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Interview: Marius Leicht, Vintage-Liebhaber, Pianist und YouTuber

4. September 2021

Vintage-Liebhaber und YT-Blogger

Marius Leicht hat sich in der Synthesizer-Welt schon einen Namen gemacht. Sein YouTube-Kanal erfreut sich größter Beliebtheit. Das liegt mit Sicherheit an seinen liebevoll gestalteten Videos, in denen Marius Leicht hauptsächlich Vintage-Synthesizer vorstellt. Zuletzt ist er in unser Bewusstsein getreten, weil er exklusiv den GForce OB-E vorstellen durfte.

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Doch Marius Leicht ist auf seinem Kanal nicht nur museal, sondern präsentiert sich als Musiker. Marius Leicht ist immerhin studierter Pianist und ist daher in der Lage, weit mehr zu leisten, als nur schöne Videos zu erstellen. Er arbeitet als Dozent, gibt Konzerte als Solist und baut derzeit ein Studio mit einem komplett analogem Signalweg auf. Marius Leicht ist nicht nur ein Spezialist am Flügel, sondern auch ein Virtuose am Fender Rhodes und an der Hammond B3. Marius Leicht ist Teil der Bands Polis, Arbeitskreis für moderne Instrumentalmusik und nahm auch großartige Cover-Versionen mit Martin Miller auf.

Nun ist auch seine erste Solo-LP Weltmaschine erschienen, für die Marius Leicht einen unglaublichen Aufwand betrieben hat. Kompromisse sind ein Fremdwort für Marius Leicht, deswegen hat er im Studio Nils Frahm aufgenommen, weil er mit seinem Klavier nicht zufrieden war und auch kein Mellotron Plug-in benutzen wollte. Gemastert wurde in den Real World Studios von Peter Gabriel. Finanziert wurde dieses Projekt durch die Community, die Marius Leicht über seinen Newsletter auf dem Laufenden hält. Alle Leser sind eingeladen, diesen Newsletter zu abonnieren.

Das Cover zur Marius Leicht Solo-LP Weltmaschine

Den Aufwand hört man auf Weltmaschine. Menschen mit guten Boxen werden sich über eine echte Ohrenschmeichelei freuen, auf der es sehr viele Details zu entdecken gibt. Musikalisch bewegt sich Marius Leicht in der elektronischen Musik, die von akustischen Passagen auf dem Flügel abgelöst werden. Interessanterweise macht Marius Leicht für elektronische Musik etwas sehr Untypisches: Er gibt Instrumenten die Möglichkeit, sich eigenständig zu entfalten und dabei nicht monoton zu wirken. Dazu ist eine Spielfreude und Verständnis für die Instrumente notwendig, welches Marius Leicht mitbringt.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich Marius Leicht zu unterhalten. Es war lustig, nachdenklich und auch sehr nerdig, aber das darf es ja auch auf AMAZONA.de sein.

Dieses Interview war ein Vorschlag von unserem Leser Martin S. aus der Schweiz. Obwohl Marius Leicht uns ein Begriff war, kam noch niemand auf die Idee, einen Artikel über ihn zu schreiben. Manchmal brauchen auch wir einen Anstoß von außen.

Marius lädt alle AMAZONA.de Leser ein, seinen Newsletter zu abonnieren, wo ihr über seine Aktivitäten informiert werdet.

Viel Spaß beim Lesen.

Sven:
Wie bist du zur Musik gekommen und vor allem: Wie bist du zur elektronischen Musik gekommen?

Marius:
Ich bin in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen. Mein Vater ist Schlagzeuger und hat zu DDR-Zeiten Fagott gelernt. Als er erste Banderfahrungen machte, konnte er mit dem Fagott nicht mehr viel anfangen und hat auf Schlagzeug umgesattelt. Bei den Proben hab ich als kleiner Bub zugeschaut. Freunde aus dem Westen schenkten uns Kassetten, die sie von CD überspielt hatten.
Dadurch kam ich in Kontakt mit Rockmusik, welche mich sehr geprägt hat.

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Als wir in den Westen durften, war eine der ersten Anschaffungen vom Begrüßungsgeld ein CD-Player mit der güldenen CD „Made in Japan“ von Deep Purple. Da war es um mich geschehen. Als ich die ersten Takte von „Child in Time“ hörte, fragte ich meinen Vater, was das für ein Instrument sei, was ich noch nie gehört habe und er erklärte mir dann, was eine Hammond-Orgel ist. Da habe ich mir schon gedacht, das will ich auch mal irgendwann machen.

Sven:
Wie kam es zum Musikstudium?

Marius:
Ich habe erst einmal mit mittlerer Motivation Keyboard gelernt. Da war mein Antrieb, dass man alle Sounds drin hatte, Geige und Gitarre. Man musste nur ein Instrument lernen, kann dann auf einen Knopf drücken und es klingt nach was anderem. Das fand ich cool.

Sven:
Du hast also nicht mit Klavier angefangen?

Marius:
Ich war an einer Yamaha-Musikschule und hatte einen Lehrer, der mein Talent erkannt hat und mich abweichend von den Yamaha-Büchern auch mal eine Bach-Invention spielen lassen. Das dümpelte vor sich hin und das wichtigere Hobby war Skateboard fahren und deswegen habe ich weniger geübt. Mit 16, 17 Jahren kam dann die erste Schülerband und wir haben dann die Hits ausgegraben, die wir damals auf den Kassetten gehört habe. Da loderte das Feuer wieder auf. Wenn ich es machen will, dann mache ich es richtig und nahm mir vor, Klavier zu studieren.

Sven:
Ein Klavierstudium ist ganz schön hart, oder?

Marius:
Ja, dass ist nicht ohne, aber ich hatte einen sehr starken Willen und zum Glück haben meine Eltern dann nicht den typischen Spruch gebracht: Lern erst mal was Richtiges. Sie haben mich von Anfang an unterstützt. Ich habe mich für die Aufnahmeprüfung beworben, hatte ein halbes Jahr vorher einen Skateboard Unfall gehabt, hab mir das Handgelenk gebrochen und hatte 6 Wochen einen Gips. Trotz meiner Versuche, den Rückstand aufzuholen, ist es leider nichts geworden. Ich hab erst mal mein Zivildienst gemacht, fleißig geübt und beim zweiten Mal hat es dann geklappt.

Sven:
Für ein Klavierstudium muss man eine unglaubliche Virtuosität mitbringen oder nicht?

Marius :
Ja, bei Stefan Nobis, dem Jazzpianist aus Chemnitz, habe ich Klaviertechnik gelernt und er hat mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Das hat sich schon so angefühlt, als hätte man schon fertig studiert, um überhaupt anfangen zu dürfen.

Marius:
Mir hat es sehr geholfen, die Rechtfertigung zu haben, den ganzen Tag üben zu dürfen und sich mit Musik beschäftigen zu dürfen. Mit anderen Leuten zu spielen, mit den Kollegen eine Band zu gründen. Es ist überhaupt kein Problem, mal eine Fusion- oder Funk-Band zu gründen. Das waren schon die Kinderschuhe mit dem Projekt von Martin Miller, wenn du das vielleicht kennst.

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Sven:
Ein sehr schönes Genesis Medley habt ihr gemacht. Es ist das eine, Klavier zu studieren, aber da gibt es ja auch durchaus Berührungsängste von der Klassik mit Synthesizer. Wie kam es zu Synthesizer und warum Vintage?

Marius:
Ich bin aufgegangen in diesen Sounds. Ich war verliebt in das Synthesizer-Intro von Shine On You Crazy Diamond. Mein Vater hat mir wieder erklärt, dass es sich um ein Moog handelt. Ich habe nachgelesen, was ein Moog ist und bin auf Wendy Carlos und Herbie Hancock gestoßen. Anhand bestimmter Instrumente habe ich bestimmte Künstler entdeckt, die sie in verschiedensten Genres in verschiedenster Art und Weise eingesetzt haben.

Sven:
Deine Sammlung ist ja sehr beeindruckend. Die Instrumente sind in einem top Zustand. Bist du in dieser Frage technisch verifiziert? Wartest du deine Instrumente selbst?

Marius:
Teilweise. Einfachere Dinge mache ich selbst und ich kenne auch einige Experten, die auch mal anrufen kann. Wenn bei der Hammond der Zugriegel nicht funktioniert, weiß ich mittlerweile selber, welchen Draht ich anlöten muss.
Wenn es komplexere Probleme sind, kontaktiere ich Spezialisten. Die teilen mir dann über Telefon mit, dass ich einen bestimmten Kondensator messen soll, der muss 3,7 Volt haben, wenn er 3,5 Volt hat, dann tauschen wir die Röhre. Über Telefon klappt das meistens sehr gut. Ansonsten ist es keine Seltenheit, weite Strecken innerhalb Deutschlands auf sich zu nehmen.

Sven:
Wie finanziert man solch eine unglaubliche Vintage Sammlung?

Marius:
Ich hab ganz klein angefangen. Als Teenager hatte ich eine MIDI-Leiste und Plug-ins. Das war die Zeit, als die Native Instruments B4 rauskam. Da war ich sehr begeistert, weil man eine Idee vom Original bekam und konnte ausprobieren, was mit den Zugriegeln passiert.
Das fand ich sehr spannend. Aber da immer noch dieser Drang: Es ist zwar cool, aber wie ein Flugsimulator. Ich wollte immer wissen, wie es ist, vor dem echten Instrument zu sitzen. Ein Event war immer die Musikmesse. Da hat man sich eine halbe Stunde angestellt, um mal ein paar Töne auf der B3 spielen zu können. Da war es um mich geschehen.

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Das Fender Rhodes war die erste Anschaffung, welche ich kurz nach dem Beginn des Studiums besorgt habe. Ich habe immer auf günstige Gelegenheiten gewartet. Ein Kollege hatte drei Rhodes und hat mir eine „Baustelle“ sehr günstig vermacht. Das Rhodes habe ich dann 15 Jahre so gespielt, wie es war. Ich habe mich auf die Eigenheiten eingestellt. Also das AS1 muss man ein bisschen schräg von rechts anschlagen, dass es ein Ton von sich gibt. Ich hatte eine Landkarte der Klaviatur im Kopf und wusste, wie ich jeden Ton behandeln muss, damit er nicht hängen bleibt. Wenn die Taste klemmte, die Haube aufmachen und schräg unter die Teile greifen und das wieder lockern. Vor ein paar Jahren habe ich mich entschlossen, das Rhodes restaurieren zu lassen und das ist jetzt eine ganz andere Welt.

Sven:
Was bedeutet für einen ausgebildeten Pianisten Sounddesign?

Marius:
Die allgemeine Vorstellung von Sounddesign ist ja, dass man erst einen Sound erstellt und diesen dann spielt. Für mich steht im Vordergrund der Ausdruck am Instrument. Die Soundentwicklung des Flügels ist durch die jahrhundertelange Entwicklung abgeschlossen. Ich hab die Möglichkeiten mit meinem Anschlag die Emotionen, welche ich ausdrücken will, aus dem Instrument hervorzuholen. Das ist bei einem Flügel sehr umfangreich, weil man sein ganzes Leben damit verbringen kann, Anschlagstechniken zu erlernen, um andere Instrumente zu imitieren und unterschiedlichste Ausdrucksmöglichkeiten aus dem Instrument herauszukitzeln.
Im Grunde ist für mich die Herangehensweise an eine Hammondorgel oder Synthesizer ähnlich. Ich versuche, die Möglichkeiten des Filters und der Hüllkurven während des Spiels einzusetzen. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich kaum mit Plug-ins arbeite. Der Sound spielt eine Rolle, aber viel entscheidender ist das Interface. Es schwierig, mit der Maus während des Spielens zu klicken und Parameter zu verändern.


Mit MIDI-Controllern funktioniert das auch nicht so gut. Das ist nicht organisch. Mit einem Minimoog kann ich mich ausdrücken wie ein Cellist. Man hat das Vibrato in der Hand. Spielhilfen sind auch ein Thema: Wie die Hersteller in der Anfangszeit experimentiert haben, da ist ja nur noch das Pitchwheel übrig geblieben, aber es gab es noch Lever von Roland oder Paddle bei Oberheim. Es ist sehr spannend, mit den beschränkten Möglichkeiten organische Sounds zu erzeugen und die Eigenheiten eines Gerätes hervorzuholen.

Sven:
Das gelingt dir sehr gut. In den Videos ist zu sehen, dass du alles von Hand spielst, auch Phrasen, die sehr mechanisch klingen und an einen Sequencer erinnern. Das gilt auch für die Arpeggios, die du spielst.

Marius:
Ich finde den Grenzbereich zwischen maschinell und organisch sehr spannend. Dinge, die man von einem Sequencer kennt, mit der Hand zu spielen und dadurch verändert man statische Sequenzen im Millisekundenbereich und das klingt anderes, als wenn es ein Sequencer völlig mechanisch nagelt. Gleichzeitig möchte ich aber auch Parts, die aus dem Sequencer kommen, so verbiegen, als würden sie live gespielt.

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Sven:
Man sieht, dass du alles alleine spielst und auch Pedale benutzt. Nimmst du die gespielten Parts auf, benutzt du einen Looper?

Marius:
Es gibt nur zwei Stücke, wo ich auf einen Sequencer zurückgreife. Das geschieht bei dem Stück Satroi, das sehr umfangreich gestaltet ist. Dieses Stück passiert auf einem Arpeggio, das aus dem Roland Juno-60 stammt. Mit ihm Akkorde mit ungeraden Tönen zu spielen, ist eine Freude.

Sven:
Dafür eignet sich der Juno natürlich perfekt.

Marius:
Genau, darum geht es: Die Eigenheiten eines Instrumentes hervorzuheben. Wenn man mit diesem Instrument einen Akkord mit 5 Tönen spielt, entsteht ein 5/8 Pattern. Dieses habe ich im Rechner nachprogrammiert, damit ich mit dem Arpeggiator live nicht immer das Tempo treffen muss. Weitere kurze Sequenzen werden an den Sequential Circuits Prophet-5  und Oberheim Matrix geschickt und dazu spiele ich live andere Synthesizer. Das ist das einzige Stück, in dem ich die Berliner Schule nachahme, also der Sequencer liefert die Töne und ich manipuliere den Sound.
Bei dem Stück Weltmaschine gibt es eine kurze Sequenz, die ihren Ursprung in der EP Stille hat. Dort habe ich Heiligabend 2019 am Klavier improvisiert aufgenommen. Ich bin auf diese Sequenz gestoßen und habe diese mit Synthesizern nachträglich orchestriert. Für Konzerte arrangiere ich die Stücke um und benutze ein Looper.
Ansonsten habe ich alles auf dem Album von Hand pro Spur durchgespielt und nicht mit Loops gearbeitet. Auch Spuren wurden so eingespielt, die 5 Minuten nur dasselbe wiedergeben, um diesen organischen Touch reinzubekommen, dass Spuren zwar mechanisch klingen, aber von Hand gespielt sind.

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Sven:
Diese Arbeitsweise basiert auf der Zeit vor der Erfindung von Sequencern.

Marius:
Genau. Das habe ich mir auch nicht selber ausgedacht, sondern das basiert auf der Herangehensweise von Phillip Glas und Steve Reich. Da spielen die Musiker im Prinzip minutenlang immer das Gleiche, und es kommt zu Verschiebungen. Die erste Begegnung mit Minimal Music hatte ich mit dem Film Koyaanisqatsi, da bin ich schier ins Essen gefallen, da hat sich eine neue Welt für mich aufgetan.

Sven:
Eine klassische Musikerin hat mir mal erzählt, dass diese Stücke für den Zuhörer sehr schön anzuhören sind, aber für den Musiker oder Musikerin nicht gerade sehr spannend zu spielen sind, weil eben nichts passiert und man gleichzeitig sehr konzentriert sein muss. Kannst du das nachvollziehen?

Marius:
Man kann da in eine andere Welt eintauchen, indem man das Spielen als Meditation auffasst. Es passiert etwas in einem, wenn man 10 Minuten dasselbe spielt, sich drauf einlässt und darin aufgeht. Das bringt einem in ganz andere Welten.
Was das Ganze auf die Spitze treibt, sind die Vexations von Erik Satie. Dieses Stück basiert auf einer relativ kurzen Sequenz, die 600-mal wiederholt werden muss. Ich musste mal ein Konzert in München geben, danach bin ich wieder heim nach Plauen gefahren, weil einmal im Jahr einen Orgelnacht veranstaltet wird und habe das Stück die ganze Nacht gespielt. Das macht ganz viel mit einem, das ist wie Meditation, die einen nach innen führt.

Sven:
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass deine Stücke nicht nur improvisiert sind, sondern auch komponiert sind.

Marius
Häufig ist die Basis eine Improvisation. Da passiert auch oft nichts, aber manchmal ist man auch inspiriert und dann kommt eine zündende Idee. Das Stück Satori ist so entstanden, da war der Höhepunkt des Stückes plötzlich da, der Moog Taurus Bass und die Melodie vom Minimoog. Diesen zündenden Funken kann man nicht konstruieren und wenn ich den habe, fange ich an, darum herum zu komponieren. Da mache ich mir dann schon musiktheoretische Gedanken, wie ich z. B. in eine andere Tonart kommen könnte.

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Sven:
Das wird deutlich, wenn man deine Videos sieht, die Stücke sind zwar live immer ein bisschen anders als auf der Aufnahme, aber das Grundgerüst ist erkennbar. Das kann man auch nur wiedergeben, wenn man es komponiert hat.

Marius:
Das hat sich entwickelt. Als ich den YouTube-Kanal 2015 gestartet habe, war die Grundidee nicht, mich als Künstler in den Vordergrund zu stellen, sondern ich wollte das kleine Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ich wollte die Instrumente präsentieren. Ich habe anfangs einfach die Kamera eingeschaltet und improvisiert. Ich habe 3 bis 4 Takes aufgenommen und das, was ich am coolsten fand, einfach so gelassen. Mit der Zeit habe ich dann Ideen aus diesen Jams aufgegriffen und kompositorisch ausgebaut. Mit der Zeit waren die Stücke immer mehr komponiert.

Sven:
Du gibst den Instrumenten immer noch sehr viel Raum. Du lässt das Klavier, das Rhodes für sich selber sprechen, klar hört man hier und da Effekte und das Tape-Delay rauscht schön. Das ist toll, weil sehr oft gehen die Instrumente im Bombast der Möglichkeiten unter. Du ermöglichst es den Hörern, die klangliche Schönheit der Instrumente nachzuempfinden. Beispielsweise hört man bei einem der Klavierstücke einen tiefen, perkussiven Basston, der aber nicht vom Klavier kommt.

Marius:
Ich liebe einfach Sound: Ich kann natürlich nicht leugnen, dass ich auch Bombast liebe, mit den Synthesizern wagnerische Klangwände zu bauen, aber gleichzeitig möchte ich den Hörer auch etwas in das Ohr flüstern: Hör mal genau hin, wie das Rhodes klingt, wenn es alleine ist. Nuancen! Ich stehe auf Details, die aus einem Plug-in eben nicht rauskommen oder wenn sie rauskommen, mit jedem Anschlag gleich klingen. Wenn man z. B. beim Rhodes eine tiefe Bassnote anspielt, loslässt und der Dämpferfilz eine halbe Sekunde braucht, um den Stab wieder zu fangen, dieses Schuuuuong. Da möchte ich, dass die Zuhörer hinhören und erfahren, wie toll das klingt.

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Wegen des Flügels bin ich extra in das Studio von Nils Frahm gefahren, weil ich mit der Aufnahme für die Reise der Örimi nie zufrieden war. Es klang zwar ganz nett, aber mir hat diese Wucht im Bass gefehlt. Es geht in dem Stück um ein Unwetter, das sich in der Fantasie von zwei Mädchen aufbraust. In Wirklichkeit spielen sie mit einem Papierschiff, aber in ihrer Fantasie ist es ein Piratenschiff, mit dem sie über die Weltmeere segeln und dann kommt dieser Sturm und das soll aus diesem Flügel rauskommen und auf der Aufnahme hörbar gemacht werden. Und da gibt es eben Flügel, wo man mit bestimmten Anschlagsmustern und Pedaleinsatz den Resonanzboden zum Beben bringen kann, dass es wirklich wie ein Unwetter klingt.

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Sven:
In deinen Videos sieht man hauptsächlich Vintage-Synthesizer. Das Instrument mit dem neuesten Denkansatz scheint mir ein Yamaha DX7 zu sein. Interessieren dich neue Syntheseansätze nicht, wie z. B. ein Waldorf Quantum?

Marius:
Ich finde moderne Entwicklungen auch spannend. Viele sind aber ein Aufguss von Instrumenten, die schon da waren. Neuauflagen von subtraktiver Synthese interessiert mich nicht so sehr. Mag sein, dass es da dann 30 Modulationsquellen und Ziele gibt. Bevor ich auf die Vintage-Instrumente umgestiegen bin, habe ich mich in meinem Access Virus und Waldorf Blofeld verloren und habe versucht, da alles rauszuholen. Das ist aber Sounddesign zum Selbstzweck. Die Instrumente sind toll, aber dann sind 4 bis 5 Stunden vergangen und man hat keine Musik gemacht. Richtig spannend finde ich Instrumente, die ganz neues Land betreten, wie damals der Hartmann Neuron. Das Roli Seaboard finde ich schon spannend.

Sven:
Kommst du mit dem Seaboard klar? Viele Keyboarder empfinden es als eine große Umstellung.

Marius:
Mit diesem Instrument muss man eine neue Spielweise finden. Es stimmt aber, dass die Hände mit der gewohnten Technik sehr schnell ermüden. Es ist eher ein Auflegen der Hände. Bei den meisten Instrumenten braucht man einen Anschlag. Mit dem Seaboard ist es ein weiches in den Klang hinein tasten. Dann kann man ziehen, modulieren und der polyphone Aftertouch macht das Instrument so spannend, dass man einzelne Stimmen hervorheben kann und Bendig nur einer Stimme durchführen kann. Das meine ich mit organisch: Der Ausdruck kommt aus den Händen. Wie am Minimoog, wo man ständig mit der Hand am Filter, Pitch und Modulationsrad arbeitet. Die Spieltechniken wurden durch das Instrument entwickelt.

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Sven:
Welche Instrumente vermisst du noch? Welche sollen noch bei dir einziehen?

Marius:
Das sind im Wesentlichen zwei. Ein Mellotron, aber die Preise gehen einfach durch die Decke.

Sven:
Kommt eines der neuen digitalen Mellotrons für dich in Frage?

Marius:
Nein, oder besser jein. Wenn ich ein Mellotron hätte, würde ich es mit einem digitalen ergänzen, wegen der Klangvielfalt, weil ich auch Sounds abseits der typischen Mellotron Sounds einsetzen möchte. Mir ist es wichtig, dass diese Sounds organisch sind. Das Mellotron hat seine Eigenheiten, wenn man es anschlägt. Man hört es auf der Platte, das Quietschen der Tapes, die in den Emulationen verschwunden sind oder immer gleich klingen. Für Lead-Sounds wäre es mir schon sehr wichtig, ein echtes zu haben. Es war mir sehr wichtig, dass man auf dem Album ein Mellotron hört, ein Plug-in hätte mich unzufrieden gemacht.

Sven:
Du wolltest nicht mit einem virtuellen Mellotron schummeln?

Marius:
Genau. Ich nutze das GForce Mellotron und die Streetly Tapes. Ich liebe es. Wir haben im Studio von Nils Frahm die Aufnahmen miteinander verglichen und im ersten Moment klang das Gforce sogar besser. Das hat damit zu tun, dass es verschiedenen Flötenset von Gforce gibt und nur eines finde ich wirklich richtig gut. Da musste ich dann ewig am Tone-Regler des Mellotrons drehen und einen alten Siemens-EQ einsetzen, bis wir diesen Sound wieder hatten. Nils Frahm musste die Flöten-Sounds in das Mellotron erst wieder einbauen, weil er in seinem Custom-Sounds verwendet.

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Das zweite Instrument, unobtainable, wie man so schön sagt, der Yamaha CS-80. Im eboardmuseum in Klagenfurt hatte ich vor 2 Jahren die Möglichkeit, einen anzuspielen. Dieses Instrument beherrscht genau das, was ich als organisches Spielen bezeichne. Es ist wie mit einem Flügel. Die Tastatur ist das Herausragende an diesem Instrument. Die Leute reden immer über den Sound, aber es ist die Tastatur, polyphoner Aftertouch und diese Anschlagdynamik, was eine eigentümliche Mischung aus beiden erzeugt. Eine Mischung aus Seaboard und Flügel könnte man sagen.

Sven:
Du hast die Platte dann nicht einfach gemastert, sondern in die Real World Studios von Peter Gabriel geschickt, wo du auch schon aufgenommen hast. Das ist ja ein unglaublicher Aufwand, den du betrieben hast. Zusätzlich ist das Werk auch noch als Vinyl veröffentlicht worden. Trägt sich das heutzutage noch oder machst du das wirklich nur für die Liebe, die Community und über das Finanzielle reden wir lieber nicht?

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Marius:
Es geht in die Richtung, aber ich habe auch zum Nulltarif in meinem Studio aufgenommen: Ich musste ja nicht für 4 Wochen ein Studio buchen, daher konnte ich diesen Betrag zur Seite legen, um an anderer Stelle nicht sparen zu müssen. Ich liebe Sound, ich will die Nuancen hörbar machen. Ich hätte mich für den Rest des Lebens gehasst, wenn ich nur mit 80 % der Aufnahme zufrieden gewesen wäre. Ich hätte es auch selber mischen können, aber ich wollte rausholen, was nur rauszuholen ist. Ich fand es nach dem Aufnahmeprozess auch ganz wichtig, meine Blase zu verlassen und wollte Leute mit sehr guten Geschmack und frischen Ohren an den Klang lassen. Man neigt ja dazu, sich zu verzetteln, wenn man alles alleine macht. Der Mitarbeiter von Nils Frahm, Antonio Pulli, hat gemeint, dass die meisten, die das Studio buchen, die totale Kontrolle haben wollen und am Ende des Tages landet wieder alles im Rechner. Mit Mastering will ich nichts zu tun haben, da kann man so viel falsch machen.

Sven:
Deine Videos sind sehr schön gestaltet und haben einen ganz eigenen Charme. Die Videos sind sehr gut ausgeleuchtet und das Inventar wird von alten Holz, vintage Möbeln und alten Teppichen dominiert.

Marius:
Das ist mein persönlicher Geschmack, den hatte ich schon, bevor ich überhaupt auf die Idee kam, Videos zu machen. Wir wohnen bewusst in einem Altbau, wo kein Laminat, sondern Dielen verbaut sind. Wir mögen die schwedischen Möbelhäuser nicht und finden die alten schönen Möbel meistens günstig in Kleinanzeigen. Über die Gestaltung der Videos mache ich mir eigentlich überhaupt keine großen Gedanken, ich setzte mich so auf den Teppich, wie ich es auch mache, wenn die Kamera nicht läuft. Natürlich habe ich den Anspruch, dass alles vernünftig ausgeleuchtet ist und schön gefilmt wird. Das mache ich meistens selbst, ab und zu hilft mir meine Freundin oder ein Kollege von mir.

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Sven:
Wurde dir das auch im Studium beigebracht? Konnte man da Workshops besuchen, wie man sich präsentiert?

Marius:
Es wäre schön gewesen, wenn das ganze Drumherum in das Musikstudium eingeflossen wäre. Es wird nicht darüber gesprochen, wie man an Gigs kommt, wie macht man die Steuererklärung, wie vermarkte ich meine Produkte, wie gehe ich mit den sozialen Medien um. Marketing ist sehr wichtig. Es ist einfach das Ding, dieses Marketing drumherum. Die Zeiten sind vorbei, dass eine Plattenfirma kommt und einen Vorschuss gibt und man machen kann, was man will. Das sollte im Studium eine größerer Rolle spielen und dazu gehört es auch zu wissen, wie man ein Video ausleuchtet, wie man es mit begrenzten Budget gut aussehen lassen kann.

Sven:
In deinen Videos gibt es Anzeichen dafür, dass Spiritualität eine sehr große Rolle für dich spielt. Diesen Eindruck kann man auch bekommen, wenn man die Bedeutung der Titel von Weltmaschine interpretiert.

Marius:
Ich fühle mich keiner Religion zugehörig. Ich bin kein Buddhist oder Christ, aber ein spiritueller Mensch. In meinen Videos sieht man eine Yogi Sitzhaltung und den Jamaste Gruß. Dieser besagt, dass das Göttliche in mir das Göttliche in dir ehrt. Das kommt in der Musik zum Ausdruck und das ist der Ort, wo für mich Musik herkommt. Die Musik und das Gefühl, das dahinter steht, verstehe ich als die Manifestation eines größeres komplexeren Geistes. Spiritualität in Worte zu fassen, ist schwer für mich. Ich sehe mich der in Tradition mit Naturphilosophen und Psychologen wie C.G Jung. Eckhart Tolle hat mich auch beeinflusst.

Das ganze Universum ist ein Bewusstsein. Jede Form, ob Mensch, Pflanze oder Stein, ist Ausdruck eines Aspektes dieses komplexen Bewusstseins und so ist es auch für mich mit einem Musikstück. Das ist ein sehr spezifisches Gefühl, was dahinter steckt, gerade bei den Stücken wie Satori oder die Reise der Örmimi, das ich nicht anders ausdrücken kann als mit Musik. Es ist ein sehr erhebendes Gefühl, wenn ich das live mache und die Zuhörer sich vereinen und alle das fühlen.
Als ich Satori live gespielt habe, war ich vollkommen in mir versunken. Als es verklungen war, habe ich mich umgeschaut und über die Hälfte der Zuhörer hatten Tränen in den Augen, wie ich auch. Es ist eigentlich klar, dass das nichts mit einem selbst zu tun hat. Ich habe gelernt, mich musikalisch auszudrücken und das, aber eigentlich kommt der Impuls aus einem höheren Geist.

Sven:
Im EPROM des Sequential Circuits Prophet-5 ist ein tibetanisches Mantra versteckt. Glaubst du, dass dies Auswirkung hat auf die Art und Weise hat, wie du Musik machst? (Danke an unseren Leser Martin S. aus der Schweiz für die Frage.)

Marius:
Definitiv. Ich sitze jetzt nicht davor und sage, oh ich spüre das Mantra. Bevor ich das wusste, fand ich den Prophet-5 schon immer toll. Ich habe die einschlägigen Netzwerke durchsucht, bis mal einer auftaucht. Ich würde niemals ein voll restauriertes Gerät für Tausende von Euro erwerben, das könnte ich auch nicht. Es muss sich ergeben, es sind immer Glücksfälle. Als ich ihn zu Hause angespielt habe, hat meine Freundin gemeint, der hat eine traurige Seele. Für sie bedeutet aber traurig in diesem Sinne etwas Schönes, wie z. B. die Melancholie des Herbstes. So würden wir den Prophet Klang definieren. Das Interessante ist ja, dass er ähnlich aufgebaut ist wie ein Oberheim. Letztendlich sind überall die gleichen Curtis Chips drin, trotzdem hat jedes dieser Instrumente seine eigne Seele.

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Sven:
Lebst du ausschließlich vom Musikmachen?

Marius:
Bevor Corona einschlug und die ganzen Maßnahmen die Kulturbranche zum Erliegen brachten, war das so. Im Moment ergeben sich wieder neue Möglichkeiten für Auftritte, die wir nutzen werden, denn wer weiß schon, wie sich die Situation entwickelt. Ich verdiene mein Geld als Dozent, mit Live-Projekten und dem Studio, das ich nebenher aufbaue. Es wird über einen komplett analogen Signalweg verfügen. Wir werden also auf Tonband aufnehmen. Das Studio ist zu 90 % fertig. Es müssen noch Patchbays angelegt werden und einiges geplant und verkabelt werden.

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Fazit
Ich danke Marius Leicht für das sehr interessante Interview. Die Fotos wurden von Marius Leicht zur Verfügung gestellt. Mein Dank gilt im besonderen Martin S. aus der Schweiz, der den Vorschlag für das Interview machte.
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Forum
  1. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    „[…] Das Mellotron hat seine Eigenheiten, wenn man es anschlägt. Man hört es auf der Platte, das Quietschen der Tapes, die in den Emulationen verschwunden sind oder immer gleich klingen. […]“

    Wenn man bei einem Mellotron die Bänder in der Aufnahme quietschen hört, ist ganz grundlegend etwas schiefgelaufen. Da leiert höchstens mal was, oder — noch schlimmer — es gibt keinen hörbaren Unterschied zwischen E, F und Fis beim Female Choir.

    Das muß man mögen.

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Es ist tonal sicherlich herausfordernd.

        Ich hatte nach 20 Mellotronen, die ich mit Klaus Hoffmann-Hoock geschleppt, gewartet, justiert, demontiert, repariert und restauriert hatte, irgendwann die Schrulligkeiten (nennen wir es mal so) ein wenig über.

        Von der Schlepperei morgens um 2 Uhr nach 16 Stunden An- und Abreise zum und vom Gig mal ganz zu schweigen.

        • Profilbild
          Sven Rosswog  RED

          Ja,
          ich weiss was du meinst, das Konzert von JMJ mit seinen ausschließlich „Old Ladies“ war schon heftigt und plötzlich war der Memory Moog nicht mehr in Tune, da half alles nichts..nur kanllhart durchziehen..Es gibt auch viele Geschichten von Rick Wakeman, wie er in seiner zynischen Art und Weise das Melotron verflucht. Nach einer Tour war er mal so sauer, dass er eins verbrannte, wenn ich mich recht entsinne. Lustig auch Dave Spiers wenn er mal wieder gezwungen ist so eine Tonne durch die Gegend zu tragen und dann er und sein Partner sich den Blick zuwerfen: We are too old for this.

    • Profilbild
      m.leicht

      Es war ja (leider) nicht mein eigenes Mellotron und ich bin auch kein Techniker, aber dem Klang und dem Verhalten nach zu urteilen, kamen einige der Bänder beim Loslassen der Taste nicht schnell genug oder nicht weit genug vom Tonkopf weg, sodass das schnelle Rückziehen des Bandes in die Startposition als ungwollt als sound eingefangen wurde. Eine art kurzes quietschendes Schnappen am Ende des Tones. Das kann man mit Sicherheit justieren, aber ja: Ich find’s geil. :-)

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Interessantes Interview. Ich kannte den Künstler überhaupt nicht. Habe mir gerade mal den YouTube-Kanal angeschaut und die spielerischen Fertigkeiten sind beeindruckend. Hier klingt nichts langweilig und statisch. Alles ist in Bewegung und die Elemente sind auch sehr gut in Szene gesetzt. Ist überhaupt nicht meine Musik, aber toll, dass es diese begabten Menschen gibt.

  3. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Bevor ich irgendwas mit dem Prophet 5 aufnehme, drücke ich nochmal auf Autotune.

    Nur ganz grob, wegen der Sicherheit. Dauert auch nur 30 Sekunden.

  4. Profilbild
    Archivicious  

    Sehr schönes Interview.
    Kannte den Kollegen bisher in erster Linie aus den „Medley“-Videos mit Martin Miller (zu denen mich mein Toto-Fetisch geführt hatte). Die Jungs sind ja alle über jeden Zweifel erhaben.
    Sehr beeindruckend… in die Solo-Sachen muss ich mal reinhören…

    • Profilbild
      Sven Rosswog  RED

      Das ist lustig,

      ich kannte beide Musiker unabhängig voneinander. Als ich mich wegen dem Interview näher beschäftigte, dacht ich der sieht doch so aus, wie der Keyboarder von Martin Miller :-) Facepalm Moment :-)

  5. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Ich glaube es ist durchaus untypisch, wenn man beim Lesen eines Interview über Musik und elektronische Instrumente feuchte Augen bekommt. Oder?
    So kanns gehn, wenn man Pianist und Vintageliebhaber ließt und eigentlich schon den Mauszeiger auf nem anderen Link hat. Und dann lernt man einen so großartigen Menschen und Musiker kennen. Die fast schon synesthetische Geschichte der beiden Mädchen mit ihrem Papierschiff. Oder schlicht die innere Freude, die man beim 600maligen rezitieren der immerselben Noten wohl empfindet. Und dann noch eine Frau zu finden, die einem die Melancholie eines töneausdünstenden Elektronikkastens bescheinigt – so viel Glück kann man eigentlich kaum haben.

    Ich finde vor allem sehr erfrischend, dass jemand, der (instrumentengemäß) aus der Klassik kommt, mit einer so weltlichen Anschauung beinahe auf Augenhöhe mit „Synthysizisten“ auf Tuchfühlung geht und gehen möchte. Er gibt sich nicht damit ab – für ihn ist elektronischer Klang eine Facette, eine Möglichkeit.
    Das klassische Gegnebeispiel wäre Maurice Jarre, der die leketronische Musik seines Sohnes immer als unerträglich gegenüber seiner klassischen Musik ansah.

    Ich bekomm wieder Lust, mein Staubiges Keyboard aus dem Keller zu holen.

    P.S.: Natürlich auch Dank an Sven Rosswog. Sogar Community-Fragen eingebaut. Besser gehts nicht.

    • Profilbild
      m.leicht

      Hallo Sven! Zur Ehrenrettung sei darauf hingewiesen, daß Polis durchaus schon gleich im zweiten Absatz erwähnt wird. :-)
      Aber schön, daß Du das nochmal nebst Links herausstellst. Danke dafür!

  6. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Feuchte Augen, ja genau.

    Bei mir passierte das nicht beim Lesen des Interviews … das schwappte eher eine Welle der Sympathie herüber. Feuchte Augen bekam ich, als ich das Stück »Die Reise der Örmimi« vom Album »Weltmaschine« angehört habe. Alleine schon der Titel (wer oder was zum Geier ist ein oder eine »Örmimi«?) … äh … »episch« ist das falsche Wort … eher … »phantasievoll«, ja genau. So eine Art musizierter Studio-Ghibli-Film (zu dem die Musik dann auch gleich die Untermalung liefert). Und so etwas muss man auch erst einmal spielen können … Hut ab (ich als Computer-Nerd kann da sowieso nur von träumen).

    Ja, schööööön. 🥰🥰🥰

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      iggy_pop  AHU

      „[…] (wer oder was zum Geier ist ein oder eine »Örmimi«?) […]“

      Ich spekuliere wild und behaupte, daß es dasselbe ist wie eine Omami.

      Oder Grosseli uf Schwyzerdütsch.

      • Profilbild
        Henrik Fisch  AHU

        Vielleicht bin ich zu schwer von Begriff, aber ich kann leider auch mit »Omami« und »Grosseli« nichts anfangen. 😀

        Die Verwirrungs- und Konsum-Suchmaschine Google bringt reflexartig erst einmal – neben haufenweise Nachnamen – das japanische »umami«.

        Auf polnisch gibt es wohl ein Wort »omami«, was auf deutsch »verhext« oder »verwirrt« bedeutet. Den Hinweis habe ich aber nur nach einigem Suchen gefunden. Ist Örmimi dann eine »Hexe« oder eine »Zauberin«? Hm.

        Wenn ich raten müsste, dann würde ich »Örmimi« eher mit »Großmutter« oder »Oma« übersetzen. Oder? Aber eigentlich ist mir das schon wieder zu viel Analyse. 😉

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          m.leicht

          „wer oder was zum Geier ist ein oder eine »Örmimi«?“ … solche und viele weitere spannende Fragen zur Inspiration und Namensgebung meiner Stücke beantwortet der auch im Interview verlinkte „Welmaschine Space Trip“. :-)
          Eine Art multimediales Riesenbooklet zum Album. Hier gehts zur kostenlosen Anmeldung:

          http://www.....-album.com

  7. Profilbild
    whitebaracuda  

    Danke euch beiden für das interessante Interview!
    Natürlich freue ich mich auch darüber dass die Musik den andern
    Amazonen? Amazoniern? Amazonini? (wie ging noch gleich Amazona-user in plural?)
    auch gefällt.

    Liebe Grüsse
    Martin S.

  8. Profilbild
    Herr von W.  

    Toll! Mir war Marius bislang „nur“ als talentierter Keyboarder an der Seite von Martin Miller und den anderen Musikanten ein Begriff. Das Studio in PL ist also deines, Marius? Sieht toll aus! Ich bin ab und zu mal in der Stadt, tolle kompakte Kreativszene :-) Und der Startpunkt der „Wende“… siehe https://taz.de/Wendeherbst-1989/!5031715/

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