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Report: Superbooth 16, Synthesizer & Modular – Teil 1


Die Synth-Messe der Superlative!

Das war sie also, die Superbooth 16. Erstmals als eigenständige Messe und auf Anhieb ein voller Erfolg, soviel sei schon mal vorweg genommen. Wie zu erwarten war es ein riesiger Tummelplatz für Kleinhersteller, Exoten und natürlich der ganze Modular-Wahnsinn, aber auch für größere Hersteller und Software-Firmen. Doch die Superbooth 16 bot mehr als das. Organisator Andreas Schneider versuchte neue Wege aufzuzeigen, wie eine moderne Messe funktionieren kann und ein besserer Austausch zwischen Musikern und Herstellern stattfindet. Während der ganzen Zeit war er derart energiegeladen, wäre es zu einem Stromausfall gekommen, hätte man Herrn Schneider nur ein Kabel in die Hand drücken müssen und es wäre weiter gegangen. ;-)

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Die Superbooth 16 gab Platz für viele Hersteller und ihre Produkte, die man sonst nur selten live zu sehen bekommt. Neben den üblichen Ständen konnten Firmen auch kleine Performances geben, die nicht wie die klassischen Produkt-anpreisenden Messepräsentationen abliefen, sondern richtige kleine Gigs mit anschließender Fragemöglichkeit waren. Das funktionierte mal besser, mal weniger, war aber auf alle Fälle erfrischend anders. Daneben sorgten DIY-Workshops, abendliche Diskussionsrunden und Konzerte für genügend Abwechslung. Eine der besten Ideen war übrigens der Boots-Shuttleservice, mit dem man von der City direkt bis zum etwas abseits gelegenem Funkhaus Berlin gebracht wurde.

Schiff

Im Gegensatz zur NAMM gab es auf der Superbooth 16 nicht das große Neuheiten-Feuerwerk. Natürlich präsentierten die Hersteller ihre neuen Geräte, doch vielmehr wurde der Ist-Stand in seiner Gesamtheit gezeigt. Es ging weniger um das einzelne Produkt, sondern seine Möglichkeiten für den Musiker in einem Setup.
Ich habe mir so viel wie möglich angesehen, trotzdem erhebt der Bericht keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es war einfach zu viel und einige Hersteller waren im dauernden Belagerungszustand. Aber einigen habe ich ein kleines Statement entlocken können.

Doepfer – The Source of Eurorack
Hätte Dieter Doepfer vor 20 Jahren nicht zielstrebig und selbstbewusst das A-100 System auf den Weg gebracht, hätte es die Superbooth vielleicht nicht gegeben. Dazu Dieter Doepfer, der grade völlig happy zu der genialen Performance eines A-100-Freaks mitgroovte:

Wegen dir das alles? – Ich höre oft scherzhaft: „Du hast Schuld, dass ich jeden Monat so viel Geld für Module ausgebe.“ Aber ehrlich, ich bin natürlich stolz, was im Laufe der Jahre alles mit dem Eurorack-System entstanden ist. Anfangs fragten mich viele, was ich damit will, wo doch VA total angesagt war. Doch ich habe mich nicht beirren lassen. Als nach ein paar Jahren auf einmal ca. 10 andere Hersteller auf der NAMM waren, wusste ich, dass es der richtige Weg war.
Aktuelle Trends? – Sequencer und vor allem Clock-Module. Das ist sehr gefragt und finde ich auch persönlich super spannend. Was man damit aus einem einfachen Pattern rausholen kann ist umwerfend. Außerdem kommen unsere farbigen Module total gut an.
Ende in Sicht? – Keinesfalls! Gerade seit dem letzten Jahr haben wir einen sehr starken Anstieg. Wir verkaufen mehrere Tausend Module pro Monat, das macht mir schon beinahe Angst. ;-)
In 5 Jahren? – Ich würde mich gern rein auf das Entwickeln konzentrieren und alles andere abgeben. Aber Geschäftliches und Qualitätskontrollen sind mit dem starken Anstieg sehr umfangreich geworden, ich muss an allen Ecken mit anpacken. Die Arbeit dürfte gern weniger als 70 Stunden die Woche sein.

DoepferXbunt

Und obwohl gerade erst zur NAMM Neues vorgestellt wurde, hat Dopefer schon wieder Neuheiten im Programm:
Mit dem A-111-2 kommt endlich ein Nachfolger des High End VCOs. Mit 15 ! Oktaven Frequenzumfang (0.5 Hz – 20 kHz), exponentieller und linearer FM, Hard/Soft-Sync und einem fast perfekten Sinus. Und als Auskopplung davon gibt es den A-111-3, im Prinzip mit dem gleichen VCO-Kern, jedoch mit weniger Reglern und Anschlüssen ausgestattet, dafür aber nur 4 TE breit.
Eine weitere Auskopplung daraus ist das Modul A-184-2, das aus einer externen Dreiecksschwingung einen sauberen Sinus formt.
A-138p ist ein modularer Performance Mixer mit vier Eingängen. Mehrere Einheiten lassen sich kaskadieren und über das separate Output-Modul A-138o z. B. zum VCA führen.

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  1. Profilbild
    changeling AHU

    Ah, bei Curetronic hat sich ja einiges auf der Website getan. Schade, dass der DIY-Zweig jetzt komplett aufgegeben wurde. War damals mein richtiger Einstieg in die Modularwelt, damals noch komplett DIY, womit ich als Anfänger so ein paar Problemchen hatte. Endlich gibt’s auch das Quad CV Decay. Sehr schön.
    Der Shop ist dann wohl leider nicht mehr in Köln.

    Die Sonic Potions Module schauen ziemlich interessant aus, da bin ich sehr gespannt drauf.

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Test: MFB 522 Drum-Module, Eurorack Module

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Edgar Möller RED
am 22.05.2017 22:50 Uhr
Ich habe auch den Dual LFO von MFB hier, und rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dass die hier getesteten Module etwas robuster wirkten. Die Knöpfe sind zwar nicht mit der Frontplatte verschraubt, aber weniger wackelig.
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