13. Januar 2020

Roland Jupiter 6 – der ewige Zweite

Der Roland Jupiter-6 war schon immer ein wenig stiefmütterlich von Vintage-Liebhabern behandelt worden. Im Schatten des allmächtigen Roland Jupiter-8 hatte er es nie leicht.

Nur 6 der 8 Stimmen und vor allem der angeblich deutlich kühlere Klang schaden seinem Ruf bis heute. Dabei hat der Jupiter-6 einiges mehr zu bieten als der Jupiter-8 und das aktuell bei deutlich weniger als einem Drittel des Jupiter-8 Gebrauchtmarktpreises.

Warum schreibe ich diesen Artikel gerade jetzt? Auf Grund anstehender Neuanschaffungen (ja, auch mich reizt der KORG ARP 2600 FS über alle Maßen), wird es Zeit, mich von einigen meiner Vintage-Platzfresser zu trennen. Aus diesem Grund habe ich einfach mal drei eher selten benutzte Probanden online gestellt und warte mal ab, ob einer davon ein neues Zuhause finden wird.

Fast ganz automatisch, das kennen sicher einige unter uns, stellt sich aber gleichzeitig ein Abschiedsschmerz ein und man wirft ein letztes Mal den Motor an. Eigentlich sollte unsere spontane Abschieds-Session nur  ganz kurz dauern, aber das Gegenteil ist geschehen. Schon bei den ersten Klängen erinnert man sich wieder an damals – als die Liebe noch ganz frisch war und jede Fader-Bewegung prickelte.

Und siehe da: Gerade durch die lange Pause, die wir beide eingelegt hatten (wenn auch einseitig motiviert), hat sich auch eine Regeneration eingestellt, quasi ein Reset der Gehörgänge. Und so erlebten wir beide ein gewaltiges Comeback und eine Überraschung nach der anderen.

Der Jupiter-6 klingt gewaltig. Ich hatte vor einigen Monaten Gelegenheit, mich intensiv mit dem Jupiter-8 zu beschäftigen. Meine Erwartungshaltungen waren damals sicher zu hoch und so sprang der Funke nicht ganz über. Sicher auch deshalb, weil mir der Preis von ca. 14.000,- Euro als zu hoch erschien. Ganz anders meine Wiederbegegnung mit dem Jupiter-6. Meine Erwartungshaltung ging eher gegen Null – und vielleicht lag darin das Geheimnis unserer leidenschaftlichen Session.

Verkoppelt mit einem fein dosierten  Boss CE-300 Super Chorus, eröffnete mir der Jupiter-6 eine Klangbreite, bei der mein Juno-60 im direkten vergleich nur „Lebewohl“ sagen konnte. Hinzu kommt seine Vielseitig bei der Synthese, die wirklich unendlichen Spielspaß mit vielen Überraschungen bereitet.

Und nun?
Na, vielleicht habe ich ja Glück und es findet sich kein Käufer. Am besten ich trenne mich von dem OB-Xa statt dem Jupiter-6. Aber halt … erst mal anspielen …

Fazit
Egal von welchem Synthesizer-Liebling man sich trennt, am Ende bereut man es immer.
Forum
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      Tyrell  RED 1

      Absolut. Auf der anderen Seite ist das natürlich ein Luxusproblem sich von etwas trennen zu müssen – auf Grund von Platzmangel. Trotzdem schade.

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    Dirk Siegmund  

    Hi Peter,
    ich kann das sehr gut nachvollziehen, da ich vor ca. 20 Jahren einen Jupiter-6 besessen habe, den ich persönlich für ca. 1500,- D-Mark bei Mark ‚Oh aus seinem Dorstener Studio abgeholt hatte.

    Ich wollte eigentlich immer einen Jupiter-8, den ich mir nie leisten konnte, und war vom Jupiter-6 damals ziemlich enttäuscht, weil ich den Sound des Jupiter-8 erwartet hatte.

    Heute trauere ich dem Jupiter-6 nach, den ich dann irgendwann für 1400€ bei Ebay versteigert hatte, als ich mit meiner nun Ex-Frau zusammenzog.

    Leider kann ich Deinen derzeit nicht erwerben, da eine teure Heizungserneuerung in meinem Haus ansteht, trozdem Danke für die schöne Erinnerung.

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    amyristom  AHU

    Zum Glück war ich noch nie in der Situation, mich von einen meiner Schätzchen trennen zu müssen. Auch wenn es das ein oder andere Gerät gibt, was aktuell kaum bis keine Anwendung mehr findet (u.a. der Sub37, der Model D und der Minitaur haben den Waldorf Pulse arbeitslos gemacht, genau wie das Wavestation Plugin die original Wavestation, usw.), so würde es mir sehr sehr schwer fallen. Letztlich hängen an jedem Gerät ja auch Erinnerungen und siehe tyrell, man weiß ja nie ob eine alte Liebe nicht neu entfacht oder man genau DEN Synthie irgendwann doch noch mal für irgendwas wieder mehr brauchen wird.

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    TobyB  RED

    Hallo Peter, schade das du dich trennen musst. Der ARP 2600 wird den Abschied versüssen! Ich habe einen Boss CE 3000 und der ist nicht analog. Da werkelt kein Analoges Verzögerungsglied drin sondern eine BBD Kette. Das analoge Eingangssignal wird mit dem diskreten Signal in der Ausgangsmischstufe zusammengeführt. Deswegen heissen die Dinger auch einfach nur Chorus. Wenn du den Output des Verzögerten Signals an der BBD aufs Ozsi schickst, kannst du Treppchen sehen. Letztere werden in der nachfolgenden Schaltung durch einen Tiefpass rundgelutscht. Und am Eingang sitzt auch ein Tiefpass zur Bandbreitenbegrenzung. Trotzdem ist der CE300 neben dem RDD-20, SDE 1000/2000, SRV2000, RCE10 und RRV10 immer noch gut zu gebrauchen und nahezu unkaputtbar.

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      amyristom  AHU

      …falls Peter noch einen Arp 2600 bekommen hat. Die Dinger scheinen jetzt (Montag) bereits ausverkauft zu sein (also binnen eines Wochenendes).

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        TobyB  RED

        Hallo amyristom,

        geh einfach davon aus Peter hat einen Plan B! Und das ist bei einer 3000er Auflage auch nötig, nehmen wir mal an 6 Kontinente werden beliefert. Macht 500 pro Erdteil. Jetzt nehmen wir mal an Europa hat grade 47 Staaten und eine entsprechende Anzahl von Vertriebsregionen(DACH, MLE, EME, etc.), wobei bei Korg muss alles über Wehrda bei Marburg, weil das der Vertrieb für Korg EU ist. Dann stehen da demnächst 500 Stück rum. Oder mehr oder weniger.

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        c.hatvani  AHU

        Wie kann der ausverkauft sein, er ist doch erst ab Februar 2020 erhältlich und nirgends vorbestellbar… oder täusche ich mich da?

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          amyristom  AHU

          Der Korg Arp 2600 war weltweit ab Freitag, 10.01.2020, vorbestellbar und gleichzeitig auf gerüchteweise weltweit ca. 800-1000 Stück limitiert, davon 400 Stück für Europa. Jedenfalls war er dann am darauffolgenden Montag (13.01.2020) bereits bei allen nahmhaften Stores weltweit ausverkauft.

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            c.hatvani  AHU

            Das ist aber blöd… bevor ich 4000 Tacken auf dem Tisch lege, möchte ich vorher Vergleichstests sehen/hören und selber Hand anlegen. Ich kaufe doch keine Katze im Sack für soviel Geld. Ich möchte wissen, wer das überhaupt tut. Aus welchen Quellen hast du diese Daten? Es ist sind vermutlich Gerüchte vom Hersteller, damit Korg noch zum Zug kommt bevor Uli loslegt. Kann mir nicht so recht vorstellen, daß eine große Firma wie Korg sich die Mühe mit dem Redesign macht, Geld für Werbung ausgibt um dann Europa nur mit 400 Stück zu beliefern. Ich denke, da wird getrickst daß sich die Balken biegen – Verknappung erhöht bekanntlich die Nachfrage. Der ARP Odyssey war auch limitiert in weiß oder fullsize zu haben, und die bekommt man selbst heute noch. Auch den damals limitierten Korg MS-20 fullsize gibt es jetzt wieder. Ich falle darauf nicht rein. Notfalls nehme ich dann den Behringer, dann sind sie aber selber schuld…

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      swissdoc  RED

      Es ist ja sattsam bekannt, dass BBD Delays oder auch BBD Chorus mit Sampling und damit zeitdiskret arbeiten. Auch kann es Aliasing geben. Sie arbeiten deswegen aber nicht digital, weil im Wertebereich nicht diskretisiert wird. Man nennt die Kisten aber seit Anfang aller Zeiten Analog Delay oder Analog Chorus.
       
      Ein Kinofilm ist ebenfalls zeitdiskret und Aliasing macht sich durch Rückwärtsdrehen der Räder bemerkbar. Dennoch ist ein Technicolor-Blockbuster wie z.B. „Vom Winde verweht“ von 1939 kein digitaler Film und auch hier wird von analogem Film gesprochen.
       
      Das mit den bösen Treppchen ist auch kein Problem, das banbegrenzte Signal wird ja vom Rekonstruktionsfilter wieder korrekt rekonstruiert.

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        TobyB  RED

        Morsche Doc,

        zeitdiskret ist nicht analog und von digital hab ich nix geschrieben. Der CE 3000 heisst einfach nur Chorus. Nix analog, nix digital. Gedanklich kann man das nachvollziehen, wenn man die Anzahl der Eimer immer durch 2 halbiert und dazu einen Sinus malt.

        https://bit.ly/3aAzsz0

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          psv-ddv  AHU

          Moin Toby,

          hatten wir das nicht schonmal gründlich ausdiskutiert? :)
          Zeitdiskret und analog sind keine Widersprüche.
          Die Bezeichnung „Analog“ ist beim CE3000 nach landläufiger Definition des Wortes korrekt. Eine EHX Electric Mistress ist auch nicht digital nur weil da ein BBD drin werkelt. Das BBD ist prinzipiell nichts anderes als eine Aneinanderreihung von sehr kurzen Analogdelays die zusammen eine längere Delayzeit ermöglichen, für sich genommen aber jeweils unbegrenzt auflösen also eine theoretisch endlose Anzahl von Spannungswerten annehmen können. Ein Digitalsignal ist immer auf einen Binärkern (1, an/0, aus) zurückzuführen, Sonderfälle mal aussen vor gelassen.

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            m-ex

            Hallo,

            wo findet sich bitteschön diese Diskussion?
            Dies ist wirklich eine ernstgemeinte Frage.
            Ich hatte noch gelernt:
            analog = wert- und zeitkontinuierlich
            digital = wert- und zeitdiskret

            Ich bilde mich aber wirklich gerne weiter.

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              psv-ddv  AHU

              Hi m-ex,
              ich kann mich nicht mehr erinnern wo wir das diskutiert hatten. Vermutlich anlässlich irgend eines BBD Delay Tests.
              Vielleicht wissen Toby oder swissdoc das noch.
              Ansonsten einfach mal nach den Schlüsselbegriffen suchen „Zeitdiskret“ „BBD“ suchen.

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              TobyB  RED

              m-ex,

              ich mag dich :-) Ich mag das aber nicht schon wieder diskutieren. Das Killerargument um die Diskussion zu beenden ist die diskrete Übertragungsfunktion eines BBD Delay/Chorus. Was die Jungs sagen wollen ist, die Eimerkette speichert die Spannungswerte ja analog, Klar aber eben nicht kontinuierlich.

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                m-ex

                Hallo Toby,

                vielen Dank für die Blumen, welche ich gerne erwidern möchte.
                Eine neuerliche Diskussion wollte ich nicht vom Zaun brechen und begebe mich daher einfach mit den Stichworten von psv-ddv auf die Suche.

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            TobyB  RED

            Hallo mein Lieber,

            dafür das ich diskret, egal in welcher Form, mit analog gleichgestellt habe, gabs mal eine 5 in allgemeiner E-Technik. ;-) Ein diskretes Signal kann innerhalb eines Wertebereiches jeden definierten Wert annehmen, ein analoges Signal kann jeden Wert annehmen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Diskret ist nicht analog. Auch wenn die analogen Spannungswerte in Eimerketten gespeichert werden, repräsentieren sie nur eben nur eine vorher definierte diskrete Anzahl von Werten innerhalb eines variablen Zeitraums. Und das hat auch nix mit 0 oder 1 zu tun. Ich habs im übrigen nur erwähnt weil es im CE 3000 Artikel wieder analoger Chrorus heisst. Nur im Handbuch steht klipp und klar diskret. Und ich kann das Wort analog nur in Verbindung mit Eingangssignal finden. Das kann man sich auch selber erarbeiten, wir haben im Eingang einen Bandpass und am Ausgang einen Interpolationsfilter. Und dazwischen 512, 1024 Eimerketten, die periodisch „bewegt“ werden. Tasten die 512 Eimerketten nun jeden Wert ab oder eben nur 512 Werte? Wenn sie nur 512 Werte abtasten, ist das Signal dann noch stetig? Oder ist es eben diskret? So habe ich nun eine analoge oder diskrete Übertragungsfunktion?

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              psv-ddv  AHU

              Um es mal diplomatisch anzugehen: Historisch gesehen stellen Eimerkettenspeicher eine Übergangstechnologie zwischen analog und digital dar.

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                TobyB  RED

                Komm sag das Wort ;) , Diskret. Falls Mr. Rossum sich wieder auf der SB rumtreibt, stelle ich ihn dir vor und du kannst dich mit ihm unterhalten.

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                  psv-ddv  AHU

                  Super Idee, das mit der SB, lass uns eine Diskussionsrunde zum Thema analoge Speichermedien im grossen Sendesaal mit Dave Rossum machen. Meister swissdoc wäre bestimmt auch dabei. Bin mir allerdings nicht sicher ob sonst noch jemand kommt…die Sache wird wohl ziemlich „diskret“ ;)

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                    hejasa  AHU

                    …nehmt noch einen Mathematiker mit dazu, der diskrete Mathematik lehrt.
                    @psv-ddv:
                    „Diskret ist nicht analog. Auch wenn die analogen Spannungswerte in Eimerketten gespeichert werden, repräsentieren sie nur eben nur eine vorher definierte diskrete Anzahl von Werten innerhalb eines variablen Zeitraums.“ schreibt Toby B und diese Aussage ist mathematisch völlig korrekt. Auf eine X,Y Achse übertragen, liegen zwischen den 512 Eimern Lücken und das ergibt keine stetige Fkt. im Gegensatz zu einer analogen Abtastung.
                    Ende meines Betrags!

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                      psv-ddv  AHU

                      Herr hejsa,
                      Du bist natürlich herzlich zum Rossum Trip eingeladen, auch wenn der Mensch noch nichts von seinem Glück weiss.
                      Das BBD Signal ist bezüglich der Amplitudenabtastung kontinuierlich und liegt somit nicht in digitaler Form vor. Es handelt sich um ein gepulstes Analogsignal. Oder anders: Wenn Du den VCA Deines Minimoogs hochfrequent und mit voller Auslenkung per Rechteckwelle modulierst ist er trotzdem noch kein Digitalsynth – es bleibt spannend :)
                      Fortsetzung dann vielleicht auf der SB2020. Ich fürchte wir langweilen hier die Belegschaft ziemlich.
                      …Bitte alle weitergehen, es gibt nichts zu sehen…

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                      hejasa  AHU

                      …ja wir langweilen, interpolieren wir den Sachverhalt vielleicht mit Herrn Rossum:-), Rechteck voran!
                      Nicht lesen, bitte…

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                      Hectorpascal  AHU

                      Wenn man das jetzt ganz extrem treibt, hat man hier nicht wieder ein Definitionsproblem? Ein diskreter Wert kann sich unendlich und somit quasi kontinuierlich nähern. Somit wäre diskret gleich analog und digital ist Maggi-Fix.

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                      hejasa  AHU

                      Letztes Wort dazu, es liegt nicht an der Definition sondern an einer Verwechslung von Definitions- und Wertebereich.
                      Zitat Uni Mittelhessen (THM): „Das Nyquist-Shannonsche Abtasttheorem, in neuerer Literatur auch WKS-Sampling-Theorem (für Whittaker-Kotelnikow-Shannon) genannt, ist ein grundlegendes Theorem der Nachrichtentechnik, Signalverarbeitung und Informationstheorie. Claude Elwood Shannon formulierte es 1948.

                      Das Abtasttheorem besagt, dass ein kontinuierliches, bandbegrenztes Signal, mit einer Minimalfrequenz von 0 Hz und einer Maximalfrequenz fmax, mit einer Frequenz größer als der doppelten Maximalfrequenz abgetastet werden muss, damit man aus dem so erhaltenen zeitdiskreten Signal das Ursprungssignal ohne Informationsverlust exakt rekonstruieren und beliebig genau approximieren kann.“

                      Man stelle sich einen Würfel vor, der gibt nur Werte zwischen eins und sechs aus, aber nicht z.B. 5,423. Selbst bei unendlich vielen natürlichen Zahlen aus dem Würfel oder unendlich vielen Eimern (BBDs) wird es immer Werte dazwischen geben, die nicht eindeutig zugeordnet werden können und deshalb angenähert werden müssen mittels idealem Tiefpass oder anders ausgedrückt, mit Interpolationsfilter. Deshalb ist diskret nicht gleichzusetzen mit analog und zu unterscheiden.
                      Höre auf mit der Belehrung, diskrete Mathematik war auch nie mein Fachgebiet, bin halt Systemiker, spiele meine Keyboards und erfreue mich daran, jedenfalls mit den meisten.
                      Schluss!

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                      TobyB  RED

                      Hejasa, Heuraka. Besser kann man ein Schlusswort nicht zusammenfassen. Danke!

                  • Profilbild
                    swissdoc  RED

                    Wir sollten auch noch weitere interessante Themen aus diesem Komplex besprechen. Mir fällt spontan das DCF im Casio FZ-1 ein oder allgemein ein Switched Capacitor Filter.

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                      psv-ddv  AHU

                      @hejsa:
                      Warum muss denn hier jetzt so ein unfreundlicher Ton angeschlagen werden? Wir belehren uns im Zweifelsfall gegenseitig. Solche Vorwürfe nebst „Schluss!“ Befehlen bestätigen höchstens das Cliche der mangelnden Sozialkompetenz von Mathematikern, sollte das Dein Brotwerweb sein.
                      Zum Thema:
                      Nyquist-Shannon ist natürlich bei BBDs anwendbar, das Signal ist eben zeitdiskret. Aber inwiefern beweist das bitte den digitalen Charakter des Signals?
                      Ein Signal muss immer Zeit und Wertdiskret sein um digital zu sein. Das ist beim BBD nicht der Fall. Ganz simpel.

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          swissdoc  RED

          Du springst hier halt gerne hinterm Zaun hervor und rufts: Ist nicht analog, wenn es um das geht, was in der Industrie weitläufig als Analog Chorus oder Analog Delay bezeichnet wird. Der Begriff Zeitdiskret-abtastender Chorus mit ladungsgekoppeltem Schieberegister ist sicherlich zu sperrig. Ist ähnlich dem Herren, der gerne mal die Bezeichnung Modulationseffekt in Frage zieht. Das konnte ich einfach nicht unkommentiert stehen lassen. SCNR.

          Bei Wikipedia https://bit.ly/2GnNrKl gibt es ein nettes Bild, was die prinzipiell vier Stufen zwischen analog und digital darstellt. Weiter unten in dem Artikel steht: Im Sinne der Schaltungstechnik ist die Eigenschaft der Zeitdiskretheit auch dann erfüllt, wenn sich das Signal nur zu diskreten Zeitpunkten ändern kann, dazwischen aber konstant und insoweit (zeit-)kontinuierlich vorhanden ist. Das trifft auf das Signal im BBD zu, sonst würde es ja nicht funktionieren.
           
          Den verlinkten Artikel von Neunaber finde ich problematisch, weil sie nur für ihr Produkt weibeln. So geht etwas verloren, dass man bei einer digitalen Implementation viele Artefakte und Eigenheiten der analogen Version simulieren muss. So z.B. die nicht perfekte Schwingungsform des LFOs (der ist analog im vollen Sinne), der die Verzögerungszeite kontinuierlich verändert.

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            Hectorpascal  AHU

            Wenn ich mir als absoluter Noob mit Dyskalkulie die Diskussion und Zitate anschaue, dann wäre ich absolut dafür wenn sich einige schlaue Köpfe in ein langweiliges Patentamt setzen würden um mal wieder befreit denken zu können, anstatt mit erlernten Dogmen in den Krieg zu ziehen. Ich kann nur ahnen warum Innovationskraft verloren geht. Es steht bereits zu viel (vor-)geschrieben und vernebelt die Sinne.

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              hejasa  AHU

              @Hectorpascal
              brauchst nichts ahnen, Innovationskraft geht aufgrund des geführten Disputs analog – diskret nicht verloren, sondern bereichert im Grunde. Gehört nur meineserachtens nicht in dieses Magazin.
              Näheres siehe auch und damit ein weiterer Verweis auf das Interview mit Dave Rossum hier auf amazona.

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    Marco Korda  AHU

    Mein Gott, Peter, was tust Du (mir da) nur (an)… :D…. ich würde sie ALLE nehmen wollen. Aber die Portokasse hat grad schon Feierabend…. verdammt…. ich muss mal mit dem Finanzminister (meine Frau) sprechen ^^

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      Tyrell  RED 1

      haha…. aber ganz ehrlich. Ab einem gewissen Punkt verstauben sie einfach alle. Deshalb stelle ich jetzt alle auch immer aus und habe den Experience-Room kreiert, damit diese Perlen einfach immer anspielbereit zur Verfügung stehen. Ab und zu tauchen hier Leser auf, die dann einfach den ganzen Tag ungestört in dieser Vintage-Ausstellung verbringen. So machen sie dann wieder Sinn.

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    lightman  AHU

    Manchmal fällt es schwer, sich von was zu trennen, besonders wenn man sich fast ein Bein ausgerissen hat, um es zu kriegen. Andererseits macht es keinen Sinn, Sachen ungenutzt herumstehen zu lassen, zumal wenn es sich um Synths wie den Jupi 6 handelt, der nicht nur ein tolles Instrument ist, sondern auch einen beträchlichen Wert darstellt.

    Wenn die Kiste an den Richtigen geht, winkt als Entschädigung ein schöner Betrag, den man in neue coole Sachen investieren kann, sowie die Gewißheit, daß der lange ungenutzte Synth nun wieder zu neuen Ehren kommt. Das ist doch was.

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    Son of MooG  AHU

    Ich fand den Jupiter-6 keineswegs kalt; ganz im Gegenteil. Er ist perfekt für dichte wabernde Flächen, außerdem war er einer der ersten Synthesizer mit serienmäßigem MIDI…

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    JohnDrum  

    Ich hatte mich von meinem Prophet 5 getrennt. Bereue ich heute noch. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass er sich schwer einbinden lässt.

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    dilux  AHU

    für mich war der 6er schon immer vorm 8er…er hat zwar nicht die seidigkeit vom grossen bruder, ist aber klanglich ergiebieger; wenn ich das geld hätte, würde ich ihn sofort nehmen, zumal er wirklich sehr sauber dasteht.

    ohne zahlen zu nennen, würdest du geld verdienen, wenn du alle drei zum aufrufspreis verkaufen würdest? wahrscheinlich nicht, bei den aufwendigen service-arbeiten, oder?

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    Obie69  

    Peter, ich kann dich gut verstehen. Ich hatte kürzlich einen praktisch neuwertigen Jupiter-6 zu einem unfassbar günstigen Preis (unter 3K) ergattert. Solche Sachen gibt es auch heute noch. Ich bin völlig hin und weg von diesem tollen Instrument. Er macht glasklare Glocken, fmartige sounds, aber das Beste sind die beiden unabhängig voneinander laufenden Arps im Split Modus. Da kann man stundenlang Spaß haben. Der sweet spot ist nicht ganz einfach zu finden, dennoch kann er auch klassische Juno und JP-8 Sounds, mit nem externen Chorus allemal.
    Am besten behalten. Haus anbauen, warten bis die Söhne flügge werden, LOL…

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      Florian Anwander  RED 1

      > neuwertigen Jupiter-6 zu einem unfassbar günstigen Preis (unter 3K) ergattert
      Naja, mehr sollte man auch nicht zahlen. Ein Sequential OB6 oder Prophet 6 kosten 2600 bzw 2400, und mehr ist ein JP6 auch nicht wert.
      Holt Euch einen Rhodes Chroma Polaris (im Schnitt 1200 in der Bucht…), der hält dann, was man sich von einem JP6 verspricht.

  10. Profilbild
    Plasmatron

    Meinen JP6 hatte ich vor bald 20 Jahren dem Curt verkauft , .. Habe es lange bereut , aber jetzt wo ich sehe wie die Kisten reihenweise bei Leuten den Geist aufgeben, Schicksal ..

  11. Profilbild
    xaez  

    und vergeßt nicht: das letzte Hemd hat keine Taschen – für immer und ewig (X-Quadrat)

    inbezug Platzmangel: notfalls nicht so oft verwendete Instrumente, Geräte ins „Magazin“ expedieren

    VG

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    costello  RED

    Zum Einstauben sind solche Vintage-Schätze wirklich zu schade. Aber bei vielen – so auch bei mir – fehlt schlicht der Platz, um alle Geräte spielbereit aufzustellen. Ich habe 6 Tasteninstrumente im festen Set und hole mir jeweils einen wechselnden „Synthesizer des Monats“ dazu, dem ich dann besondere Aufmerksamkeit widme. Denn langes Nichtspielen bekommt den alten Teilen eher nicht so gut.

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      Obie69  

      Sehe ich auch so, die Klassiker sollte man regelmäßig spielen. Daher bekommt alles, was mehr als ein paar Monate nicht gespielt wird, nochmal eine Chance und wird gespielt. Wenn der Funke nicht über greift, wird es verkauft. Manches darf aber aus nostalgischen Gründen eher bleiben.

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    SE-Noises

    Ich liebe meinen Jupiter-6, allerdings ist er aufgrund des Europa-Upgrades (inkl. 3 Nachbesserungen) nicht mehr funktionstüchtig.

    Die einzige Lösung scheint nach allen Diagnosen (auch von Jeff (Synthcom)) der Rückbau zum Standard JP-6 zu sein.

    Schade, obwohl es mir eigentlich eh nur um die Anschlagsdynamik via MIDI ging.
    Falls jemand hierzu eine andere Lösung kennt, ich bin interessiert ;)

    Eine andere interessante aber leider nicht mehr umsetzbare Option war Kenton’s Retrofit

  14. Profilbild
    Piet66  RED

    Ich betrachte den Jupiter-6 als eigenständiges Instrument, mit dem ich mich immer wieder gerne beschäftige. Der Aufbau ist solide, alle Funktionen sind gut strukturiert und in unmittelbarem Zugriff, und mit dem Florian Anwander Filter-Mod dünnt der Sound auch bei zunehmender Resonanz nicht so stark aus.
    Im Gegensatz zu anderen Usern habe ich glücklicherweise keine Probleme mit dem Europa-Upgrade, welches diesen Synth aus meiner Sicht noch einmal deutlich aufwertet.
    Im Laufe der Zeit musste ich allerdings öfter mal Hand anlegen, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten: Tausch der Netzteil-Kondensatoren, Tausch defekter Filter-IC, Tausch eines Hybrid-IC, Wechsel defekter 330pF Kondensatoren im Umfeld der Filter IC (ein sehr tückischer da relativ unwahrscheinlicher Fehler), Beseitigung von Kontaktproblemen diverser Stecker, usw. Klingt vielleicht erst mal schrecklich, ist aber nicht so ungewöhnlich für einen Synthesizer diesen Alters.
    Gestern konnte ich auf dem zweiten Experience-Day (mit eigenem Kopfhörer) Peters Maschine testen und war über den etwas anderen Sound im Vergleich zu meinem Exemplar überrascht. Peters Jupiter-6 klingt sehr gut und stimmig, aber doch wieder anders. Eine ähnliche Erfahrung macht man ja auch z.B. mit der TR-808. Das liebe ich an den analogen Vintage-Schätzchen: sie sind alle Individualisten.

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