Report: Musikmesse 2007 / Gitarre

3. April 2007

Messebericht Gitarre

Musikmesse Frankfurt 2007

Auch dieses Jahr ließen sich die Hersteller nicht lumpen und präsentierten einige interessante Neuvorstellungen im Gitarrensektor, die wir der werten Leserschaft von AMAZONA.de natürlich nicht vorenthalten wollen. Und auch diejenigen, die nicht die Gelegenheit hatten die diesjährige Messe in Frankfurt zu besuchen werden hier über alle wissenswerten News informiert.


Los geht's mit Alvarez die mit der MD5000 Dreadnought Westerngitarre ein neues sehr feines Instrument präsentierten. Mit Fakten wie Engelmann-Fichtendecke mit eingelegtem Maple Fischgrätenmuster oder Boden und Zargen aus selektiertem brasilianischen Rosewood weiß dieses Instrument nicht nur klanglich zu gefallen. Etwas günstiger fallen dann die Modelle MD1000 und MF1000 aus welche beide auch in einer Ausführung mit Cutaway erhältlich und mit dem hauseigenen 600MkII-PreAmp ausgestattet sind. Zwei Instrumente in Folk-Ausführung sind ebenfalls brandneu, die MF350 (optional mit Cutaway) und die MF60C mit serienmäßigem „Ausschnitt". In beiden Modellen ist ebenfalls der 600MkII-PreAmp verbaut.

Alvarez MD5000

Alvarez MD5000


Weiter geht´s mit Ampeg, die mit dem „J20 Jet Guitar Amp" einen neuen Sprössling der erfolgreichen „Diamond-Blue-Lead-Serie" präsentierten. Der J20 ist sowohl optisch mit seinem Retro-Design als auch Soundtechnisch mit seiner Vollröhrenschaltung in den 60´s daheim, und bietet natürlich- stilecht- einen per Fussschalter zuschaltbaren Tremolo-Effekt.

Ampeg J20

Ampeg J20


Am Stand von BC RICH herrschte dichtes Gedränge, denn kein geringerer als Kerry King von Slayer zeigte sich offen und gut gelaunt dem Publikum. Im Gepäck natürlich sein Custom-Modell, die „KK Signature" die-kaum zu glauben- zusätzlich zu den ohnehin schon aktiven EMG-Pickups 81&85 noch über einen zusätzlichen PreAmp verfügt.

Kerry King

Kerry King

Kerry King Signature

Kerry King Signature


Mit den Effektpedalen FDR1 und FBM1 halten neuerdings bei BOSS zwei Verstärkerklassiker von Fender Einzug in ein winziges Metallkistchen. In Zusammenarbeit mit Fender entwickelte der japanische Effektriese zwei Effektpedale mit den Originalsounds der legendären Fender-Amps ´65 Deluxe Reverb und ´59 Bassman – inklusive der entsprechendem Retro-Outfits mit Tweed-Lackierung und den Original Schriftzügen.

Boss ´65 Deluxe Reverb

Boss ´65 Deluxe Reverb

Boss ´59 Bassman

Boss ´59 Bassman


Auch bei Crate gibt es einige Neuerungen zu vermelden. Gleich drei neue Verstärkerlinien präsentierten die Amerikaner in Frankfurt. Die „FlexWave"-Serie besteht aus zwei kleineren Gitarren-Combos, den FW 15 mit einem 8"-Speaker, bzw. den FW 15 R mit 12"-Speaker und Reverb und jeweils 15 Watt Leistung. Die nächstgrößeren Modelle besitzen dann eine 1×12" oder auch 2×12" Lautsprecherbestückung mit 65 bzw. 120 Watt Leistung und zusätzlich sorgt hier ein integrierter DSP zur nötigen Effektversorgung. Wie auch das Topteil der Serie – das FW 120 H – verfügen die größeren Modelle über 3 schaltbare Kanäle. Und selbstverständlich darf die klassische Box im 4×12"-Design nicht fehlen um dem Topteil die nötige Präsenz zu verleihen. Es gibt sie hier je nach Geschmack in einer geraden oder schrägen Ausführung.Die „Profiler"-Serie besteht aus den Model 60, dem Model 30 und dem Model 5 – Amps. Diese Virtuell-Analogen Amps beinhalten 11 klassische und moderne Verstärkerprofile die über einen Drehpoti angewählt werden. Auch hier sorgt ein integrierter DSP für die Versorgung mit den gängigsten Effekten. Um in den vollen Genuss der Stereo-Effekte zu kommen verfügt der kleinste Amp,das Model 5, sogar über zwei 4"-Lautsprecher und kann zur Not auch mit Batterien betrieben werden. Die größeren Brüder des kleinen Crate sind mit einem 10"-Speaker und 30 Watt Leistung, bzw. einem 12"-Speaker und einer Leistung von 60 Watt ausgestattet. Volle Röhre hingegen gibt es bei der überarbeiteten V-Serie, die eben nun V-Serie Mark II heißt. Fünf Gitarrencombos und ein Verstärker-Topteil mit passender 2×12"-Box lassen kaum einen Wunsch offen.Zwischendurch mal etwas kurioses: der schwedische Hersteller Devillian zeigte mit der „Centerfold" die erste elektrische Gitarre zum zusammenklappen! Obwohl die Konstruktion auf den ersten Blick etwas eigenartig erscheint und eher an ein Folterwerkzeug als an eine Gitarre erinnert soll das Instrument dennoch stimmstabil und voll funktionsfähig sein.


DigiTech zeigte mit dem „JamManLooper" eine interessante Neuentwicklung. Basierend auf dem legendären „JamMan" der Fa. Lexicon erscheint das Gerät im Floor-Design in strahlendem Metallic-Blau und bietet neben einem USB-Anschluss für den Rechner eine Aufnahmezeit für Loops von bis zu 6,5 Stunden- einen Vollausbau des Speichers vorrausgesetzt welcher hier auf dem weit verbreiteten CompactFlash Card Format basiert.

Digitech JamMan

Digitech JamMan


Der MusicStore Köln präsentierte einige neue Gitarrenmodelle ihrer Hausmarke Fame, welche ja bisher in den Testberichten auf AMAZONA.de ganz ordentliche Ergebnisse einfahren konnten. Doch das Kölner Musikhaus bedient mit ihrer Gitarrenlinie nicht nur das untere Preissegment- auch in den höheren Preisregionen werden nun Instrumente angeboten wie z.B. die Forum Custom „Eye-Poplar" die neben ihrer atemberaubend schön gemaserten Decke auch mit anderen Feinheiten wie Seymour Duncan-Pickups, Schaller-Hardware und einem in der Brücke integrierten Piezo-Pickup ausgestattet ist.

Fame Custom

Fame Custom


Einige sehr schöne Instrumente gab es bei Fender zu bestaunen. Die „Andy Summer-Tribute"-Telecaster war Ziel vieler neugieriger Blicke und es ist schier unglaublich wie echt das „aging" der Gitarre wirkt – es scheint tatsächlich so als ob das Instrument drei oder vier Dekaden härtester Beanspruchung ausgesetzt war! Überhaupt waren die Instrumente des Fender Customshops die Hingucker am Stand. Ob´55er Heavy Relic Stratocaster oder ´57er Reissue Tele- hier wurde dem Vintage-Fan so richtig warm ums Herz.

Fender Andy Summer Tele

Fender Andy Summer Tele


Auch bei Gibson scheint man die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und präsentierte erstmals eine Les Paul mit integriertem, digitalen PreAmp, die „Gibson Digital Guitar". Die erste digitale Gibson hört auf den Namen HD.6X-PRO, basiert auf dem klassischen Les Paul-Design und ist auch – wie alle anderen Les Pauls- über einen normalen Amp spielbar. Neben den Standard-Pickups (498T/490R) ist sie mit einem neu entwickelten, hexaphonischen Pickup ausgerüstet, der es ermöglicht, daß Signal jeder einzelnen Saite unabhängig abzunehmen. Die über ein Ethernetkabel angesteuerte, separate Break Out Box dient als zentrale Schnittstelle und soll mit 6 separaten analogen Ausgängen zahlreiche neue Möglichkeiten der Signalbearbeitung liefern.
Gibson's Digitale Paula

Gibson’s Digitale Paula


Und auch bei Ibanez zeigte sich ein Hang zu Retro, nämlich mit den Wiederauflagen der zwei Gitarrenserien die der japanischen Company den wahren Durchbruch verschafften. Mit der „JEM20th"-Serie die einst unter Mitwirkung von Steve Vai entstand bietet Ibanez einen Leckerbissen für Sammler und Fans des kalifornischen Gitarrenhexers, und die RG 550XX-Serie- in exakt gleichem Gewand und den gleichen Spezifikationen wie damals in den goldenen 80´ern- ist auch heute noch eine ernstzunehmende Alternative. Ein weiteres neues, in der Formgebung sehr bizarres Instrument im Sortiment ist die „Xiphos",welche sicher die Heavy-Fraktion ansprechen wird. Agressives Korpussdesign mit Reversed Headstock, DiMarzio Pickups und eine durchgehende Halskonstruktion sollen hier klanglich aber auch optisch den nötigen „Punch" liefern.


Der französische Gitarrenhersteller Lag zeigte einige neue Modelle aus fernöstlicher Produktion. Die Jet-Serie bietet mit ihrem Retro-futuristischen Korpusdesign für jeden Geldbeutel etwas. Angefangen vom einfachen Standard 100-Modell mit Lag-eigener Hardware und Pickups hin bis zur hochwertigeren New Vintage-Serie mit Wilkinson Hardware, DiMarzio oder EMG-Pickups und Birds eye-maple Griffbrett – die Auswahlmöglichkeiten scheinen unerschöpflich. Das Konzept der „Modern Strat" spiegelt sich in der „Arkane"-Serie wider – ultraflache Hälse, großzügig gefräste Cutaways und auch hier wieder DiMarzio oder EMG-Pickups und ein lizensiertes Floyd-Rose Vibratosystem lassen den rockigen Kurs klar erkennen.

Die Klappgitarre

Die Klappgitarre


Big Rush auch bei Marshall: die Engländer zeigten zwei neue Custom -Modelle, den Zakk Wylde Micro-Stack mit einem Topteil, zwei Boxen mit jeweils einem 10"-Speaker und einer Leistung von 15 Watt. Etwas lauter geht es bei dem neuen Kerry King-Signature Amp zu. Das Topteil basiert auf dem 2203-Modell und wurde nach den Vorgaben und Wünschen des Herrn King überarbeitet, oder „reissued" – wie es im fachchinesisch gerne bezeichnet wird. Gegenüber dem Serienmodell wurden an dem 100 Watt-Topteil der EQ modifiziert und ein Noise-Gate integriert – was wohl bei der zu erreichenden Distortion und dem damit verbundenen Rauschpegel ganz praktisch erscheint (!). Und wem das alles zu laut und zu schwer ist der kann ja den kleinen Kerry King-Signature Combo aus der MG-Reihe unter den Arm klemmen : der Slayer-Sound für unterwegs.

Zakk Wylde MicroStack

Zakk Wylde MicroStack


Am Orange-Stand fiel ein witziges Gitarrenset ins Auge, das „Crush Guitar Pack". Eine orangefarbene Stratocaster-Kopie, ein oranger Orangeamp und weitere Utensilien wie Tuner, Ständer,Gurt und Plektren um direkt loszurocken. Weitere Highlights waren das Thunderverb 200-Topteil welches sowohl Gitarren als auch Bassgitarren verstärken möchte und das Class A Verstärkertopteil „Tiny Terror" das durch seinen Röhrensound die Puristen unter uns erfreuen dürfte.

Orange Set

Orange Set


Einen besonderen und limitierten Leckerbissen liefert jedes Jahr aufs neue Takamine. Die „Limited Edition 2007" bietet wieder einmal ein ganz besonderes Design und beste Verarbeitung. Ob dieses Trauminstrument genauso gut gelungen ist wie seine Vorgänger wird ein genauer Test der hier in Kürze auf AMAZONA.de online gehen wird zeigen, also dranbleiben!

Takamine Ltd. 2007

Takamine Ltd. 2007


Zoom zeigte ein neues Effektpedal mit dem geheimnisvollen Namen „G9.2tt". In dem robusten Metallgehäuse mit seinen zwei Pedalen befindet sich eine PreAmp-Sektion mit 36 Ampmodellen und 120 Effekten. Für den Grundsound sorgt eine 12 AX7A-Röhre und das ganze Gerät kann zudem auch noch über den USB-Port als Recording-Interface genutzt werden – ohne zusätzliche Investitionen, denn das Programm Cubase LE für Mac/PC legt Zoom kostenlos dazu.

Zoom G9

Zoom G9


Bleibt mir nur noch viel Spaß beim testen der neuen Instrumente zu wünschen und bei Fragen auf meine email-Adresse stephan.guete@amazona.de oder die Kommentarfunktion unten hinzuweisen ;o)

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