Report: Musikmesse 2007 / Synthesizer

2. April 2007

Messebericht Synths

28. – 31.3. Musikmesse Frankfurt 2007

Individualer Klangtourismus

Furchterregende Figur mahnt zum Notenlesen, na wenns wirkt..

Furchterregende Figur mahnt zum Notenlesen, na wenns wirkt..

Die Messe war wieder anders als andere, so zumindest ist die Stimmung bei den Ausstellern. Schon Mittwochs gab es viele Besucher – mehr als man erwartete, was sich bis Freitag ebenso bestätigte.

Den für die breite Nutzerschaft offenen Samstag nutzten, wie gewohnt, die größte Menge an Personenmaterial, um die neuen Errungenschaften anzutesten oder mit anderen Kohlenstoffeinheiten (aka Menschen) in Kontakt zu treten.

Als Gesamttrend ist durchaus eine gute bis sehr gute Stimmung zu vernehmen. Auch scheinen immer individuelle Lösungen von kleinen Firmen eher im Trend zu sein. Neben den bekannten Großfirmen waren auch viele kleinere Altbekannte wieder da, was die Stimmung hob: Von Waldorf bis zu einer neuen Phönix-aus-der-Asche-Fraktion um die ehemalige Firma Creamware. Doch dazu am besten gleich Details und Fakten..

Neue Synthesizer

Sehr unerwartet sind 2 ehemalige Mitarbeiter der ersten Firma Creamware unter neuem Namen SonicCore unterwegs: Jürgen Kindermann und Holger Drenkelfort bilden das Programmierteam der neuen Firma, man verwendet die Technologie des Scope Entwicklungssystems, welches sich nun auch rechtlich und damit sicher bei SonicCore befindet.

Die indische Firma InDSP unter der Leitung des Creamware-Gründers Frank Hund wird ebenfalls an dieser Technologie feilen und somit einen eigenen Weg gehen – hier wird es vielleicht irgendwann erneut spannend in Zukunft?

John Bowen und seine Kreation: Solaris

John Bowen und seine Kreation: Solaris

Die interessanteste Neuheit der Messe ist jedoch der Solaris. John Bowen (Soundentwickler der ersten Generation) ist der Vater des neuen Prototypen namens Solaris. Beim Solaris handelt es sich um ein auf SHARC DSPs basierten Synthesizer womit er in die Riege der virtuell analogen Synthesizer gehört.

Solaris Synthesizer im Detail

Solaris Synthesizer im Detail

Das Optische erinnert etwas an den Oberheim Matrix 12. 40 Regler und 5 Displays zieren die schwarzen und weißen Schlachtschiffe. Er besitzt 4 Oszillatoren, LFOs, Mischsektionen, Verstärker (Amp) sowie 8 Hüllkurven und bietet Moog, CEM und Oberheim-Modelle für Filter und Oszillatoren an. Dazu gibt es auch Kammfilter und Wavetables, sowie die Wellensätze des Prophet VS.

12_John Bowen Solaris.jpg

Preislich wird dieses 5-Displaytraumschiff sicher oberhalb der 2k€ Grenze liegen, jedoch auch unterhalb der 3k€-Schallmauer.

Clavias geheimnisvolle „taking the Lead again“-Kampagne wurde mit dem neuen Nord Wave Prototypen am Abend des Messemittwochs gezeigt.

Clavia Nord Wave im Detail

Clavia Nord Wave im Detail

Auch er ist ein noch nicht ganz finaler Prototyp, der im Herbst zu haben sein soll. Er ist optisch sehr stark an den Nord Lead 2 angelehnt, jedoch bietet er eine USB-Schnittstelle zum Upload von Multisamples in den ca. 64-67MB fassenden Samplespeicher.

Clavia Nord Wave

Clavia Nord Wave

Man verwendet hierzu eine Software, die auch die ca. 5fache Komprimierung beinhaltet. Auch Wavetables kommen an Bord. Sie bestehen aus einer vollen Periode – wieviele Waves pro Table möglich sind, wollte man noch nicht nennen.

G2 Nutzern ist jedoch gesagt, dass die wunderbaren Velocityswitches und Multisamples nur mit dem Nord Wave funktionieren und dort eher in Form eines „G3“ zu erwarten wären.

Ob es jenen G3 jemals geben wird, wollte man aber nicht klar zusagen.

Der Nord Wave wird 2fach Multitimbral sein und möglicherweise auch einen Drum-Mode haben, jedoch ist letzteres ebenso nur eine „mögliche Option“ für die Zukunft. Ob es ein Rack geben wird? Auch hier blieben die Schweden geheimnisvoll.

Neu hinzugekommen ist die „Time“-Funktion. Dies ist eine Art Motion-Sequence a la Korg Electribe/Radias, mit der man Reglerbewegungen aufzeichnen kann. Der Wave besitzt auch eine Effektsektion mit Delays, Reverbs. Die Regler sind Potis mit Anschlag und LED, sie zeigt an, ob der betreffende Parameter zu einer Morphgruppe gehört.

Der Preis soll etwa 20% unterhalb des Nordlead 3-Preises liegen.

 

 Beats  DJ  Gitarre & Bass  Keys  Stage  Studio  Vintage
Forum
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    Also ich für meinen Teil brauch eigentlich gar keine Hardware mehr. Die Synths die es als VST gibt sind mehr als ausreichend. Wenn ich mir vorstelle daß damals die Korg WS-EX ca. 4500DM gekostet hat sind heute die ca. 300€ doch echt lächerlich. Von den netten Zugaben mal ganz angesehen die die Legacy-Edition so mitbringt. Das gilt natürlich für die meisten anderen VST-Synth genauso. Ein ordentliches Masterkeyboard noch dazu und gut.

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    Eine der unübersichtlichsten Berichte von euch. Die Fotos wurden (zumindest die ersten) offensichtlich mit einem Handy geschossen, kein Bild passt zum Text und gegen Ende werden die Absätze unlesbar lang. Das geht erheblich besser.

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    Ja, hätten die Hardwaresynths dann wenigstens mehr Power oder besseren Sound gegenüber der Software… Den neusten Korg habe ich nicht ausprobiert. Aber ich vermute mal, technisch hinken sie alle hinterher.

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    Hallo!
    @Thomas:
    Ich find leider deine Kritik absolut ungerechtfertigt. Wie waers denn deiner Meinung nach uebersichtlich als nach Herstellern sortiert? und das einzige was an den Bildern net "scharf" ist ist wahrscheinlich damit begründet dass der Fotograf die anderen Messebesucher nicht mit einem 3Gigawattblitz penetriert hat.

    @Piet: VST sind "handlich" und preiswert, was mich aber zu Hardware zieht ist, dass ein Maschinen Eigenleben(VSTs muss man nicht stimmen), Synths sind für die Ewigkeit (Siehe Minimoog), Synth kann man tunen (bending, filtermods, etc), und die automationsmöglichkeiten bei VSTs sind zwar toll, aber ist mit der Maus vorm Bildschirm zu sitzen wirklich kreativitätsfördernd?

    Meine Meinung: Super Bericht, der durchaus seine Berechtigung hat-> Weiter so! Solche Berichte will ich öfters *g*

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    Vielen Dank für die Änderungen zum Arturia Origin. Wie wir auch auf der Musikmesse feststellen konnten, herrscht offensichtlich über das Konzept des Origin einige Verwirrung. Es handelt sich hierbei keinesfalls einfach nur um eine Rechner-Plattform, die nur die entsprechenden VSTis nachlädt. Der Origin ist vielmehr ein neuentwickelter modularer Synthesizer, der unter anderem auch Strukturen der bekannten Synth-Klassiker enthält.

    Gruß

    Fr@nk

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    @Stefan,also die Sache mit den Knöppen… da muß ich Dir Recht geben. Natürlich ist es was ganz anderes mit Potis oder Fadern zu arbeiten.Aber, es gibt ja auch Hardwarekontroller die die Plugs steuern können.

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    aber mal ernsthaft *g*…\r\nVST sind nicht schlecht aber hardware is halt n richtiges instrument… \r\n\r\ndas was für den drummer seine kessel oder für den gitaristen seine gitarre/amp.\r\n\r\nbei software fehlt eindeutig der seX (with the maschines) *g*.

  8. Profilbild
    Tyrell  RED 11

    @Thomas

    Ich muss Thomas in Schutz nehmen. Bis auf die Kritik an den Bildern stimme ich seiner Kritik zu. Ich habe daher den Artikel kurz nach seiner Kritik überarbeitet, die Bilder korrekt zugewiesen und den Report schließlich wieder online gestellt. Grüße, Peter (amazona.de Redaktion)

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    Moogulator hat seine Qualitäten. Allerdings sorgt der LFO in seinem Kopf leider all zu oft für wirres Geblubber. Abgesehen davon ist es löblich, dass hier über die Messe berichtet wurde. Insofern: Danke.

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    Schön, dass Ihr überhaupt einen Bericht habt.
    Aber ich muss mich leider Thomas anschliessen: Das Durcheinander im Text geht gar nicht. Das mit dem Bildern ist egal, die findet man eh überall im Netz.
    Wie Terminator schon sagt: ..LFO im Kopf..
    Vor allem, weil eure Berichte sonst immer ganz schick sind.
    Kopf hoch ;)

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    Dank dennoch für Kritik, leider unter hohem Zeitdruck und Umständen geschrieben, teilweise noch anhaltend…

    Wie auch immer, Text ist entsprechend geändert.

    Fotos: Kein Handy. Bin aber offen für weitere Verrisse – Ernsthaft. Bin inzwischen wieder gesund, vertrag ich jetzt auch ;)

    Paul von Anonymus

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    The person in that „Urs Heckmann @ work“ image is actually „Tasmanian Devil“, who worked at the U-HE stand this year. Google „tasmodia“…

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