich :) Danke!
          Was Du über die Hifi-Ecke erzählst hat mir dort auch mal jemand aus der Hifi-Branche erzählt. Das mit dem „Kopieren“ von Schaltungen wußte ich noch nicht, ist aber naheliegend. Kann ich mir gut vorstellen, dass es dennoch genügend Unterscheidungsmerkmale gibt. Danke für die zusätzlichen Infos und viele Grüße :)

  52. Profilbild
    Thomas Columbo  

    Ein exklusives Interview, dank AMAZONA wissen wir nun, dass Uli B. nicht nur ein äußerst erfolgreicher Unternehmer ist, nein, er ist ja auch der geborene Philantrop, stets angetrieben, völlig uneigennützig für andere Menschen da zu sein. Hierfür liefert uns Uli B. sogar zwei Buchvorschläge für TIEFERE Einsichten…

    Das Interview ist für mich ganz persönlich allerdings nur zum FREMDSCHÄMEN, selten so viel Selbstbeweihräucherung gelesen. Dagegen sind Politiker nur winzige Amateure.

    Und Uli braucht mit zunehmenden Alter immer weniger für sich selbst.

    Iss klar, 2 Fabriken, 3500 MA, 12 Unternehmen, da braucht es zu Hause nicht mehr viel.

    Doch welcher erwachsene aufgeklärte (AMAZONA) Mensch soll derartiges ernst nehmen ?

    Aber positiv ist, Uli B. ist auch nur ein ganz normaler Mensch, der von uns allen einfach nur geliebt werden will! Psychologisch gut nachvollziehbar.

    Leider hat es der AMAZONA Redakteur versäumt, weder während des Interviews noch danach, erforderliche Korrekturen vorzunehmen. An einige Stellen liegt Uli B. sachlich daneben, zB entweder kennt er Dave Smith Synths gar nicht, was ich nicht annehme, oder aber er begründet bewusst absurderweise die Kritik an dem „teuren“ Prophet 6 mit der mangelnden Qualität des REV2, der ja selbst ein DSI „Billigheimer“ ist.

    Aber egal, dank AMAZONA wissen wir nun, dass unser Geld bei Uli B. gut angelegt ist.

    Und Uli hat sich nach den Fotos super gut gehalten, der geht doch auf die 60 zu und sieht aus wie 35. BRAVO!

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      knossos  

      Also…manchmal muss man sich schon wundern. Was erwarten die Menschen vom einem Interview mit einem Hersteller bzw. Firmenchef wie Behringer ?
      Vielleicht „Jaaa…ich zahle meine Leute unter aller Kanone, alles wird bloß notdürftig zusammengesteckt, und es soll bald kaputt gehen, daher minderwertigste Bauteile…damit die Deppen da draussen es kaufen, ist es halt sehr billig. ich hab mal analysiert, wofür Doofköppe am Liebsten ihre Kohle ausgeben, und das sind nun mal Vintage-Synthesizer, neu aufgelegt…tja, und bitte Photoshop für Bilder von mir, und dass ich meine Angestellten schlage, braucht auch niemand zu wissen.“
      Blödsinn. Es ist ganz genau ein Gespräch, wie es sein soll. Behringer hat schon früher zugegeben, dass er sich beim Markt für Synthesizer verschätzt hat. Und es ist ein Hersteller, der klarerweise sonst knallhart kalkuliert. Das tut Amazon auch, und kann dafür Serien selber produzieren oder übernehmen. Die tun das natürlich nicht aus Nächstenliebe. Aber etwas Passion darf schon dahinter sein, wie z.B. bei „The Expanse“. Da geht man dann Risiken ein, und wenn man richtig gelegen ist, wird man belohnt.

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        knossos  

        Die Beschreibung der Zustände von Seinerzeit ist mir übrigens sehr geläufig. Ich hatte das Glück, oder das Pech, wie man’s nimmt, dass trotz knapper Familienkasse ich zusammen mit ein paar Nebenjobs mir als 16jähriger einen MS-20, dann eine Tr-808 und dann ein Sielorchestra leisten konnte. Später hatte ich einen Poly-800, einen CX-5M und einen Casio FZ-1. Mit dem, und einem D-110, hatte meine Gear-„Karriere“ ein Ende, denn ich begann beruflich als CAD-Techniker zu arbeiten.
        Bis dahin hatte ich aber z.B. nie ein Mischpult. Denn Mischpulte waren damals sauteuer. Daher habe ich mir ein Mischpult selber gebaut, das auch die Elektronik einiger Stompboxen enthielt, die ich dafür auseinandernahm. Ich konnte dann über eine einfache Patchmatrix (mit Bananensteckern !) beliebige Effekt-Kombinationen leicht stecken und verketten. Ich hatte auch einen Federhall vom Dahms mit einem 741 (?) Vor- und Nachverstärkerbausatz kombiniert.
        Ich habe auch für befreundete Musiker gebastelt und gelötet, Platinen geätzt, aber meine Elektronikkenntnisse gingen nie wirklich über die beiden Formantbücher hinaus. Das Basteln interessierte mich nie wirklich.
        Aber ich kann diesen Werdegang gut nachvollziehen. Keiner konnte sich anständiges neues Equipment leisten, denn das lag im Berich von guten Gebrauchtwagen, oder höher (Moog…). Bis auf das Casio-VL-Tone, das Trio verwendet hat.

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