Test: Kurzweil PC4 E-Piano und Workstation

29. April 2020

Eine 2. Meinung zum Kurzweil PC4

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Vorwort der Redaktion

Manchmal finden Produkt und Autor ganz offensichtlich nur schwer zueinander – so auch geschehen beim Kurzweil PC4 und seinem Kritiker Thilo Goldschmitz. Nun fördern wir als AMAZONA.de-Redaktion immer die konsequente, subjektive Qualitätsbeurteilung der getesteten Produkte, durch den involvierten Autor. Statt zweideutiger Aussagen wollen wir aus Sicht des Autors klare Aussagen erhalten. Ein gangbarer Weg wie wir finden, aber mit Sicherheit nicht der einzige. Bisweilen sorgt das aber in der Community für hohe Wellen und fördert auch extrem konträre Meinungen zu Tage. So geschehen beim Kurzweil PC4 Stagepiano oder um ein anderes Beispiel zu nennen, beim Behringer RD-8 oder Behringer Pro-1. In solchen Fällen ist uns eine zweite Meinung sehr wichtig, damit der Leser am Ende ein differenzierteres Bild erhält. Ich übergebe deshalb nun an Felix Thoma, der sich das Kurzweil PC4 Piano nochmals angesehen hat.

Die zweite Meinung zum Kurzweil PC4 von Felix Thoma

Nach Thilos Test war ich zunächst sehr enttäuscht, denn Kurzweil galt für mich (und vermutlich viele andere Leser auch) immer als hervorragende Marke. Ich sage nur K2500, 2600 und wie sie alle heißen. Aber auch die moderneren Produkte wie Forte, Artis oder die abgespeckte PC3A-Variante, die ich selbst mehrmals bei mir im Studio hatte, konnten mich mal mehr, mal weniger begeistern, aber zumindest nie extrem enttäuschen. Umso mehr freute ich mich, mir vom PC4 ein eigenes Bild machen zu können.

Ein Punkt, den ich bereits mehrfach registriert und in meinen Test angemerkt habe, ist die teilweise schwindende Verarbeitungs- und Materialqualität bei Kurzweil. Nimmt man beispielsweise ein Forte Stagepiano oder die PC3A-Serie, so erhält man ein überaus solides Metallgehäuse, Fader und Potis mit angenehmer Qualität und guter Haptik. Bei einigen Kurzweil Modellen, hier sei neben dem PC4 u. a. auch das Stagepiano SP6 genannt, erhält man anstatt dessen aber „nur“ ein Kunststoffgehäuse und Bedienelemente, die sich in ihrer Qualität doch deutlich von einem Forte oder PC3-Keyboard unterscheiden.

Auch die Tastatur, die bei Kurzweil früher von Fatar zugeliefert wurde, mittlerweile aber selbst oder von einem anderen Dritthersteller produziert wird, ist beim PC4 nicht auf dem Qualitätsniveau der anderen Stagepianos. Dieser Unterschied ist mehr als deutlich spürbar und so stimme ich hinsichtlich des Materials, der Bedienelemente und der Tastatur (inkl. schwergängigem Aftertouch) mit Thilo überein – das PC4 enttäuscht hier leider.

kurzweil pc4 test

Das Kurzweil PC4 Stage-Piano bei mir im Studio

Die Frage ob das PC4 nun ein „Stagepiano“ oder eine „Workstation/Synthesizer“ ist, beantwortet Kurzweil auf seiner (im Übrigen mittlerweile auf Vordermann gebrachten) Website: Es wird unter „Workstation/Synthesizer“ geführt. Allerdings taucht hier auch die Forte-Serie auf, die ich persönlich eher als Stagepiano ansehe.

Wie auch immer, einer der positiven Knackpunkte der Kurzweil Produkte war für mich immer die Tatsache, dass man gegenüber anderen Mitbewerbern viel an Sounds schrauben, Effekt-Ketten zusammenstellen und alles zusammen im Sequencer aufnehmen konnte.

Hier muss man allerdings aufpassen, denn teilweise lassen sich Sounds nur per Software Editor am Computer bearbeiten oder die Bearbeitungen von Effekten sind auf die eine oder andere Art und Weise beschränkt etc. Aber klanglich konnte Kurzweil bisher immer überzeugen, gerade auch weil man mit der VAST-Synthese, der FM-Engine, KB3 und VA1 einige sehr kraftvolle Klangerzeugungen unter der Haube hat, auch wenn sie teils schon etliche Jahre auf dem Buckel haben.

Auch das PC4 bietet in dieser Hinsicht eine Vielzahl an Editier-Möglichkeiten, die weit über das hinausgehen, was preislich vergleichbare Stagepianos von Yamaha, Nord oder Roland bieten. Ein Blick ins Handbuch des PC4 (Link zum PDF-Handbuch) verdeutlicht dies. Was man hier bei der VAST-Synthese oder bei den KB3-Orgel-Sounds einstellen kann, ist schon gigantisch. Dazu lassen sich nahezu alle Parameter direkt am Keyboard einstellen, programmieren und editieren. Alternativ bietet Kurzweil aber auch Software-Editoren für PC und Mac an.

Der Test zum Kurzweil PC4 von Thilo Goldschmitz

Mit dem Kurzweil PC4 stellt die Traditionsfirma des Futurologen Ray Kurzweil ein waschechtes Stagepiano vor, das sogar die Kurzweil-Formate (.P3K, .KRZ, .K25, .K26) importieren kann. Eine gewichtete 88er-Tastatur mit Hammermechanik unterstreicht die Absicht, die Zielgruppe Stage-Pianisten mit dem Kurzweil PC4 zu überzeugen.

Stagepianos, also Instrumente für Leute, die sich tatsächlich noch mit so ollen Sachen wie Harmonie, Melodieführung oder gar Skalen beschäftigen, gibt es zwar einige; de facto sieht man aber auf den Bühnen dieser Welt meistens rot. Will sagen das Nord Stage hat seit Jahren eindeutig den Löwenanteil am Markt. Erst 2019 ist dann Yamaha auf den Trichter gekommen und lieferte mit dem CP-88 einen Konkurrenten auf Augenhöhe. Das Kurzweil PC4 möchte nun auch in dieser Liga mitmischen und tritt an, seinen Anteil auf den Bühnen dieser Welt zu erobern. Dabei bietet es durchaus einiges mehr als die Mitberber, gerade was die Syntheseformen angeht.

Hardware des Kurzweil PC4

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Die bereits erwähnte Tastatur sitzt in einem erstaunlich leichten Kunststoffgehäuse, die gebürstete Aluminium-Optik ist lediglich Mimikry. Das Gewicht dürfte Pianisten und Bühnenarbeiter erfreuen, denn nichts ist schlimmer als klobige Sachen, die auch noch schwer sind. Das Gerät misst nämlich insgesamt 127 x 37,46 x 16.51 cm und wiegt dabei lediglich 11 kg. Zum Vergleich: Das Nord Stage 88 wiegt, genau wie das CP88, 19 kg. Die Seiten werden dabei von etwas abgeschlossen, das wie ein verstärktes Seitenteil anmutet.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Pedalanschlüsse

Sämtliche Anschlüsse sind im 6,3 mm Klinkenformat (bis auf den Line-In im populären 3,5 mm Stereo-Format) und auf der Rückseite des Kurzweil PC4 inklusive des Kopfhöreranschlusses. Das Kurzweil PC4 hat zwei Stereo-Ausgänge A und B sowie einen Stereo-Eingang. Ganze vier Pedale kann man anschließen: zwei Schalter und zwei Expression-Pedale. Ein Eingang für den hauseigenen Ribbon-Controller schließt das Bild auf der rechten Seite ab. Auf der rechten Seite befinden sich dann die USB-Anschlüsse für Rechner-Anbindung und einen USB-Datenträger.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Patches können über USB geladen werden

Ein einsames MIDI-Duo (also kein Thru) gesellt sich zum Helligkeitsregler für das Display. Der Netzanschluss für das externe Schaltnetzteil ist nicht gesichert und kann auch nirgendwo befestigt werden. Die Stromzufuhr wird über einen hervorstehenden Taster hergestellt.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

MIDI-Duo

Software

Die Liste der Software-Features ist lang. Auf der drollig in den Zweitausender hängengebliebenen Produktseite befinden sich alle Features. Die absoluten Highlights dürften aber die VAST-Synthese, die 6-Operator-FM-Engine mit 32 Algorithmen und die Tonwheel-Emulation KB3 sein. Dabei sollen, laut englischer Anleitungen auch Sysex-Files von klassischen 6-Operator-FM-Synthesizer geladen werden können – welche genau, muss man dann wohl selber herausfinden, denn dazu steht nichts in der Anleitung

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Die Optik ist Fake, die Taster aus einem leichten Gummi mit schwabbeligem Druckpunkt

Das allein sind schon drei Gründe, warum das Kurzweil PC4 in Sachen Synthese die Nase deutlich vor der Konkurrenz haben sollte! So liest sich die Anzahl der verfügbaren Presets, die aus einem 2 GB Vorrat schöpfen, entsprechend beeindruckend: 1000 Factory-Presets, die in 13 über die Oberfläche direkt erreichbaren Kategorien unterteilt sind – da sollte für jeden etwas dabei sein. Und bei einer Polyphonie von 256 Stimmen sollte dem Kurzweil PC4 auch bei viel Sostenuto nicht die Puste ausgehen. Die Piano-Klänge werden dabei noch zusätzlich von der KSR (Kurzweil String Resonance)-Technologie unterstützt, um den Klang noch realistischer und lebendiger zu machen.

Interner Sequencer

Das Kurzweil PC4 ist aber eben noch mehr als ein Stage-Piano. Das unterstreicht der Arpeggiator, aber vor allem der 16-spurige Sequencer, der ebenfalls über einen MIDI-CC-Step-Sequencer zur Animation von Sounds verfügt. Eine weitere Besonderheit: Man kann sich verschiedne MIDI-Phrasen zurechtlegen und diese dann beim Abspielen beliebig kombinieren, fast so wie in Ableton Live. Der Sequencer akzeptiert zudem MIDI-Files und das hauseigene PC3-Songs-Format.

Vorfreude

Entsprechend habe ich mich also auf diesen Test gefreut. Und siehe da, glücklicherweise lieferte der Paketmann das Gerät Freitagvormittag an. Freitag ist Probetag und so habe ich das wirklich erstaunlich leichte Paket direkt in den Proberaum geschleppt. Schnell hatte ich meine übliche Fatar Tastatur beiseite geräumt und das Kurzweil PC4 aufgebaut und angeschlossen.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Preset-Auswahl des Kurzweil PC4 als Liste

Also volle Konzentration, der erste Klang kommt über die PA – jedenfalls hätte ich mich darauf konzentrieren wollen; aber die erste Berührung mit der Tastatur verursachte zunächst ein wirklich lautes dumpfes Pochen. Da das Gehäuse nämlich allenthalben aus einem sehr dünnen Kunststoff gefertigt ist, der sehr schwingungsfreudig zu sein scheint, eignet er sich hervorragend als Resonanzkörper. Ich habe noch nie ein elektronisches Gerät unter den Fingern gehabt, das ohne Strom so laut ist. Sage und schreibe 67 dBA kommen an den Lauschern an, befindet man sich in normaler Sitzposition – mein Staubsauger hat voll aufgedreht gerade mal 65 dBA, ist allerdings auch ein Flüstermodell!

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Bei der kleinsten Berührung gibt es den Shut-Down

Die Klaviatur

Danach konnte ich mich aber immer noch nicht auf den eigentlichen Klang aus den Boxen konzentrieren. Die Full-Size-Tasten haben zwar ein ordentliches Gewicht, aber die Aufhängung ist derart ungenügend, dass ich schon jetzt beschloss, das Kurzweil PC4 am Abend nicht auf der Bandprobe zu spielen. Zunächst wäre da einmal der zu geringe Weg zum Tastaturboden von knapp 1 cm; für Aftertouch muss dann noch ca. 3 mm weiter gedrückt werden. Viel schlimmer aber die Repetierung, die lediglich Rhodes-Sounds einigermaßen authentisch spielen lässt.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Die Wheels sind gut

Jeder, der ein echtes Rhodes unter den Fingern hatte, weiß was ich meine. Die Taste kommt viel zu langsam wieder in ihre Ausgangsposition und das Aufdrücken geht für meinen Geschmack viel zu schwer, als wenn die Tasten einen falschen Schwerpunkt hätten. Ich würde hier ja gerne aufhören über die Tastatur zu reden, aber es geht noch weiter. Die schwarzen Tasten haben ein seitliches Spiel von sage und schreibe 3 mm! Und auch die weißen Tasten wackeln seitlich ca. 1 mm.

Hinzukommt, dass man es bei den Abständen der weißen Tasten, also den Spaltmaßen, anscheinend auch nicht so genau genommen hat. Außerdem neigen die Tasten bei schnellem und hartem Anschlag zu einer erheblichen Federbewegung. Ein Note schnell repetieren, mit dem Zwei-Finger-Trick ist einfach unmöglich. Alles in allem ist die Klaviatur leider eine Enttäuschung.

Dann hatte ich erst Zeit für die anderen Bedienelemente, die 10 Fader und 10 Potis, die Drucktaster mit einer gummierten Oberfläche. Was soll ich sagen – alles fühlt sich billig und pappig an; hier will kein haptischer Genuss aufkommen, zumal die Fader wackeln und die Potis auch, da nicht verschraubt. Einzig und allein Pitchbend- und Modulationsregler fühlen sich dem Preis angemessen an.

Ab nach Hause

Also hier war ich erst mal baff und habe dann im Proberaum nur mal schnell die Sounds durchgezappt, um sie zu Hause noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Grundsätzlich klangen die im Proberaum aber über die PA schon mal ganz OK. Zuhause angekommen dann also an die Studiomonitore angeschlossen und erst mal genau bei den Pianos hingehört. Man kann dann leicht feststellen, dass es nur drei verschiedene Piano-Sounds sind, die in verschiednen Variationen (mal mit Filter, mal mit EQ) immer wieder auftauchen.

Das macht aus den angeblich 42 Piano-Presets für mich faktisch nur noch 3. Hier fiel mir auch erst auf, dass das Kurzweil PC4 ganze 24 Sekunden braucht, um hochzufahren. Das Stage und das CP88 sind sofort nach dem Anschalten spielbereit, was für ein Instrument, das hauptsächlich für den Live-Einsatz konzipiert ist, irgendwie Sinn macht. Mit dem Power-Taster ist aber Vorsicht angesagt, berührt man diesen nur minimal, so schaltet sich das Gerät augenblicklich aus – Abschaltverzögerung? Nie gehört.

Weiter zu den Rhodes-Sounds, die ich noch am besten fand und denen die Tastatur paradoxerweise ein recht authentisches Spielgefühl verleiht. Jedoch sind die Tasten des Kurzweil PC4 weder aus Holz (später Kunststoff) noch sind sie so leicht wie die der echten Rhodes. Die Orgelsounds sind ganz ok und auch das Leslie tönt ganz ordentlich. Bei den Bläsern, Streichern und Gitarren fällt die Qualität aber schon etwas ab, das erwartet man aber eigentlich von einem Stagepiano.

Kurzweil PC4 Stagepiano und Workstation

Fader und Potis wackeln und fühlen sich billig an. Optik – naja!

Da das PC4 aber ja gerade hier die Konkurrenz übertrumpfen möchte, war ich dennoch enttäuscht. Unter den Pads gibt es auch ein paar nette Kreationen. Ich habe in den Beispielen mal aus jeder Kategorie einen Sound angespielt. Positiv könnte man formulieren, dass die Qualität der Sounds gleichbleibend einheitlich ist – anders herum sticht kein Sound wirklich heraus, es klingt alles irgendwie ok bis gut, aber ich finde keine besonderen Details oder eine Tiefe in den Klängen. Das gilt für alle Engines und auch die Effekte.

Fazit

Thilo Goldschmitz

Ich war vom Kurzweil PC4 leider richtig enttäuscht. Besonders die schwache Tastatur, gekoppelt mit einer mittelmäßig bis guten Soundengine, sind den aktuellen Ladenpreis von knapp 2.000,- Euro nach meinem Geschmack nicht wert.

Auch wenn sich die Eckdaten noch so gut  lesen, das Kurzweil PC4 wird es nicht schaffen, die Mitbewerber in Bedrängnis zu bringen. Vor allem das Yamaha CP88 ist nur geringfügig teuerer und bietet z. B. eine Tastatur mit echten Holztasten, die sich hervorragend spielen lässt. Vor allem erlaubt das Kurzweil PC4 keine schnellen Läufe mit hartem Anschlag. Solche werden zur Kraftprobe und ermüden schnell Hand und Gelenke.

Die verschiedenen Engines versprechen eine Klangvielfalt, die vordergründig auch gegeben ist, aber ein wirklich tiefgreifendes Klangerlebnis konnte ich nicht verspüren. Stattdessen Einheitsware, die sich keine Blöße gibt – steril, irgendwie. Meiner Meinung nach helfen da auch keine internen Sequencer und Arpeggiatoren.

Plus

  • gute Qualität der Sounds
  • viele Synthese-Engines

Minus

  • unspielbare Tastatur
  • schwergängiges Aftertouch
  • Gehäuse aus fragilem Plastik
  • Gehäuse wirkt wie Resonanzkürper, 67 dBA pro Anschlag

Preis

  • 1.965,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    herw  RED

    Ui – das klingt vernichtend, wenn man die früheren Tests zu Kurzweil liest. Insbesondere die schlechte Tastatur und sonstigen Bedienelement (außer den Wheels) erstaunen mich doch sehr.

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      Dirk

      Sehe ich auch so. Wegen der FM-Engine eigentlich interessiert gewesen, aber angesichts des Preises sollte die Qualität der Hardware auch stimmen.

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      t.goldschmitz  RED

      Es ist zum heulen. Wenn man das Gerät seitlich an die Wand stellt, senken sich einige der Tasten, so dass es wie ein seltsames Gebiss aussieht. Passiert bei keinem meiner anderen Keyboards.

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    Martin Andersson  RED

    Danke für diesen schonungslosen und ehrlichen Test. Ein Keyboard mit wackeligen Potis, klapperndem Gehäuse und einer offensichtlich unbrauchbaren Klaviatur hat es nicht verdient, „Stage Piano“ genannt zu werden. Von den Problemen mit dem Netzschalter ganz zu schweigen.

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      Polysix  

      Ach Martin… womit wieder einmal klar wäre: Das wahre „Stage Piano“ kommt aus Schweden und ist rot…

      Und alle anderen Hersteller probieren nur herum, liefern schlechte Qualität ab und kopieren das Original (siehe dein ziemlich einseitiger AMAZONA Kommentar zum YAMAHA YC61).

      Und vor Allem: die Jungs vor 2000 wussten überhaupt nicht, was ein „Stage Piano“ ist… Die haben einfach dumm in der Gegend herumgeklimpert…

      Einfach mal am Boden bleiben. Am Ende entscheidet sich das an dem, der dran sitzt.

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        Martin Andersson  RED

        Hallo Polysix
        Fühle mich etwas missverstanden und wenn Du erlaubst, würde ich mich gerne erklären. Es ist keineswegs so, dass ich die roten Keyboards aus dem Norden für die einzig wahren Bühneninstrumente halten. Im Gegenteil: sie sind mir in vielen Belangen zu eingeschränkt. Dass ich selbst eines spiele hängt v.a. damit zusammen, dass ich in meinen aktuellen Projekten mit den großen Limitierungen des Nord Stage gut leben kann. Für andere, klanglich komplexere Musik, reicht ein Nord Stage nicht aus. Dazu ist die Effektsektion zu wenig flexibel und der eingebaute Synthi zu limitiert und zudem nur zweifach multitimbral.
        Da würde ich dann eher zu einem Kronos oder Motif greifen.
        Was mich am Nord Stage überzeugt ist das Bedienkonzept, die Verarbeitung und teilweise auch die Sounds. Der Rest ist eher mittelmäßig. Perfekt sind die Nords noch lange nicht und in vielen Punkten auch nicht „professionell“.
        Falls hier jemand das Gefühl hatte, dass ich die Nord Keyboards in den Himmel lobe, tut mir das leid. Dieser Eindruck ist falsch.

        Hingegen halte ich es für legitim darauf hinzuweisen, wenn Yamaha das Nord-Konzept praktisch eins zu eins kopiert und es als eigene Neuentwicklung verkauft. Ausserdem ist es ein bisschen schade, da man sich wirklich auch andere, live-taugliche Konzepte vorstellen könnte. Es wäre spannend zu sehen, welche eigenständigen Ideen die Yamaha Ingenieure zu entwickeln im Stande sind.

        Meine Kritik des Kurzweil PC4 bezog sich auf die Bezeichnung „Stage Piano“. Wenn die Mängel so sind wie vom Autor beschrieben, ist das PC4 nur bedingt bühnentauglich.

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    arnte  

    Ähm…wie kommt der Autor denn auf die Idee, dass das PC4 ein Stagepiano sein will?
    Das ist ein amtlicher Synthesizer. Meinetwegen auch eine Workstation. Kurzweil selbst sagt „Performance Controller“. Ja, es hat 88 Tasten – die offensichtlich nicht sonderlich gut sind. Aber das macht da noch lange kein Stagepiano draus.

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      t.goldschmitz  RED

      Das ist ja eben die Frage. Und das habe ich im Test angeschnitten. Ich finde dann hätten sie auch eine Rackversion rausbringen sollen. Denn die Tasten sind reine Platzverschwendung. Aber ehrlich, hättest Du das Teil vor Dir und könntest „fühlen“ wie es sich generell anfasst, wäre das auch für egal was es sein soll(te) unzureichend.

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        arnte  

        Ich habe einen PC361. Das wäre imo auch hier das richtige Format. Also einfach eine (gute) 5 Oktaven Synthtastatur dran und gut. Wer tatsächlich ein Stagepiano sucht, wird bei den entsprechenden Herstellern fündig. Kurzweils VAST ist aber einfach eines der umfangreichsten und variabelsten Syntheseverfahren überhaupt. Damit Piano Klänge zu spielen ist wie mit einem Porsche den Acker pflügen. Die neue FM Engine und das Farbdisplay (was imo auch hätte größer ausfallen dürfen), hätte für einen Versionssprung von 3 auf 4 auch schon gereicht. Das ganze dann für um die 1500,- € in den Laden und das Ding wäre ein Hit. So wie jetzt ist es eine etwas eigenartige Produktphilosophie und spricht die falsche Zielgruppe an (wenn wohl auch die potentiell größere). Ich schätze da sind wir uns einig.

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      t.goldschmitz  RED

      Und wie ein Kommentator so treffend bemerkte: Mit der Ausstattung und in der Preisklasse, hat das Kurzweil PC4 gar keine andere Wahl als sich mit den Platzhirschen messen zu müssen. IMHO

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    hejasa  AHU

    Dereinst der Pianoklang auf den Bühnen der Welt jetzt mit Klappergehäuse und Wackeltastatur, Kurzweil, was ist aus dir geworden? Traurig!

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      t.goldschmitz  RED

      Hatte mich soooo auf die Kiste gefreut. Kurzweil war auch für mich ein Name der für absolut gute Qualität steht. Sie hätten einfach eine Rackversion rausbringen sollen und gut.

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    funkateer

    Kann ich nachvollziehen. Ich hatte mir unlängst das Kurzweil SP6 aufgrund des sehr geringen Gewichts gekauft. Die 12kg trugen sich zwar sehr angenehm, aber das Plastikgehäuse gab einem stets das Gefühl gleich aufzubrechen und die Tastatur ging leider auch nicht. Bedienbarkeit und die Menge an Sounds konnten den Verkauf nicht verhindern.

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      t.goldschmitz  RED

      Leider auch meine Erfahrung mit dem PC4 – es verspricht so viel. Hat man es aber vor sich, ist nur noch Kopfschütteln angesagt.

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    nDa_ViD-19 aka Dave the Butcher  AHU

    Nord wird nicht besonders Angst haben. Ich spiele seit Jahren die Electro 5 mit Hammermachanik, davor die Electro 2 ewig gespielt, und nur getauscht, weil ich multitimbralität und split haben wollte, sonst hätte ich noch immer die 2er. Unverwüstlich, die Teile. Und die Soundlibrary ist göttlich.

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    Jörg Hoffmann  RED

    Boah, in einem Umfeld und einem Preisrahmen, in dem man sich mit Nord und Korg Grandstage messen muss, sowas abzuliefern finde ich schon frech. Kurzweil ist ein Name voller Tradition – den sollte man nicht mit so einer Produktqualität zerstören.

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    Markus Galla  RED

    Ich war mal stolzer Besitzer eines Kurzweil PC2x. Was ist nur aus Kurzweil geworden?

    Dass Yamaha nun den Nord Electro kopiert, ist nicht schlecht, sofern das etwas Bewegung in die Preise bringt. Nord kann leider immer noch beliebige Preise aufrufen. Der Preis für den Stage 2 ist eine Frechheit.
    Ich spiele einen Nord Electro 5 und vermisse auch beim 6er Multisamples, Filter und Aftertouch. Alles Dinge, die schon vor 30 Jahren Features digitaler Synths waren. Keine freien Split-Punkte und trotz günstiger Speicherpreise sehr stark limitierter Sample Speicher. Mich nervt auch, dass Transpositionen im Sound-Patch gespeichert werden müssen. Unübertroffen ist Nord aber immer dann, wenn man Orgel & Piano/E-Piano braucht.

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    ukm  

    Ich habe einige Jahre den K 2500 gespielt und später auch einen NordStage. Wenn einige User der Meinung sind, dass die Nord-Keys derzeit das Maß der Dinge sind, dann müssen die sich schon ganz erheblich weiterentwickelt haben. Allerdings sind es nach wie vor „gesamplete“ Instrumente und ein VA, der nicht besonders vielseitig ist. Ebenso war ich von den Orgelsounds wenig beeindruckt.
    Meiner Meinung nach ist man da heute mit Cantabile3 und den besten Entwicklungen bei den VST-Instrumenten und -Effekten wesentlich flexibler, wobei man auch hier bei der Wahl eines geeigneten Masterkeyboards ins Grübeln kommen kann.

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    Polysix  

    Ich war auch mal „stolzer Besitzer“ eines NORD Electros. Ziemlich überzeugt sogar. Stets aufgefallen ist mir nur:

    Spiele ich ein Einzel-Sample zwischen C2 und C5 auf dem NORD finde ich: das ist das natürlichste Sample das ich je bei einem Stage je gehört habe. Begeistert! Spiele ich in diesem Bereich jedoch komplexere Dinge oder Gänsehaut-Kombinationen, so klingt das irgendwie unnatürlich.

    Sorry. Da stimmt etwas nicht. Das klingt einfach wie 1:1 Sampling. Und das ist einfach nicht das gleiche wie der Klang der Summe bei einem Klavier oder Flügel.

    Man kann jetzt darüber resümieren, ob es überhaupt möglich ist, den Klang eines Klaviers oder Flügels auf einem Stage zu reproduzieren. Sicher nicht. Aber rein objektiv stimmt bei NORD etwas nicht. Das klingt einfach wie Einzelsamples auf der Summe eines Stereomixers.

    Jetzt komme mir niemand nicht mit Saiten-, Damper- und Klangkörper-Resonanz. Das ist ganz unabhängig davon.

    Meiner Meinung nach hat sich NORD hier einfach nicht weiterentwickelt (wie das ukm oben schon dezent erwähnt hat).

    Das was bei YAMAHA zu „glatt“ ist, ist hier einfach „as it is“. Natürlich eben. Aber das ist in Summe eben nicht die Realität, vermutlich aber ideal um ein Piano im Mix zu platzieren.

    Das alles nur, nachdem ich auf ein YAMAHA CP88 umgestiegen bin.

    Und ich bin froh, dass nun endlich etwas Wind in diese Platzhirsch-Liga kommt.

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      Martin Andersson  RED

      Da bin ich ganz Deiner Meinung: Nord hat sich klangtechnisch im letzten Jahrzehnt zu wenig entwickelt. Ein Sample-RAM von 2GB klingt wie ein schlechter Witz, ist aber deren voller Ernst.

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        k.rausch  RED

        Bei Nord wird gerne vergessen, dass die Samples für das proprietäre Format komprimiert werden, auf teils bis zu 20%. Das relativiert die auf den ersten Blick knappen 2 GB in der Praxis erheblich. Der Sound Editor ist vergleichsweise vorbildlich, damit kann jemand auch ohne besondere Erfahrung eigene Multisamples erzeugen. Und der Soundmanager erlaubt eine bedarfsgerechte Speicherorganisation, die im Flash ungenutzte Samples anzeigt. Ein derart angenehmes und vergleichsweise zeitsparendes Handling sucht man bei anderen Herstellern meist vergeblich. Einzig das mangelnde V-Switch Feature beim Editor sowie die schläfrige USB Transfergeschwindigkeit kann man ankreiden, vielleicht noch die nicht ganz konsistente Kompatibilität der nsmp Versionen untereinander.

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          Martin Andersson  RED

          Dass Nord ein eigenes Kompressionsverfahren anwendet, ist mir schon bewusst. Nach Deiner Rechnung können wir von ungefähr 10 GB sprechen, was auch nicht sonderlich viel ist. Ich frage mich, weshalb Nord mit ihrem professionellen Anspruch nicht Piano-Samples von 20GB und mehr anbietet. Für Studio-Aufnahmen nutze ich immer Software-Libraries, da kann der Nord qualitativ nicht mithalten.

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            k.rausch  RED

            Live Gig und Studioproduktion kennen unterschiedliche Ansprüche, da ist GB tatsächlich sekundär. Ich hatte geschrieben „bis zu 20%“, d.h. es kommt auf das zu komprimierende Audiomaterial an. Meiner Erfahrung nach kann man bei 1 GB Flash mit etwa 4 GB unkomprimierten Daten rechnen. Bei Software Klavieren hat sich ein Schema eingebürgert, dass simpel jede Taste in möglichst vielen Dynamikstufen bei vollem Ausklang abliefert. Aber nur, um ja nichts falsch zu machen. Mit der Schaffung eines virtuellen Instrumentes hat das nur teilweise was zu tun, denn hier kommt es auf Konsistenz und Dynamikumsetzung um, das Ergebnis ist also das Design eines Instrumentes, nicht dessen 1:1 Abbildung. Das würde auch manchem nicht gefallen, alleine weil die Dynamik im Bass, der Mitte und Diskant völlig unterschiedliche Amplituden abliefert. Aber ich will das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen, ist ein etwas komplexes Thema. Es bedeutet lediglich, dass ein 250 MB komprimiertes Klavier super für jemanden sein kann, und das 10 GB Klavier nicht. Klang wird nicht anhand der GB Größe beurteilt.

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              Martin Andersson  RED

              Danke für Deine Ausführungen. Du hast natürlich Recht: die Ansprüche auf der Bühne sind nicht dieselben wie im Studio. Und dass es für ein gelungenes Piano Sample mehr braucht als bloß gute Aufnahmen und viel Speicher, leuchtet mir auch ein. Dennoch kann ich aus Pianisten Sicht nur sagen, dass ein Ivory Italian Grand detaillierter klingt als das Fazioli Sample von Nord während die Rhodes Samples von Canterbury oder Keyscape einfach mehr Druck erzeugen als die Nord-Rhodes Klänge. Als absoluter Sampling-Laie denke ich, dass dies auch mit der Speichergröße zusammenhängt.

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                whitebaracuda  

                Hallo ihr beiden,
                Betreffend der Sounds bin ich eurer Meinung und will da nicht mehr dazu sagen.
                Aber das Thema Speicher wird schon ewig diskutiert wenn es um die Nords geht.

                Hier gibt es zu bedenken: RAM ist nicht gleich RAM.
                Die Riegel die in jedem PC stecken sind vergleichsweise billige NAND Speicher.
                Im Nord sind aber wegen des Echtzeit Zugriffs NOR Speicher verbaut. Dieser ist mit 300$ pro Giga sehr viel teurer als ersterer. Auch erfolgt die Speicherung und Löschung langsamer daher die erwähnte, schläfrige USB Transfergeschwindigkeit.

                Mich stört der knappe Speicher auch, die einfache Bedienung, Wertigkeit und Bespielbarkeit wiegen dies aber für mich mehr als auf. Ich habe für mein Stage 2 damals den Korg M3 verkauft weil dieser ganze 2 Minuten brauchte um aufzustarten…

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                Kommahierhin

                Der Punkt bei einem live im Bandkontext gespielten Piano ist doch, dass hier zuviele Details eher kontraproduktiv sind.
                Man benötigt dabei keine Dämpfergeräusche, Saitenresonanzen, Hammergeräusche, etc. Das alles sind Nebengeräusche, die in einer Band den Gesamtsound beeinträchtigen können. Das ganze Zeug wird live sowieso oft deaktiviert.

                So ein Damper-Release klingt über eine fette PA kaum angenehm. Und ich bin sicher, wenn ein akustisches Piano auf der Bühne abgenommen wird, stellt da auch niemand ein Mikro an die Dämpfer…
                Auch sind keine super langen Samples beim Live-Spiel in der Band erforderlich. Es hört eh niemand, wenn das Piano nach 1-2 Sekunden schon geloopt wird. Viel wichtiger ist hier die Durchsetzungsfähigkeit und die Differenzierbarkeit im Mix. Dies wird nicht durch grössere Samples erreicht, sondern eher durch eine geschickte Nachbearbeitung der Samples durch den Hersteller.
                Von daher ist es nachvollziehbar, dass der Fokus bei einem Instrument, das hauptsächlich auf der Bühne in einer Band eingesetzt wird, nicht auf extrem detaillierten Sounds liegt.
                Und die meisten Nord-Instrumente tragen die „Bühne“ ja schon im Namen…

                NIchtsdestotrotz würde ich mehr Samplespeicher natürlich in allen Geräten begrüssen. Allerdings nicht unbedingt, um grössere Samples zu laden, sondern einfach um mehr Samples im Gerät halten zu können.

                • Profilbild
                  Doc  

                  So isses,

                  Hab ca 15 Jahre mit nem Roland RD500 gespielt.

                  Teilweise in 3 Bands.
                  Kann mich nicht erinnern das sich einer über fehlendes Halfpedal, Saitenresonanzen etc, mockiert hat.
                  Selbst der FOH Mann / Frau nicht. ;-)

                  Sauberes Spiel und Timing sind und waren mir viel wichtiger.

                  • Profilbild
                    vssmnn  

                    Ich habe mir aus Spass wieder ein altes Micropiano gekauft, was ich aus meiner Anfangszeit kannte.
                    Es ist unglaublich, live ist das immer noch Spitze im Bandkontext.
                    Ich bekam Fragen von Kollegen, was das für ein „geiles“ Klavier und Dyno-E-Piano sei.

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    nativeVS  AHU

    Etwas schade dass K2600 oder PC3 plus software sampler immer noch besser sind und kurzweil es einfach nicht schafft einen wahren nachfolger der K series zu produzieren. Die sounds sind zwar immer noch sehr gut und durchsetzungsfaehig, aber etwas entwicklung in den letzten 10 jahren duerfte mann schon erwarten wenn SSDs und RAM so billig sind.
    Ausserdem, jedes Stage Piano dass kein eingebautes netzteil hat wuerde ich auch eher meiden, denn ein kaltgeraete kabel findet man ueberall und eine wandwarze sieht einfach scheisse aus auf der buehne. Achso, XLR waer auch schoen fuer ein Buehnen Piano.

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    Soundreverend  AHU

    Bin ich froh, dass ich mir vor diesem Bericht einen gebrauchten PC3 gekauft habe :) Ansonsten hätte mich das abgeschreckt, aber der PC3 klingt klasse und die Verarbeitung des Gehäuses und der Tastatur ist prima. Mir geht es nicht um den Vergleich PC3/PC4 sondern um den Namen Kurzweil. Klar sind die Sounds irgendwie alt, aber sie klingen immer noch schön. Insbesondere die E-Pianos und KB3, aber auch die CP80 Sounds.

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    Synclavier  

    Vielen Dank für diesen ehrlichen Test. Ich bin dezent entsetzt darüber, wie ungenügend doch die Qualität der Klaviatur und der Verarbeitung ist. Leider hat das PC4 ja keine Fatar TP/40L eingebaut. Die war und ist nämlich immer noch (sehr) gut – ich habe ja selbst ein PC3X hier rumzustehen. Mal davon abgesehen sieht das PC4 Keyboard (für mich) optisch nicht sehr ansprechend aus – im Vergleich zum PC3X, PC3K, Artis und Forte. Das KURZWEIL Forte (88 Tasten) ist immer noch mein heimlicher Traum eines Stage-Pianos/Workstation/whatever (Nur reicht mir mein PC3X voll aus). ;-)

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    Doc  

    Das Teil einfach in 19″ packen und gut is.

    Dann kann der User über die Nutztastatur und Controller selbst bestimmen.

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      gaffer  AHU

      Sorry duplo, das sagt nun mal überhaupt nix, ausser dass der Typ spielen kann. Der würde das auf jeder Tastatur so spielen. Ich habe das PC 4 noch nie gespielt, bin aber ziemlich sicher, dass die Kritik berechtigt ist. Wenn die nicht schleunigst die Kurve kriegen, gehören sie zu den Ehemaligen.

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        Duplobaustein  

        Nun ich habe den PC4 hier stehen und nein, die Kritik ist in der Form nicht berechtigt. Siehe meinen Beitrag weiter unten. :)

        Abgesehen davon, dass eine Tastatur IMMER Geschmacksache ist und man das auch dementsprechend sagen muss. Einen objektiven Testbericht an einem zu 99% subjektiven Kriterium fest zu machen ist halt leider sehr schwach.

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          gaffer  AHU

          Da stimme ich grösstenteils zu. Ich habe früher im Verkauf ein Yamaha und ein KORG Heimpiano ziemlich gut verkauft. Es gab viiiele, z.T. sehr gute Musiker, die die beiden Modelle miteinander verglichen. Der eine fand das KORG, der andere das Yamaha habe die bessere Tastatur. Richtig gut wurde es erst, als mir der damalige KORG Vertreter sagte, dass die Pianos bis auf die Lautsprecher und Gehäuse identisch seien.

          Würde jetzt nur T.Goldschmitz die Tastatur schlecht finden, ok, kommt vor. Aber das Netz ist voll davon und ich glaube nicht, dass da einer vom anderen abschreibt. Wenn dir das Instrument trotzdem gefällt, ärgere dich nicht, sei happy.

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            Duplobaustein  

            Nö, das Netz ist nicht voll damit. Weis nicht woher du das hast? :)

            Es geht im Grunde auch darum, dass ein Tester ein Grundmaß an Objektivität einhalten sollte. Ein Gerät wegen einem zu 99,9% subjektiven Kriterium abzuschreiben, es „unspielbar“ zu nennen, was einfach nachweislich falsch ist, ist einfach unprofessionell.

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    Duplobaustein  

    Also ich hab hier TP40 und Medeli nebeneinander stehen. Länge und Tastaturhub sind identisch. Sowohl bei der Medeli als auch bei der TP40 als auch bei meinem Klavier wackeln die Tasten seitlich. Bei der Medeli ein wenig mehr, beim Spielen ist das aber völlig egal. Auch die Lautstärke habe ich gerade verglichen. Beide kommen in 15cm Abstand auf ca. 82db im Mittel und knappen 100 Peak. Da ist kein Unterschied. Spaltmaße sind bei der Medeli minimalst unregelmäßiger, da ist die TP40 „besser“, macht im Spielen aber null Unterschied. Repetierung geht auf der TP40 minimal schneller, allerdings reicht das auf der Medeli aber locker für alles Gängige, was man mit einer Workstation so abdecken muss. Für Beethoven oder Chopin werde ich nicht zu einem PC4 greifen.

    Die Pianos basieren auf drei Samplesets. Welches vergleichbare Board hat denn mehr Piano Samplesets in der Qualität an Bord und kann noch mit 2GB nachlegen? Wo hat man 9 Slider, Buttons und Knobs, alles pro Zone und Multi frei einstellbar? Wo hat man so eine deepe Engine mit 32 Effekten und 256facher Polyphonie? 16 Zonen, Step Sequenzer pro Zone, CC Sequenzer mit 4 Lanes pro Zone, Riff pro Zone, Arp pro Zone und und und

    Alles in allem ein ganz schwacher Test, mit einem teils falschen Fazit und mehreren falschen Behauptungen. Die Tastatur als unspielbar zu bezeichnen ist einfach ein Blödsinn.

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      vssmnn  

      Yo, bei allem Verständnis, aber was den Verfasser dieses „Tests“ hier „geritten“ hat, .. wer weiss, vielleicht hatte er einen schlechten Tag oder ist halt ein Kurzweil-Hasser.

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    Uli21

    Ich finde diesen „Testbericht“ hier ziemlich schräg… Der Tester ist offenbar als einziger der Meinung, er würde ein Stagepiano testen. Die Klangbeispiele sind auch erhellend: sorry, aber der kann ja gar nicht spielen! Wie will man denn da sowas testen, und dann sogar noch an der Tastatur rummäkeln? Mannomann… Ich habe mit Kurzweil bisher nix am Hut, fange gerade an, mich dafür zu interessieren, aber selbst als Newbie habe ich schnell kapiert, worum es beim PC4 geht (es ist eben kein Kurzweil Forte, sondern leichter, günstiger, trotzdem voller Features – im Gegensatz zu einem Stagepiano…).
    Nichts für ungut, aber bei Amazona habe ich schon kompetentere und auch verantwortungsvollere Beiträge gelesen. Es soll schließlich auch Leser geben, die solche Texte ernst nehmen…

  17. Profilbild
    Asphyxer  

    Neues Management im Bereich Produktion oder ging es vielleicht darum, einen bestimmten Preispunkt zu treffen?
    Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich das Urteil in Bezug auf die Tastatur ausfällt.

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    costello  RED

    Ich mag meinen PC3X nach wie vor sehr gerne und finde die Klänge für meine Zwecke auch nicht überholt. Allein die Mellotron-Sounds sind unbezahlbar. Wer sonst liefert bei den Keyboards ein glaubwürdiges RMI oder Hohner Pianet? Streicher, Bläser…und selbst Gitarren mit der Erweiterung Core 64 sind sehr brauchbar. Bei den mitgelieferten Synthesizersounds verkauft sich Kurzweil etwas unter Wert – denn mit VAST sind großartige und glaubwürdige Emulationen analoger Synthesizer möglich. Leider gibt es meines Wissens nicht mehr diesen tollen Kurzweil-Thread im Netz, wo es teils phantastische Klänge zum Gratis-Download gab. Zur Tastatur des PC4 freilich kann ich nichts sagen, weil ich ihn noch nie gespielt habe.

  19. Profilbild
    dAS hEIKO  

    Wenn man mal von Spitzfindigkeiten absieht, wie das Kind jetzt heißen soll, ob Stagepiano, Pianoworkstation, 88-Tasten-Synth: Grundsätzlich steht da ein Instrument mit einer klavierähnlichen Tastatur, das für Kurzweilverhältnisse nicht mal ausnahms teuer ist, aber eben doch €2.000,- kosten soll. Und man hat (zu Recht) einen gewissen Anspruch, den man erfüllt sehen möchte. Und wenn die Tastatur so schäbig ist wie beschrieben, dann ist es egal ob ich Nord-Fanbuddy bin oder nicht. Die Tastatur ist bei einem Trinity Pro, selbst bei einem ensoniq TS-12 ein entscheidendes Feature, denn der „gewöhnliche“ Synthesizer/Workstation-Anwender kauft sich eh die 61er Version. Und bei einem Kurzweil mit 88er erwarte ich dass das paßt.
    Interessanterweise hab ich zuerst den Testbericht über das Alesis Recital Pro gelesen und wollte eigentlich etwas dazu schreiben. Aber wenn man eine preisabhängige Meinungl abgeben möchte, kann man auch mal Nichts schreiben, weil das Teil für 355 Euro mehr richtig macht, als man erwarten kann. Bei einem Instrument das das 6fache kostet erwarte ich einfach mehr. Denn wenn ich nur eine Workstation mit Synthfunktionen will, gibts mit kleinerer Tastatur durchaus besseres und ich muß mich nicht über schlechte Verarbeitung ärgern.

    Deshalb ist das Urteil (ohne Nordbrille) zu recht mittelmäßig.

    …und jetzt seid wieder lieb zueinander ;-)

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      Duplobaustein  

      Die Tastatur ist eben nicht so schäbig. Sie als unspielbar zu bezeichnen ist lächerlich. Siehe mein Kommentar weiter oben.

  20. Profilbild
    Der_Brechreiz  

    Ich finde die Vast Engine ziemlich interessant. Ich mochte den pc3 im Laden sehr, was mich am Ende jedoch abgehalten hat ist, dass man zum Editieren den Rechner anschmeissen musst. Warum bauen die kein Touchscreen ein? Damit lässt sich doch ein modx sehr komfortabel editieren.

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      vssmnn  

      Ja, das Mäusekino finde ich auch als das größte Manko.
      Völlig unzeitgemäß!
      Aber im Gegensatz zum Verfasser kritisiere ich ein so leichtes transportables Keyboard nicht dafür, dass es eben so leicht gebaut ist.
      Es gibt mit dem Forte eine haptisch anspruchsvollere Alternative für muskulöse Freunde des gepflegten „Eisenschweins“ :-)
      Fahr mal mit einem 88-er Motif o.ä, im Case auf Mugge, viel Spass beim Schleppen!

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