GAS – Gear Acquisition Syndrome, Equipmentsucht

1. Juni 2018

GAS - Ein ganz persönliches Outing

Gear Acquisition Syndrome

Tatsächlich ist das viel zitierte GAS (Gear Acquisition Syndrome) lose übersetzt mit „Equipmentsucht“ ein durchaus ernst zu nehmendes Phänomen.

Ich oute mich mal und gebe zu, dass mich diese Sucht vom ersten Tag meiner Musiker-Tage ergriffen hat. Mein erster Synthesizer war damals (in den 80ern) ein Casio CZ-1, es folgten eine Casio FZ-1, ein Korg DDD-5 und ein ATARI ST1040. Soweit so gut, das dürfte noch unter den Punkt „Grundausstattung“ fallen. Keines der bestehenden Produkte wurde ersetzt um ein neues anzuschaffen.

Jedes neue Music-Gear wurde nicht nur freudig willkommen geheißen, sondern auch ausgiebig erlernt, erforscht und Tag und Nacht verwendet. Schönes Wetter – egal, Freundin – egal, neuer Kinofilm – egal, äh… Studium…egal. Doch parallel dazu schlich sich ein weiterer Zeitfresser ein, der mit Sicherheit der Vorbote von GAS war. Das Studium von Manuals, Prospekten und Fachmagazinen – und wenn verfügbar, Fachbüchern.

Jede Keyboards wurde seinerzeit MEHRMALS verschlungen, jeder verfügbare Prospekt hundert Mal gelesen. Ich jobbte damals als Vorführer in einem Kino. Es war ein kleines Kino mit nur zwei Sälen. In der Regel begannen die Filme auch nur knapp zeitversetzt. Das gab mir im Durchschnitt 90 Minuten Zeit, um mich meinem Lieblingsthema zu widmen: Synthesizer, Sampler & Homerecording. Es sei der Hinweise erlaubt, dass es damals noch kein Internet gab.

Diese intensive Lektüre, dieses Anreichern von Fachwissen, führte letztendlich zu dem Bedürfnis nach besserem Equipment und dem ersten Austausch eines Synthesizers. Der Casio CZ-1 wich einem Yamaha DX11, der kurze Zeit einem Yamaha DX7 weichen musste. Das selbe mit dem Korg DDD5, der bald einem Yamaha RX7 und schließlich einem Roland R8 wich.

Ich wage zu bezweifeln, dass sich dadurch meine Musik verbesserte. Oder aus einer anderen Perspektive, umso mehr Zeit ich für Wissen rund um Equipment opferte, umso weniger Zeit blieb fürs Musizieren.

Mit zunehmendem Alter wurden auch die finanziellen Mittel verfügbarer, um sich dieser Leidenschaft hinzugeben. Plötzlich waren es nicht nur die Klangerzeuger, die höchsten Ansprüchen genügen mussten, sondern auch das komplette Audio-Setup drumherum. Hatte ich in den Anfängen noch einen HiFi-Verstärker und HiFi-Lautsprecher genutzt, mussten es nun professionelle Aktiv-Monitore sein. Aus dem Elektro-Conrad-Mixer wurde ein 32-Kanal-Inlinemischer usw.

Und obwohl der Verdrängungsprozess nicht ganz die Ausmaße annahm wie bei Synthesizern und Drumcomputern, so muss ich mir doch die Frage gefallen lassen, „wozu braucht ein Hobby-Musiker im Wohnzimmer Studiomonitore und Mischer im mittleren 4stelligen (damals noch DM)-Bereich?

Bis zum Jahrtausendwechsel setzte der Umbruch ein. Der komplett integrierte Rechner mit Plugins musste her und durfte (zu meinem heutigen Leidwesen) all die schöne Hardware ersetzen. Schöne neue Welt. Ein hochwertiger Synthesizer kostete nun nicht mehr 4.000,-DM, sondern vielleicht noch 250,-€. Eine Traumzeit (oder ein Fluch – wie man es sehen möchte) für GAS-Abhängige. Alles war doch plötzlich soooo günstig und verbrauchte nur ganz wenig Platz. Der Studio-Stoffwechsel fand nun in immer kürzeren Zyklen statt und als der Plugin-Hype bei mir zu Ende war, fühlte man sich wie nach einer durchzechten Nacht mit einem mächtigen Kater.

„Warum bloß habe ich mich von so vielen lieb gewordenen Produkten getrennt?“ Ganz nach dem Motto „Back to the Roots“ wurde nun erneut gekauft, gekauft und gekauft. Die Flut an möglichen Informationsquellen war durch das WWW exponentiell gestiegen und brachte den GAS-Virus geradezu zum Kochen.

Und heute. Ich mag es kaum zugeben, aber ja, ich habe sie alle wieder… auch meinen Casio CZ1, meinen DX11 und meinen Korg DDD5. Und nicht nur die, sondern auch all jene, die ich mir in den 80ern nicht leisten konnte. Einen Elka Synthex, einen Oberheim OB-Xa und klar … einen Minimoog, nur um mal eine kleine Auswahl zu nennen. Aber das Schlimmste, sie alle gehören nicht zu den Geräten, mit denen ich tatsächlich Musik mache. Das hat zum einen mit Platzmangel in meinem beengten Kellerstudio zu tun, weshalb ein Großteil meiner „Sammlung“ ausgelagert wurde oder (ein furchtbarer Gedanke) zum Teil in Cases auf ihren Einsatz warten.

Nur ist das nicht das Ende der Geschichte. Mit AMAZONA.de hat sich der „Junky Tyrell“ auch noch sein eigenes Dealer-Netzwerk aufgebaut. GAS-auslösende News werden quasi intravenös am Arbeitsplatz zugeführt und verlockende Hardware wandert im wöchentlichen Turnus durch meine feuchten Hände. Donnerstag und Sonntag Abend ist der Besuch von eBay Pflichtroutine geworden und der Kontakt zu Gleichgesinnten findet täglich statt.

Mir kommt gerade der Gedanke eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen. Da sehe ich mich in einem Stuhlkreis stehen und laut sagen:

„Hallo zusammen, mein Name ist Peter und ich leider unter GAS.“

Die Gruppe im Chor:

„Hallo Peter, wir sind für dich da.“

Ich verwerfe den Gedanken wieder, denn welche Turnhalle würde schon einen Stuhlkreis für 10.000 Teilnehmer unterbringen?

Forum
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    LOSCHI von Querschlach

    Hallo Peter!

    Auch ich sammel erst einmal alles was ich an empfohlenen Free-VST bekommen kann, da ich noch nicht genau weiß was ich wirklich brauchen und einsetzen kann und was nicht.

    Seinerzeit mit Hardwaregeräten war es ähnlich, jedoch wurde durch die teils gewaltigen Preise für DX7, Oberheim, Hammond und Gedönse, automatisch ein finanzielles Filter gesetzt.

    LG und einen Lottogewinn – Uwe

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      Tyrell  RED 1

      und das war in gewisser Weise gut so. Erstens hat man die Teile mehr geschätzt die man sich hart erarbeitet hat und zweitens lernte man sie dadurch viel intensiver kennen.

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    swellkoerper  AHU

    Sehr schön geschrieben, Peter. Da kann ich mich ja glücklich schätzen, dass ich ziemlich genau mit dem Aufkommen von DAWs und VSTs infiziert wurde. Das hat mir zumindest die erste Kaufen-Verkaufen-Welle erspart. Nach einem kurzen Ausflug in die Welt von Hardware VAs bin ich jetzt mit meinem Equipment weitestgehend zufrieden und kann viel selektiver bei Neuvorstellungen sein. Dabei hilft, dass mich polyphone Schlachtschiffsynthies grösstenteils kalt lassen. Und da mein Eurorack auch eine gewisse Grösse erreicht hat, bringt mich das neueste Hype-Modul eher dazu, mich zu fragen, wie ich das mit dem bestehendem System hinkriege statt gleich auf „Bestellen“ zu klicken. Meistens. Manchmal. :-)

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      Tyrell  RED 1

      Danke. Der Eurorack-Hype ist zumindest an mir vorbei gegangen. An der Menge der Neuvorstellungen und der Flut an eBay-Gebrauchtverkäuefn, habe ich aber den Eindruck, dass GAS ein neues Klientel erobert hat.

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        swellkoerper  AHU

        Oh ja, the GAS is strong with this one. Es gibt Leute, die eine Liebe-Hass-Beziehung mit einem bestimmten Modul eingegangen sind und drei mal (!) gekauft und wieder verkauft haben.

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    ArvinG  

    Also das mit der Zeitschrift KEYBOARDS kenne ich auch noch zu gut. Ich weiß wirklich nicht wie oft ich den ersten Testbericht über die Korg Wavestation gelesen habe. Ich glaube, hinterher kannte ich ihn auswendig.

    „Ich wage zu bezweifeln, dass sich dadurch meine Musik verbesserte. Oder aus einer anderen Perspektive, umso mehr Zeit ich für Wissen rund um Equipment opferte, umso weniger Zeit blieb fürs Musizieren.“ Das gefällt mir ausnehmend gut. Ich kann dieses Marketing-Geschwätz schon seit Jahren nicht mehr hören dass ich mit dem neuen Soundso oder der neuen XY Software meiner Kreativität endlich freien Lauf lassen kann, oder so ähnlich. Ich glaube Musik verbessert sich in dem man sie einfach erlernt , noch mehr erlernt und damit einfach immer weiter macht.

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    AMAZONA Archiv

    Peter! So geht es mir auch, sie wurden alle irgendwann verkauft und jetzt nach so vielen Jahren sind sie wieder alle da! Wir sollten wirklich einen Stuhlkreis bilden. Bisher muß man jedoch sagen, Alkoholismus und andere Sachen sind wirklich schädlich. Also keine Panik alles okay.

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      whitebaracuda  

      Also wenn ich das gequieke was bei mir da die meiste Zeit zu dem Modularen zeug rauskommt so anhöre frage ich mich schon ob das auf Dauer keine bleibenden Hirnschäden hervorruft…

      In dem Sinne:
      Hallo mein Name ist ‚cuda (wir sind ja bei den Anonymen-Synthoholikern hier, nicht?)
      und ich habe VGAS (Nein nicht Vegas ohne E sondern Vintage GAS)….

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      Tyrell  RED 1

      haha… klar, ich sehe das alles mit Augenzwinkern ;-) Tatsächlich habe ich aber beschlossen, es nun gut sein zu lassen – und das ist leichter gesagt als getan.

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        Coin  AHU

        Lieber Peter,
        es liest sich so, als siehst Du das GAS als Problem
        und möchtest Dich mit Gleichgesinnten austauschen.
        Wie in einer Selbsthilfegruppe.
        Aber was willst Du damit erreichen ?
        Hoffst Du auf Tipps um eine Lösung für das Problem zu finden ?

        Oldtimer-Sammler zum Beispiel sieht man auch nicht rumjammern.
        Da gibt es Treffen, wo sich über die Technik ausgetauscht wird, sie geniessen die Zeit miteinander
        und haben zusammen Spass mit dem was sie haben.

        Vielleicht auch mit dem Bewusstsein, das nicht jeder
        solch einem Luxus frönen kann.

        Aber so ist das, als wenn jemand jeden Tag Alkohol trinkt
        und sich beschwert, wie schlecht es ihm/ihr geht.

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          Tyrell  RED 1

          Überhaupt nicht. Das war kein Jammern – wirklich nur ein Beschluss. Und auch der Bericht entstand aus einer Laune heraus mal etwas zum Thema GAS schreiben zu wollen :-)

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    swellkoerper  AHU

    Man merkt an der Art und Weise der Reflektion, dass es dem Peter ernst mit der Sache ist. Das sollte man respektieren. Wenn das GAS mit ihm durchgeht, sieht man das sofort. Da wird hektisch auf die Tastatur eingehackt und alles mit drei Ausrufezeichen versehen. Nicht, dass ich damit ein Problem hätte…
    Anderenfalls, es ist auch überhaupt kein Problem, die weniger gebrauchten Synthies abseits vom Studio zu lagern und nur das einzustöpseln, was man gerade braucht. Ich kenne Leute, die machen das, um sich zu fokussieren, deswegen muss man nicht gleich alles wieder verkaufen. Wenn man sich sein Hobby gut leisten kann und der Platz da ist – who cares? Wie viele andere hier wahrscheinlich auch, habe ich von Zeit zu Zeit den Drang, zu reduzieren. Ab einer bestimmten Studiogrösse kapituliert mein Hirn vor den vielen Möglichkeiten anstatt kreativ zu werden.

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    Hectorpascal  

    „Habe heute mindestens 10 Warekörbe voll gemacht und wieder verworfen. Die Fingernägel sind bis zur Wurzel zerkaut und ich habe Kreisgedanken. Wie ernst ist es mit mir?“ Ich finde GAS kann ein ernstes Thema sein, wird aber meist als „Showbegriff“ von konsumgeilen Wohlstandskids benutzt. Ein Auto kann ich ja noch rumfahren aber meine Synths und Kaufneigungen muss ich über Foren verbreiten und „GAS“ als Aufhänger nehmen. Ich bin lieber Enthusiast als GAS-krank. ;)

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      swellkoerper  AHU

      Hast auch wieder Recht. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass wenn ich heftig am GASen bin, ich meist eine andere, viel wichtigere Baustelle im Leben habe, von der ich mich allzu gern prokrastiniere. Heute bin ich weiser: GAS erkannt, zuerst wird das reale Problem in Angriff genommen, dann als Belohnung Gear angeschafft. :-)

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    ForAndreas

    Hallo Peter,

    Ich bin seit 5 Jahren dabei GAS zu bekämpfen. Teilweise mit Erfolg. Der Umstieg auf ITB war ein Schritt. Die richtige DAW. Nämlich eine die NFR ist und somit zu begreifen dass hier nix getauscht, verkauft und neu verkauft wird der 2.
    Das grösste Problem ist aber das soziale Umfeld. Sei es das social network oder das private. Hier fehlt Akzeptanz sowie Verständniss und ein Hobbyelektronikercodex (HEC)der sich in Richtung Musik orientiert. Das nächste Problem sind Hersteller und ihr Einfluss auf scheinbar unabhängige Produkttester. Im letzten Cuckoo Video zum NI Drumteil war alles amazing, great, wonderful, outstanding. Keine Kritik in jeglicher Hinsicht. Hauptsache cool. Booth dasselbe. Alles geil, steil ,haben will. Der 1. der ein Bild im Forum damit im Studio postet bekommt 3 Daumen hoch und das wars. Danach das selbe Gedöns wie vorher auf Tube. Musikalischer Mehrgewinn sowie Weiterentwicklung…. Fehlanzeige.

    Es gibt ein schönes Zitat in Interstellar von Grandpa als er auf der Bank mit Cooper sitzt.
    Schon deswegen lohnt sich der Film für jeden I- G.A.S.

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      Coin  AHU

      Interstellar hat mich zu 2 Liedern inspiriert.
      Klasse Film. Sehr zu empfehlen.
      Aber kein GAS.

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        ForAndreas

        ,,Früher gab es jeden Tag was neues. Ein Gerät oder Idee. Aber 6 Millarden, Menschen, stell dir das mal vor…

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    Soundreverend  

    Hallo ich bin der Reverend. Ich habe schon viel zu viel Sch**ss in meinem Studio, will reduzieren und Platz schaffen, kaufe aber immer mehr, auch weil bei Amazona so viele tolle Artikel zu tollen Synths sind. Ich habe in meinem Browser Safari einen Lesezeichen-Ordner, ein klick drauf und meine Lieblingsseiten gehen auf, morgens uns abends, manchmal auch mitten am Tag. Amazona, Sonicstate, Gear News, Roland Clan und Gearlsutz. Und jetzt kommt der Ulli und bringt alle diese tollen kleinen Synths für so wenig Geld, den Model D habe ich schon und Neutron vorbestellt. Freu mich drauf… aber halt. ich will doch reduzieren…

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    lightman  AHU

    Bei mir haben die Finanzen stets einen Riegel vor GAS geschoben. Als ich mit Synths anfing, las ich regelmäßig Keys und Keyboards, immer mit dieser Mischung aus Entzücken und Schrecken über die geilen Teile und ihre hohen Preise. Es dauerte Jahre, bis ich es geschafft hatte, einen funktionierenden Setup zusammenzustellen.

    Die Sache nahm Fahrt auf, als meine ersten Releases rausgekommen waren. Anfangs war ich naiv und sah mich schon als Producer, der von der Musik lebt, der Drops war aber schnell gelutscht. Ich konzentrierte mich in der Folge aufs Musikmachen und maß dem Equipment nur insofern Bedeutung bei, als daß es funktionieren und halbwegs meinen Vorstellungen entsprechen mußte. Durch Kontakte über unser Label kam ich mit Leuten zusammen, die große Studios betrieben, dort konnte ich viele Synths testen und für Projekte ausleihen. Das hat dazu beigetragen, daß GAS heute für mich kein Thema ist.

    Wenn ich mir meine Tracks und die von Leuten die ich mag anhöre, stelle ich immer wieder fest, daß die besten davon mit geschickt gewählten, aber einfachen Mitteln zustande kamen. Man spürt den Moment, wo sich die Musik über die Technik erhebt, da steckt Seele drin, was keine noch so große Ansammlung von Synths, Drummachines und Plugins kompensieren kann. Weniger ist mehr, und das ist für mich nicht nur ein blöder Spruch, sondern ein Stück Lebenserfahrung.

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    DJ Ronny  

    Das geht nicht nur euch Liebhabern der Synthesizer so. Ich bin DJ seit meiner Kindheit, da wusste ich bloß nicht das es so heißt. Auf Grund hoher finanzieller Hürden, ging ich in den Geschäften immer nur gucken, was ich mir nicht kaufen konnte. Mangels guter Technik in der DDR, fing ich in den 70er an Mischpulte und Verstärker selbst zu bauen. Nach der Wende gab’s dann plötzlich Sachen, die ich schon immer haben wollte, Verstärger mit ordentlich Leistung und Mischpulte. Was habe ich für Schrott gekauft nur weil da mit technischen Werten geprahlt wurde.
    Über unbedingt kaufen bin ich hinweg. Ich lese viel über die Technik rund um Musik und unbedingt haben wollen, habe ich gut im Griff. Den Rane MP 2015 möchte ich schon seit er raus ist. Das Geld dafür war schon ein paar mal da. Aber ich habe jetzt andere Prioritäten. Seit ich einen geliebten Menschen von jetzt auf gleich verloren habe, weiß ich mein Geld anders zu nutzen. Ich bin gerade mit meiner Frau für 10 Tage an der Ostsee und wieder ist das Geld für den Rane weg. Ich will das so.
    Träume ich also weiter, von DEM Mischpult und bringe die Party heute Abend für 40 Frauen zum kochen und dass mit meinem MC 6000.
    Habe ich nicht ein geiles Hobby (Nebengewerbe ), in Urlaub fahren und noch Geld verdienen und Spaß haben.
    Das wünsche ich euch auch.

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    PeterLustich  

    Ja, so eine Selvsthilfegruppe wäre wirklich nötig, vielleicht könnte ich dann endlich wieder was produzieren, anstatt dauernd an Hardware und Routing zu schrauben!

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    lightman  AHU

    Das Fiese an GAS ist, daß es nicht nur das Konto leersaugt, sondern auch die Kreativität killt. Man wird vom Wahn aufgezehrt, daß Synth xy (den man nicht hat) für den aktuellen Track viel besser wäre als vorhandene Geräte, und schwupps hat man wieder eine Ausrede gefunden, statt Musik zu machen die Pornoseiten der Musikindustrie aufzurufen und sich mental einen von der Palme zu wedeln.

    Nicht lange danach setzt Reue ein, der Fuhrpark wird wieder eingeschaltet und halbherzig herumgepfriemelt… moment, würden die Analogen mit symmetrischer Verkabelung nicht besser klingen? Kabel gehen immer… also wieder zurück ins Netz. Am Ende landet noch ein kleiner günstiger Synth im Einkaufskorb, der wird nach dem Auspacken ins Studio integriert, eine Stunde herumgeschraubt und die neuen Kabel eingefügt. Damit ist der gröbste Jieper erstmal gestillt, bis die abendlichen Besuche auf Amazona, Gearslutz & Co. neue Flöhe ins Ohr setzen und der Tanz von Neuem beginnt. Auf die Dauer ist das alles extrem frustrierend.

    Da kann die Flucht nach Vorne helfen, eben aus dem Studio und Netz rauszugehen. Wieder mal einen Club besuchen, auf Festivals gehen, Atmosphäre erleben, sich mit Inspiration aufladen und Menschen mit anderen Prioritäten kennenlernen. Das ist nicht einfach, ich altes Kellerkind kann davon ein Lied singen, es hilft mir zumindest aber immer ungemein.

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    elektrock  

    Das ist doch bloss ein Luxusproblem!
    Ich machte einen Montage Job, also nur am WE zuhause,
    und kaufte sehr viel ein.
    Verdammt aber den Cwejman s1 mk2 hab ich mir nicht zugelegt!
    Aber dafür mehrere „kleine“ Synthis und Trittpedale,
    oh ja und Kabel; weil umstecken geht ja gar nicht!
    Am liebsten alles aufstellen und fix verkablen damit alles seinen Platz hat.
    Sodass man auf keine neuen Ideen kommt, weil man schon zu faul zum stöpseln geworden ist, und der neue Synthi muss das doch können……….
    Naja und Outboard brauchste auch (brauchste wirklich)!
    Also ich komme mit extremen Überschuss an Equipment echt nicht zurecht!
    Ich will.
    1. Qualität.
    2. Übersicht in meinem Studio.
    3. Patchen und S.x unter Synthis mit Effekten,….. .
    und den Analogue Solutions Fuse Box Synthi seit seinem erscheinen!
    Das was ich noch habe lagerd seit 1,5 Jahren in Kisten;
    weil mein neuer Proberaum im neuen Haus in Arbeit ist.
    Danke!

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    Motion Drive

    Ich heisse Philip und leide massiv unter GAS! Bis vor zwei Jahren habe ich es mehrheitlich geschaft, ITB zu bleiben und nur ab und dann mal einen neuen Synth zu kaufen. Dann hat das GAS in seiner vollen Stärke zugeschlagen. Ich hatte endlich mal etwas Kohle und wollte mir endlich einen analogen Polysynth kaufen. Nicht weil ich das brauch5e, sondern eher aus romatnischen Gründen. Also Prophet 6 oder OB6…konnte mich nicht entscheiden…also beide. Nach kurzer freude kam der buyer remorse und ich verkaufte den P6 wieder. Seit dann habe ich eine unglaubliche Odysse hinter mir und habe innerhalb von 2 Jahren sicher 20 synths gekauft und verkauft. Mehrere mehrmals. Da waren zb. Voyager XL, Voager PE, Sub 37, Pro 2, Modal 002, Deepmind, Matrixbrute, Nyx, Ocoast, Minitaur, Blofeld, SH01, Behringer Model D und sicher noch ein paar mehr. Vieles davon konnte ich mit 30 tagen garantie kostenlos wieder zurück senden. Aber ich bin immer noch auf der suche nach dem optimalen setup. Voll krank…

    Es ist teilweise echt wie ein Virus. Und kaum stehen die Geräte im studio, denkt man an neuem rum. Im moment bin ich wieder auf dem reduzieren trip. hoffe ich brings jetzt hin und kann mal wieder ruhig schlafen.

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      elektrock  

      Den Synth G.A.S. hab ich schon gut im Griff, weil das letzte Teil was ich mir gekauft habe ist eine E-Gitarre :D , und wusste gar nicht dass es für unser verhalten einen Ausdruck gibt. Echt Krass.

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    Marko Ettlich  AHU

    Es besteht aber Hoffnung. GAS ist heilbar. Im Selbstversuch schon erprobt.
    Die Therapie ist so einfach wie genial. Einfach alles kaufen was man immer wollte, bis es nichts mehr gibt, was einen noch interessiert. Ab dann lebst du völlig GASfrei und kannst dich wieder anderen Dingen widmen. ;)

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      Motion Drive

      Das Problem bei mir ist, sobald ich das studio wieder bis unters Dach mit Synths gefüllt habe, kriege ich ein schlechtes Gewissen, dass die teuren schätzchen gar nicht genug zum einsatz kommen. Ich habe dann quasi ein schlechtes Gewissen, ein Pluggin zu starten. Dann kommt wieder der Punkt wo alles raus muss und nur noch 2-3 wirklich essenzielle HW Synths. Dann bringt zb. Moog die Grandmother raus und der haben muss effekt startet wieder von vorne.

      Echt schlimm wie das energie rauben kann und man gar nicht mehr zum musik machen kommt. Als ich noch nur ITB unterwegs war, wars einfacher. Liegt natürlich auch an der unglaublichen Flut an neuen Synths in den letzten Jahren…und bezahlbar sind sie auch noch. Uli machts einem da nicht einfach. Eigentlich jeder seiner synths ein No Brainer.

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        Marko Ettlich  AHU

        Ja dann ist man im Synthesizer Teufelskreis gefangen. 3:)
        Zum Glück lassen mich die Uli Synths ganz kalt. Welch ein Glück. :D Heute gibt es so viel neues Zeug. In der Haut, das alles haben zu müssen, stecke ich glücklicherweise nicht. Der Patient ist geheilt. :)

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          Everpure  

          Naja, das Problem ist ja, dass GAS weder vor Vintage noch vor neuen, innovativen Instrumenten halt macht.

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        Motion Drive

        Die Industrie machts einem aber auch schwer. Wenn man 15 Jahre zurück denkt…Analog war da schon mal tot oder unbezahlbar (Andromeda) und sonst gab es VA’s und Digitale…teilweise auch noch völlig überteuert. Glaube zb. der Nord Lead war um die 3k!

        2018 gibts in jeder Preisklasse Synths und gefühlt kommt jede Woche ein neuer analoger Monosynth.

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    TobyB  RED

    Ich heisse Toby und habe mein Studio unterm Dach und muss eine Wendeltreppe hoch. Das Gear auch. Nachdem ich mein AH ZED 420 hier hochgewuchtet habe, war ich vom GAS geheilt, dachte ich. Dann kam das MOXF8, für dieses musste die Wendeltreppe abgebaut werden, das MOXF8 hoch durchs Loch, Wendeltreppe wieder aufbauen. Ich bin geheilt.

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      swellkoerper  AHU

      Oh, das kenne ich. Dachstudio und Wendeltreppe – check. ZED420 – check. Und dann steht die ganze Ware da oben und wenn man im Sommer nur die Hälfte davon einschaltet, ist es in nullkommanix gefühlte 30°C heiss. Den Rechner fahr ich nur im Notfall hoch :-)
      Zurück zum Selbsthilfegruppen-Modus: ich habe heute für 90€ ein Lexicon MPX-1 gekauft, obwohl ich schon ein Dutzend HW-Effektgeräte besitze und fühl mich richtig gut dabei.

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        TobyB  RED

        Hallo Swellkoerper,

        vor drei Jahren im Sommer hab ich Tracks in durchgeschwitzten TShirts gezählt. ;) Im anschliessend Winter habe ich mir hier eine Klimaanlage einbauen lassen. Da ich Photovoltaik auf dem Dach hab ist das okay. Schwierig sind Möbel und alles was ein grösseres Grundvolumen von 60x60x120cm hat. Da überlege ich zweimal. Ansonsten wurden hier Tischbeine durch Racks ersetzt, welche dann mittlerweile voll sind. Was mich wirklich von GAS abhält, die Kanäle des ZED 420 sind voll. Das ZED 16 und MX1 auch. Das MPX1 hab ich auch in der Mastersektion. Mit 90€ ein No Brainer. Die letzte Attacke hat Roland Gaia SH01 ausgelöst, den gabs im Sonderangebot, der ging sogar verpackt hier hoch :)

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    wrywindfall  

    Ich kenne das Problem nur zu gut. Unzählige Synthies stapeln sich bei mir und können gar nicht alle eingesetzt werden. Tatsächlich habe ich in jungen Jahren mit weniger mehr Musik gemacht. Kann mich noch dran erinnern, wie ich damals einen Roland D-20 und einen W-30 hatte. Alles bis zum letzten Sound und zur letzten Stimme genutzt.

    Inzwischen habe ich mehr Geld aber leider weniger Zeit. So wird immer mal wieder was gekauft, aber wenig genutzt. Ich muss gestehen, dass mir immer mal wieder Gerätschaften aus dem Gedächtnis verschwinden, die ich dann „zufällig“ wiederentdecke. Verkauft wird auch, aber wenig. Ich versuche mich schon, auf wenige „essentielle“ Synths zu beschränken, aber davon gibt es zuviele. Und ich bin eher auf dem Vintagetrip unterwegs…

    Aber mal sehen, wieder mehr verkaufen und noch mehr einschränken, dann klappt’s auch wieder mit dem Musik machen!

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    polyaural  AHU

    Das Gute am Synth-GAS ist ja, man kann (!) die Dinger alle einsetzen. Sogar gleichzeitig. Aber schaut euch mal auf den Gruppen für z. B. Tonbandfreunde um.
    .
    Da gibt es Männer (es sind immer Männer, immer über 40) die zeigen jede Woche Filme von ihrer Wand mit 20+ Spulen-Tonbandgeräten, alle Geräte laufen, alle Zeigerinstrumente schlagen wild aus, die Behringer-19″-LED-VU-Kette flackert gespenstisch, und die Kamera des Mobiltelefons wird mit zittriger Hand aus der Totalen an jedes einzelne Gerät herangefahren, die Spulen gezeigt, die Alu-Kelche der NAB-Adapter, die Typenbezeichnungen, manchmal die offenen Tonköpfe. Und dann geht es wieder zurück in die Totale. Stolz platzt aus jedem der 24 Frames/sek.
    .
    Und das, meine kleinen, gefiederten Freunde, das ist wahres GAS. Jeder kann mehrere Synthesizer besitzen und sie verwenden. Aber mehr als ein dutzend Tonbandgeräte gleichzeitig laufen lassen, das ist wahrhaft ausserhalb jeder sinnvollen Nutzungsmöglichkeit.
    .
    Ausser man betreibt ein Tonband-Kopierstudio.
    .
    Hatte ich erwähnt das dort auch Beitragsgefechte über die „richtige“ Maschine (Revox vs. AKAI, Tandberg vs. SONY) geführt werden? Und das Behringer unter den Tonbändern heißt dort Shamrock.
    .
    Und jetzt Du.

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      Tyrell  RED 1

      Unglaublich! Ja, das scheint mir dann doch noch um einige Stufen heftiger zu sein, als Synth-GAS.

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      TobyB  RED

      Krass :) Aber was ist mit Studer und Nakamichi, sind das keine „richtigen“ Bandmaschinen.

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        polyaural  AHU

        Nakamichi macht meines Wissens Cassetten-Rekorder. Studer ist Hersteller von Bandgeräten für den professionellen Markt (Mehrspur- und Master-Bandmaschinen), dessen Zweig für den „Heimbereich“ Revox in Deutschland ist/war.
        .
        Ich habe bei Robert Babicz im Studio eine Studer (A80) Mastermaschine gesehen. Der Klangfetischist schwört auf analoges Mastering. Auch Frank Müller Beroshima hat einiges an Master- und Mehrspurmaschinen. Er ist wohl auch Sammler. Marcus Fischer macht Klangcollagen auf und mit Bandmaschinen, und baut sie zu Installationen aus. Vor ein paar Monaten hat er Installationen in der Robert Rauschenberg Residency aufgestellt, bei der Bandgeräte durch den Raum geführte Bänder ziehen und die darauf aufgenommenen Klangereignisse in einer Loop abspielen.
        .
        Hier ein Beispiel: https://vimeo.com/200376953
        .
        Vorsicht: GAS!
        .
        Ich habe eine Revox B77 MK II in der 2-Spur-Version. Ich nutze die um digitale Aufnahmen am Ende aufzuwerten. Wer das ein mal selbst zuhause gemacht hat weiß wozu das gut ist. Leider ist inzwischen eine AKAI GX-260D und eine TASCAM 3340S dazu gekommen. Aber die müssen beide wieder weg. Ansonsten brauche ich schnell ein Regal, und mache dann jeden Samstag kleine Filme …

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          TobyB  RED

          Hallo Poly,

          Nakamichi ist klar, ich hab bei denen keine Bandmaschinen gefunden aber bei Technics, die haben Bandmaschinen. Ist das schon oberhalb von Shamrock? Ich habe selber eine Braun Atelier Anlage, eine komplette Fisher 7700 und ein Nakamichi Dragon Tapedeck. Und ich hoffe von meiner Mutter das RFT S 3000 mit BR 25 Boxen zu erben. Aber ich habe kein HiFi GAS. Ich find nur heutige Hifi System mit Soundbars und so, ganz übles Zeug.

          Digitale Aufnahmen, analog aufwerten. Da schlagen in meinem in meiner Brust zwei Herzen, das erste Signal und Übertragungstheoreme. Weil das hier eine Verschlimmbesserung ist. Auf der anderen Seite, ich ziehe auf ab und an was über die Hinterbandkontrolle ab. Und hab hier noch einen gemoddeten Panasonic „Walkman“ der Tapeloops aufnehmen und wiedergeben kann. Die Sättigung macht was mit dem Sound.

          Die Videoinstallation ja mal der Hammer.

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            polyaural  AHU

            Shamrock produzierte damals™ die billig… pardon, günstigsten Tonbänder. Die Frage damals war, wieso konnten die so günstig produzieren? Inzwischen weiß man das die bei den Trägermaterialien massiv sparten. Mit der Zeit ziehen die Luftfeuchtigkeit, und das zeigt sich am Anfang in „schmieren“ der Bänder. Die Magnetschicht klebt dann an Umlenkrollen und Tonköpfen. Später klebten die Bänder aneinander. Erst leicht, so dass das Umspulen schwer ging. Später pappten die Bänder auf der Spule zu einem Block zusammen. Schade um manche unwiederbringliche Aufnahme.
            .
            Fisher, da war ich mal Fan von. Die Bassmembrane aus aufgeschäumtem Aluminium war schlicht der Hammer. BR25? Dafür hätte manch anderer schon längst einen Dienstleister in Anspruch genommen um die Wartezeit bis zum Erbe zu verkürzen.
            .
            Was das Aufwerten digitaler Aufnahmen angeht, so kann ich folgendes unter Eid aussagen: Digital klingt anders als analog. Wenn ich eine MP3 auf Band aufnehme klingt sie nachher „besser“. Der Bass ist runder, tiefer und drückt mehr. Die Mitten sind präsenter, die Höhen weniger harsch. Ob das auch in Messwerten auszudrücken ist kann ich nicht sagen. Aber ich habe mal gehört, Bass ist in digital immer schlechter als in analog. Natürlich ist mir klar das Band nur aufnehmen kann was man reinschiebt. Ist aber trotzdem so … ;-)

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              TobyB  RED

              Hallo Poly,

              das spären am Träger recht sich dann natürlich. Zumal du diese Bänder dann später auch wohl schlecht im Klimaschrank „backen“ kannst. :-( Es sei denn du willst einen monoliethischen Tapeblock haben.

              Mein alter Herr wusste zu Lebzeiten, wie sich seine Westimport Platten von Stax, Blue Note u.a. anhören sollten. Die originalen S3000 Boxen hat er gleich an dem Junior gegeben, denen fehlte was. Allerdings und das gehört auch zur ehemaligen DDR musste Senior ein Jahr auf die BR 25 warten. Es soll aber nicht verschwiegen werden, das er eigentlich die BR50 haben wollte, der Mutterakzetanzfaktor, zu dieser Box, gegen Null ging. Ich hab mit Mutter einen Deal, wenn ich ihr eine neue gleichwertige Anlage kaufe darf ich die S3000 und BR25 haben. So nun muss ich mein Synthgas in den Griff bekommen ;-) Was in 2018 echt ne harte Kiste wird.

              Digitale Aufnahmen haben wie analoge halt auch eine Übertragungsfunktion, die Kollegen diskutieren ja gerne mal die ADDA Wandler. Hartgesottene nehmen die Summierung der DAW auseinander und zählen jedes Bit nach. Shannon Nyquist hin oder her. Und das analog aufzuwerten ist ja nichts schlechtes. Selbst wenn der Messwert was anderes zeigt, ist es durchaus richtig wenn es dem Ohr gefällt. :)

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    polyaural  AHU

    Ach ja, an alle die glauben sie seien geheilt. Das dachte ich auch bis vor einem Jahr. Dann polterte ein längst vergessener ebay-Agent über den Bildschirm und plauderte aufgeregt von einem Club of the Knobs Synthesizer 15. Der Preis war gut. Ich habe ihn um 25% unterboten und gesagt, dafür würde ich ihn kaufen.
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    Ich dachte damit wäre mein GAS ausgetrickst, denn ich hatte ja den Kaufprozess angeschoben. Meine Hoffnung war das der COTK natürlich nicht für den hoffnungslos unverschämten Preis an mich geht, sondern das der aufgerufene und angemessene Preis innerhalb weniger Tage zum Zuschlag führt. Ich wartete also täglich auf die Nachricht „Der Artikel ist nicht mehr verfügbar“.
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    Nach drei Wochen kam die Nachricht, ob ich den Synthesizer 15 immer noch kaufen will, und das der Anbieter den maßlos unverschämten Preis akzeptieren würde.
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    Das war’s dann mit „geheilt“.

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    StromAn

    Wenn wir ein Mittel gegen die »Sucht« finden sollten, so wird es nur die Weisheit sein.

    Alexander Golfidis

    :-)

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      Wellenstrom  AHU

      Gibt ein oder zwei (oder sogar drei) Mittel:
      – noch ein Zweit- und Dritthobby
      – Tracks aufnehmen. Während dieses Prozesses sollte man so ausgelastet sein, dass die Suchtfrage an den Rand gedrängt wird.
      – ein komplett anderes Instrument (Gebläse, Zupfdingens oder so) zulegen, in das man sich intensiver einarbeiten muss, das man quasi neu entdeckt.

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    rio  

    Obwohl es bei mir auch nicht gerade wenig ist, ist es eigentlich ganz einfach. Es kommt bei mir nur was ins Haus, was auch potentiell Verwendung hat (d.h. technisch kompatibel mit dem Rest). Einige Geräte wurden für diesen Zweck modifiziert bzw. neu entwickelt, bzw. sind ein paar Eigenentwicklungen dabei. Aber klar, es wurde mehr – aber die möglichen Anschlüsse (MIDI/AUDIO) sind irgendwann auch gezählt. Dabei ist mir wichtig, dass das ‚Studio‘ übersichtlich bzw. Platz zum Arbeiten bleibt (!) und man weiterhin Spass an all den Geräten hat. Darum hat sich mein GAS – ich hoffe es ;) – weitestgehend selbst über die Jahre reguliert.

    Und natürlich hat man seine Lieblinge, mit Denen man gerne arbeitet (auch aufgrund der Skills über die Jahre) und Diese niemals weggeben möchte ;)

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    Saxifraga  

    Also du kannst deinen OB-Xa gerne hier bei mir in Berlin unterstellen! Ich werde ihn liebevoll pflegen und auch die Renovierungskosten übernehmen! ;)

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    Everpure  

    Ich habe mittlerweile aufgehört, mitzuzählen, wie viele Synthesizer ich in den letzten zehn Jahren ge- und wieder verkauft habe. Und meine Frau hat aufgehört, mit dem Kopf zu schütteln, wenn schon wieder ein Paket geliefert wird.

    Aber ich glaube sehr fest an diese eine Heilungsmethode: Schafft euch eine Band oder einen musikalischen Partner an. Bandproben, Studioaufnahmen, regelmässige Jam-Sessions, tatsächliches Songwriting, Verabredungen miteinander, wer bis wann welchen Teil welches Songs weiter bearbeitet – das hilft ungemein beim Fokussieren auf das Wesentliche. Und es bleibt weniger Zeit, Amazona zu lesen und bei Ebay nach neuen Angeboten zu gucken.

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    Danny Who  AHU

    Erkenntnis 1: GAS ≠ bessere Musik. Die besten Tracks und Sets sind in Momenten besonderer Inspiration und unter guten Leuten entstanden und nicht auf dem neuesten und tollsten Zeug.
    Erkenntnis 2: GAS ist letztlich reichlich Zeitverschwendung. GAS finished keine Tracks, macht keine tollen Partys, Urlaube etc. wett. Und kommentieren bei Amazona darüber auch nicht ;)

    Als DJ bin bei quasi allen Gerätegattungen jetzt mit maximal 3 Tauschen beim Optimum angekommen.

    A&H Xone Analog Filter? < 10 mal benutzt. Zum Glück sehr gut weiterverkauft. Tolles Gerät, aber sinnlos wenns einstaubt.Aufwändig selbst designtes, vom Tischler für über 2000€ angefertigtes Pult? Letzlich zu sperrig und mächtig. Umstieg auf ein viel platzsparenderes Expedit mit etwas Modding. Flexibler und kann umhergerollt werden.Stand seit Jahren: Rane Empath und Technics, Serato SL3, HD 25.Wunsch 1: Rane 2014. Aber Serato verweigert sich einer höchst sinnvollen Zertifizierung. Traktor hat es aber, und der 2015er hat auch alles, also WTF? ein digitaler mit unnötiger Zwangs-DA-AD-Wandlung?Wunsch 2: Rane Twelve, um endlich die sinnlose Analogisierung digitaler Steuerung samt aller Problemquellen loszuwerden. Aber nur für Battlemodus designt und mit völlig fehlplatziertem Kabelauslass? WTF-Moment No. 2.Fazit: neue Technik würde auch neue Ärgernisse bringen. Daher: noch kein Kauf bisher.

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      Danny Who  AHU

      Beim Umzug läutern mich Helfer zurecht, wie viel geiles aber viel zu ungenutztes und damit verschwendetes Zeug man eigentlich von A nach B schleppt. Ich lebe sonst auch auf schlankem Fuß. Deshalb: bestehendes Zeug muss erst ausgereizt werden, bevor es mehr gibt.

      Beim Produzieren erkannte ich sofort, dass die Möglichkeiten einer Ableton Suite (damals V 8) Jahre brauchen werden, ehe ich sie annähernd erkundet (nicht ausgereizt) habe. Deshalb: keine Hardwarewünsche bisher. Superbooth? Ließ mich kalt. Rauschen und Quietschen aus dem hundertsten Modul ohne musikalischen Mehrwert.

      Einzig der Zugang zum ITB-System ist wichtig. Also unbedingt Controller: ein Keyboard. Dann schnell noch was von Akai mit Pads für Drums dazu.

      Inzwischen bin ich über die geniale Live 9 mit Push 1 bei 10 und Push 2. Natürlich fand ich weder die Zeit, V9 oder 10 ausreichend auszuchecken. Die damals noch zusätzliche Max Vollversion und Max 4 Live? 300€ fürn bisher kaum genutztes Gimmick. Lizenz weiterverkauft und heute eh inklusive in Suite.

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        Danny Who  AHU

        Push war und ist grandios, weil ich dank der Einbindung endlich mal nen Track fertig bekommen habe, wofür mir zuvor gute Controller fehlten. Auch den 2er hab ich immer noch nicht ausgereizt.

        Jetzt sitze ich hier zusätzlich mit nem NI K61 Keyboard, freue mich über Spielhilfen und Tastatur. Und ärgere mich zugleich aber über die schlechte Einbindung in Live/das Push-Zusammenspiel dieser Hilfen oder hab noch nicht den Dreh raus (wer kann helfen? Hier mein Video mit der Problembeschreibung: https://www.youtube.com/watch?v=RP79Le–uBU).

        Zuletzt gabs noch für den Downmix das Novation Launch Control XL. Nur Funktionsgetestet, auch die Akai-Pads sind viel zu selten genutzt bisher.

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        rio  

        Zum Thema Hardwareanschaffung – sehe ich es vom Prinzip ähnlich, dass man erstmal das Ausreizen sollte, was man hat – bzw. das Anschaffen womit man einen Plan hat. Macht die Hardware dabei nur Trouble, dann lieber weg damit ;)

        Zum Thema Superbooth – auch wenn ich nix „Modulares“ habe – ist die Messe genial, um auch ‚Leidensgenossen‘ zu treffen oder einfach zu schauen an was aktuell getüfftelt wird. Im Endeffekt inspiriert mich die Messe einfach weiter elektronischer Mucke zu machen… Es wäre schade, wenn es das nicht mehr gibt. Ausserdem liebe ich den Rauschpegel dort…

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    Wellenstrom  AHU

    „– ein komplett anderes Instrument (Gebläse, Zupfdingens oder so) zulegen, in das man sich intensiver einarbeiten muss, das man quasi neu entdeckt.“

    Muss ergänzen…. eine ANDERE „Synthesephilosophie“ tut es auch. Bei mir isses jetzt seit einiger Zeit tatsächlich immer noch der (Arturia) EASEL, der mich inspiriert, an den ich anders rangehen muss als am sonst gewohnten „East Coast Synthesis“ Ansatz. Wenn man sich dann noch als Ziel setzt, damit „normalen“ Pop z.B. zu machen, dafür dann auch wirklich die Sounds komplett selbst schraubt, und den in Kombi mit dem anderen Zeugs verwendet, dann ist man lange inspiriert und gefordert. innerhalb von wenigen Wochen nun den 3. Track geschraubt, das Teil quasi an der Basis des Klanggerüsts eingesetzt.

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    iggy_pop  AHU

    Wenn man sich einmal bewußt gemacht hat, daß der ganze Krempel, der bei einem rumsteht, einem gar nicht gehört, sondern nur eine Leihgabe für eine bestimmte Zeitspanne ist, entzerrt sich das Suchtverhalten mit einem Schlag sehr deutlich — ich für meinen Teil überlege mir mittlerweile sehr sorgfältig, ob mir die Leihgebühr überhaupt die Zeit wert ist, die ich auf die Beschaffung eines Gerätes verwenden müßte bzw. ich die Zeit, die ich bräuchte, um die Leihgebühr zu verdienen und übrig zu haben, nicht in sinnstiftendere Aktivitäten stecken sollte.
    .
    Zum Beispiel Musik machen mit dem Zeug, das hier schon rumsteht und nicht mit dem, was ich aus irgendeinem Grunde meine, erst noch haben zu müssen, um dann aber richtig und überhaupt und sowieso…

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      TobyB  RED

      Moin Iggy,

      du wirst ja richtig existenzialistisch. Der GAS Kranke muss allerdings erst mal bis zum transzendentalen Punkt des Seins durchdringen, um deine Erkenntnis in seine Wirklichkeit zu überführen. Und somit Heilung zu erfahren.

  27. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Mist – da labert man mal eben so locker fluffig daher, dass man den Versuchungen widerstehen könne, und schon lodert es wieder, das Feuer der Gear-Versuchung. Und zwar aus allen Himmelsrichtungen. Studioequipment, Experimentierkasten, Gitarren…. HILFE!!!!!

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