Workshop: Old-School-Sampling Teil 1

25. Mai 2000

Sampling Teil 1

Geschichtliche und technische Hintergründe

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem englischen Wort SAMPLING?

Musiker und Toningenieure assoziieren damit die Möglichkeit, Audiosignale zu digitalisieren und aufbereitet wiederzugeben. Dies geschieht entweder mit einem Computer oder einem sogenannten „Sampler” der im Grunde genommen nichts anderes ist, als ein auf Sampling spezialisierter Computer – doch dazu später mehr.

Vom Ton einer gezupften Gitarrenseite bis hin zu Fragmenten ganzer Songs füttert man he ute Sampler mit nahezu jeder erdenklichen Audioquelle, egal ob per Mikrofon, CD-Spieler oder ähnlichem. Erlaubt ist was Spaß macht.

Einst als Ersatz für nahezu alle akustischen Instrumente gepriesen, stellte man bald fest, daß Sampling diesem Anspruch nur zum Teil gerecht werden konnte, der Kreativität moderner Komponisten jedoch in ganz anderer Weise auf die Sprünge half.
„Orchesterhits”, „splitterndes Glas”, bis dahin nie gehörte Percussion-Sounds aus Gabeln und Tellern, E-Piano-artiges aus klingenden Gläsern, selbst „Hundegebell”, nichts war mehr sicher vor den Sampling-Enthusiasten jener Zeit, zu denen Künstler wie Peter Gabriel, Depesh-Mode oder Yello gehörten um nur einige zu nennen.

Die Musik blieb nicht mehr die Gleiche, und bis zum heutigen Tage ist Sampling ein Grundpfeiler fast aller populären Musikrichtungen geblieben, hat viele Musikstiele entscheidend beeinflusst und einige sogar erst möglich gemacht.

Einst den Superstars und Megastudios auf Grund der hohen Anschaffungskosten vorbehalten, ist Sampling heute für jedermann erschwinglich geworden.

Stürzen Sie sich also mit uns in das Abenteuer Sampling und erlernen Sie an Hand dieser Serie den spielerischen Umgang mit einer Technik die Ihren musikalischen Horizont um ein vielfaches erweitern wird.

SAMPLING – „Ein wenig graue Theorie”

Jedes Audiosignal besteht aus Schwingungen. Das menschliche Ohr ist in der Lage diese Schwingungen zu empfangen und in elektrische Impulse umzuwandeln. Das Gehirn verwertet diese Impulse schließlich und ermöglicht uns die Schwingungen zu analysieren und zu verstehen.

Diese sehr rudimentäre Beschreibung der Wirkungsweise unseres Gehörs, soll nur veranschaulichen welche frappierende Ähnlichkeit bei der Digitalisierung von Audiodaten besteht.

Die Membrane eines Mikrofons wandelt die Schwingungen von Audiosignalen ebenfalls in elektrische Impulse um, die wiederum der AD-(Analog/Digital)-Wandler in eine für den Computer verständliche „Sprache” überträgt.

Bei der Wandlung eines Signals von Analog- in Digitalinformationen entstehen mehr oder weniger starke „Ungenauigkeiten” die abhängig sind von der Qualität des A/D-Wandlers.

Analoge Schwingungen enthalten praktisch unendlich viele Informationen, die bei der Wandlung in ein Digitalsignal auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert werden.

Betrachten Sie zum besseren Verständnis bitte die folgende Grafik.

1_kurve.gif

Die X-Achse haben wir mit „Sampling-Rate” bezeichnet, die Y-Achse als „Bit”.

Der Analog/Digital-Wandler tastet die Sinusschwingung, entsprechend seiner Güte, mehr oder weniger oft ab. Spricht man von einer Sampling-Rate von 44,1 kHz geschieht dieser Abtastvorgang pro Sekunde genau 44100 mal.
Bei jedem Abtastvorgang wird das entsprechende Signal nun einem Wert in der Y-Achse zugeordnet. Fällt der Wer genau zwischen zwei mögliche Rasterpunkte wird er automatisch dem am nähst gelegenen Rasterpunkt zugewiesen.
Ein 8-Bit Wandler unterteilt die Y-Achse z.B. in 256 mögliche Punkte, ein 12-Bit Wandler bietet bereits 4096 Unterteilungen an, ein 16-Bit Wandler sogar schon 65536.

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