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Superbooth 19: KORG Volca Nubass, Vacuum Tube Synthesizer

14. Mai 2019

TB-303 mit Röhre?

Der Leak erwies sich als korrekt. Der Korg Volca Nubass existiert. Dem Format der bisherigen Volcas folgend bietet der Nubass als erster Volca die NuTube Röhrentechnologie.

Das Neue dabei ist, dass die Röhrentechnologie nicht nur als Effekt integriert ist, um den Sound „anzudicken“, sondern ein klangerzeugende Oszillator, inklusive Suboszillator.

Die NuTube ist aber keine „echte“ Röhre, sondern ein stromsparenden Chip mit Sättigungspunkt-Parameter. Als Schwingungsformen gibt es Sägezahn und Rechteck.

Korg Volca Nubass Draufsicht

Korg Volca Nubass live auf der Superbooth 19

In der klangformenden Kette gibt es ein Ladder-Tiefpassfilter mit Resonanz (Peak) und einen synchronisierbaren LFO mit Dreieck- und Reckteckform, der auf Pitch, Cutoff und Lautstärke angewendet werden kann.

Der Volca Nubass scheint von der Bedienung mehr vom Korg Volca Kick geerbt zu haben als vom Volca Bass, auch das Motion-Sequencing scheint mehr vom Kick übernommen worden zu sein.

Vom Klang geht der Volca Nubass auch eine ganz andere Richtung als der Volca Bass, der sich, obwohl von der 303 inspiriert, doch eigenständig zeigt. Der Korg Volta Nubass ist dafür wesentlich näher an einer Roland TB-303 dran.  Der Sound ist um einiges bissiger und quäkender , so wie man es von einer 303-Art erwartet und zusammen mit den Attack- und Decay-Einstellungen ist das schon extrem Acid-fähig.

Korg Volca Nubass

Korg Volca Nubass im Rack mit Geschwistern

Und hier gleich noch ein wichtiger Hinweis: Korg Volca Bass und Volca Nubass machen sich nicht das Revier streitig. Im Gegenteil, ich denke sie ergänzen sich gut.

Nach dem dem weniger gelungenen Volca Mix scheint Korg hier wieder auf der richtigen Spur zu sein!

Der Volca NuBass on YouTube

Hier nun noch einige offizielle Informationen von Korg zum Volca Nubass:

Nutube-Technologie als Herzstück des volca nubass

Die Nutube ist mit zwei voneinander unabhängigen Trioden ausgestattet. Eine davon wird im Oszillator verwendet, um entweder eine Sägezahnwelle oder eine Rechteckwelle zu erzeugen. Die zweite Triode wird in der Drive-Schaltung des Suboszillators verwendet, der eine Oktave tiefer für zusätzlichen Druck und Wärme sorgt. Sowohl der Oszillator als auch der Suboszillator verwenden ein Schaltungsdesign, das den harmonischen Grundcharakter hervorbringt, den nur eine echte Vakuumröhre liefern kann.

Transistor Ladder Low-Pass-Filter

Das Low-Pass-Filter definiert den Klang dieser Bass Machine. Hier findet ein Transistor Ladder Design Verwendung, das auch in klassischen, analogen Bass-Synthesizern zu finden ist. Dieses Filter besticht durch eine einzigartige Dynamik, da es den Klang stärker beeinflusst, als ihn einfach nur hell oder dunkel klingen zu lassen. Seine breite Palette an klanglichen Möglichkeiten prädestinieren es für den Einsatz in den unterschiedlichsten Dance Music Genres. So lassen sich beispielsweise die charakteristischen Modulationen erzeugen, die für Acid House typisch sind, oder – mit erhöhter Resonanz – Sounds mit besonders scharfem Klangcharakter, die sich besonders gut für Techno eignen.

Analoge Drive-Schaltung

Der volca nubass ist mit einem Overdrive-Effekt ausgestattet, der sich am analogen Schaltkreis einer klassischen Stompbox orientiert. Wird der Regler nach rechts gedreht, erfährt die Lautstärke eine Kompression mit leichter Verzerrung, die die Bass-Sounds angenehm anreichert. Der Tone-Regler kontrolliert dabei die Intensität der hohen Frequenzen.

Ein 16-Step-Sequencer

Der volca nubass ist mit einem 16-Step-Sequencer ausgestattet, der eine Vielzahl an Funktionen bietet. In Verbindung mit einem Drum-Computer lassen sich so ganz einfach Rhythmustracks und musikalische Loops erzeugen. Wie im Rest der volca-Serie lassen sich die 16 Taster für die Programmierung des Step-Sequencers nutzen, oder aber auch als Tastatur für Echtzeit-Recording. Die Chain-Funktion ermöglicht es, mehrere Sequencer Pattern nacheinander abzuspielen, wodurch sich bis zu 16 verschiedene Sequenzen miteinander verketten lassen. Die Motion-Sequence-Funktion erlaubt es, Reglerbewegungen aufzuzeichnen, um den Klang im zeitlichen Verlauf zu verändern. Diese Funktion kann z. B. zum Erstellen von Loops oder auch für dynamische und originelle Live-Performances verwendet werden. Bis zu 16 Sequencer Patterns mit jeweiligen Motion-Sequenzen können im internen Speicher abgelegt werden.

Transpose-, Akzent- und Slide-Techniken

Der Sequencer des volca nubass liefert drei Funktionen, die die typischen Akzent- und Slide-Techniken ermöglichen, die für den charakteristischen Acid Bass typisch sind. Diese Transpose-, Accent- und Slide-Funktionen sind über den Step-Sequencer zugänglich und einstellbar. Alle diese drei Funktionen können mit Zufallsparametern programmiert werden. Zusätzlich zum Erzeugen unvorhersagbarer Pattern lassen sich auch verschiedene Einstellungen per Zufallsfunktion steuern, um noch mehr Variation in die Pattern zu bringen und somit zu völlig unerwarteten und überraschenden Ergebnissen zu gelangen.

Anschlüsse

Da das Gerät Sync-Ein- und Ausgänge zur einfachen Verbindung mit KORG Grooveboxen bietet, lässt es sich auch mit anderen volca Geräten, allen Synthesizern aus der „logue“-Serie oder Equipment wie einer electribe2 oder einem SQ-1 verbinden, um die einzelnen Sequencer auf einfache Art miteinander zu synchronisieren. Außerdem liegt ein Standard-MIDI-IN-Anschluss vor, mit dem sich der volca nubass auch als Sound Modul für Ihre DAW nutzen lässt.

Mobilität

Durch seine kompakte Größe, die Möglichkeit zum Batteriebetrieb und den eingebauten Lautsprecher lässt sich der volca nubass auch problemlos unterwegs verwenden.

Kostenloses Software Bundle

Der volca nubass wird mit einer umfangreichen Auswahl an Musiksoftware ausgeliefert, darunter auch das Programm „OZONE Elements“von iZotope, mit dem sich Songs nicht nur erstellen, sondern auch mittels „AI“mastern lassen, die Software „Skoove“, die Ihnen helfen kann, Ihre spielerischen Keyboard-Fähigkeiten zu erweitern sowie die DAW „Reason Lite“und verschiedene Software Instrumente von KORG und anderen Herstellern. Anders ausgedrückt bedeutet das, dass Sie im gleichen Moment, in dem Sie Ihren Synthesizer zum ersten Mal verwenden, bereits über eine große Auswahl professioneller Software-Tools verfügen, mit denen Sie Ihre Musik auf das nächste Level heben können.

Die Korg-Volca-Family im Überblick

Wer auch weiterhin den Überblick über alle Mitglieder der Korg Volca Family behalten möchte, der klickt bitte jetzt direkt in unseren umfassenden Volca-Family-Report HIER.

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Forum
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    Emmbot  AHU

    Und diesmal mit Accent und nem Drive, das hört sich von den Features schonmal Recht brauchbar an. Ich bin auf die ersten Demos gespannt.

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    penishead  AHU

    Hm, damit muss ein Mördersound möglich sein. Wenige VCO Gestaltungsmöglichkeiten, und dafür nur Filter und Drive etc. Bin mal auf den Grundklang gespannt.

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      Altered  AHU 3

      Die Röhren aus den Electribe Modellen ESX und EMX waren ja eher Zierrat, mit recht wenig brauchbaren klanglichen Eigenschaften… ich hoffe Korg hat das Konzept von damals schwer überarbeitet… ansonsten ist es nicht mehr als ein schöner dekorativer Effekt

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    tonvibration  

    ? Den Artikel gibt es irgendwie doppelt (zumindest die obere Hälfte) – mit unterschiedlichen Kommentaren ?? führt die Redaktion nicht eigentlich solche Artikel zusammen? Erste Meldung, ergänzende Details usw… Was gut ist, für eine gemeinsame Diskussion. Naja, wollt ich nur kurz Bescheid geben, scheint in dem Fall mal nicht geklappt zu haben. Na, da muss ich wohl gleich nochmal hier meine Frage posten ;)

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    tonvibration  

    Tolles Teil, weiß jemand ob:
    – Stepprogrammierung bei Laufenden Betrieb möglich ist?
    (die Volca Bass hält beim Umschalten in die Stepprogrammierung einfach an – machte die 303 ja auch, ist aber auf Jams ein schlechtes Benehmen und noch dazu völlig unnötig)
    – Transpose (yipie!) sich auf einzelne steps bezieht, oder ob es endlich auch eine Möglichkeit gibt das gesamte Pattern zu transponieren?
    (Macht bei einer begleitenden Bassline ja durchaus Sinn und andere Hersteller kriegen das ja auch hin)
    Ich mag die Volcas echt gern, aber diese beiden fehlenden Funktionen gehen mir echt bei jeder Jam auf die Nüsse. Sind unnötige Einschränkungen.

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      Emmbot  AHU

      Im Transpose-Modus kannst du die Steps wählen welche eine Oktave erhöt werden. Gesamt Transpose hast ja über den Pitch-Regler + Funk Taste auch in Haltonschritten +/- Eine Oktave.

      Steprec stopt die Sequenz. Was ja auch logisch ist den das Lauflicht „muss“ ja anzeigen wo man ist. In deinem Fall scheint es dir egal zu sein du willst einfach nur 16 Steps reinhauen und dann mit der Sequenz weiterspielen. Wenn ich das richtig verstehe, dass wäre mir bei einem Gerät mit nur 16 Steps auch recht.

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        tonvibration  

        Danke Emmbot :)
        Dass Gesamt-Transpose so geht, wusste ich noch garnicht. Hoffentlich auch bei der Bass (war ja eine der ersten Volcas) – muss ich heute Abend mal checken. Wäre super…
        Bzgl. „das Lauflicht muss ja anzeigen wo man ist“ – sehe ich anders. Denn das Lauflicht könnte ja mehrere Dimensionen haben (z.B. leuchten,langsam blinken, schnell blinken) oder gar im steprec Modus halt nur den step anzeigen und mal auf die derzeitige Wiedergabeposition verzichten (die höre ich ja auch). Andere Hersteller kriegen das ja auch hin.
        Tatsächlich will ich beim jammen neue Basslines programmieren können. Selbst wenn dann erstmal nur step 1und 2 kommen, da ich die anderen noch nicht programmiert habe, und dann sukzessive immer mehr steps. Ist nämlich besser, als wenn die Bassline für 1 Minute einfach ganz weg ist. Außerdem würde man so direkt hören, ob sie in den Gesamtkontext passt und könnte steps sonst anpassen, anstatt immer zwischen den Modi zu wechseln…

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          Emmbot  AHU

          Bin ich bei dir wenn das Pattern läuft kann man das Lauflicht weg lassen. Die Bass kann kein gesammt Transpose. Ggf. Den Lfo missbrauchen oder alle Vcos „simultan“ hochdrehen.

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    Emmbot  AHU

    Neu ist die SHIFT Funktion hiermit lassen sich die gesetzten Steps für Transpose, Accent und Slide (einzeln) jeweils nach links und rechts verschieben um schnell neue Variationen zu bekommen.

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    teletom

    Hallo Markus,

    Du schreibst: „Die NuTube ist aber keine „echte“ Röhre, sondern ein stromsparenden Chip mit Sättigungspunkt-Parameter“

    Das ist nicht korrekt! Die NuTube ist eine „echte Elektronenröhre“:

    Zitat Heise.de:

    Entwickelt wurde die Miniatur-Röhre von Korg in Zusammenarbeit mit dem japanischen Display-Hersteller Noritake-Itron, der eine langjährige Erfahrung im Bau von Fluoreszens-Displays (VFDs) aufweisen kann. So verwundert es nicht, dass die Miniatur-Röhre wenig Ähnlichkeit mit den üblichen Glaskolben hat, die sich auch heute noch in vielen Gitarrenverstärkern finden.

    Die 6P1 getaufte Doppeltriode erinnert mit ihrer flachen Bauweise eher an ein VFD – und tatsächlich hat Noritake etwas Leuchtstoff auf die Anoden aufgebracht, so dass das Bauteil im Betrieb geheimnisvoll leuchtet. Die direkt geheizte Kathode besteht aus einem Glühfaden, der weniger als 20 mA bei 0,8 V Heizspannung braucht. Als Anodenspannung sind 5 bis 80 V zulässig.

    Gruß
    Thomas

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      Markus Schroeder  RED

      mit „echte“ meinte ich „herkömmliche“ Elektroröhre die schon im Leerlauf eine fette Leistung zieht.

      (siehe dazu auch meine ursprüngliche News zur NuTube auf Amazona)

      :)

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        teletom

        Hallo Markus,

        alles klar :-)

        Die Leistung hat ansonsten nichts mit dem technischen Prinzip zu tun. Es gab übrigens auch früher schon Elektronenröhren mit sehr kleinen Abmessungen und (verhältnismäßig) geringer Leistungsaufnahme. Suche mal nach „Bleistiftröhre“ oder „Nuvistor“.

        Gruß
        Thomas

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