Retro: Tascam 688 MIDIStudio & 644 Multitrack-Taperecorder

8. August 2020

King of Musikkassetten-Multitrack-Recording

Vorwort der Redaktion

Den jüngeren Lesern ist der Begriff „Ping-Pong-Recording“ sicherlich kein Begriff mehr, hingegen für diejenigen, die in den frühen 80ern bereits ihre eigenen Multitrack-Aufnahmen im Homerecording durchführten, war es die einzige Möglichkeit, auf 4-spurigen Cassettenrecordern, 6, 8 oder mehr Spuren aufzunehmen. Womit wir beim Thema wären. Musikkassetten boten immer schon 4 Spuren an, nur nutzten die HiFi-Versionen 2 Spuren (also Stereo) für das Abspielen in die eine Richtung und nach dem „Umdrehen“ der Tonband-Kassette, das Abspielen in die andere Richtung. 1979 entwickelte Tascam mit dem TEAC 144 PORTASTUDIO quasi die Blaupause für 4-Track-Tape-Recording auf einer Standard-Musikkassette und trat damit einen ungeheueren Siegeszug im Homerecording an. 10 Jahre nach dem Urmodell folgte schließlich mit dem Tascam 644 MIDIStudio (4 Spuren) und Tascam 688 MIDIStudio (8 Spuren) die Königsklasse dieser Gerätegattung, die Sven Rosswog heute ausführlicher vorstellen wird. Nach 1989 entwickelte Tascam (und auch andere) zwar noch einige wenige Nachfolgemodelle, diese waren jedoch in Ausstattung um Umfang schon wieder deutlich reduziert worden.

Kurz zu den Unterschieden von 644 und 688. Die kleinere Variante bot nicht nur halb so viele Spuren, weniger Mischpultkanäle und musste auch auf die Meterbridge verzichten, sie hatte auch tatsächlich einen etwas schlechteren Frequenzgang und war komplizierter zu bedienen. Obwohl von identischer Größe, war der Zugriff auf die Matrix im 644er deutlich unübersichtlicher und daher komplizierter als beim 688er. Ich erinnere mich gut daran, dass ich mir für das 644er Spickzettel gemacht hatte, um einigermaßen damit klarzukommen, während hingegen die Spurzuweisung im 688 ein Kinderspiel ist.

Nun aber viel Spaß bei Svens Blick in die Vergangenheit der Kassetten-Multitrack-Recorder.

Euer Peter Grandl

Tascam Portastudio 244, (1982) Nachfolger des Ur-Modells Teac 144 (c by Wikipedia)

Vom Tonband zur Musikkassette

In der Zeit, als PCs im Studio so gut wie nicht vorkamen oder nur genutzt wurden, um MIDI-Geräte zu triggern, wurde auf Band aufgenommen. Es war eine Zeit, in der es unglaublich teuer war, professionelle Aufnahmen zu erstellen. 24 Spur Bänder, wie sie für Tonbandmaschinen von Studer oder MCI genutzt wurden, waren purer Luxus. Doch es gab ein Medium, das billig und bezahlbar war: die Compact Cassette. Mit dem Tascam MIDI Studio haben wir es mit der Luxusklasse eines Vorläufers der Home-Studios zu tun. Dieses erlaubte es Anfang der 90er dem ambitionierten Musiker, auch zu Hause sehr komfortable Aufnahmen zu erstellen. Bekannter sind sicherlich die kleineren Geräte von Tascam, wie z. B. das Portastudio 464. Diese konnte aber nicht mit den Features des Tascam 688 MIDIStudio aufwarten. Bevor wir uns mit dem 644 oder 688 MIDIStudio beschäftigen, steigen wir in eine Zeitmaschine und erinnern an Kassetten und was sie bedeuteten.

Wie Compact Cassetten den Sound mehrerer Generationen prägten

Wenn man in den 1980 Jahren oder früher aufgewachsen ist, spielten Tapes – oder besser gesagt Compact Cassetten – eine unglaubliche große Rolle im Leben. Aufgrund ihrer Größe war es möglich, sie überall hin mitzunehmen. Sie wurden zu Hause, bei Freunden, im Auto und überhaupt überall abgespielt. Der Erfolg der Compact Cassette hat sicher auch damit zu tun, dass für dieses Format Abspielgeräte in allen Preisklassen und Qualitäten erhältlich waren.

Ich kann mich genau daran erinnern, dass es im Kinderzimmer einen Cassettenrecorder von Fisher Price gab, der als Spielzeug ausgelegt war. Soweit ich mich erinnern kann, war in diesem Gerät auch ein Mikrofon integriert.

Das Herzstück der Tascam 688 MIDIStudio: ein Laufwerk für Standard-Musikkassetten

Der Erfolg der Kassetten ist auch damit zu erklären, dass es preisgünstig und unkompliziert damit war, eigene Musikzusammenstellungen aus Schallplatten oder Radiosendungen zusammenzustellen. Wie man sich gefreut hat, wenn der Moderator nicht in das Intro oder Outro gequatscht hat.

Dann erfand Sony den Walkman und plötzlich waren alle mit Kopfhörern unterwegs. Diese handlichen Player erlaubten es, Kassetten mobil zu hören. Last euch nicht erzählen, dass es Kopfhörer in der Öffentlichkeit erst seit Smartphones gibt.

Eine Auswahl von Compact Cassetten

Die Kassette überlebte auch die CD, weil diese mit ihrem Aufkommen unglaublich teuer waren. Deshalb hat man sich CDs von Freunden geliehen, um sie auf Kassette zu überspielen. Das Wort „überspielen“ war damals unglaublich wichtig. Sehr merkwürdig, dass es gänzlich aus dem Sprachschatz verschwunden ist.

Der Todesstoß für die Kassette war sicher das Format MP3, das es ermöglichte, Musik im Internet verfügbar zu machen. Wer wollte in Zeiten des iPods noch einen Walkman? Plötzlich hatte man seine gesamte Musikbibliothek immer dabei und verfügbar.

Die Musikkassette war aber auch ein Medium, das ermöglichte, Mehrspuraufnahmen preisgünstig herzuerstellen. Mehrspur-Bandmaschinen lagen finanziell außerhalb der Reichweite von Homerecording-Studios. Eine echte 16 oder 24 Spur Tape-Maschine war reiner Luxus. Für kleine Bands gab es daher nur zwei Alternativen: ein Studio zu mieten (was ebenfalls sehr teuer war) oder die Anschaffung eines Mehrspur-Cassettenrecorders.

Natürlich ist die Spurbreite einer Kassette begrenzt und verwendete man dann noch „Ping-Pong-Recording“, um am Ende mehr als 4 Spuren aufnehmen zu können, wurde mit jedem Arbeitsschritt der Sound dumpfer und verwaschener.

Ping-Pong-Recording / Bouncing

Was ist damit gemeint? Angenommen, man verwendet von den 4 Kassettenspuren nur 3 Spuren, um 3 verschiedene Signalquellen aufzuzeichnen. Nachdem Aufnahme kann man diese 3 auf die 4. Spur zusammenmischen. Danach hat man die ursprünglichen Spuren wieder zur freien Verfügung. Nun zeichnet man aber nur noch 2 neue Spuren auf. Damit besitzt man den Mix aus der ersten Session auf Spur 4 plus die neue Session auf Spur 2 und 3. Daraufhin erstellt man einen Mix aus Spur 4 (ursprünglich 3 Spuren) plus Spur 2 und 3 – und überspielt diese auf Spur 1. Damit wären wir bereits bei 6 Spuren im Monomix und haben nur wieder drei Spuren zur freien Verfügung … usw.

Natürlich wird mit jeder Mix-Generation die Qualität der älteren Spuren, immer ein wenig schlechter.

Nicht nur ein Mehrspurrecorder, sondern auch ein raffinierter Inline-Mixer mit Meterbridge: das 688 MIDIStudio

Kassetten-Multitrack-Recording heute

Aktuelle Computer erlauben praktisch unbegrenztes HD-Recording, das macht rein technisch gesehen jede Art von Magnetband-gestütztes Mehrsprur-Recording überflüssig. Cubase, Logic, Live liefern das perfekte Studio, das jeden Tape-Recorder in den Schatten stellt. Warum schießen also aktuell die Preise für alte Portastudios geradezu unverschämt schnell in die Höhe?

Vor ein paar Jahren entschloss ich mich, ein Tapedeck zu kaufen, mit dem ich einzelne Spuren aufnehme und dann wieder in den Rechner schicke. Je abgenutzter das Band ist, umso besser. Aufgrund der perfekten Klangqualität des Rechners will ich leiernde und rauschende Bänder.

Bitte erzählt mir nichts von all den Plugins, die diesen Effekt reproduzieren. Nein, das klingt nicht wie ein Tape-Deck. Ganz und gar nicht. Wer auf Kassette aufgenommen hat, wird sofort den Unterschied hören. Das Tapedeck hat mich inspiriert und daraufhin wollte ich mir ein 4-Spur Gerät besorgen, etwas von Tascam oder Fostex. Doch oh weh, ein Tascam 464 ist wirklich ganz schön teuer. Diese Geräte kosten mindestens 300 Euro.

Als Peter Grandl mir anbot, den Luxusliner der damaligen Taperecorder zu testen, das Tascam 688 MIDIStudio, war ich sofort entzückt. Schauen wir also mal, was sich in diesem massiven Flightcase befindet.

Alles sehr hochwertig, inklusive Handauflage und zwei Kopfhörerausgänge auf der Vorderseite

Die inneren Werte des Tascam 688 MIDIStudio

Das Tascam 688 MIDIStudio wiegt 17,8 kg. Das habe ich eindeutig gemerkt, als ich es die Treppe hochgeschleppt habe. Es eignet sich damit nicht unbedingt für den dauernden mobilen Einsatz. Gewiss, kann man es in einem Flightcase auch mobil transportieren. Dazu empfehle ich aber ein Auto. Ich würde es nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad transportieren wollen.

Dagegen sprechen auch die Maße von 55,1 x 60,8 x 14,7 cm. Wenn die Metering-Anzeige ausgefahren ist, wächst es auf 22,7 cm an. Das Tascam 688 MIDIStudio verfügt über 10 Eingänge. Sie liegen als XLR-Eingänge vor und als große Klinkenstecker. Sie sind nicht auf der Rückseite angebracht, sondern hinter dem Display auf der Oberfläche.

Interessanterweise findet man hier nicht nur die Eingänge, sondern auch Inserts für die einzelnen Kanäle, die es ermöglichen, externe Effekte in die Mixersektion einzubinden.
 Jeder Kanal verfügt über einen 10 cm langen Fader. Sie besitzen einen angenehmen Widerstand, der es ermöglicht, präzise Einstellungen vorzunehmen.

Jeder Kanal wurde mit 10 gummierten Potis ausgestattet. Es handelt sich um sehr kleine Potis, die einen angenehmen festen Drehwiderstand haben. Obwohl die unterschiedlichen Sektionen der Potis beschriftet sind, wurde die 12 Uhr Stellung der Potis mit einer anderen Farbe gekennzeichnet, um Übersicht herzustellen.

Leichtgängige Fader und hohe Audioqualität der Vorverstärker und EQs

Mit dem ersten Regler wird der Mikrofoneingang getrimmt. Die Regler 2 bis 5 sind für den dreibandigen Equalizer bestimmt. Ein dreitbandiger Equalizer mit 4 Reglern? Mit dem zusätzlichen Regler kann die Absenkung oder Anhebung der Mitten eingestellt werden. Schön!

Nach der EQ-Sektion folgen die zwei AUX-Kanäle. Die Regler haben auf 12 Uhr ihre Nullstellung. Aux1 bestimmt, wie viel Signal zu einem Kopfhörerausgang oder Effektgerät gesendet werden soll. Nach rechts gedreht (Post) wird das Signal hinter dem Fader abgegriffen und nach links gedreht (Pre) wird es vor dem Fader abgegriffen. Dies erklärt sehr gut, warum das Signal je nach Einstellung für den Kopfhörerausgang oder als Effekt nutzt. Ein Sänger braucht meistens keine Effekte, diese können sich auf seine Arbeit nur störend auswirken, weswegen man das Signal in diesem Fall natürlich nicht betont.

Das Tascam 688 verfügt pro Kanal über XLR- und Klinkeneingänge. Nichts, was sonderlich aufregend ist, das findet man auch in anderen Geräten. Das Besondere ist aber, dass man die Eingänge gleichzeitig benutzen darf. Mir sind derzeit keine Geräte bekannt, die das vermögen. Entweder man benutzt XLR oder Klinke, lautet normalerweise die Devise. Das Tascam nennt dies Dual-Funktion. Damit stehen 20 Kanäle zur Verfügung!

Das Anschlussfeld hinter der Meterbridge

Die beiden Signale werden mit dem Dual-Level-Mixer geregelt, dem ein Pan-Regler zur Seite gestellt wurde. Danach folgt ein weiterer Pan-Regler für die gesamte Mixer-Sektion. Die beschriebenen Einstellungen gelten für die ersten 10 Kanäle.

Die ersten 8 Tracks korrespondieren mit der ausklappbaren großzügigen Level-Meter-Anzeige. Nach heutigen Maßstäben ist solch eine Anzeige auch noch Luxus. Meine Meter-Anzeige in Logic und Live wenden sich beschämt ab. Das wäre mal ein tolles USB-Zubehör: Eine externe Meter-Anzeige für DAWs. Oder vielleicht ein extra Monitor nur für die Mixer-Sektion der DAW?

Es folgen 4 Potis, mit denen das Signal des Effekt-Returns eingestellt werden kann. Dazu gibt es neben den Eingängen auch 4 große Klinkeneingänge, die sich als Pärchen auch für Stereo-Effektgeräte eignen.

Neben der Effekt-Return-Sektion findet man die Cue-Monitor-Sektion. Dafür stellt Tascam Lautstärkepotis für 8 Kanäle zur Verfügung, die mit jeweils einem Pan-Regler unterstützt werden. Die Regler sind untereinander angebracht. Wenn man von Cue-Monitor-Mix spricht, wird der eine oder andere Leser es schon annehmen: Das Tascam 688 MIDIStudio verfügt über unterschiedliche Ausgänge, um mit den Signalen bzw. den Aufnahmen zu arbeiten.

Das Routing für die Ausgänge wird mit Hilfe von rechteckigen Knöpfen in der Monitor-Sektion vorgenommen: Abgehört werden können die Group 1-2, der Cue-Monitor, Aux 1 und 2 sowie die Dual-Sektion. Wichtig war damals der Mono-Knopf, um Mono-Kompatibilität zu gewährleisten. Na ja, vielleicht ist der Mono-Knopf dank Smartphones in der Öffentlichkeit doch noch wichtig, damit es weiterhin bassfrei und unnötig laut plärrt.

In der Master-Sektion kontrolliert man mit 4 zusätzlichen Fadern die Ausgänge 1-2 bis 7-8. 
Das letzte Drittel der Oberfläche nimmt die Tape-Sektion und die digitale Routing-Sektion ein. Die Funktionen gehen hier natürlich weit über die Funktionen eines normalen Consumer-Tapedecks hinaus. Sofort fällt auf, dass das Tapedeck über die Klangveredlung DBX verfügt. Dabei handelt es sich wie bei Dolby um ein Verfahren, das Rauschen von Bandaufnahmen reduzieren soll. Auffällig sind auch die Pitch-Potis, mit denen die Geschwindigkeit des Bandes kontrolliert werden kann und dadurch interessante Pitch-Effekte zustande kommen. Die Funktionen werden im Folgenden näher betrachtet.

Let’s work: Kultrecording mit Bandsättigung im Miniformat

Das Arbeiten mit dem Tascam 688 MIDIStudio benötigt Vorbereitung

Musiker, die noch mit Cassettenrecorder arbeiten durften wissen, dass die Aufnahme mit herkömmlichen Geräten ziemlich simpel ist. Dabei handelt es sich aber meistens nur um Geräte, die über einen Eingang verfügen.

Um eine Aufnahme mit dem Tascam 688 durchzuführen, ist Vorbereitung notwendig. Da das Tascam 688 über sehr viele Eingänge, Ausgänge und sonstige Funktionen verfügt, muss man dem Gerät erklären, was man vorhat.

Um eine Spur aufzunehmen, muss bestimmt werden, mit welchen der konfigurierbaren Presets dies geschehen soll und auf welchen der Eingangskanäle die Aufnahme starten soll. Wir haben es hier mit einem Gerät zu tun, das auf der Schwelle der von der Analogtechnik zur Digitaltechnik entwickelt wurde.

Dicke Kühlrippen für Dauer-Recording-Sessions, daneben MIDI-Sync und mehr

Deshalb verfügt das Tascam 688 über ein großzügig gestaltetes graphisches LC-Display. Natürlich handelt es sich nicht um die ausgefuchsten graphischen Displays, die man in heutigen Instrumenten und Mischpulten findet. Die Graphik ist ein Produkt seiner Zeit und damit erinnert sie an Casio Digitaluhren, die damals der letzte Schrei waren. Das Display ist mit 10 x 4 cm äußerst großzügig bemessen. Damit hält es auch noch heutigen Maßstäben stand, wenn man an so manches Mini-Display denkt, das in so vielen Geräten verbaut ist. Eine vernünftige Größe vereinfacht die Bedienung und macht viel mehr Spaß. Das gilt auch, wenn ein kleines modernes Display dynamisch, hochauflösend und hintergrundbeleuchtet sein mag.

Das Tascam 688 verfügt über verschiedenste Eingänge auf den einzelnen Kanälen. Dem Tascam muss beigebracht werden, auf welchem Kanal man aufnehmen möchte. Dies geschieht mit dem Display. Hier gibt es eine ziemlich clevere Modulationsmatrix, die mit Hilfe der Buttons auf der linken Seite des Displays ausgewählt werden. Um Multitracking zu betreiben, muss man natürlich den Button Input drücken, um die verschiedenen Zuweisungen ablesen zu können. Die Darstellung ist sehr übersichtlich gegliedert und erklärt sich von selbst.

Auswahl der Eingänge samt Bedienfelder, die einzelnen Eingänge sind gut zu sehen

In der ersten Zeile steht Mic und in der zweiten Zeile Line, was sich natürlich auf die Inputs bezieht. Wenn man von den Mic- auf die Line-Eingänge wechseln möchte, drückt man Line-Group und diese beginnt zu blinken. Mithilfe der numerischen Tasten unter dem Display wird der jeweilige Kanal zugewiesen. Ein Balken wechselt die Zeile und zeigt an, welcher Input aktiv ist. Tascam liefert über 15 Presets mit, um uns in unserer Bequemlichkeit und Faulheit zu unterstützen. Insgesamt hat der Produzent und Musiker die Möglichkeit, bis zu 87 Presets abzuspeichern. Wem dies nicht reicht, kann Presets auf einer Datasette speichern. Für die damalige Zeit sehr komfortabel. So sind natürlich unglaublich komplexe Settings möglich, die jede Aufnahmesituation möglich macht und 1990 nur in der Anzahl der Eingänge beschränkt war.

Wie sensationell das alles war, wird im Handbuch deutlich, das anhand eines klassischen Mischpultes die sehr komplizierten Vorgänge beschreiben, die notwendig waren, um einfachstes Routing durchzuführen. Vorgänge, die heute mit einem Rechner und einer Soundkarte ein Kinderspiel sind. Da das Tascam auf dem Scheideweg der Digitaltechnik entstanden ist, findet man drollige Eintragungen im Handbuch. Die Presets sind im Handbuch abgedruckt und zwar genau so, wie man sie auf dem Display sehen kann.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass diese Technik zum Zeitpunkt der Entstehung alles andere als selbstverständlich war. Man wollte dem Leser des Handbuchs ein Medium an die Hand geben, mit dem er vertraut war, ein auf Papier gedrucktes Handbuch. Heute ist es selbstverständlich, durch Displays zu steppen und sich mit den verschiedenen Settings auseinanderzusetzen. Sicher wird heute auch mal ein Display im Handbuch abgedruckt, aber nicht in dieser Ausführlichkeit, weil „steppen“ normal ist. Für das Steppen stellt Tascam übriges Up- und Down-Tasten bereit. Lustigerweise sind diese nicht untereinander angebracht, sondern nebeneinander. Man hat noch experimentiert.

Eine Schönheit

Die Arbeitsweise mit dem Tascam 688 MIDIStudio

Nach Tascam soll das Pult einem dreischrittigen Arbeitsprozess folgen. Zuerst werden Spuren aufgenommen. Diese werden mit Overdubs ergänzt und als letzter Schritt soll ein Mixdown erstellt werden. Natürlich kann man heute auch noch so arbeiten, aber dank moderner PCs und DAWs verschwimmen diese Abgrenzungen immer mehr.

Amüsiert hat mich die Tatsache, dass Tascam dringend darauf hinweist, dass für den Mixdown ein weiteres Tapedeck notwendig ist und dieser nicht im Gerät stattfindet. Heute bounct man ganz einfach und ein zusätzliches Aufnahmemedium ist nicht mehr dringend notwendig.

Mir ist natürlich vollkommen klar, dass es unterschiedlichste Aufnahmemethoden gibt und viele Musiker und Produzenten immer noch auf Bandmaschinen schwören – Stichwort: Analog-Processing. Jedenfalls möchte ich mit diesen Ausführungen deutlich machen, dass Tascam diese Arbeitsweise nicht nur vorschlägt, sondern auch unterschiedliche Betriebsmodi notwendig sind, um diese Schritte durchzuführen.

Als PC-Kind ist es mir sehr schwergefallen, mich in diese Arbeitsweise einzufinden. Wenn man ohne Vorwissen das Tascam anschaltet, wird man schwerlich einen Ton aus ihm herausbekommen. Selbst solche profanen Vorgänge, wie das Durchschleifen eines Signals, braucht Vorbereitung.

Ich dachte anfangs sogar, dass das Gerät nicht voll funktionstüchtig sei. Ich drehte an den EQs, schob Fader und nichts passierte. Das ware sehr irritierend. Das liegt an den verschiedenen Betriebsmodi, die aktiviert werden müssen.

In einer Lerneinheit empfiehlt Tascam, eine einfache Aufnahme mit Preset 1 durchzuführen. Mit diesem Preset hat man keinen Zugriff auf die Mixer-Sektion, weil Tascam davon ausgeht, dass manche Musiker einfach irgendwas aufnehmen möchte, ohne Einstellungen durchführen zu wollen.

Routing mit Hilfe des Displays

Wenn man im Multitrack-Modus aufnehmen möchte, muss man Preset 14 aufrufen. Wenn man seine Aufnahme im Abspielmodus abmischen möchte, geschieht das mit Preset 12. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das herausgefunden hatte. Selbstverständlich hat jeder Musiker unterschiedliche Bedürfnisse und deswegen ist es möglich, die Presets zu modifizieren oder an einer anderen Position abzuspeichern.

MIDI-Funktionalität

Bei all diesen Features darf man nicht vergessen, dass das Tascam 688 auch MIDI-Studio getauft wurde. MIDI war damals auf dem Siegeszug und man stattete das Tascam deswegen mit den Standardbuchsen MIDI In, Out und Thru aus.

Jedoch war die Vorstellung von MIDI eine ganz anders als heute. MIDI war vor allem nützlich, um wertvolle Spuren auf Band zu sparen, indem man Noten und Controller-Daten in einem externen Sequencer speichern konnte. Heutzutage wird MIDI eher seltener zu diesem Zweck eingesetzt, da Speicher und Spuren in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

In modernen Studios wird MIDI hauptsächlich für Automation von Controller-Daten und Austauschbarkeit von Instrumenten und Plugins genutzt, für Total-Recall. Natürlich brauchen auch all die Software, Plugins und Apps Controller, die man anfassen kann. Die unüberschaubare Anzahl von MIDI-Controllern in allen Preisklassen macht deutlich, wie wichtig diese für die Arbeit am PC sind.

MIDI ist heute ein Werkzeug, das automatisch in allen DAWs vorhanden ist und dessen Einsatz relativ leicht zu bewerkstelligen ist. Leider gestaltet sich die Arbeit mit MIDI und dem Tascam 688 MIDIStudio nicht so einfach.

Wenn man MIDI-Instrumente mit dem Tascam 688 synchronisieren möchte, ist es notwendig, einen MIDI-Click auf die Spur 8 des Tascam aufzunehmen. Das MIDI-Signal wird analogisiert, also in ein FSK-Signal umgewandelt. Im Handbuch ist auch die Rede vom klassischen analogen Click-Track. Es ist nun mal ein Gerät aus der Übergangszeit zwischen der digitalen und analogen Zeit. Nachdem man das MIDI-Signal aufgenommen hat, wird es mit Hilfe des internen MTS (MIDI Tape SYNC Translator) des Tascams wieder digitalisiert, also in ein MIDI-Signal verwandelt und ist in der Lage, einen externen Sequencer zu steuern.

Ganz ehrlich: Ich bin sehr froh, dass ich heute so nicht mehr arbeiten muss. Damals hätte ich wahrscheinlich in der kreativen Saure-Gurken-Zeit MIDI-Clicks auf Spur 8 aufgenommen. Die Funktion, die auf diese Art und Weise möglich sind, sind natürlich nach heutigen Maßstäben rudimentär.

Clock, Start, Stop und Song-Position-Pointer ist möglich und das war es auch schon. Nach damaligen Maßstäben sicher ein Traum, da man nicht mehr zwingend auf das Timing der Musiker angewiesen war. Letztendlich sind 15 Schritte notwendig, bis man das Tascam MIDI-Studio mit dem Sequencer verbunden hat. Das funktioniert schon irgendwie, aber Spaß fühlt sich anders an. Vor allem ist es witzlos, dass das Tascam letztendlich als Master-Clock fungieren soll! Jede DAW ist heute stabiler.

Als Slave kann das Tascam 688 MIDIStudio nicht betrieben werden, es ist schließlich State of the Art und soll kontrollieren.

Wer braucht das Tascam 688/644 heute noch?

Hat sich das Tascam 688 nicht überlebt?  Alle seine Funktionen bekommen wir heute hochkomfortabel in jeder DAW mitgeliefert.

Echtes Studiofeeling dank der großzügig gestalteten Oberfläche

Zum einen wäre da das Analog-Processing. Tape klingt einfach anders als Festplatte. Man bekommt einen sehr angenehmen und professionellen Klang geliefert.

Der Klang entsteht mit einer schnelleren Abspielgeschwindigkeit. Die Spielzeit der Kassetten verkürzt auf ein Viertel, was zu einer hochwertigen Klangqualität beiträgt, die mit der normalen Abspielqualität eines Tapes nicht vergleichbar ist. Das bedeutet weniger Rauschen. Mit diesem Verfahren werden Aufnahmen einer DAW auf sehr angenehme Weise analogisiert und damit veredelt. Natürlich kann man diese Aufnahmen nicht auf einem herkömmlichen Tapedeck abspielen.

Um den Sound nochmals zu optimieren, sollte man mit dem Mischpult arbeiten. Wenn man sich mit älteren elektronischen Instrumenten beschäftigt, fällt sofort aus, dass ihr Output im Vergleich zu heute eher leise ist. Dementsprechend ist auch der Headroom des Tascam 688 ausgelegt. Wenn man nun ein modernes Signal durch das Mischpult jagt, erreicht man sehr schnell den Maximum-Peak des Tascam 688. Die Verzerrungen, die durch die Übersteuerung entstehen, sind keinesfalls störend, sondern geben vor allem Beats aus der elektronischen Tanzmusik den richtigen Rums. Sehr einfach können mit diesem Mischpult die typisch angezerrten Bassdrum und HiHats erzeugt werden, wie man sie aus unzähligen Techno-Klassikern kennt.

Dabei ist natürlich der EQ äußerst hilfreich. Die Regler sind ziemlich klein und liegen eng beieinander, daher ist es nicht gerade einfach,  Feineinstellung vorzunehmen. Aus meiner Sicht ist der EQ des Tascam aber auch nicht unbedingt der feinfühlige, präzise EQ, sondern ein Werkzeug, das seine Arbeit erledigt. Daher kann man schon mal kräftig an den Reglern drehen und findet so sehr schnell eine ungefähre Einstellung, die mehr oder weniger passt.

Mit diesen EQ lernt man sehr schnell sehr viel über ihre Bandbreite und wie diese sich im Verhältnis zu anderen Spuren verhalten und was sie leisten können. Der EQ wird besonders deutlich, wenn man in den roten Bereich des Mischpultes vordringt und dann gezwungenermaßen auf den anderen Spuren Platz in den Frequenzen schaffen muss. Aus meiner Sicht ist dieser Job mit einer DAW viel komplexer, weil die Möglichkeiten dieser EQs meist viel ausgereifter und feinfühliger sind. Manchmal ergibt eine groberer und intuitive Mischung, wie sie mit dem Tascam 688 vorgenommen werden kann, einfach viel mehr Sinn.

Sicher ist der Umstand, dass man viel eingeschränkter in seinen Möglichkeiten ist, hilfreich dabei, eine präzisere Abmischung zu erreichen. In einer DAW wird man verführt, noch ein weiteres Plugin einzusetzen und noch eins und noch eins. Vereinfachte Systeme zwingen dazu, mit den vorgefundenen Möglichkeiten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. So helfen sie, sich auf das Ergebnis zu fokussieren statt auf den Prozess.

Natürlich soll mit diesen Zeilen nicht die Errungenschaften von modernen DAWs in Frage gestellt oder gar verteufelt werden. Ein Tascam kann uns daran erinnern, dass hier und da nicht unbedingt ein 50-bandiger graphischer EQ mit Oszilloskop, Multipressor und Compressor notwendig ist. Manchmal reicht auch ein einfacher Lowcut oder nur die Anpassung der Lautstärke.

Tascam 644 und 688 in einer Prospektsammlung des Synthesizerstudio Bonn

Unterschätzen darf man dabei nicht die klangfärbenden Eigenschaften des Tascam 688. Das Zusammenspiel aus Bandsättigung und den EQs bescheren den Aufnahmen einen ausgezeichneten und interessanten Klang. Moderne DAWs klingen meist viel neutraler.

Bandmaschinen-Plugins oder Samplerate-Converter schaffen es noch nicht, den charakteristischen Klang zu erzeugen, der das Tascam 688 ausmacht. Die Plugins verfügen nicht über diese deutliche Klangfärbung, die den Aufnahmen Charakter verleiht. Ich könnte mir vorstellen, dass Kenner und Profis den Klang des Tascam raushören können.

Einen besonderen Charme besitzt natürlich der Pitch-Control-Regler. Damit kann man es so richtig schön eiern lassen und Stimmen runterpitchen oder hochpitchen. Mir kommen da sofort frühe Ween Aufnahmen in den Sinn. Besonders Pure Guava zeichnet sich durch einen LoFi-Charakter aus und die Pitch-Effekte werden bis zum Maximum ausgeschlachtet. Psychedelic Songwriting at it’s best. Tatsächlich nutzten Ween wohl ein „Tascam Porta-3, oder Porta-4“ und bearbeiteten die Aufnahmen in einem Studio nach.

Die Tape-Sektion wird mit einem digitalen Display unterstützt und löste damit ein mechanisches Zählwerk ab. Hilfreich, um bestimmte Stellen in einer Aufnahme zu finden. Wenn man mit Tapes arbeitet, muss unglaublich viel gespult werden. Das ist ein Umstand, den man bei der Arbeit mit analogen Bandaufnahmen gern mal verdrängt. Wie viele Stunden ich damals mit Spulen verbracht habe, um einen Edit an der richtigen Stelle zu setzten, möchte ich gar nicht wissen. Nervig auch, wenn man einen bestimmten Song auf dem Tape hören möchte.

In Zeiten von CDs und MP3 kaum vorstellbar. Ruckzuck skippt man durch eine Playlist und Bandsalat gibt es auch nicht. Deswegen rät Tascam auch davon ab, Tapes zu benutzen, die länger als 90 min sind. Diese Bänder sind wesentlich dünner und deswegen kann es durch die erhöhte Abspielgeschwindigkeit zu Bandsalat kommen.

Hochmodernes digitales Zählwerk

Es ist möglich, einen Nullpunkt zu setzten und das Tascam 688 spult automatisch an diese Stelle zurück, wenn man mit der Aufnahme fertig ist. Diese Funktion fand übrigens auch Einzug in HiFi-Tapedecks. Das Tascam ist zwar nicht unbedingt sonderlich laut, dennoch sind die Motoren des Tapes deutlich zu hören.
Sicher verfügt das Tape über unzählige Funktionen, die in der Zeit vor dem PC unglaublich pfiffig, clever und schlau waren, wie z. B. die Möglichkeit, Sektionen neu aufzunehmen, Punch-in-Recording vorzunehmen, schlechte Spuren zu löschen und Inserts einzufügen.

Es geht, aber es ist sehr aufwändig und macht wirklich nicht viel Spaß. Heute sollte man sich auf die ausgezeichnete Mixer-Sektion, die EQs und analoges Processing durch Mehrspuraufnahmen beschränken, die vorher schön ordentlich im Computer arrangiert wurden. Ein Arrangement mit dem Tascam 688 aufzubauen, würde mich wahrscheinlich nach kurzer Zeit in den Wahnsinn treiben.

Klangbeispiele

Die Klangbeispiele liefern einen Eindruck von den klangfärbenden Eigenschaften des Tascams, der deutlich betont wurde. Der PC-Mix wurde direkt im Rechner gebounct und die Tascam Version wurde auf Band aufgenommen und mit den EQs des Tascam bearbeitet und gemixt. Die einzelnen Spuren sollen verdeutlichen, was die EQs können und zeigen natürlich auch die Übersteuerung.

Fazit

Das Tascam MIDI-Studio 688 hat mich wirklich überrascht. Nicht wegen seiner fortschrittlichen Tapetechnologie, nicht wegen seiner MIDI-Funktionen. Da sind wir doch alle froh, dass wir heute komfortabel und einfach auf Festplatte aufnehmen dürfen und im milliardsten Sekundenbereich editieren dürfen.

Besonders angetan bin ich von den EQs und die angenehme Verzerrung, die das Tascam 688 liefert. Dazu bekommt man eine äußerst komfortable Meteranzeige, bei der jeder Meter einer DAW sich nur beschämt abwendet.

Das Mixen macht auf diesem Gerät unglaublich viel Spaß. Einfach mal ein Track auf die einzelnen Spuren aus dem Computer in das Tascam schicken, mixen und das Ergebnis wieder in der DAW aufnehmen. Das ist analog Processing at it’s best. Dafür ist das Tascam 688 MIDIStudio bis heute hervorragend geeignet. Gern kann man auch ein Arrangement auf Band aufnehmen, mixen und dann wieder im Rechner aufnehmen. Aber ganz ehrlich: Overdubs und Inserts und Edits möchte ich mit dem Tascam nicht machen, da lob ich mir den Computer.

Leider ist mein Studio vom Platz beschränkt und die Frage stellt sich also, wo man so einen Koloss aufstellen soll? Tascam hat ja auch kleinere Mehrspur-Taperecorder gebaut, aber die Preise sind einfach abschreckend.

Vielleicht sind sie auch zu Recht so hoch. Sie lassen sich einfach in ein modernes Studio integrieren. Die angenehme Klangfärbung, die es heute kaum noch gibt, wird eine große Rolle spielen. In dieser Hinsicht ist das Tascam 688 MIDIStudio dann schon wieder ein echtes Schnäppchen, weil man dieses teilweise billiger erwerben kann als seine kleineren Mitbewerber.

Für alle, die sich für analoges Processing und den Klang von echtem Tape interessieren, eine echte Empfehlung.

Sicher habe ich viel der Lieblingsfunktionen oder Kopfschmerzfunktionen weggelassen und den einen oder andern Tascam Kenner damit auf die Füße getreten. Mir war es aber am wichtigsten, den Fokus auf den Wert eines Tascam 688 in einem modernen Studio zu beleuchten. Allen Enthusiasten, die in Reinform mit diesem Pult arbeiten, ernten mein ungläubiges Staunen und nötigen mir gleichzeitig größten Respekt ab.

Plus

  • EQs
  • Analog-Processing
  • Tape-Sound
  • Pitch
  • Mixer
  • zahlreiche Inputs und Outputs
  • Routing-Möglichkeiten
  • MIDI
  • Meteranzeige
  • Sound

Minus

  • Spulen
  • MIDI-Funktionen heute nicht mehr zeitgemäß
  • lautes Motorengeräusch

Preis

  • Tascam 688 heute ca. 500,- bis 800,- Euro (je nach Zustand, neue Tonköpfe, Justierung etc.)
  • Tascam 644 heute ca. 300,- bis 500,- Euro (je nach Zustand, neue Tonköpfe, Justierung etc.)
  • Tascam 688 Ladenpreis 1990: ca. DM 6.000,-
  • Tascam 644 Ladenpreis 1990: ca. DM 3.000,-
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    k-langwerkstatt  

    Das waren noch Zeiten! Ich hab zu Studienzeiten das 644 besessen. Hat wahsninnig Spaß gemacht! Und dann noch mit dem Atari ST samt Notator synchronisiert, die Midisounds kamen vom Kawai K1 und vom Korg M1r und ab ging die Post! Eigentlich schade, dass ich es irgendwann verkauft hab, heute hätte ich Lust, es wieder in mein Studioset zu integrieren.

  2. Profilbild
    calvato  

    Oh Gott, 4-Spur!!! Das hatte ich ja fast schon verdrängt! Was mussten wir damals zaubern, vor allem in der Zeit, als ich noch keinen Atari mit SPMTE hatte…. im Grunde klangen die Dinger katastrophal, aber irgendwie auch charmant. Ich hatte das Fostex 160, davor mit dem X15 herum gespielt. Ein Kollege hatte ein Kassetten-8-Spur-Rekorder, damit konnte man echt „gute“ Demos erstellen. Was für ein Wahnsinn, diese Spurbreite…. Wenn ich überlege, was das damals auch alles gekostet hat…. heieiei….

  3. Profilbild
    nativeVS  AHU

    „16 oder 24 Zoll Tape-Maschine war reiner Luxus“
    Ich glaube die sind immer noch ein Luxus den es meines erachtens nie gab; ich nehme an du meinst 2″ mit 16 oder 24 spuren.

    Apropro mobilen einsatz. Vangelis benutzte zwei Akai MG1212 als sein mobiles setup (mit ein bis zwei CS80 natuerlich), die aehnliche dimensionen haben; mit genug roadies it demnach alles machbar.

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Wer kennt sie nicht, die 16 und die 24 Zoll Tapemachinen :-) Da ist dir eindeutig was entgangen :-) :-) :-)
      Klar, stimmt wir alle haben ein Herrscharr von Roadies und Techniker im Hintergrund rödeln :-) :-) :-)

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Stark! Dickes Lob. Ich hab hier auch noch ein Tape, Nakamichi Dragon, welches ich gerne nutze, wenn ein Sound oder Track zu steril daher kommt.

  5. Profilbild
    harrymudd  

    Zum Glück ist diese Phase des Musikschaffens zu Hause vorbei! Ständig die Gefahr, dass das Tape durch ddn häufigen Bandtransport beschädigt wird oder ausleiert. Ein Dropout und das verwendete DBX Rauschunterdrückungssystem taten ein übriges für den klanglichen Supergau.
    Der Frequenzgang vom 644 und 688 sind übrigens identisch – die Probleme beim 8spur Cassettenteil waren aber größer ( Dropouts besonders auf den Randspuren u.ä. )
    24 Zoll Bandmaschinen sind selbst heute noch eine Herausvorderung :-)

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    ctrotzkowski  

    Schön geschriebener moderner Look auf ein altes ingenieurtechnisches Meisterwerk.
    Ich habe mir damals auch ein 644 gekauft und geliebt – und es lagert heute noch im Ehrenregal meines Studio-Schrankes.

    Zum Thema „Oh Gott, 4 Spur“… das was damals gar nicht so schlimm wie hier vermutet.
    Spur 4 wurde für den MIDI Timecode geopfert – der hat aber wirklich zuverlässig funktioniert, und den per MIDI Kabel verbundenen ATARI ST 1040 (der serienmäßig mit MIDI Buchsen kam) mit Cubase fernbedient, d.h. man hat das Tape gestartet, und nach kurzer Gedenksekunde lief der Sequencer synchron (und blieb es auch).

    Jüngere Kollegen müssen dazu wissen: Es war auch die Zeit, wo man noch exzessiv die Multimodes der MIDI Klangerzeuger nutzte, d.h. komplexe Arrangements hatten bis zu 16 MIDI Instrumente, die im Wesentlichen schon im Klangerzeuger gemischt wurden (bei mir damals ein Yamaha SY77). Dadurch mußten die 4 Klinken-Outputs des Synths nur noch zum Mastern durch das Pult vom 644 durchgeleitet werden, ohne auf den Spuren der Compact Cassette dort aufgezeichnet zu werden.

    Folglich hatte man immer die anderen 3 Spuren für Gesang und Gitarre, was in 80% der Fälle ausreichte (sonst: Pingpong wie beschrieben), und das Master landete dann auf einem (sauteuren) DAT Recorder.

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      ctrotzkowski  

      Ach ja, zur Routing Matrix: Ähem, wenn ich mir das Routing eines X32 anschaue, finde ich die des 644 doch gar nicht so veraltet :+)

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    iggy_pop  AHU

    Bei aller Begeisterung für analoge Aufnahmetechnik — vier- oder achtspurige Cassettis sind immer an mir vorbeigegangen, da war ich immer eher auf der Halbzoll-Achtspurschiene.

    Auf so einem Tascam 244 hat Bruce Springsteen wohl seinerzeit ein komplettes Album aufgenommen, und Kraftwerk hatten es offenbar bei der 1981er Tour im Gepäck, um Backings abfahren zu können.

    Erinnert sich noch jemand (mit Grausen) an diesen Achtspur-Recorder mit Tonband und Mischer in einem? Oder diese komischen Akais? Oder Sansuis?

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      gaffer  AHU 1

      War m.W. sogar eine 144, das Album heisst Nebraska. Das 144 war bei unserem lokalen HiFi Händler ausgestellt. Für 4200.- Habe mir dann doch das 244 gegönnt, besser und deutlich billiger

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    lightman  AHU

    Die ersten Aufnahmen meiner Musik machte ich mit dem Uher Stereo Deluxe Tonbandgerät meines Vaters, dann einige Jahre lang mit Kassettendecks, die Tracks meiner ersten halben EP (ich kriegte die B-Seite) stammten allesamt noch von Tape.

    Kurz danach lieh mir ein Kollege einen tragbaren DAT-Recorder, schlußendlich kaufte ich mir ein gebrauchtes DAT-Laufwerk von Aiwa, das gut klang, aber gerne die Indexpunkte auf dem Band durcheinanderbrachte bzw. gar nicht erst aufzeichnete (oder gar beachtete).

    Zwischendrin habe ich für verschiedene Projekte mit einem abgerockten Tascam Porta One gearbeitet, das war eigentlich ziemlich spaßig und klanglich durchaus okay für unsere Bedürfnisse. Selbst mit sehr gutem Bandmaterial hatte das Teil einen schmalen Grenzbereich zwischen Bandsättigung und starker Verzerrung, damit haben wir etliche Tracks produziert, die man heute noch anhören kann (wenn man auf Haudruff steht).. Einige Kollegen nutzten es auch später noch, weil sie den brachialen Sound so geil fanden.

    Ich bin dann auf Cool Edit Pro umgestiegen, bis ich irgendwann bei Reaper landete, wo ich bis heute geblieben bin. Ich habe noch fast alle alten Bandgeräte aus alten Tagen (das Porta One hats leider nicht geschafft) und benutze sie ab und zu für spezielle Zwecke, aber insgesamt bin ich froh, daß diese Zeit vorbei ist. Digital ist einfach weniger Geschiß.

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    mdesign  

    klar, wenn ich schaue, was mein iPad heute kostet und kann, ist die tascamwelt schon sehr speziell. aber 1984 war das, glaube ich, als ich mit meinem gebrauchten portastudio 144, einem oberheim OBXa, einem TR 707 und einem mikro zum ersten mal sowas wie ein tonstudio hatte. da waren endlich die zeiten vorbei, in denen arrangements durch die möglichkeiten der live einspielenden band definiert wurden. da konnte ich nächtelang tüfteln, da ging mein leben als musiker ins nächste level. und als dann noch ein alesis microverb dazukam …

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    Tyrell  RED 11

    Ich besaß leider auch nur das 644 und machte einige schöne Songs in Kombination mit dem ATARI ST und Creator. Mein Traum war aber selbstverständlich immer das 688 gewesen. Nun habe ich mir diesen Traum erfüllt und dieses wunderschöne Teil – und mag es auch noch so groß sein – zugelegt. :)

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    Atarkid  AHU

    Die ersten Banddemos mit Tascam 160, dann mit Tascam 260 aufgenommen. Faszinierend was da schon ging. Aber mit 18 hab ich mir dann ne gebrauchte Fostex E16 gekauft und ein Tascam Mischpult. Die Einschränkungen waren mir einfach zu groß.
    Aber den ganzen Kram möchte ich heute nicht mehr benutzen müssen…. Die Bandsättigung hätt ich aber trotzdem gerne wieder ^^…..

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      iggy_pop  AHU

      “ Aber den ganzen Kram möchte ich heute nicht mehr benutzen müssen….“

      Absolut richtig — wer einmal eine analoge Bandmaschine geschleppt und Unmengen an Halbzollbändern irgendwo hat unterbringen müssen, wird sich freuen, daß heute alles viel weniger raumgreifend und gewichtig ist als früher.

      Zum Produzieren sind computergestützte Systeme doch unendlich viel praktischer — für bestimmte Färbungen ist Bandmaterial immer noch ein schönes Gewürz. Wenn nur das Gewürzregal nicht so riesig und schwer wäre…

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        lightman  AHU

        Jo, die alten Bandmaschinen waren sackschwer, und dann gabs auch andere schöne Schmankerl wie Bandsalat, sich ablösende Magnetbeschichtungen, Banddehnung, die ständige Sorge vor Magneten, die die Arbeit von Wochen und Monaten kaputtmachen konnten, Schneiden und Kleben von Bändern meist mit unbrauchbaren Hilfsmitteln („nimm‘ doch das Brotmesser!“), drastischer Qualitätsverlust beim Kopieren und dann natürlich die Hardware selbst mit ihren Tücken. Beim Uher waren das vor allem die sensiblen Bandspanner und der Kopfträger (und dann noch die ätzende Einmesserei), manche Tapedecks waren regelrechte Bandfresser, ich hatte mal eines von Pioneer, angeblich ein Profigerät, das im Grunde nur mit TDK-Kassetten richtig lief, wenn man da ein BASF-Tape reinsteckte und mehrmals umspulte, flogen schon mal die Spulen aus der Nabe.

        Ich bin einerseits froh, die entsprechenden Fertigkeiten im Umgang mit Bändern erworben zu haben und mag den Sound bestimmter Bandaufnahmen sehr, aber die heutigen Möglichkeiten sind einfach besser.

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    WackyJacky  

    Ich hatte eines der Nachfolgemodelle, das Portastudio 488. Bei dem kann man den Sound leider überhaupt nicht ansättigen oder anzerren, sobald einer der Eingänge zu hoch gefahren wird kommt es zu schrecklichem Clipping und Motorboating mit Übersprechen auf alle anderen Kanäle.

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    Da werden Erinnerungen wach, ich hatte damals das 688 in Verbindung mit dem Atari ST und Notator,
    als Keyboards kamen Roland S-50 und Korg DW 8000 zum Einsatz, Total nervig war das Masteren, DAT steckte noch in den Kinderschuhen und das gute alte HIFI Tapedeck rauschte wie ein Wasserfall. Meine Notlösung war ein Philips Stereo Videorecorder, die Soundqualität war zwar zufriedenstellend aber das Spulen eine einzige Katastrophe, aber was hat man damals nicht alles gemacht und ausprobiert. Um nochmal auf das 688 zurück zu kommen, bei einer Aufnahmesession brauchte ich mal eine verzerrte Bluesharp, da ich keinen Verzerrer zur Verfügung hatte, habe ich den Gain des 688 übersteuert und es hat wunderbar funktioniert. Alles in allem, möchte ich diese Zeit nicht missen.

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    penishead  AHU

    Wahnsinn, endlich mal das 688 als Review. Das war mein Traum, den ich mir erst mit der 644 verdienen musste, um mir eine 688 zu kaufen. Das war schon Hammer, der heiligste Gral für jeden Homerecordler. Mit dem 688 wurden sogar einige bahnbrechende Alben aus dem Metal Bereich aufgenommen. Das 688 war technisch weit voraus, und eine Meisterleistung von Tascam. Alle Nachfolger von Tascam waren nur abgespeckter. Das bestausgestattete 8 Spur Recording Teil, welches es jemals gab.
    Man muss jedoch dazusagen, das die 8 Spuren auf dem schmalen Band etwas schlechter klangen, als die 4 Spuren auf dem 644 (Grenzen der Physik). Und wer damals kein DAT hatte, war sowieso am Ar***, weil eine Aufnahme nochmal auf Kassette durch das Rauschen für weitere Verwendung unbrauchbar war. Und die Rollen und die Köpfe mussen immer schön gepflegt werden, und immer unbespielte hochwertige Kassetten für jegliche Aufnahmen verwenden. Das war ein Wissenschaft für sich. Herrlich!
    Ach ja, besonders lustig war es eine Albanische Folklore Gruppe live aufzunehmen und abzumischen. Musste immer mittig verzerren, auch den Gesang. Die wollten das so.

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    Zwo5eins  

    Auch ich hatte damals das 688 in Verbindung mit dem Atari ST und Creator. Eine unglaublich gute Kombination. Hi Tech für Amateure. Ich wollte herausfinden wie gut die Audioqualität ist und habe detailreiche klassische Musik von CD auf das 688 gespielt und mit Hinterbandkontrolle und Kopfhörer immer wieder verglichen. Das Ergebnis war unglaublich gut.

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    Son of MooG  AHU

    Von einer solchen Maschine konnte ich nur träumen, so musste ich mich mit einem Porta05 HS für ca. 900,-DM zufriedengeben. Mit DAWs bin ich nie so richtig warm geworden und blieb daher bei Multitrackern wie dem Zoom R-16 und seit 2013 dem Tascam DP-32, das via MIDI auch problemlos mit dem Sequencer synchronisiert werden kann. Den analogen Recordern trauere ich nicht nach, auch wenn ich das Porta05 HS hin und wieder für manche Sachen wie Reverse-Takes nutze.

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    dAS hEIKO  AHU

    …Schnappatmung wegen 300€? Naja, hast ja recht – Für ein gebrauchtes Gerät mit reichlich Abnutzungspotential. Aber damals war das Ding die Endstufe und kostete mehrere „Große Scheine“ (Wir hatten damals noch 1000er). Dafür wirkt der Mixer aber auch heute noch amtlich.
    Fostex und Tascam, aber auch Yamaha mischten munter mit in der Multitrackersparte. Dennoch war auch ein Einstiegsgerät nur unwesentlich unter 1000 Mark zu haben.

    Für die MIDI-Synchronisation eine Spur zu opfern kostete schon Überwindung. Das war seinerzeit aber ganz großes Kino.

    Für mich als Schüler damals unerreichbar. Und heute ein leuchtendes Beispiel dafür, das technische Einschränkungen nicht immer schlecht sein müssen. Denn wenn die 80er für eines bekannt waren, dann Gute Musik.

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      roseblood11  

      Gute Musik mit oft mäßiger Aufnahmequalität. Es gibt viele Beispiele für zeitlos guten Klang aus den 60ern, aber vieles aus den 80ern klingt eben … nach den 80ern.

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        Willemstrohm  AHU

        Da nimmst du die 60er aber anders wahr als ich. Natürlich gab es auch gute Aufnahmen, aber der größte Teil genügt nicht den heutigen Ansprüchen. Was du heute hörst, musste neu gemastert werden. Und gerade in den 60ern wurden üble Experimente gemacht (hartes Panning von Instrumenten, Absaufen des Arrangements in üblen Hallfahnen usw.). Man kann sich auch einiges schöner reden, als es wirklich war. Gilt auch für die 80er. Sowieso bescheuert, irgendwas an Jahrzehnten ausmachen zu wollen. Spannender ist die Frage, wer was wo und womit aufgenommen und gemischt hat. Danach lässt sich Aufnahmequalität beurteilen.

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    Florian Anwander  RED

    Ich vermisse bei der Bewertungen von bandgestützten Aufnahmesystemen immer den Aspekt, dass die durch das Umspulen notwendige Arbeitsweise das Arbeiten entschleunigt und entstresst.
    Wer jemals als Sänger oder Instrumentalist im Aufnahmeraum hinter einem Mikro gestanden ist, der weiß diese Unterbrechungen durch Bandspulzeiten zu schätzen. Man kann durchatmen, sich sammeln und neu konzentrieren.
    Rechnergestütztes Arbeiten kann da ganz schön stressen.

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      Sven Rosswog  RED

      intressanter Nebenaspekt den du mit einbringst. Die Frage, wie man aus dem Künstler ein maximum an perferkter Preformance rauskitzeln kann. Technische Fragen wie das spulen helfen sicherlich vom Künstler abzulenken und ihm die Möglochkeit zum durchatmen zu geben. In Zeiten von HD-Aufnahmen fällt dieser Aspekt natrülich weg. Als Produzent kann ich nur beisteuern, dass es unglaublich wichtig ist eine Athmosphäre zu schaffen, in der sich der Künstler wohlfühlt. Da habe ich auch mal die Band aus dem Studio verbannt, damit der Sänger nicht zu sehr abgelenket war. Wenn die Technik nichspinnt, sollte man deswegen selber Pausen einbauen und zwar psychologisch richtig verpackt. Nicht den Sänger mit Sprüchen, wie du fängst an zu krächzen nerven, sondern stattdessen einfach sagen, ich brauch jetzt mal ein Kaffee, oder anfangen über alltägliches zu reden, um den Druck aus der unnatrülichen Studiosituation rauszunehmen, oder fehler vortäuschen. Wenn man das richtig macht, kann man sehr viel über die Künstler, als auch sich selbst lernen. Als Produzent sollte man versuchen immer sein Ego zurückzufahren und zu versuchen zu verstehen, was der Künstler im Moment brauchen könnte. Man vergisst in der Routine so viel: Komplimente machen, zu fragen wie es geht, ob man was zu trinken haben möchte usw. Diese Kleinigkeiten helfen zu entspannen Studiopsychologie. Sehr Wichtig.

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    Der Thoralf

    Sehr liebevoll geschriebener Artikel.. jetzt ersetzen wir in den ersten Absätzen das Wort „Zoll“ gegen das Wort „Spur(en)“ und dann stimmt alles. 24 Zoll Bänder gab es nicht, so ein Band hätte etwa die Breite eines großen Handtuchs gehabt. 😲

    Die professionellen Bänder waren zwischen einem Halben und zwei Zoll groß. Mit 8 Spuren auf einem Halbzoll Band haben z.B. die Eurythmics ihr erstes Album u.a. mit „Sweet Dreams“ produziert. Dann gab es noch das 1″ Band, darauf konnte man 8/16 Spuren unterbringen, später mit Tascams TSR24 sogar 24 Spuren, welche normalerweise 2″ Band verlangen. Das hatte alles Vor- und Nachteile.

    Ich habe in den Achtzigern auf diesen Maschinen gelernt und gearbeitet. Das Synchronisieren mit Midi Sequenzern war gar nicht so komplex.. wenn man es täglich gemacht hat.
    Der Sequenzer musste als Slave fungieren und startete erst, wenn er das Sync Signal vom Band bekam. Dank einer kleinen Erfindung im Midi Protokoll namens „Song Position Pointer“ konnte man sogar mitten im Song starten und stoppen und der Sequenzer wusste sofort, an welcher Stelle im Song man gerade ist. War damals sehr komfortabel.
    Da ist es heutzutage deutlich Nerven- und Zeitraubender, das Plugin .dll an der richtigen Stelle zu platzieren, oder die Ursache zu finden, warum der Rechner mal wieder nicht so will, wie ich. Anmerkung: Ich nutze keinen Mac. 😛

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    ambusher

    Sehr, sehr schöner Artikel – ich fühlte mich geradezu in eine andere Zeit versetzt.

    Leider konnte ich mit das Gerät nie leisten. Meine Anfänge in meinen jüngsten Jahren lagen zuhause bei einem Doppel-Tapedeck (ich glaube von Schneider), bei dem man die Möglichkeit hatte während des Überspielens von Tape 1 auf 2 noch ein externes Line-Signal beizusteuern. Das Ganze funktionierte einigermaßen bis zu dreimal…Später fingen meine richtigen Gehversuche mit einem Yamaha MT8X an.

    Das Tascam war immer ein unerreichter Traum!

    Nochmals Danke für diese Zeitreise!!!!!!!!

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      Son of MooG  AHU

      Bei mir war es ähnlich, nur dass ich mit einem Hitachi Tapedeck, einem Akai 4000DS Mk.II Tonbandgerät und einem Korg KMX-8 Mixer gearbeitet habe. Bei der ersten Aufnahme auf Cassette konnte ich sogar das Akai dank Hinterbandkontrolle (noch ein ausgestorbenes Wort) und zwei Bandgeschwindigkeiten (9,5 & 19cm/sec) als Tape-Delay mit zwei verschiedenen Echo-Zeiten nutzen. Das Porta05 HS kam mir da schon fast professionell vor, da es einen Aux-Weg und einen Single-Out für die vierte Spur zum Synchronisieren hat…

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    roseblood11  

    Ich habe in den Jahren angefangen und fand diese Teile unsinnig. Recht teuer, dafür zwar schon eine Menge recht professionelle Features, aber am Ende eben doch das Gedöns mit der MC und eine sehr beschränkte Klangqualität. Und wirklich portabel waren sie auch nicht. Ein gebrauchter 8-Spur Recorder und ein Inlinepult waren zwar teurer, boten aber professionellen Klang, und das Pult ist bis heute im Einsatz.
    Viel sinnvoller waren die kleinen und wirklich günstigen Varianten, für Demos und als Skizzenblock.
    Zudem kamen 644 und 688 eigentlich zu spät heraus. Der Atari ST und DAT waren ja schon da. 1992 kamen der Falcon 030 und ADAT.

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    RickD

    Ich hab letztes Jahr sehr günstig ein 688 ersteigern können, da es „nicht mehr tut, irgendwas mit dem Netzteil“. Nach dem obligatorischen Wechsel der Antriebsriemen liefen schon fast alle Funktionen wieder und nach ausgiebiger (!) Konsultation des Handbuchs und diverser Internetforen bekam ich sogar die Routingmatrix einigermassen in den Griff. Nun fehlt’s wohl noch irgendwo an einigen Kondensatoren, dann gehen auch die letzten Funktionen und Ausgänge wieder.
    Was für ein anderes Arbeiten als mit DAW, da funkelt die Inspiration wieder. Jedenfalls für einen Moment – ich erahne schon das Frustrationspotential von Band.
    Hatte in meinem Leben bisher nur eine kurze Begegnung in meiner Kindheit mit den PortaStudios (k.A. welches Modell/Marke), als ich mal einer Schülerband als Tontechniker diente…

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    MichFisch00  

    Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern. Das 688 war damals DAS Tape schlechthin. Damals war ich aber Lichtjahre davon entfernt, mir das leisten zu können. Das Design des 688 finde auch besonders gelungen. Eine echte Schönheit!

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    Fredi  

    Hallo Sven, hallo Tyrell,

    danke für Euren schönen Bericht, der Erinnerungen bei mir getriggert hat.

    Ich habe im Keller im Flightcase immer noch mein 688 stehen, das ich vor vielen Jahren gebraucht erstanden und über 10 Jahre intensiv genutzt habe. Es ist ein geniales Stück Technik, war wahnsinnig teuer (ich erinnere mich an einen Originalpreis Anfang der 90er von über 6000DM), aber sehr leistungsfähig und auch portabel für Liveaufnahmen. Die Klangqualität fand ich okay, schließlich war es auf gehobenem Kassettenniveau (mit dbx und der doppelten Bandgeschwindigkeit bei halber Spurbreite von konventionellen Rekordern).

    Schade, dass dieses Konzept nicht in die Gegenwart transportiert wurde. Tascam hat mit dem DP-24/32SD etwas ähnliches im Programm mit tollem Routing, virtuellen Spuren, aber ohne MIDI und mit nur acht gleichzeitigen Aufnahmespuren und vier Audioausgängen, das Zoom Livetrack geht auch in die Richtung, ist aber auch limitiert.

    Naja, live ist sowieso tot und die Kids (ich auch) machen alles in der DAW am Laptop. Das ist flexibler, aber weniger haptisch… Wahrscheinlich gibt es einfach keinen Markt mehr für Geräte mit diesem Ansatz.

    Gruß
    Fredi

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