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Hersteller-Report: KAWAI / TEISCO

Die Geschichte von KAWAI reicht bis auf das Jahr 1927 zurück, als der Gründer Koichi Kawai seine ersten Orgeln und Klaviere baute, dessen Handwerk er bei Yamaha erlernt hatte. Innerhalb der Führung von drei Generationen der Familie KAWAI wurde die Firma mit Hauptsitz in Hamamatsu durch die Bandbreite an Flügeln, Klavieren, Digitalpianos sowie durch die speziell für Klavieraufnahmen entwickelten Aufnahmesysteme zu einem der bekanntesten Hersteller weltweit. Nach Yamaha ist KAWAI heute der zweitgrößte Musikinstrumenten-Hersteller der Welt.

Bedingt durch den Ersten Weltkrieg stellte KAWAI zunächst nach seiner Gründung nicht etwa Klaviere und Orgeln her, sondern produzierte Flugzeugteile. Erst im Jahr 1948 verbesserte sich die politische und wirtschaftliche Lage, sodass KAWAI seine Produktion von Orgeln und akustischen Klavieren wieder aufnehmen und seiner Leidenschaft nachgehen konnte. Das Geschäft florierte und schon 1952 brachte KAWAI seinen ersten Konzertflügel auf den Markt. Sein Engagement auf diesem Gebiet wurde im selben Jahr vom Kaiser mit den „Blue Ribbon Medal of Honor“ belohnt, das ihn als erste honorierte Person in der Klavierindustrie ehrte.

In 1955 starb Koichi Kawai und sein Sohn Shigeru Kawai übernahm den Führungsposten in der Firma. Shigeru kombinierte die jahrlang ausgeübte Handwerkskunst seines Vaters mit modernen Herstellungstechniken und eröffnete 1957 ein Klavier-Montagewerk, mit dem er zum ersten Mal in der Firmengeschichte die Produktionslinie stark erweitern und eine Anzahl von Musikorganisationen bilden konnte. Aufgrund ihrer hohen Qualität und ihres nuancenreichen Klangs verbreiteten sich die KAWAI Instrumente schnell in großen Musikhäusern, Konzertsälen, bei internationalen Musikfestivals und Wettbewerben sowie an Konservatorien und Musikschulen auf der ganzen Welt.

Neben Flügelserien GE, GM und RX, ist besonders die EX-Serie bekannt geworden. Ein besonderes Flaggschiff in der KAWAI Flügelserie wurde zudem die nach Shigeru Kawais benannte Flügelzeile, die er selbst als sein „persönliches Erbe in die Klavierwelt“ beschrieb.

In den 80er Jahren versuchte KAWAI auch am wachsenden Elektronik-Markt Fuß zu fassen und trat hierbei auch unter seinem japanischen Namen TEISCO in Erscheinung.

Mit dem KAWAI K3 brachte KAWAI 1983 erstmals einen hybriden Synthesizer, eine Mischung aus analoger und digitaler Klangerzeugung, auf den Markt, der bis heute als Klassiker gilt. Mit der SX-Serie entwickelte man rein analoge, polyphone Synthesizer. Hervorzuheben ist hier vor allem der Kawai SX-240, der heutzutage eher als Geheimtipp gehandelt wird. Von den unter TEISCO-Flagge laufenden Synthesizern sind vor allem erwähnenswert der Teisco S-60F (1980) oder der Teisco SX-400 (1981).

Zur damaligen Elektronik-Produktpalette gehörten aber auch die digitalen Drumcomputer Kawai R-50 und Kawai R-100 (1985).

Mit dem Kawai K5, den es sowohl als Keyboardversion als auch als Rack Kawai K5-m gab, überraschte Kawai 1987 die Musikbranche mit dem ersten bezahlbaren additiven Synthesizer. 1996, einige CPU-Generationen später, wagte sich Kawai erneut an die Realisation eines additiven Synthesizers und nannte diese die K5000-Serie, die es in drei unterschiedlichen Ausführungen gab, als Synthesizer (K5000S), Rack (K5000R) und Workstation (K5000W). Mit diesem Trio verabschiedete sich KAWAI schließlich endgültig (oder vorläufig?) aus der Welt elektronischer Klangerzeuger und Synthesizer und widmete sich fortan wieder ausschließlich akustischen und elektrischen Pianos.

In allen Aspekten der Produktion, der technischen Forschung, des Designs, der Entwicklung und des Verkaufs von KAWAI Instrumenten achtete die Firma stets darauf, natürliche Ressourcen zu schützen, den Energieverbrauch zu senken, Materialien wieder zu verwerten und den Müll zu reduzieren. 1997 bekam Koichi Kawais Enkel Hirotaka Kawai, der 1989 den Führungsposten in der dritten Generation übernahm, als erster Hersteller in der Klavierindustrie das Zertifikat ISO 14001 – die bedeutendste Umweltauszeichnung der Welt für ein exzellentes Umweltmanagement.

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