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Test: Black Corporation Deckard’s Dream, CS-80 Klon

20. Juli 2019

Der CS-80 ist nicht mehr unerreichbar!

Der Yamaha CS-80 Synthesizer ist wohl jenes Gerät, aufgrund wessen die meisten Synthesizer-Freaks der zweiten Welle unterbewusst mit dem Virus infiziert wurden. Rick Deckard, der Hauptcharakter des von Vangelis mit niemals sterbenden Melodien und Flächen gespickten Evergreens „Blade Runner“, zoomt sich untermalt von diesem ewig währenden Soundtrack in seinem fliegenden Fahrzeug durch Los Angeles. Wie könnte man das, mitsamt der expressiven Musik von Vangelis, jemals vergessen? Roman Filippov, Hauptentwickler der Black Corporation, konnte das ebenfalls nicht und widmet seinen CS-80 „Replikant“, genannt Deckard’s Dream, genau diesem Film.

Im Herzen von Tokio/Shibuya fertigt und kontrolliert er diese nebst einem kleinen Team in Handarbeit. Doch damit nicht genug: Wusste Vangelis sich damals nur mit einer Vielzahl an Pedalerie und anderen Geräten zur weitreichenderen Kontrolle und expressiven Spielweise zu helfen, so orientiert sich Filippov am Zahn der Zeit und implementiert neben der Möglichkeit des Empfangens von MIDI-CC auch MPE-Support, was es ermöglicht, den Synthesizer mit neuartigen Controllern wie dem Seaboard von Roli oder Roger Linns Linnstrument anzusteuern. Wurden die ersten 300 Units erst noch als DIY-Kits unter die Leute gebracht, so werden diese nun bereits seit Längerem komplett In-House gefertigt. Es folgt zunächst ein kurzer Überblick.

Black Corporation Deckard’s Dream – die Basics

In einem hübschen und schlichten Karton erreicht den Käufer das Gerät. Und es kommt fast alleine: Neben einem 12 Volt Netzteil ohne Wallplug befindet sich noch ein Umschlag, gefüllt mit hübschen Stickern der Marke im Karton, eine Kurzanleitung oder ähnliches ist nicht beigefügt. Nach einer solchen sucht man allerdings als Käufer des Deckard’s Dream auch gar nicht erst. Beim Blick auf die Website findet sich eine solche ebenfalls nicht, dafür aber folgende Information: Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, den Deckard’s Dream in Teilen als DIY-Kit zu erwerben, aufgrund großer Through-Hole-Platinen soll es wohl auch für ambitionierte Einsteiger ein Leichtes sein, den DD auf eigene Faust für etwas weniger Geld zusammenzuschrauben. Laut Website gibt es noch 58 der 300 PCB-Kits zu kaufen, danach ist wohl erst einmal Schluss. Sämtliche weitere Komponenten wie Case, ICs, Stromversorgung etc. müssen über Drittanbieter wie SynthCube erworben werden. Auf SynthCube selber wird ein fast vollständiges „Component Kit“ angeboten, von diesen sind jedoch nur noch zwei verfügbar. Leider wirkt die Website der Black Corporation generell etwas zerpflückt, deren neues Projekt, der Kijimi, erfreut sich nun auch auf den dem Deckard’s Dream gewidmeten Seiten absoluter Omnipräsenz. Schauen wir uns das Gerät also selbst an.

Black Corporation Deckards Dream & Effects ExpanderBlack Corporation Deckard’s Dream & Effects Expander

In einem gerade mal 4 HU hohen, 10 cm tiefen 19 Zoll Gerät befinden sich, exakt wie im riesigen CS-80, zweimal 8 Stimmen, also 16 VCOs in achtstimmiger Polyphonie. Diese lassen sich nicht nur polyphon, sondern auch in Unisono spielen. Diese zwei Synth-Stimmen beinhalten jeweils ein 12 dB Hi- und ein Lopassfilter sowie ADSR für Filter und Amplitude und lassen sich frei nach Gusto ineinander mischen. Ein im unteren Teil des Geräts befindlicher, als Sub-Oszillator betitelter, LFO lässt sich als Modulationsquelle für VCO, VCF oder VCA einsetzen, dessen Verhalten lässt sich auch über das Pitchbend-, Mod-Wheel oder Aftertouch steuern. Hiermit jedoch nicht genug: Voll-polyphones Portamento oder Glissando verleiht dem Gerät noch einmal mehr Lebendigkeit. Die deutlich umfassendere Speicherbarkeit hat der Deckard’s Dream mit seinen drei Mal 128 Speicherplätzen den insgesamt 22 Speicherplätzen des CS-80 schon einmal voraus, auch wenn das für die damaligen Verhältnisse schon absolutem Luxus gleichkam. Auch fanden sich zu allem Überfluss sämtliche Fader zur Klangregelung zusätzlich noch einmal in vierfacher Ausführung in Miniatur unter einer kleinen Abdeckung, mit welchen man sich sozusagen vier freiprogrammierbare Presets erstellen konnte. Auch die perfekte Stimmstabilität, die es voraussetzt, dass man den „Detune Spread“ von Stimme 2 aufdreht, um etwas mehr verstimmten Vintage-Charakter zu erhalten, hat der Deckard dem Original voraus. Seine Heizung muss man im Winter mit der Arbeit mit dem Deckard’s Dream jedoch anlassen, er entwickelt mit seinen paar PCBs im Gegensatz zu den alten Schätzchen kaum nennenswerte Arbeitstemperatur. Da Yamaha ihre Schaltungen damals komplett in Eigenarbeit entwickelten, ist es laut Entwickler Filippov unmöglich, den CS-80 exakt zu klonen. Die Baupläne seien nirgends zu finden, so der Entwickler (im Bezug auf Uli und Yamaha bleibt es spannend). So emulierte das Team die alten Schaltungen mit eigenen und versuchte, per ausgeklügelter Firmware und digitaler Steuerung möglichst nah an das authentische Verhalten des Vorbilds heranzukommen. Auch mit nachträglichem Digital-DSP-basiertem Waveshaping wurde dahingehend gearbeitet.

Black Corporation Deckards Dream & Effects ExpanderBlack Corporation Deckard’s Dream & Effects Expander

Integration und Add-ons

Der Plugin-Hersteller Spektro Audio arbeitet gerade an einem Software-Editor für den Deckard’s Dream, mit welchem sich das Gerät nahtlos in jegliche DAWs einbinden lassen soll. Sämtliche Voraussetzungen dafür sind gegeben: Der DD empfängt MIDI-CC für fast alle Parameter.

Deckard's Dream

Der Editor von Spektro Audio

Eigentlich sollte in den Deckard’s Dream noch eine Effekt-Sektion implementiert werden, mit welcher man den DD auch Vangelis-typisch in die Breite ziehen kann, jedoch entschied sich die Black Corporation dafür, dieses in eine externe 1 HE hohe 19 Zoll Unit zu bauen, sodass sie sich auch komfortabel mit anderem Gerät vernetzen lässt. Somit fehlt am Gerät selber leider die Ringmodulation, mit welcher sich in Kombination mit dem Poly-Portamento sicherlich so allerhand Verrücktes hätte anstellen lassen.

Im Deckard’s Dream Expander befinden sich neben Chorus, Tremolo, Hall und Echo auch besagter Ringmodulations-Effekt, all diese Effekte lassen sich per Envelope-Follower modulieren. Eine Mischung aus analogen und DSP-basierten Effekten soll hier wohl aufgefahren worden sein. Ein genauerer Blick auf den Expander wird in einem weiteren Test erfolgen. Auf der Rückseite des Deckard’s Dream befindet sich eine dedizierte DIN-5 Buchse für die Kommunikation des Expanders mit dem Deckard’s Dream.

Deckard’s Dream Featureset in Kurzform

  • moderne Nachbildung des legendären CS-80 Synthesizers
  • analoger Signalpfad
  • 2 Layer pro Stimme
  • VCO mit Sinus-, Sägezahn- und Puls-Schwingungsformen
  • Pulsbreitenmodulation
  • Rauschgenerator
  • diskret aufgebaute Hochpass- und Tiefpass-Filter mit Resonanz (12 dB/Okt.)
  • ADSR-Hüllkurve für VCF und VCA
  • LFO mit 5 Schwingungsformen zur Modulation von VCO, VCF und VCA
  • verarbeitet polyphonen Aftertouch
  • MPE-Support
  • 256 Preset Speicherplätze
  • OLED-Display
  • USB-Port
  • MIDI In & Thru
  • 2 Audioausgänge: 6,3 mm Klinke
  • Format: 19″ / 4 HE
  • Abmessungen: 483 x 178 x 200 mm
  • Gewicht: 4,8 kg
  • inkl. externem Netzteil

Der erste Eindruck

Die Faderkappen wie beim Vorbild

Auf den ersten Blick erkennt man sofort, woran man bei Deckard’s Dream ist: rote Faderkappen für die Resonanzflanke, grüne für die Cutoff-Regelung der Filter. Auch die Kappen für das Release der Envelopes sind in Gelb gehalten, exakt wie beim CS-80. Generell finden sich all die Quirks und Features der originalen Unit in exakt demselben interessanten Layout am Deckard’s Dream, lediglich der „Tone Selector“, die Preset-Bank des originalen CS, wich einem kleinen, aber gut lesbaren 128×64 Pixel großem OLED Display, über welches man in drei Bänke aufgestaffelt auf bis zu 384 speicherbare Presets sowie andere Optionen zugreifen kann. Zur Navigation hierfür dienen fünf kleine, unterhalb des Displays befindliche, Druckknöpfe.

Der bemerkenswerteste Unterschied zum Vorbild ist wohl das Gewicht des Deckard’s Dream: Trotz seiner zweimal acht Stimmen und vier VCFs wiegt er, zusammen mit dem mitgelieferten externen Netzteil, lediglich knappe 3,1 kg, was ihn wohl zu einem der leichtesten Polysynths mit diesem Funktionsumfang macht. Damit geht jedoch einher, dass man ihn sich auf jeden Fall ins Rack schrauben sollte, da man ihn sonst durch beherztere Bedienung des Gerätes schnell mal durch die Gegend schiebt. Im Gerät selber befinden sich wohl mehr DSP-Bauteile, als man zunächst denkt: Beispielsweise der LFO, beziehungsweise Sub-Oszillator, reagiert polyphon pro Note auf jeden neuen Notenbefehl.

Ein weiteres Feature, an welchem sich auch größere Hersteller ein Beispiel nehmen könnten: Die Art und Weise des Abholverfahrens der MIDI-gestützen Regler kann frei nach Gusto gewählt werden. Möchte man, dass die Regler per Abholung reagieren, ist das einzustellen, genauso wie wenn man möchte, dass die Regler bei Berührung sofort auf den „Ist“-Wert springen. Besonders spannend hier ist das „Merge“ Feature, mit welchem sich die Werte langsam zur jeweilig eingestellten Position bewegen, sodass beim Preset-Wechsel während des Spielens keine abrupten klanglichen Wechsel passieren. In Kombination mit einem MPE-fähigen Controller und diesen Tools ist es nicht auszumalen, wie lebendig und intuitiv man den analogen Poly spielen können muss.

Das OLED Display am Deckard’s Dream

Weitere Äußerlichkeiten

Verarbeitung und ein Blick auf das Display des Deckard’s Dream

Das hübsch wie schlicht anmutende Case ist in Dunkelgrau gehalten und aus sehr dünnem Aluminium gefertigt. Die Rückseite mitsamt Ober- und Unterteil ist aus einem Stück gebogen, mit diesem sind die Seitenteile vernietet. Die Faceplate mitsamt Rack-Ohren kommt etwas dicker daher (schätzungsweise 2 mm tief) und ist mit dem Rest des Gehäuses verschraubt. Sämtliche Fader wirken verarbeitungstechnisch, wie man sie aus dem ein oder anderen Modularbaukasten kennt, sind vernünftig zu bedienen und besitzen einen angenehmen Widerstand. Aufgrund der geringen Steifigkeit des Gehäuses ist es fraglich, wie lange er den konstanten Bühneneinsatz durchhalten würde, plant man allerdings den Toureinsatz des Gerätes, lässt sich dem entweder durch den Einbau in ein 19 Zoll Rack oder dem Austausch des Gehäuserückens Abhilfe schaffen. Beide Unterfangen sollten ein Leichtes darstellen. Sämtliche auf dem Gehäuse befindlichen Kippschalter fühlen sich völlig in Ordnung an, besitzen wenig Spiel und geben ein gutes Feedback bei Betätigung. Rechts unten, unter dem kleinen OLED-Display, befinden sich fünf sehr klein gehaltene Navigationstaster für den Preset-Wechsel oder den Zugriff auf die Settings. Gerade dadurch, dass die Taster so dermaßen klein sind, stört es überhaupt nicht, dass sie so nah aneinander im Gehäuse sitzen, die Bedienung dieser funktioniert absolut problemlos.

Die Oberfläche des Displays ist absolut selbsterklärend. Betätigt man den unterhalb der vier anderen Druckknöpfe sitzenden „Shift“-Taster, erhält man Zugriff auf einige Second-Funktionen wie die Auswahl einer von drei Bänken oder den Zugriff auf die Einstellungen, in welchen sich das Gerät unter anderem selbstständig neu stimmen oder rekalibrieren lässt. Zudem lässt sich das Gerät in einen sogenannten „Device USB Mode“ versetzen, in welchem der Deckard’s Dream als Speichermedium fungiert. Hat man diesen Modus aktiviert, lassen sich vom Computer aus neue Firmwares installieren. Interessant: Im Reiter „Time“ in den Einstellungen lassen sich die Werte der DSP-gestützen Parameter modifizieren, so lässt sich beispielsweise die Minimal- und Maximalgeschwindigkeit des LFOs oder die Tiefe der Pulsbreitenmodulation einstellen, sodass man sich den perfekten „von-bis“-Wert für die jeweiligen Slider anlegen kann. Auch findet sich eine Polychaining-Option, mit welcher sich mehrere Deckard’s Dream Geräte miteinander verbinden lassen. Beim Anwählen des „about“ Reiters offenbart sich dem Nutzer, dass es sich hier bereits um die zweite Revision des Gerätes handelt und sich die Firmware auf dem aktuellen Stand befindet. Schaltet man das Gerät aus, schaltet es sich in exakt den gleichen Einstellungen, die man im Vorhinein getroffen hat, wieder ein.

Deckard’s Dream in der Totalen

Die Anschlüsse am Deckard’s Dream

Auf der Vorderseite befindet sich rechts neben dem gut im Gehäuse sitzenden Lautstärkeregler ein Kopfhörerausgang mit großer Klinke. Rückseitig befindet sich neben dem Eingang für die Stromversorgung ein Audioeingang für das Einschleifen von externen Signalen, welche sich mit den Filtern, Envelopes und LFOs des Synthesizers modulieren lassen. Mit einem kleinen Potentiometer lässt sich die Lautstärke der externen Signalquelle pegeln. Rechts daneben befindet sich der DIN-5 Stecker für den Expander sowie die USB-Buchse für MIDI-, CC- und Data-Übertragung. Gefolgt von vollem MIDI und der großen Mono-Klinke für das Ausgangssignal war es das auch schon, von Gate- oder CV-Steuerungsmöglichkeiten wurde hier abgesehen.

Die Stimme des Deckard’s Dream im Detail

Genau wie der Yamaha CS-80 besteht der Deckard’s Dream aus zwei voll analogen und gleichwertigen Operatoren, welche sich im Nachhinein nach Belieben zusammenmischen lassen.

Schauen wir uns eine der Stimmen einmal im Detail anhand seiner Bedienparameter von links nach rechts an: Linkseitig lassen sich die Grundschwingungsformen Sägezahn und Rechteck einzeln oder gemeinsam aktivieren, ist die Rechteckschwingung aktiv, lässt sich dessen Pulsbreite mit PW zwischen den vollen 50 % bis zu 90 zu 10 % fest regulieren und daraufhin per PWM-Regler modulieren. Rechts daneben befindet sich der Lautstärke-Fader für den Rauschgenerator. Danach gelangt man in die Filtersektion mit den diskreten jeweils zweipoligen Hi- und Lopass-Filtern, welche sich hier in Flankensteilheit und Resonanzkurve steuern lassen. Ebenfalls findet sich in dieser Sektion eine recht tiefgreifende AD- Envelope, diese beinhaltet neben den Reglern zu Attack, Decay und Release auch noch welche, mit denen sich Initial-Level und Attack-Level beeinflussen lassen. Kombiniert man beide Filter, kann man sich einen starken Bandpass-Filtersound zurecht programmieren.

Rechts daneben beginnt die VCA-Sektion, hier wird einem zunächst ein kleiner Audiomixer geboten, in welchem man die Lautstärke des aus dem VCF kommenden Signals regeln und zusätzlich noch eine Schwingungsform hinzumischen kann, welche die Filtersektion umläuft: die berühmte Yamaha Sinusschwingung, gefolgt von einer normalen ADSR-Envelope für die Amplitude und einem Lautstärke-Fader für das Gesamtsignal der jeweiligen Stimme. Ganz rechts befindet sich „last but definitely not least“ noch die „Touch Response“-Sektion. In dieser lässt sich frei nach Gusto und Patch einstellen, wie sehr Filter-Envelope und -Lautstärke von Keyboard-Velocity und Aftertouch beeinflusst werden sollen.

Die untere Sektion am Deckard’s Dream

Unterhalb dieser beiden Stimmen befindet sich eine Art Mastersektion. In dieser lässt sich das Gerät als gesamtes per Coarse- und Fine-Regler detailgenau stimmen. Rechts daneben befindet sich der Parameter „Detune ChII“, mit welchem sich dem Wortlaut entsprechend die zweite Stimme gegen die erste verstimmen lässt, hiermit lassen sich natürlich bei breiten Akkorden oder fetten Unisono-Bässen beeindruckende Schwebungen erzeugen. Beide Stimmen lassen sich mit den rechts daneben befindlichen Reglern zusätzlich noch in unterschiedlichen Fußlagen stimmen, hier gibt es großartigerweise nicht nur Oktavlagen, aus welchen man wählen kann, auch Quintsprünge gibt es hier. Irreführenderweise ist der im Gerät verbaute LFO als Sub-Oszillator betitelt. Dessen Geschwindigkeit reicht von 0,7 Hz bis 25 Hz, Ring- oder Frequenzmodulation ist damit also leider unerreichbar. Wie bereits erwähnt, reagiert der digitale LFO polyphon auf sämtliche neuen Notenwerte, sofern man es nicht in den Settings ändert. In diesen lässt sich zudem auch die Modulationstiefe dessen in zwei Stufen ändern, einmal „Classic“ (dem Original nachempfunden) und einmal „Extended“ (tiefgreifendere Modulation) sind verfügbar. Der LFO  verfügt über die klassischen Sinus-, Sägezahn- und invertierter Sägezahn- oder Puls-Schwingungen, des Weiteren gibt es jedoch auch noch einen Random-Algorithmus. Spannenderweise lässt sich hier auch die externe Signalquelle als Funktion anwählen, hiermit dürften sich also auch etwaige Breath-Controller, Pedale oder sonstige externe Modulatoren in das Gerät integrieren lassen. Als Modulationsziele lassen sich VCO, VCF und VCA per Fader stufenlos ansteuern. Die rechts daneben befindlichen „Mix“- und „Brilliance“-Fader besitzen eine Rasterung in der Mitte, mit diesen lassen sich die beiden Stimmen stufenlos mischen, der Brilliance-Regler stellt einen Master-Cutoff dar, welcher bei Aufdrehen nicht nur die Flanken der Lopass-, sondern auch die der Hipassfilter in die Höhe treibt. Genial, um einen erstellten Patch mixtechnisch in das restliche Instrumentarium einfügen zu können.

Daneben befinden sich wiederum weitere Parameter zur Echtzeitbeeinflussung des Sounds, so lassen sich in der nachfolgenden weiteren „Touch Response“-Sektion Velocity-abhängig weitere Parameter modulieren: Mit dem „P.Bend“-Parameter lässt sich je nach Anschlagstärke eine Art Glide erzeugen, dieser lässt die gespielte Note per Envelope-Modulation erst etwas tiefer erklingen, bis sie zum Grundton „hoch slidet“. Per Aftertouch lassen sich die verschiedenen Modulationswege des LFOs sowie seine Frequenz justieren. In der nachfolgenden „Keyboard Controller“-Sektion lassen sch besagte Brilliance und die Lautstärke von beiden Stimmen per Key-Following modulieren. Zu guter Letzt folgt noch eines der Highlights, das polyphone Glissando/Portamento, dessen Zeit sich stufenlos modulieren lässt. Ob man sich für Glissando oder Portamento entscheidet, ist dem Nutzer per Kippschalter selbst überlassen. Soviel zu den umfassenden Bedienparametern des Deckard’s Dream.

Praxis: Klang und Spielbarkeit des Analogsynthesizers

Eines wird mir beim ersten Anfassen und Bedienen des Deckard’s Dream auf Anhieb klar: Er will gespielt werden. Man programmiert sich seinen Patch und justiert sämtliche Modulationsparameter, sodass sie zu seinem Controller passen, danach spielt man ihn und nimmt nicht mehr viele Änderungen vor. Selbstverständlich kann man ihn auch per Sequencer ansteuern und dann per Hand den Sound modulieren, aber darauf zielt das Gerät meiner Meinung nach nicht ab. Expressivität und Spielvermögen stehen hier meiner Meinung nach vor der Frickelei und die Vorraussetzungen, den Deckard’s Dream als eigenständiges und ausdrucksstarkes Instrument zu nutzen, sind mehr als gegeben.

Dazu kommt, dass die Abholung der Parameter, in egal welchem Modus man sich befindet, bisweilen ziemlich hakelig läuft, trotz vormaliger Einstellung eines Parameters scheint das Gerät häufiger mal zu vergessen, an welcher Stelle sich der jeweilige Fader befindet, was dazu führt, dass man erstmal kräftig an eben solchem wackeln muss, bis man weiterschrauben kann. Für den Live-Betrieb wäre das nichts. Ein kurzes Beispiel zum Verständnis: Ich justiere den Filtercutoff an Stimme eins, danach die Resonanz dessen. Möchte ich wieder den Cutoff weiter modulieren, vergisst der Deckard’s Dream, wo er steht.

Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle ist auch noch, dass es drei Anläufe benötigte, bis wir ein Gerät ergattern konnten, welches einwandfrei nutzbar war. Die ersten beiden besaßen ein dermaßen hohes Ausgangsrauschen, dass sie meiner Meinung nach niemals innerhalb einer Produktion als Flächenfüller nutzbar gewesen wären. Dankenswerterweise besitzt das Gerät aus der zweiten Revision, was nun vor mir steht, dieses Problem überhaupt nicht, Rausch- oder Klirrabstand sind kaum wahrzunehmen.

Der Deckard’s Dream lebt trotzdem. Im Vergleich zu anderen analogen Polys der Neuzeit wabert und knistert es wunderbar, hier und da übersteuert es auch mal intern. Er klingt wunderbar rau und wild. Durch die umfassenden Layering- und Stimmungs-Optionen kann man sich hier ein regelrechtes Monster zusammenpatchen und das Beste ist: Das Monster hört auf den Dompteur. Man kann es durch umfassende Modulationsmöglichkeiten, die zwei verschieden schnell fahrbaren PW-Modulationen und den polyphonen LFO zum Leben erwecken. Das Poly-Portamento setzt dem Ganzen noch die Krone auf, es funktioniert perfekt und klingt unfassbar gut. Ob er sich zähmen lässt, entscheidet nur der Nutzer und dessen jeweiliger Controller, ohne Aftertouch bekommt man hier auf jeden Fall nur das halbe Erlebnis geboten. Von Continuum oder Seaboard fehlt bei mir im Studio leider bislang jede Spur, mit solchen Instrumenten einen Berliner Schule Leadsound oder schräge mikrotonale Akkorde analog erzeugen zu können, ist mit Sicherheit ein kleiner Traum auf Erden mit dem Deckard. Das polyphone Erzeugen von unterschiedlich starken Vibratos per Aftertouch pro gespieltem Akkord ist allerdings schon befriedigend genug.

Auf den wilden Ritt folgt die Ruhe in der urbanen Einöde. Diese bleibt natürlich die übervölkerte Stadt aus „dem“ Film, selbst bei ruhigen Szenen. Die harten Sägezahn- und Rechteckschwingungen schwellen nach und nach ab, ersetzt von DER polyphonen Yamaha CS Sinusschwingung mit sanften Akkorden, zunächst aus nur einer Stimme des Geräts, dann kommt die zweite, leicht gegeneinander gestimmt, hinzu. Einfach nur weltbewegend.

Das Gerät klingt nicht wie ein CS-80, dafür fehlt ihm der Bauch, es ist ein „mü“ weniger Fundament vorhanden, dennoch klingt es auf seine Art genial, gerade die mittleren und oberen Lagen können einen gelinde gesagt auch mal aus dem Stuhl hauen. Außerdem hört man unmissverständlich, dass das Gerät am Zahn der Zeit ist. Natürlich gibt es die obig erwähnte „Patina“, aber das Gerät läuft einem nie weg. Man schaltet es an und kann sofort loslegen, das Schalten durch die Bänke erfolgt per Mini-Taster-Knopfdruck. Und das ist auch völlig in Ordnung, so wie es ist. Er ist trotzdem keiner, mit dem man loslegt und ans Ziel kommen möchte, man setzt sich besser ideenlos davor und lässt sich von dessen Faszination anstecken, es ist eher eine Inspirationsquelle. Das Gerät stellt also keine von Scott’s Distopien dar, es ist echt und wer auf der Suche nach dem CS-80 Sound ist, wird bislang wohl kaum näher an diesen herankommen können. Im Bezug auf Behringer und Yamaha bleibt es extrem spannend, von diesen Seiten hört man ebenfalls Gerüchte von CS-80 Nachbauten.

Alternative Deckards Voice für Eurorack

Deckards Voice fürs Eurorack

Uns erreichte soeben die Nachricht, dass es eine einzelne Stimme des Deckards Dream, nun auch für das Eurorack geben wird. Alle Infos dazu findet ihr HIER.

Der Deckards Dream on YouTube

Und hier mein eigenes Demo für AMAZONA.de:

Fazit

Möchte man den Deckard’s Dream haben, möchte man ihn haben. Ich denke, dass das Gerät keine allzu breite Käuferschicht anspricht, sondern lediglich eben jene, welche auf der Suche nach exakt diesem Sound sind. Das Gerät ist authentisch und funktioniert, so wie es soll. Möchte man ihn haben, dann zahlt man auch den Preis dafür, dieser ist unter Berücksichtigung dessen, in welchen Stückzahlen und unter welchen Umständen das Gerät gefertigt wird, mehr als gerechtfertigt. Vor allem, wenn man dafür fast einen CS-80 bekommt. Der Deckard’s Dream glüht fast vor Emotionalität und wahrer Intention, es ist ein faszinierendes Gerät. Wem sich die Gelegenheit bietet: unbedingt Hand anlegen!

Plus

  • Klang
  • Emotionalität
  • Handhabung
  • umfangreiche Möglichkeiten zur Klangmanipulation

Minus

  • hier und da etwas wacklig in der Abholung

Preis

  • Ladenpreis: 3.899,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Haste super gut abgecheckt die Kiste…Toll.

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      Vincent  RED

      Samstag. Um 11 mal in die Mails geschaut – Lob vom Chef! Kann also nur ein geiler Tag werden! ;) Merci!

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        AMAZONA Archiv

        haha. ;)
        Das Demo Video gefällt mir auch richtig gut. Du hast sehr gut getroffen was die Kiste ausmacht, ohne in Klischees abzudriften. Da kann ich nur voll des Lobes sein, du Checker. :D

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          Vincent  RED

          Ich find den Tune schon ziemlich „hart“ klischeemäßig, kitschig und romatisch. Aber genau das gefällt mir halt auch einfach. :D Klingt sehr „wahr“ und authentisch der kleine Replikant, wenngleich auch nicht wie das Mittenschwein CS.;)
          It’s a different beast! Danke großer Checkmaster!!!

  2. Profilbild
    costello  RED

    Lieber Vincent, der Test zum Deckard’s Dream hat mich so brennend interessiert, dass ich gestern schon im Backend vom Amazona mir meine eigene Sneak Preview gegönnt habe :-) Ganz toller Bericht, sehr detailliert und wieder ein wunderschönes Video. Danke! Ich konnte das Instrument in dieser Woche auch zum ersten Mal selbst ausprobieren. Stand bei meinem Musikhändler hinterm Tresen und wurde nur auf ausdrücklichen Wunsch herausgerückt ;-) Ich war erstmal überrascht (fast ein bisschen erschrocken), wie klein der Replikant ist. Sound hat mich umgehauen, gefiel mir vom rohen Klang besser als der Moog One, den ich direkt davor gespielt hatte. Und das beim Deckard’s Dream völlig ohne Effekte. Zum Original fehlt mir ehrlich gesagt der Vergleich, das ist viel zu lange her, dass ich mal einen CS-80 ausprobieren konnte. Aber das Feeling war da. Ich glaube viel näher kommt man derzeit nicht an diesen Sound heran. Ganz tolles Instrument!

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Hey costello,

      vielen Dank! Dass Dir der Test gefällt, freut mich wirklich riesig!

      Ja, der Deckard erzählt einem einfach etwas, während der Moog einem die ganze Zeit einfach nur vermittelt „hey, ich bin perfekt, ich kann alles, mich musst du in der Produktion nicht abmischen und auch sonst leiste ich mir keinen Fehltritt, dreh meinetwegen meine Resonanz komplett rein, dann werd ich halt einfach leiser.“ :D

      Einen originalen CS-80 habe ich auch seit sicherlich 6-7 Jahren nicht unter den Fingern gehabt. Dennoch habe ich ihn mit deutlich mehr „Bauch“, also deutlich mehr unteren Mitten in Erinnerung und so kenne ich ihn auch aus der ein oder anderen „Scheibe“, die ich gerne höre, dafür hat er aber obenherum nicht ganz so lineare Obertonstrukturen. Ich finde aber gut, dass der Deckard spektral etwas linearer tönt, kommt für mich in etwa einer modernisierten Iteration des CS-80 nahe.

      An die CS Serie wird ohnehin so schnell nichts kommen vom Alleinstellungswert her denke ich, nur Yamaha könnte die Blaupausen nochmal herauskramen. Vielleicht haben wir ja Glück. ;)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Vince

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    TimeActor  AHU

    Wie sieht´s beim Feintuning mit den Fadern aus…lassen die sich gut dosieren? Ich finde das Drehpotis allgemein da leichter einzustellen sind. Da ich aber weder Original CS80 noch diesen hier unter den Fingern hatte, stellte sich mir diese Frage.

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Hey TimeActor,

      wie gesagt, die Abholung geht leider ziemlich hakelig von Statten, aber wenn man den gewünschten Fader einmal im Griff hat, ist er gut zu dosieren. Dennoch für mich für den etwaigen Livebetrieb nicht zufriedenstellend.

      Liebe Grüße,
      Vincent

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        TimeActor  AHU

        Danke Vincent, „hakelig“ das dachte ich mir schon – irgendwie will ich mit Fadern nicht so richtig warm werden.
        Aber ein klasse Bericht möchte ich noch erwähnt haben!

        LG Martin

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    psv-ddv  AHU

    Sehr schön auf den Punkt geschrieben der Testbericht. Bei mir hat der Deckards Dream allerdings einen etwas zwiespältigeren Eindruck hinterlassen.
    Erstmal ist es natürlich toll, das soetwas nach gefühlt Jahrzehnten der Display und Pfeiltasten Rompler wieder gebaut wird. Zumal noch von einer kleinen offensichtlich enthusiastischen Firma.
    Als ich den DD neulich zum Testen im Studio hatte, fand den Sound etwas zu dünn. Im Testbericht wurde es ja angedeutet. Aber auch ohne den CS80 als Masstab heranzuziehen, dem der DD vom Grundcharakter wirklich recht nahe kommt, ist der Klang des DD für einen Analogen mit dieser Klangerzeugungsstruktur leider etwas zu dünn. Erst mit einem AMS Chorus und dem Lexicon 224 Hall dahinter kam Leben in die Bude. Diese Effektegräte machen aber so gut wie jeden noch so dünnen Synth zum Klangriesen. Den FX Expander hatte ich leider nicht zum testen aber er ist definitiv bitter nötig.
    Die Fader sind zwar ok aber teilweise nicht optimal skaliert: Erst passiert nix, dann plötzlich ganz viel.
    Was mich wirklich gestört hat ist das unnötig winzige Oled Display mit dem darunterliegenden Mäuseklavier. Darauf Presets zu benennen zu müssen ist schon eine Frechheit bei einem knapp 4000€ Synth. Überhaupt finde ich den Preis für die gebotene Hardwarequalität ca 1k€ zu hoch.
    Aber wie gesagt, toll, dass man soetwas heute wieder kaufen kann!

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      psv-ddv  AHU

      Noch zu MPE: Ich ärgere mich sehr das, trotz vorhandenem Continuum und T8 Keybed, nicht ausprobiert zu haben: Die Zeit war leider zu knapp. Erfahrungsgemäss kommt eine einzelne Midischnittstelle aber trotz MPE Kanaltrennung schnell an ihre Timing-Grenzen, wenn sie mehrstimmig Poly-AT Daten verarbeiten soll. Vielleicht ist es erträglich, aber man sollte das zur Sicherheit ausprobieren bevor man sich zu viel davon verspricht. Schade, dass es am Expander zwar CV Ausgänge gibt aber keine CV Eingänge. Letzteres hätte viel mehr Sinn gemacht, da sich auf diesem Wege der Midi-Flaschenhals sehr gut umgehen liesse. Ich habe den Hersteller 2018 auf der Superbooth freundlich darauf angesprochen, bin aber auf Unvertändnis gestossen. Ein integriertes Midi zu CV interface war anscheinend wichtiger als die CV steuerbarkeit des Deckards Dream. Naja. Als positive Schlussnote möchte ich mich noch costello’s Bewertung des DD Klangs gegenüber dem Moog One anschliessen. …und danke auch nochmal an Vincent für den Testbericht.

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        Vincent  RED

        Hey psv-ddv,

        danke für dein Feedback! Dafür, dass ich keinen MPE fähigen Controller bei mir im Studio stehen habe, könnte ich mir zu gut deutsch in den allerwertesten beißen. :D

        Spätestens nach der 19er Superbooth (wo ich mit Sicherheit fünf oder 6 Stunden damit verbracht habe, am Continuum, verbunden mit der Onde von La Voix de Luthier, herumzuspielen und zur Empörung der ohnehin schon abgeplagten Besucher türkische Vierteltonskalen rauf- und runterzuspielen, krieg ich das Ding nicht mehr aus dem Kopf. Zwischenzeitlich habe ich sogar darüber nachgedacht, mein MK1er Rhodes dafür verschachern. Aber das kann und wird einfach nicht passieren. Kommt Zeit, kommt Rat. ;)

        Bzgl. Klang: Er ist schon dünner, aber damit einhergehend auch irgendwie besser zu kontrollieren finde ich. Spielt man ihn als Bass, ist genug Fundament vorhanden (für meinen Geschmack), spielt man ihn als Fläche, so kann man mit den Brilliance Reglern für sich selbst die Gewichtung des Klanges seinen Vorstellungen nocheinmal etwas anpassen. Ich glaube, dass mir der kleine Replikant im Studio sogar bessere Dienste leisten könnte als der originale CS. ;) Den müsste man, so denke ich, in einer Mischung heutiger Standards schon sehr zähmen oder halt so leise machen, dass man von den Obertönen nicht sehr viel mitbekommt.

        Liebe Grüße,
        Vincent

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          psv-ddv  AHU

          Hi Vincent,
          ich nachhineein ist der DD Klang mir trotz der genannten Einschränkungen durchaus positiv im Ohr geblieben. Das Teil lässt sich schon gut einsetzen.
          Man muss sich halt noch ein wenig um den Klang kümmern und den Synth richtig spielen. Ist nicht „set and forget“ aber insbesondere als performance-Kiste durchaus empfehlenswert, wenn man mit dem 19″ Format + einem Masterkeyboard leben kann.
          Das Haken Continuum ist eine uneingeschränkte Empfehlung. Ich habe das Fingerboard bereits seit einigen Jahren und bin immer noch verknallt wie am ersten Tag!

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        TobyB  RED

        Hallo PSV-DDV,

        das Thema AT und MPE ist bei den Herstellern noch nicht durch. Nur denke ich zwei Punkte muss man im Kopf haben, wie Frage ich einen Controller in Echtzeit so ab, das ich aus den Werten für Lage, Anschlag, Beschleunigung eine möglichst realistische Steuerung für Modulationen erhalte. Zum anderen wie übertrage ich diese Daten gescheit mit 31Kb.

        Ich denke das wird sich mit MIDI 2.0 realisieren lassen und die Sensoren für physikalische Messgrößen drängen auch auf den Massenmarkt. Die Frage ist nur, welcher Hersteller nimmt den Ball auf und bringt sowas raus. Um damit meine ich nicht Seabord und etc.

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          psv-ddv  AHU

          Hy Toby,
          genau, die technische/programmiertechnische Umsetzung ist nicht trivial. Eine hochwertige, moderne Konstruktion mit klassischer Tastatur stiesse in eine Marktlücke. Die Versuche von „Infinite response“ sind wohl gescheitert. Die Synthonovo Tastatur ist diesbezüglich aber vielversprechend. Fatar hat dazu nichts im Angebot. Ich denke auch, da wird vielleicht noch was kommen.

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            TobyB  RED

            HejHej,

            jo das VAX 77 von Infinite Response hat sich nicht durchsetzen können. Das kam nie über die Geschäftsidee hinaus. Synthonovos Konzept ist schon cool. Die Abstimmung war kurz vor genial. Wie oben angedeutet, MIDI 1.0 ist hier teilweise ein Problem. Solange man es in der Kiste abhandelt kann man fast machen, was man will. Ich traue das zumindest 2 Firmen zu dieses Konzept wieder entscheidend zu beleben.

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    iggy_pop  AHU

    „Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle ist auch noch, dass es drei Anläufe benötigte, bis wir ein Gerät ergattern konnten, welches einwandfrei nutzbar war. “ — Das nenne ich mal originalgetreu bis ins letzte Detail.
    .
    „Das Gerät klingt nicht wie ein CS-80, dafür fehlt ihm der Bauch […]“ — Vom Rest, der den CS80 zu dem Instrument macht, das er ist, mal ganz zu schweigen. Aber ich wiederhole mich, das habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich kommentiert.
    .
    Wer einen polyphonen Analogen sucht, wird hier sicherlich fündig. Ob das unbedingt ein 19″-Rackmount sein muß, muß jeder selbst entscheiden. Immerhin — er hat MIDI, ist das etwa nichts? Und er wiegt keine zwei Zentner mehr. Das freut den Baustatiker.
    .

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    el-folie  

    Titel zwar nicht stimmig, da CS-80 Sound eben doch noch immer unerreichbar ist, es sei denn man legt 15-20.000 € auf den Tisch, aber insgesamt sehr schöner Test, besonders das Mitschwingen des Testers im Video hat mir gefallen :)

    Und endlich mal eine ungeschönte, verblendungsfreie Beurteilung des Sounds, ohne die Farben von Panel und Faderkappen Fanboy-esque mit einfließen zu lassen – klasse, denn für mich klingt das Video nicht nach CS-80, was es auch nicht muss oder kann: Eigenständiger, guter Sound mit den Synthesemöglichkeiten eines CS-80. Und ich finde auch: Lebendigerer und interessanterer Grundsound als Moog1.

    Die Hersteller sind auf dem richtigen Weg. Dass sich überhaupt nach über 40 Jahren da noch Leute ranwagen oder dafür interessieren, ist einfach phantastisch und ich bin auf die Mitbewerber für den CS-80 Sound sehr sehr gespannt.

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    WOK  

    Um damit so zu spielen wie Vangelis braucht man dann aber leider noch ein Keyboard mit polyphonem Aftertouch, einen langen Touchstrip, ein Lexikon Hallgerät – und man muss spielen können wie Vangelis…..   ;-)

    Insgesamt finde ich das Gerät ziemlich durchwachsen; er klingt nicht wirklich wie ein CS80, die Spielhilfen fehlen, der Ringmodulator muss extern dazugekauft werden, es brauchte drei Versuche um überhaupt ein funktionsfähiges Exemplar zu bekommen, die digitale Kontrolle der Fader funktioniert offensichtlich nicht (der direkte Zugriff ist doch aber das wichtigste dabei).
    Ich sehe da nicht viel, was man nicht woanders auch zum halben Preis bekommen kann.

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      Vincent  RED

      Hallo WOK,

      Zu ersterem habe ich nichts hinzuzufügen :D

      Das mit den drei Geräten war wirklich etwas bedenklich, funktionsfähig waren die ersten beiden zwar ebenfalls, besaßen aber leider ein dermaßen hohes Ausgangsrauschen, dass sie eigentlich nicht vernünftig nutzbar waren. Dass sie den Ringmodulator nicht direkt in den Dream implementiert haben ist mir zugegebener Maßen auch sehr sauer aufgestoßen, der gehört nun wirklich zum CS sound dazu.

      Er klingt deutlich obertonreicher und weniger Yamaha-mittig, aber irgendwie erinnert er mich dennoch an den Klang eines CS. Obwohl da Curtis Chips drin sind, die haben wahrscheinlich ordentlich mit der DSP gezaubert.

      Liebe Grüße,
      Vince

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      iggy_pop  AHU

      „[…] der Ringmodulator muss extern dazugekauft werden […]“ — Zumal das, was ich bisher im Internetz an Demos zum Ringmodulator habe hören können, klanglich rein gar nichts mit dem Ringmodulator und dem Klang, den der CS damit produziert, zu tun hat.
      .
      Ich weiß nicht, wie der DD aufgebaut ist, aber ich vermute, daß da grundlegend etwas am Signalpfad geändert worden ist.
      .
      Vielleicht haben sie es auch mittlerweile verbessert, ich weiß es nicht. Ist mir auch zu teuer, das herausfinden zu wollen.
      .

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    Son of MooG  AHU

    Das Verhalten der Fader sollte auf jeden Fall ausgebessert werden, denn so würde mir das Klang-Forschen keinen großen Spaß machen…

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      psv-ddv  AHU

      @Wok & Son of MooG:
      Die Fader funktionieren schon ok. Sind halt manchmal ein wenig fummelig skaliert. Aber insgesamt nicht so schlimm, dass es mich vom Kauf abhalten würde.

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    Tyrell  RED 111

    Tatsächlich suche ich ein Kurzweil Midiboard für meinen DD. Die sind nur leider sehr sehr selten geworden. Welche Alternativen mit P-AT gäbe es denn sonst noch?

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      Ensoniqs

      Für P-AT nutze ich den Ensoniq TS -10 , der hat auch noch einen sehr guten Sequencer an Board, der das ganze aufnimmt , wenn man mag. Darüber hinaus sind die Masterkeyboard- Midi und Sysex Möglichkeiten vorbildlich gelöst.

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      psv-ddv  AHU

      Klassische Tastaturen mit Midi: Prophet T8/Synclavier, Elka MK88, Roland A80, Ensoniq ASR10kb und VFX/TS10, GEM S2/S3, Syntonovo Pan (bald). Hab ich was vergessen?

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          psv-ddv  AHU

          Jup! Solltest Du solltest aber nach Möglichkeit vorher mal anspielen. Die Tastaturen sind sehr unterschiedlich konstruiert. Teilweise erfordert der Poly AT zu viel Kraft (inbes. A80). Am besten spielbar ist die T8 Tastatur, wenn sie gut eingestellt ist und die Sensoren revidiert sind. Das Midiboard ist mir persönlich zu hart gelagert, das ist aber sicherlich Geschmackssache. Auch die (quasi) MPE Unsterstützung ist relevant (Midikanal pro Stimme zuordenbar), da anderenfalls die AT Daten polyphon über nur einen Midi Kanal gesendet werden und die Daten nicht optimal abgearbeitet werden. Keine Ahnung wie gut die Schnittstelle des DD ohne MPE mit Poly-AT klarkommt.

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            Tyrell  RED 111

            Ein Freund und bekannter Synth-Sammler hier in Starnberg, hat das Duo aus DD und Midiboard. Das ist einfach fantastisch. Vielen Dank für die Infos!!!

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              swissdoc  RED

              Ich kann die GEM S2/S3 nur empfehlen. Man bekommt eine gute Synth-Engine noch dazu und preislich auch im Rahmen. Nur finden muss man einen…

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                Tyrell  RED 111

                haha… Siggi Müller hat mich angesteckt. Der hat das Duo bei sich stehen – und das ist der absolute Hammer.

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                  kiro7  

                  War der nicht beim Besuch defekt und ging gar nicht erst an? Wieder repariert? Was es war wäre dann sicher interessant :-)

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                    Tyrell  RED 111

                    Korrekt. Habe Sigle dann vor einem Monat besucht und da war das teil wieder perfekt. Wir haben sogar Videos Avon gemacht und Soundbeispiele die Siggi eingespielt hat, nur waren die Daten auf der SD-Karte danach defekt. Und so kam am Ende Vincent ins Spiel.
                    Aber auch die ersten beiden Versionen die Vincent bekam, waren nicht ok. Irgendwie Murphys Law :-)

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          Markus

          Ne, nicht wirklich, suche seitdem ich den kijimi habe auch nach poly-at gebrauchten. In 3 Wochen keiner bei reverb, eBay etc

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      spookyman  

      Ensoniq SQ80 besitzt auch eine Tastatur mit Poly-Aftertouch. Und der Synth-Engine ist auch nicht schlecht (Hybrid).

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      DSL-man  RED 1

      Ich nutze das Linnstrument am DDRM, gibt dazu auch auf YouTube paar Videos von anderen DDRM Nutzern.

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      AMAZONA Archiv

      @Tyrell das CME xkey kann laut Beschreibung Poly-AT, genau wie das Keith McMillan QuNexus. Und auch das Novation Launchpad Pro kann Poly-AT, ist zwar kein richtiges Masterkeyboard, aber nach ein bisschen Eingewöhnungszeit kann man damit ziemlich gut musizieren.

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        DSL-man  RED 1

        Nein.
        Es sind AS3340 verbaut.
        Bei der DIY Version haben fast alle CEM3340 genommen.

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          psv-ddv  AHU

          Stimmt, ab Fabrik sind da Alfa2230 drin, danke für die Korrektur.
          Wobei bei der Selbstbauvariante natürlich auch die CoolAudio ICs verwendet werden werden können.
          Hat eigentlich mal jemand die Selbstbau mit der Fertigversion verglichen? Würde mich interessieren, ob es da auch bei Verwendung identischer 3340ger klangliche Unterschiede gibt.

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            Vincent  RED

            Würde mich ebenfalls sehr interessieren! Ob sich so ein Vergleich irgendwo auftun lässt?

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    swissdoc  RED

    Schöner Bericht zur Strukturkopie/Oberflächenkopie eines CS80. Klanglich für mich aber weit daneben. Sowohl bei den VCOs als auch bei den VCFs. Für meine Ohren zu spitz und es fehlt komplett das Quäkige des Originals. Bei manchen der Beispiele auf Youtube erscheint es mir so, als wären die Filter ohne Funktion. Die Demonstratoren schrauben da manchmal am Gerät, aber man hört keinen Unterschied im Klang.
     
    Vom Fehlen der Performance relevanten Dinge ganz zu schweigen.
     
    Gerne verlinke ich diesen Beispiel eines CS80 in Aktion:
    https://www.youtube.com/watch?v=GxKVY7nJPJE
     
    Aber mangels Verfügbarkeit des Originals bzw, dessen hohen Preises wohl die einzig sinnvolle Alternative, wenn man etwas in der Richtung haben möchte.

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      Tyrell  RED 111

      Ich konnte das Teil inzwischen mehrmals live erleben. Auch bei einem Freund, der das Teil mit Poly-AT spielt und einfach weiß was er tut. Von da ab war ich absolut infiziert. Mag sein, dass das nur schwer über YT-Clip nachvollziehbar ist, aber im echten Leben ist der DD ein wahrer Traumsynthesizer. Vollkommen egal ob er nun so klingt wie ein CS80 oder nicht, denn er klingt einfach komplett eigen. Das genau macht ihn so attraktiv, denn mir ist aktuell kein Synthesizer bekannt, mit dem man den DD imitieren könnte.
      Wir werden im Herbst bei AMAZONA.de einen Showroom eröffnen, bei dem man Klassiker oder eben seltene Synths wie den DD einfach mal anspielen kann. Dazu gibt es dann einmal im Quartal einen Synth-Day für die Community. Vielleicht kommst du dann mal vorbei, denn da wird ganz sicher auch ein DD stehen. :-)

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        swissdoc  RED

        Danke für die Info und das Angebot. In Sachen CS80 bin ich mit meinem CS50 vollauf glücklich und bei analogen und modernen Polys habe ich einen recht breite Auswahl im Studio.

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        Soundreverend  

        Oh wie cool, ein Synth Day … in einem Nebensatz versteckt. :) Findet bestimmt in Norddeutschland statt haha. :-p Aber gib bitte rechtzeitig den Termin bekannt, wegen der Reiseplanung! Thx

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      Florian Anwander  RED

      Ich habe den DD auf der Superbooth bestimmt eine Stunde lang gespielt, und war …. grandios enttäuscht. Ich kenne den CS-80 nun wirklich gut (ich habe schon zwei Stück renoviert), und das was die Black Corp. da als CS-80 Imitat verkauft ist schon sehr, eehm, seltsam. Wie Kollege Swissdoc sagt: weder VCOs noch die VCFs haben irgendwas mit dem Original zu tun. Der beim Original deutliche Pulse-Peak am Anfang des Sägezahns ist viel zu klein ausgefallen, und die leichte Signalkompression, die das originale Filter mit zunehmender Resonanz erzeugt fehlt ebenfalls.

      Dass die Fader mehr als mäßig auf den Zugriff reagieren verhöhnt das Original geradezu. Die gesamte Bedienoberfläche der CS-Polysynths ist ja „Spieltisch“. Einfach mal kurz eine Betonung durch einen kleine Bewegung am Cutoff-Regler? – Vergesst es: die wird garnicht wahrgenommen.

      Ansonsten noch zwei inhaltliche Korrekturen zum Artikel:
      1.) Es gibt das „IC Guide Book“ von Yamaha, das durchaus informationen zu den ICs liefert (ganz davon abgesehen, dass in den Service Manuals schon vieles drinsteht).

      2.) Der Filterenvelope ist kein AD, sondern ein normaler ADSR-Envelope. Der „Attack Level“ ist der Envelope Amount und hinter dem „Initial Level“ verbirgt sich Sustain. Tatsächlich ist es nur so, dass die Sustain-Spannung im Maße des Envelope-Amount von der Cutoff-Frequenz abgezogen wird.

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        el-folie  

        Danke, Danke, Danke! Was bin ich froh über die nackte Wahrheit, auch wenn sie weh tut…

        Natürlich will man eigentlich hören/lesen „Klasse Teil, hol Dir für 4 T€ DEN CS Sound ins Haus“, aber so ist es eben nicht. Und selbst ohne einen CS-80 zu besitzen – wer den oft genug und seit Jahrzehnten gehört hat, hört eben, ob der Sound dem entspricht oder nicht und tut er offenbar nicht.

        Meine persönliche, anfängliche Begeisterung war riesengroß, als das Ding angekündigt wurde. Als die ersten Soundschnipsel zu hören waren, dachte ich nur „What?“. Und selbst die FX beladenen und deshalb angeblich authentischeren Sounds waren alle entfernt von der CS Urgewalt mit „Druck, Wummern, Quäken, Röcheln, Wabern und Schneiden“. Sehr sehr schade, ich hätte es dem Entwickler gegönnt, das zu schaffen. Aber ohne u.a. lineare VCOs und die speziellen Filter und Hüllkurven wird das eben nichts.

        Vielleicht schafft es ja Behringer, wäre ihnen zuzutrauen bei all der Entwickler-Power, die dort gerade zusammengezogen wurde und wird oder eben dann nochmal Yamaha selbst.

        I have a dream :)

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      k.rausch  RED

      Doc, ich höre da auch keinen CS80. Kann an der youtube Audiokompression liegen, die ist schon arg und gerade die analogen Bässe bleiben auf der Strecke. Ein CS80 ist geeignet, die Hosenbeine flattern zu lassen, das kennst du sicher vom CS50 und CS60 schon. Der Ringmodulator ist einzigartig und klingt von rund bis gemein, und das Näselige höre ich beim DD bislang auch nicht. Den PolyAT als Voraussetzung fürs Authentische höre ich als Argument oft, kann ich nicht bestätigen, CS80 geht auch ohne den. Aber was habe ich mich da schon belehren lassen, außer mit Audio, was das belegen würde. Nicht zuletzt ist die CS80 Beschalterung trotz kurzer Regelwege bei diesen Wippen geeignet fürs Grobmotorische, das halte ich eher für wesentlich und schade, dass man sich beim DD aufs Kompakte verlegt hat.

  11. Profilbild
    Jupiter Six  

    Der Test trifft genau den Kern der Sache!
    „Erst schrauben, dann spielen und Finger weg von den Fadern“
    Bin selbst seit kurzer Zeit Besitzer eines Deckards und finde ihn fantastisch.

  12. Profilbild
    Thomas Columbo  

    Toller Test. SUPER! Amazona ist doch immer eine echte Fundgrube. Das Teil ist höchst interessant, aber 4K € sind etwas viel für nen Expander. Da ist der Moog One 16V, der derzeit mein Budget etwas bindet, eigentlich sogar ein Schnäppchen….Uli B. kannst Du da etwas weiter helfen ???!!! So was muss doch in dieser Gerätequalität für 1500 € realisierbar sein (Model D x8 ???) und damit in auskömmlichen Stückzahlen.

  13. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich finde den DD interessant, ist sicher ein tolles Teil, aber der Preis und die Zusatzkosten scheinen mir nicht angemessen zu sein. Offenbar gibts ja auch noch einige technische Unzulänglichkeiten, für das Geld, das der DD + Expander kostet, wäre das für mich nicht akzeptabel.

  14. Profilbild
    Anthony Rother  

    Super interessanter Test, vielen Dank. Ich selbst habe von der Technik in einem Synthesizer keine Ahnung. Was ich weiß habe ich mir angelesen, deswegen ist es immer wieder spannend solche technischen Hintergründe wie in diesem Test zu erfahren. Das war z.B auch letztens bei dem Artikel zum TTSH V4 so.

    ZITAT *** „Da Yamaha ihre Schaltungen damals komplett in Eigenarbeit entwickelten, ist es laut Entwickler Filippov unmöglich, den CS-80 exakt zu klonen. Die Baupläne seien nirgends zu finden, so der Entwickler (im Bezug auf Uli und Yamaha bleibt es spannend).“ ***

    Das sind Infos die mir als Nicht-Techniker klarmachen was so unter der Haube passiert, höchst interessant um das einschätzen zu können was das vor sich geht. Das mag ich so gerne an AMAZONA sozusagen AMAZONA at it’s best. Ich wünsche allen DD Besitzern ganz viel spass mit ihrem Synth und ich glaube das dieser Bericht dazu beiträgt das sie ihren geliebten DD noch mehr lieb haben…

  15. Profilbild
    Marco Korda  

    Ein bisschen teuer dafür, dass ihm ein paar wesentliche Merkmale fehlen, die Fader kritisiert werden und es drei Geräte brauchte, bis was anständiges rauskam….

    Aber: da wurden sicherlich große Mühen aufgewendet. Im Abgleich mit dem Testbericht in der KEYS müsste man vielleicht noch erwähnen, dass man versäumt hat, dem ganzen eine gewisse Größe zu geben. Angeblich ist das Gerät zu kompakt geraten, v. a. im Vergleich zum Original.

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    Ensoniqs

    Es ist kein CS , funktioniert nicht vernünftig, kling sehr gut und eigenständig , aber ist weit davon entfernt auch nur annähernd so zu klingen wie ein CS-80. Dennoch wird geredet und spekuliert von Leuten , die noch nie in ihrem Leben einen CS-80 vor sich stehen hatten ,oder gar darauf gespielt hätten, dafür aber Vangelis´ „Vamos ala Playa“ mitsummen können. Grotesk.

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      el-folie  

      Danke für die ungeschönte Wahrheit! Ja, in der Tat, grotesk. Auch die lustigen Belehrungen einiger, man könne den Klang ja auch nur beurteilen, wenn er produziert und mit FX beladen – eben wie auf den Referenz-Alben – zu hören wäre, usw. Was für ein Blödsinn. Entweder das klingt nach CS oder nicht. Und das CS Feeling kam mir bei keinem einzigen Soundbeispiel auf. Wenn es so wäre, stünde der DD schon lange hier, trotz aller Mängel in Software und Bedienung.

  17. Profilbild
    division  

    Also Leute, ich finde das kleine Display ist ˋne totale Katastrophe. Da habˋ ich selbst mit ˋner Lesebrille Probleme zu erahnen, was mir das Gerät mitteilen möchte. Die dazugehörigen Buttons sind ebenfalls eine Zumutung.

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      Florian Anwander  RED

      Als mittlerweile manchmal auch zu Lesebrille Greifender: diese kleinen OLED Display sind erstaunlich gut abzulesen auch bei aufscheinendem Licht!

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        psv-ddv  AHU

        Es geht weniger um den Kontrast (der ist bei Oleds in der Tat hervorragend) als um die Größe. Das Display ist einfach zu klein.
        Habe bei so etwas sonst keinerlei Probleme, löte an einem guten Tag auch mal einfache SMDs ohne Lupe. Aber in diesem Falle empfand ich es als starke Einschränkung der Bedienbarkeit. Vor allem unnötig. Genügend Platz für eine Nummer größer wäre da gewesen, wenn man das Logo woanders aufgedruckt hätte. Für mich eine Fehlkonstruktion.

  18. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ausgezeichneter Testbericht! Und endlich mal ein Audiodemo bei dem man das Klangspektrum des DD gut abschätzen kann, auch wenn es nicht mein Style ist. Gratulation an Vincent!

    Ich will nicht das meine Musik wie Vangelis klingt. Ich will das meine Musik nach mir klingt. Insofern ist der DD ein guter Kandidat und wird von mir noch angetestet werden. Ob er nun wie ein CS-80 klingt oder doch ganz anders ist mir auch Schnuppe. Mir gefällt jedenfalls was ich hier höre.

  19. Profilbild
    Larifari  

    Mächtiger Synth…wenn er denn funktioniert. Genau genommen war es dann auch der
    4. Anlauf für ein Testexemplar. Letzten Sommer gab es schon mal einen Versuch von Peter bei Siggi Müller.

  20. Profilbild
    fritz808  

    endlich selbst ausprobiert… verstehe die ganze kritik nicht. einzigartiger klang und sehr sehr ausdrucksstark. bei mir kommt da jedenfalls ein absolutes cs-gefühl auf.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Fritz 808, da hast Du dem zu schwachen „Pulse-Peak am Anfang des Sägezahns“ nicht genug Beachtung geschenkt ;-) Wie gesagt, bei mir ist es Ewigkeiten her, dass ich den echten CS-80 mal angespielt habe, sonst kenne ich halt auch nur die einschlägigen Aufnahmen. Dass der Klang der VCO’s und VCFs‘ nicht im Entferntesten etwas mit dem Yamaha zu tun haben soll, wie Swissdoc, Florian, Klaus und einige andere hier meinen, erscheint mir ein hartes Urteil zu sein. Aber gut, ich kann’s nicht widerlegen. Für mich steht aber fest: der Deckard’s Dream hat den geilsten analogen Sound den ich seit langer Zeit gehört habe. Seit sehr langer Zeit.

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