Superbooth 19: Syntonovo Pan Synthesizer aus Holland

10. Mai 2019

Mit besten Empfehlungen von Syntonovo: Der Pan Synthesizer

Pan Aufmacher

Pan Aufmacher

Die Superbooth hat sich mit ihrer diesjährigen Ausgabe noch einmal übertroffen, neben dem sehr hohen Promifaktor hat sie auch dieses Jahr wieder mit frischen Überraschungen und Produkten der anderen Art gezeigt, Synthesizer sind frisch und noch lange nicht überaltert.

Der schwarze Pan

AMAZONA.de hatte auf der Superbooth 19 im Rahmen einer Vorführung und Demonstration die Gelegenheit, den Syntonovo Pan kennenzulernen. Und neben dem obligaten Tagesgeschäft war noch Zeit für Spaß mit Hauben. Aber kommen wir erst einmal zu der Nachricht.

Syntonovo hatte auf der Superbooth 2018 den Synton vorgestellt, der auch von dem Fachpublikum gelobt wurde. Der Pan Synthesizer ist die Weiterentwicklung des Syntons, in ihm sind Teile des Theremax und des Syrinx vereint. Der Syrinx ist vielleicht in Deutschland nicht so bekannt, genießt aber durchaus einen ikonischen Status. Hier nun im Pan die Weiterentwicklung. Ein moderner duophoner, via MIDI polyphoner analoger Synthesizer. Highlight ist das 3D Keyboard. Wem das Seaboard oder ähnliches zu schwammig ist, wird hier auf seine Kosten kommen. Synthonovo hat sich einem weiteren Problem angenommen. Und dieses im Pan clever gelöst, O-Ton Bert Vermeulen: Pan also deals with all the hassles of a modular synth and its patch cord spaghetti or fakir bed matrix. It hosts speedy storage of all parameters and control sound paths in an intuitive way. Look Mum, a four page manual!

Signal Fluss und Mod Matrix

Tatsächlich stimmt das, die Darstellung im Display ist auf das Wesentlichste reduziert und augenblicklich wurden komplette Patches komplett geändert.

Nun könnte man meinen, was ist mit den anderen grundlegenden Punkten. Hier nun ein Überblick über die inneren Werte:

  • 3D Tastatur
  • Velocity, Aftertouch( und alle so, YEAH), Z-Impact
  • 3 analoge Multifunktionsoszillatoren
  • 4 analoge Sinusoszillatoren
  • 1 analoges State variable Filter
  • 4-Band analoges Formant-Filter
  • 4-Band additive Synthese
  • mehrere analoge Verstärker
  • mehrere analoge ADSRs
  • mehrere ADs
  • mehrere LFOs
  • analoge und digitale Rauschgeneratoren
  • Ringmodulatoren
  • FX Inserts
  • CV-Out
  • MIDI InOout/Thru und USB-MIDI
  • duophonic/polyphon via MIDI

Patch

Das Spielgefühl ist äußert angenehm und die erreichbaren Modulationen des Klangs sind sehr einfach zu erreichen, der Aftertouch ist nicht zu stramm und lässt, gefühlvolle Spieler vorausgesetzt, sehr viel Raum für expressives Spiel. Und damit sind nicht nur die allfälligen Vangelis Brass-Sounds gemeint oder die händische Panflöte. Nein, hier haben wir ein Werkzeug zur Klangformung. Unterstützt wird dies durch zwei zusätzliche Controller links und rechts oberhalb der Klaviatur. Diese können mit verschiedenen Parametern bestückt werden und reagieren auf Pressen, Streichen und verändern den Sound von subtil bis brachial.

Der Pan ist sicher ein Boutique-Synthesizer in der oberen Preisklasse und sein Äußeres polarisiert. Der Autor wurde gefragt, welche Farbe er bevorzugen würde, wobei Schwarz keine Farbe ist. Also Minzgrün.

Der Syntonovo Pan kann unter www.syntonovo.com vorbestellt werden oder man kann sich dort auf die Warteliste setzen lassen.

Spaß mit Hauben :)

 Beats  Keys  Studio  Vintage
Forum
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    Ted Raven  AHU

    Von dem Teil hatte ich noch nie etwas gehört, bis ich heute auf der Superbooth zufällig darauf gestoßen war. WAS … EIN … SOUND!

    Ich finde nur die Stelle auf der Homepage nicht, an der man den Pan vorbestellen kann.

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    lightman  AHU

    Optisch eine Mischung aus Liberace und Dr. Zarkovs Labor in Flash Gordon. Bin sehr gespannt auf die ersten Tests. Was soll’n der kosten?

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      TobyB  RED

      Gell, optisch sehr eigen! Ich hätte gerne ein Video gemacht, nur war das heute Morgen um 1100h so so kakophonisch laut dort, dass ich keinen gescheiten Ton hinbekommen habe. Die Spieldynamik ist grandios. Und die daraus resultierenden Klangveränderungen ebenso.

      Wir nehmen mit Syntonovo noch mal Kontakt auf und bemühen uns um ein Testgerät. Den werde ich nicht machen. Bei mir würde zum Liberace und Dr. Zarkov noch Trevor Horn und Giorgio Moroder kommen.

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    psv-ddv  AHU

    Für mich, DER Knaller auf der Superbooth!
    Fortschrittliches Konzept, abgedrehtes aber durchdachtes Design, wahnsinns Tastatur und last not least absolut grossartiger Klang.
    Das beste kommt eben immer wenn man es nicht erwartet. Ich war wirklich baff.

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      costello  RED

      Du hattest leuchtende Augen :-) In der Tat ein sehr feines Teil, Filter wie bei den frühen Oberheims – Du drehst und drehst und drehst und der Klang verändert sich. Genial auch, wie subtil sich der Klang über die Tastatur beeinflussen lässt. In einem halben Jahr soll das gute Stück ja dann fertig sein.

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        psv-ddv  AHU

        Gut beschrieben costello. Überlege ernsthaft mich auf die Warteliste setzen zu lassen. Dabei habe ich mir ja eigentlich Kaufstopp verordnet :)
        Der Klang des „The River“ war allerdings auch nicht von schlechten Eltern…Hmmm

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          TobyB  RED

          Der River ist noch mal eine andere Baustelle. Aber ich finde die Geschichte des Rivers muss man unbedingt nochmal niederschreiben, krasses Projekt. Der Pan ist one of a kind, die Kleinigkeiten an die man dort gedacht hat, finde ich klasse. Genial ist auch die Möglichkeit des Signalroutings und die Modulationsmöglichkeiten. Das ist Verbindung mit dem XYZ, 3D. Für Toningenieure ist die Aufnahme dieses Instrumentes endlich mal wieder eine Herausforderung :-D

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    dilux  AHU

    wie wird den via midi aus einem duophonen ein polyphoner synth? geile optik auf jeden fall und ’nen syrinx würde ich 95 % aller monophonen vorziehen – so ich mir einen leisten könnte…und einen finden würde ;)

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      Ted Raven  AHU

      Stelle Dir vor, Du hast einen Synthesizer, dessen Klaviatur keinen Aftertouch beherrscht, der aber über MIDI Aftertouch empfangen und dann auch wiedergeben kann. Soweit ja nicht unüblich. So verhält es sich mit der Stimmenanzahl des Pan. Ist wohl der 3D-Klaviatur geschuldet.

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        TobyB  RED

        Hallo Ted,

        exakt, die Tastatur braucht einiges an Rechenzeit, ich habe aber keine merkliche Latenz feststellen können, auch nicht beim auftauchen der Bladerunner Goosebumps ;-)

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      swift  

      Im Gegensatz zum 2018 Design ist das neue Design für meinen Geschmack ein Griff ins Klo!

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        Ted Raven  AHU

        Das Design ist verständlicherweise nicht jedermanns Sache. Ich persönlich finde ihn schön, besonders den mintgrünen. Dabei mag ich solche Farben sonst überhaupt nicht.

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          psv-ddv  AHU

          Jup, der mintgrüne muss es sein!
          Das beisst sich dann bestimmt super schön mit meiner „seafoam-“ grünen Stratocaster. Da flimmert die Luft :))

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      psv-ddv  AHU

      Ja, aber da es ein duophoner Synth ist funktioniert der Poly-Aftertouch erst richtig gut, wenn Du die Tastatur als Midi Controller für externe Sounds einsetzt.
      Dafür kann die Tastatur Tastenbewegungen in der X/Y/Z Achse als Modulationsquelle nutzen. Also vertikal (klassischer Poly-AT) rechts/links (das konnte zuletzt das Solo Manual des Yamaha GX1) und vorne/hinten, keine Ahnung ob es das schon mal gab. In Kombination ist das für mechanische Tastaturen meines Wissens nach eine Weltneuheit.

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        swift  

        Ein kleines Keyboard mit Full Size Tasten und Poly-AT würde mich schon lange interessieren. Neben Synthies ist sowas sicher auch für Mellotron- und Clavichord Klänge interessant. Bei der gebotenen Optik des Pans kann ich aber nicht mit. Bleibt noch das M4000D. Ein Leichtgewicht ist das allerdings nicht mehr (auch nicht in der Finanzierung).

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        TobyB  RED

        Hallo psv-ddv,

        so in dieser Art findet man das nicht mehr, zumal der Trick dahinter nicht trivial ist. Du muss in Echtzeit die Bewegung interpretieren und in Modulation umsetzen und es soll bitte auch noch angenehm zu spielen sein. A) mechanische Herausforderung und B) Ich brauche einen gescheiten Controller der diese Daten in Echtzeit verarbeitet. Wenn jetzt noch MIDI 2.0 in die Pötte kommt. Einstweilen sitzt Toby am Tannhäuser Tor, Ecke Bladerunner und haut ein tiefphilosophisches “I’ve seen things you people wouldn’t believe.“ raus. Will sagen das Thema ist in der Branche bekannt und es wird dran gearbeitet.

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          psv-ddv  AHU

          Hi Toby,

          dachte mir schon, dass das schon auf der sensormechanischen Seite nicht einfach ist. Um so beeindruckender, dass die Minifirma Synton(ovo) das hinbekommt. Die Schnittstellenproblematik ist natürlich eine allgemeine. Für parallele, hochauflösende Controller Daten ist Midi einfach nicht gemacht. MPE hin oder her. Ein abwärtskompatibles Midi 2 wäre diesbezüglich wahrlich ein Segen, der viele von uns die C-beams im Dunkeln glitzern sehen lassen würde.

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            swift  

            „Normalen“ polyphonen Aftertouch gibt es ja schon seit den 70ern bzw. 80ern: Yamha CS-80, Elka MK55 und MK88, Kurzweil Midiboard, Sequential Prophet T8, Gem S2 Turbo und S3 Turbo, diverse Ensoniq Synthesizer. Die Technik sollte mittlerweile beherrschbar sein.

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              TobyB  RED

              Hallo Swift, wir reden hier nicht über normales AT, bewegst du die Taste nach links passiert was, recht es passiert was. Also 3D.Das ist der Punkt ;-)

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            TobyB  RED

            Da muss man einfach mal abwarten was die Entwickler ausbrüten. Diesbezüglich ist die Technik der Lageortung und Sensorik gut vorangekommen in den letzten Jahren und der Bang wird kommen. :)

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              psv-ddv  AHU

              Ja, glaube ich auch, das wird kommen. Wenn man sich mal vor Augen hält wie irre hochauflösend z.B. das Haken Continuum abtastet, oder ein Midi9 Sensor, der Poly AT aus den Mikrobewegungen einer Flügeltastatur nach dem Aufsetzten der Tasten auf dem Anschlagfilz generiert. Das ist zwar technisch alles sehr aufwändig aber wie immer wird das dann irgendwann in preiswerteren Regionen auch möglich.
              Dagegen sind die Lösungen aus den 70gern und 80gern eher krude und teilweise nicht besonders gut spielbar. Ich musste meine T8 Tastatur komplett neu aufbauen und stark modifizieren um den PolyAT gut spielbar zu machen. Problematisch beim klassischen Poly AT ist oft, dass sich der nötige Fingerdruck bei akkordischem Spiel sehr schnell aufaddiert und der ganze Akkord dann nur noch mit sehr hohem Kraftaufwand moduliert werden kann. Für ein wenig LFO Amount mag das noch reichen, aber wenn man polyphone Tonhöhenänderungen mit dem AT generieren will wird es anspruchsvoll. Das Ganze ist definitiv nicht trivial.

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