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Test: Nektar SE61, USB-MIDI-Keyboard

11. August 2021

Sind 61 Tasten besser als 25/49?

nektar se61 controllerkeyboard midi test

Nektar SE61, USB-MIDI-Keyboard

Vor gut zwei Jahren hatte ich auf meinem „Test-Tisch“ die beiden kompakten Controllerkeyboards Nektar SE25 und SE49. Schon damals fragte ich mich, wieso Nektar Technologies im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern die SE-Reihe auf die beiden Modelle mit 25 und 49 Tasten beschränkt. Dass man 88-Tasten-Versionen einspart, kann ich mir noch gut erklären, denn der Markt ist hierfür deutlich kleiner, einfach weil die meisten Homestudio-Besitzer sehr gut mit 49/61 Tasten auskommen. Wie auch immer, zwei Jahre später ist es nun soweit und Nektar hat das SE61 auf den Markt gebracht. Ob dieses nun besser ist? Hat Nektar bei diesem Modell gegenüber den kleineren Brüdern etwas geändert oder ist der einzige Unterschied der größere Tastaturumfang? In unserem Test erfahrt ihr es.

Überblick zum Nektar SE61

Das Nektar SE61 macht einen soliden und guten ersten Eindruck. Die Maße des 61-Tasten-Keyboards belaufen sich auf 985 x 197 x 69 mm, das Gewicht liegt bei 3,0 kg. Das aus Kunststoff gefertigte Gehäuse besteht aus zwei großen Teilen, die miteinander verschraubt sind. Solide gearbeitet, das gibt alles keinerlei Anlass für Kritik.

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nektar se61 controllerkeyboard midi test

Zum Lieferumfang des Keyboards gehören ein weißes USB-Kabel für den Computeranschluss, eine gedruckte englischsprachige Bedienungsanleitung sowie ein Kärtchen, das zur Registrierung des Keyboards im kostenfreien Account auf nektartech.com einlädt und rückseitig einen Lizenzcode für die DAW Bitwig 8-Track bereithält. Das SE61-Keyboard lässt sich zwar auch ohne Registrierung nutzen, dann allerdings nur als generischer USB-MIDI-Controller ohne die zusätzlichen DAW-Features, dazu gleich mehr.

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Die Optik der 61-Tasten-Version stimmt mit der des 49er-Modells überein, so dass die Unterseite komplett rot, der obere Teil dagegen im klassischen Schwarz gehalten ist. Der Teil des Gehäuses auf dem Pitchbend- und Modulationsrad untergebracht sind, d. h. der kleine Teil links der Tastatur, ist leicht nach vorne geneigt.

Über den beiden Drehrädern befinden sich insgesamt vier Buttons. Alle sind mit Mehrfachfunktionen ausgestattet, so dass sie sowohl als Transportsektion mit Play/Stop, Record, Forward, Rewind eingesetzt werden, aber auch als Oktvavierungs- und Transpositionstasten dienen. Um die Funktionen umzuschalten, ist lediglich das gleichzeitige Drücken der linken beiden Buttons notwendig. Drückt man die rechten beiden Buttons gleichzeitig, gelangt man ins Setup.

Ansonsten gibt es am Nektar SE61 keinerlei Bedienelemente. Oberhalb der Tastatur sind einige Funktionen und Parameter aufgedruckt, was bereits darauf hinweist, dass man weitergehende Funktionen über bestimmte Tasten-Kombinationen einstellen kann. Das kennt man von vielen anderen Keyboards der unteren Preisklassen und ist daher nicht verwunderlich. U. a. lassen sich beim Nektar SE61 hierüber der MIDI-Channel, Bank-LSB und MSB-Befehle oder die Anschlagskurve der Tastatur einstellen.

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Tastatur und Anschlüsse

Von den Nektar Tastaturen war ich die letzten Jahr immer sehr angetan. Das SE61 Keyboard stellt da glücklicherweise keine Ausnahme dar und bietet eine gut spielbare Tastatur, die zwar sehr leicht gewichtet ist, aber ein gutes Spielgefühl vermittelt. Über Aftertouch verfügt sie, wie auch die beiden kleineren Brüder SE25 und SE49, nicht. Schade, denn das ist in der Regel immer ein Alleinstellungsmerkmal und hebt Keyboards von den Mitbewerbern der hart umkämpften unteren Preisklasse ab.

Rückseitig befinden sich am Nektar SE61 alle Anschlüsse des Keyboards: Ein USB-Port zur Verbindung mit dem Computer, eine 6,3 mm Klinkenbuchse zum Anschluss eines Haltepedals sowie ein Power-on/off-Schalter und ein Kensington-Lock zur Sicherung des Eigentums. Leider spart Nektar beim SE61 die MIDI-DIN-Buchsen ein, so lässt es sich leider nicht direkt mit externem MIDI-Equipment nutzen.

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Einsatz und Programmierung des Nektar SE61 MIDI-Keyboards

Nach der Registrierung des Keyboards im Account auf nektartech.com fragt das System sogleich nach dem Betriebssystem und welche DAW man nutzt. Der Hintergrund: Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern programmiert Nektar für seine Controller (-keyboards) passende DAW-Mappings und setzt nicht auf den DAW-übergreifenden Mackie HUI Standard. Dies bringt einige Vorteile mit sich, denn die Hardware Bedienelemente der Nektar Controller sind dank dieser Mappings automatisch auf die passenden DAW-Funktionen gemappt.

Beim SE61 wirkt sich dieser Vorteil aufgrund der wenigen Bedienelemente zwar nicht all zu sehr aus, bei den Impact LX- oder Impact GX-Keyboards, die teils mit einer Vielzahl von Fadern, Buttons und Potis ausgestattet sind, dagegen schon. Aber auch bei den SE-Keyboards darf man sich natürlich über die fertigen Mappings freuen.

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Hat man das Betriebssystem und die DAW ausgewählt, präsentiert der Nektar Account nur noch dazu passende Downloads. Man muss also nicht 20 oder 30 Dateien durchsuchen, wo denn jetzt das passende Mapping für Cubase auf dem Mac ist, es wird einfach direkt angezeigt. Zur Auswahl steht übrigens eine stattliche Anzahl von DAWs: Bitwig Studio, Cakewalk/Sonar, Cubase, Digital Performer, FL Studio, GarageBand, Gig Performer, Live, Logic Pro X, Mainstage, Mixcraft, Pro Tools, Reaper, Reason, Samplitude und Studio One.

Ableton Live und Pro Tools sind seit dem Test des SE25/SE49 neu hinzugekommen, das erfreut die User dieser DAWs und war ehrlich gesagt auch längst überfällig.

Wie bereits angemerkt, halten sich die DAW-Steuerungmöglichkeiten beim SE61 aufgrund der überschaubaren Bedienelemente des Keyboards in Grenzen. Neben der Steuerung der Transportkommandos Play, Record, Forward und Rewind lassen sich die vier Buttons nach erfolgter DAW-Integration auch auf die Funktionen Track und Patch programmieren. Hierüber lässt sich dann von DAW-Kanal zu DAW-Kanal steppen oder Sound-Patches von Software-Instrumenten durchschalten. Da das Mapping DAW-bezogen ist, funktioniert dies aber nur mit den DAW-eigenen Instrumenten. Bei Software-Instrumenten von Drittanbietern geht es leider nicht. Dagegen lässt sich der Volume-Fader des Nektar SE61 wiederum zur DAW-Steuerung einsetzen.

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Die Programmierung der Funktionen geht dabei schnell von der Hand: beide rechten (Setup-) Tasten drücken, auf der Tastatur die Taste mit der gewünschten Funktion drücken, mit dem hohen C (Enter) bestätigen, fertig.

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Marktausblick 61-Tasten-Controllerkeyboards

Mit einem aktuellen Preis von 95,- Euro gehört das SE61 zu den günstigsten 61-Tasten MIDI-Keyboards. Legt man 10,- bis 30,- Euro drauf, wird das Feld aber bereits deutlich größer. Hier kommt es also auf die persönlichen Vorlieben an in Sachen Tastatur, Spielgefühl und Einsatzgebiet. Mögliche Konkurrenten sind das Easy Key 61 von Swissonic, die M-Audio Keystation 61, das X6 mini von Midiplus oder das Impact GX61 aus eigenem Haus. Vor allem das Impact GX61 sollten sich Interessierte vorab näher anschauen, bietet es mit insgesamt 14 frei zuweisbaren MIDI-Buttons eine deutlich größere Anzahl an Bedienelementen.

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Fazit

Das 61-Tasten-Modell SE61 ist eine logische Entwicklung von Nektar. Hatte man im Rahmen der SE-Serie bisher nur das 25er- und 49er-Modell im Angebot, komplettiert der Hersteller die Serie nun mit dem SE61. Die Optik und die Ausstattung ist dabei gleich geblieben, Unterschiede zum 49er-Modell gibt es nicht, zur 25-Tasten-Version konstruktionsbedingt dagegen schon.

Das SE61 überzeugt mit einer gut spielbaren Tastatur und der Möglichkeit, neben Pitchbend- und Modulationsrad auch vier Buttons und einen Lautstärkeregler zu nutzen. Auch wenn das SE61 aufgrund der wenigen Hardware-Bedienelemente nicht allzu stark von Nektars DAW-Mappings profitieren kann, lassen sich die Bedienelemente auch für DAW-Kanalwechsel oder zum Durchsteppen von Sound-Patches nutzen. Die Verarbeitung des Keyboards sorgt dafür, dass es sich sowohl im Studio als auch auf der Bühne wohlfühlt.

 

Plus

  • Tastatur
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Verarbeitung
  • Funktionen

Preis

  • 95,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    vssmnn  AHU

    Ich bin ja gespannt, wann der erste gitarrenhersteller auf die Idee kommt, drei Seiten wegzulassen, weil es ja zu Hause reicht.

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Natürlich verwundert es etwas, wenn in einer Serie ein Produkt mit 61 Tasten fehlt. Aber wahrscheinlich hat man wegen der Preisdifferenz zur nächsthöheren Klasse auch nicht damit gerechnet, dass das überhaupt interessant sein könnte. Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft man Bilder von Homestudio- oder Live-Setups mit Mini-Keyboards sieht. Offensichtlich scheint es da einen Markt zu geben, den nahezu alle Hersteller bedienen. Instrumente mit 61 oder 88 Tasten hingegen sieht man bei den Masterkeyboards seltener. Im Studio und auf der Bühne wird dann einfach der ohnehin vorhandene Synth, die Workstation oder das Digitalpiano genutzt. Ist auf der Bühne auch besser, denn viele der USB Masterkeyboards sind kaum für den Bühnenalltag gemacht und wenig robust.

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