Ratgeber: Die besten Midi Controller-Keyboards

8. August 2018

Finde das passende Controller-Keyboard

Die besten Controller-Keyboards finden

Vorwort: Die besten Midi Controller-Keyboards finden

Nach 3 Jahren wurde es Zeit, das Special  „Ratgeber: „Die besten Midi Controller-Keyboards“ mal gründlich zu überarbeiten. Viele neuen Controller sind am Markt erschienen, aber auch die Software, die kontrolliert werden möchte, ist nicht stehen geblieben. Wir haben für euch recherchiert, sagen euch, worauf es ankommt und geben zahlreiche Tipps, damit ihr am Ende das richtige Controller-Keyboard für eure Anforderungen findet.

Die Anzahl und Vielfalt der USB/MIDI-Controllerkeyboards hat in den letzten Jahren ungemein zugenommen. Der allgemeine Trend, viele Teile der Musikproduktion in den Computer zu verschieben, hat sich nicht umgekehrt, auch wenn es mittlerweile gerade im Bereich der Effektgeräte wieder einige Hardware-Pendants zu kaufen gibt. Elektrons Analog Heat, das mittlerweile bereits als MK2-Version erhältlich ist, sei hier nur als Beispiel genannt.

Die Herzstücke der „in the box“ Musikstudios sind Computer. Deren Leistung sowie der Festplatten- und Arbeitsspeicher wächst weiterhin stetig an, Hersteller von Software-Instrumenten und Plug-ins nutzen dies aus, um ihre virtuellen Instrumente und Emulationen von Recording-Klassikern weiter zu verbessern.

Damit man die nächste Musikproduktion aber nun nicht alleine mit Tastatur, Maus und anschließender Sehnenscheidenentzündung erledigt werden muss, kann ein Controllerkeyboard samt Tastatur, Fadern, Potis und Pads zur Fernsteuerung der Software dienlich sein. Ganz zu schweigen vom mobilen Einsatz mit Laptop oder iPad.

Für Musiker und Produzenten stellt sich nun aber die Frage: Welches Controllerkeyboard ist das Richtige für mich, was brauche ich und was kann ich letztlich damit anstellen? Genau bei dieser Frage setzt unser heutiges Special Controllerkeyboards Guide an.

Wer braucht ein Midi Controller-Keyboard?

Grundsätzlich ist ein Controllerkeyboard zur Musikproduktion nicht notwendig. Wie eingangs aber bereits erwähnt, kann es durchaus hilfreich sein bzw. deutlich schneller gehen, eine Melodie über eine Tastatur einzuspielen, anstatt die Noten mühsam per Maus-Klick einzeln einzugeben. Von unterschiedlichen Lautstärken und der Spielweise mal ganz abgesehen. Darüber hinaus bieten die meisten aktuellen Controllerkeyboards die Möglichkeit, Software-Parameter über unterschiedlichste Bedienelemente wie Fader, Potis oder Pads fernzusteuern.

Die besten Controller-Keyboards finden

Somit erschließt sich auch der Name der Keyboards, denn mit Controllerkeyboards soll man im besten Fall kontrollieren und steuern können. Die passenden Anschlüsse vorausgesetzt, kann man natürlich auch das Home-Keyboard oder ein Digitalpiano, was aus der Jugendzeit vielleicht noch im Keller herumliegt, zum Einspielen von Noten nutzen. Je nach Anforderung und Einsatzgebiet reicht das vielleicht auch schon für die ersten Schritte aus. Aber es geht auch deutlich besser.

Tastatur der Controller-Keyboards

Wo wir gerade beim Einspielen von Noten sind: Controllerkeyboards gibt es in unterschiedlichen Größen. Von kleinen Modellen mit 25 Mini-Tasten bis hin zu echten Hammermechanik-Schwergewichten mit 88 Tasten ist alles erhältlich. Die meisten Hersteller bieten ihre Controllerkeyboards in den Standardgrößen 25, 49 und 61 Tasten an. Wer echtes Piano-Feeling wünscht, kommt in der Regel aber nicht um eine 88er Tastatur herum.

Auch wenn ich an dieser Stelle vorweg greife: Viele Kontakt Librarys arbeiten mit Keyswitches, die in der Regel auf eine Tastaturgröße von 88 Tasten ausgelegt sind. Wer ständiges Oktavieren vermeiden möchte, kommt um 88er Tastaturen kaum herum.

Doch nicht nur die Anzahl der Tasten ist entscheidend, sondern auch deren Größe und Verarbeitung. Wer nur gelegentlich ein paar kleine Melodien einspielen möchte, dazu vielleicht gerne im Park oder in der Bahn sitzt, wird mit kleinen Mini-Tasten auskommen. Da reicht möglicherweise bereits das Keystation Mini 32 MK3.

Das Launchkey Mini ist mit Sicherheit ein gutes Beispiel für solch einen kompakten Controller. Dazu sind diese Keyboards sehr leicht und gut zu transportieren. Komplexere Melodien oder gar das zweihändige Klavierspiel gelingt auf größeren Tasten/Tastaturen aber deutlich besser. Und da die meisten Controllerkeyboards mit leichten Kunststoffgehäusen ausgestattet sind, lassen sich auch die Modelle mit 49 und 61 Tasten noch gut zu transportieren.

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Sehr klein und kompakt fallen die Keyboards aus dem Hause CME aus. Das XKey mit 25 oder 37 Tasten passt nicht nur optisch perfekt zu einem Apple-Gerät, es verträgt sich neben der Nutzung an Mac und PC dazu auch sehr gut mit einem iPad. Der Tastaturaufbau ist deutlich anders als bei herkömmlichen Controllerkeyboards und dadurch auch sehr gewöhnungsbedürftig. Dennoch lässt sich diese ultra-flache Tastatur sehr gut spielen, dazu verfügt sie über polyphonen Aftertouch, ein absolutes Highlight, das man heutzutage kaum (noch) findet.

So flach ist das CME Xkey 37

So flach ist das CME Xkey 37

Neben einer guten Verarbeitung und einem guten Anschlag sollte man darauf achten, dass sich das Anschlagsverhalten (Velocity) der Tastatur einstellen lässt. Wer viel mit Software-Synthesizern arbeitet, sollte dazu darauf achten, dass die Tastatur mit Aftertouch ausgestattet ist. Hierdurch lassen sich nach dem erfolgten Drücken einer Taste durch zusätzlich ausgeübten Druck-Parameter modulieren.

Nutzt man viele Soundlibrarys wie Native Instruments Komplete oder arbeitet man im orchestralen Bereich, ist eine Tastatur mit 73 oder 88 Tasten sinnvoll. Wie bereits erwähnt arbeiten viele Kontakt Instrumente mit sogenannte Keyswitches. Hiermit lassen sich Artikulationen von Instrumenten, beispielsweise die Spielweisen Legato, Sustain, Staccato und Tremolo, per Tastendruck umschalten. Oftmals liegen diese Keyswitches auf der untersten Oktave einer 88er Tastatur. Mit 25 Tasten artet das Umschalten von Keyswitches dann nämlich in eine Oktavierungsflut aus. Zwei Oktaven runter, um die Artikulation Tremolo zu aktivieren, drei Oktaven hoch, um die Melodie zu spielen und gleich wieder runter für den nächsten Keyswitch.

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Arbeitet perfekt mit Kontakt Librarys zusammen – das Native Instruments Komplete Kontrol S88

Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    danke für den ausführlichen überblick. ich bin so frei und schließe mein eigenes fazit an.

    leider gibt es heute kaum noch midi-controller mit 3 oktaven. ich hatte einige mit 2 oktaven, die waren einfach zu klein. dann hatte ich eines mit 4. aber das blieb natürlich immer zuhause.

    jetzt habe ich die beiden irig keys, dh einmal mit großen und einmal mit kleinen tasten. tatsächlich geht das kleinere in der praxis öfter auf die reise. wenn gar kein platz ist, habe ich noch das korg nanokey 2. das ist superklein und besser als nichts. aber natürlich nicht viel besser.

    an den irig keys mag ich den volumeregler (hilfreich) und die beiden klassischen wheels (unabdingbar).

  2. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Klasse Felix! Ich finde es außerordentlich wichtig das eben nicht „nur“ Vintage-Synths behandelt werden, sondern auch die moderne Gegenwart: (VST-) Synths am Computer. Ich hätte vl. den Punkt Controller m. Motorfader noch angesprochen (z.B. iCon). Aber gut – da könnte man fast einen eigenen Blog starten.^^ Aber könntest du kurz erklären, wie man ‚mehrere‘ Geräte per MIDI mit einem Controllerkeyboard ansteuert? Gibt es hierfür einen „Verteiler“? Hat man dadurch überhaupt irgendwelche (ggf. klangliche) Vorteile, wenn man eh alles mit der DAW einzeln recordet? Thx und Grüße.

    • Profilbild
      Danny Who  AHU

      Das funktioniert entweder über nen Verteiler oder über die Durchschleifbuchsen von Geräten. Irgendwoher kommt ein MIDI-Signal in ein Gerät hinein und es kann über einen Ausgang in ein weiteres durchgeleitet werden. MIDI kann parallel auf 16 Kanälen verschiedene Noten senden.
      Damit jedes Gerät nur seine entsprechenden Noten bekommt, kann man an diesen einstellen, auf welche Kanäle es hört.

  3. Profilbild
    1Hz

    Zum einfachen einspielen von Noten oder Acorden hat mich ein kleines billiges Midikeyboard aufs höchste überrascht. Und zwar das midistart Musik 25 von miditech. Stabiel, Buspowert und zudem noch ein Midiout für meine vielen Desktopsynths. Tastatur und Aufbau erinnert an das Keylab von Arturia natürlich nicht ohne die ganzen Taster und Fader …. klein einfach und funktional ohne tamm tamm, laut leise Ockave/Transport und ein (etwas kitschig ) Joystick der auf grund des fehlenden Platzes pitschband und modweehl ersetzt…. normalerweise arbeite ich mit Panorama P6 und P1von Nektar womit ich sehr zufrieden bin aber dieser kleine Geselle von miditech hat mich schon oft davor bewahrt alles umzustecken nur eil ich einen anderen Synth einbinden wollte ….. ;-)

  4. Profilbild
    RhodesChroma

    Erwähnenswert sind auch die ikeyboards von iconaudio. Da gibt es fast jede Grösse, auch mit audiointerface. Und die sind extrem leicht, dabei aber ziemlich stabil, gut spielbar und erstaunlich günstig!

  5. Profilbild
    tonvibration  

    Sehr schöne Übersicht, die auf viele wichtige Argumente eingeht, z.B. auch manuelles Midimapping vs automatisches Mapping. Ich persönlich – als Kontrollfreak – stehe garnicht auf die Automap Sachen, da ich oft ne andere Vorstellung von den Reglerbelegungen habe (z.B. nur bestimmte Parameter eines Synths will, dann aber noch Effektparameter usw…). Das manuelle Midimapping stellt aber bei komplexeren Setups durchaus eine zeitfressende Arbeit dar, weswegen ich die Plug and Play Fraktion durchaus verstehe….
    Ein Controllerkeyboard fehlt komischer Weise in der Auflistung: Das AKAI MPK mini MKII. Und das obwohl es (gefühlt) das Controllerkeyboard ist, was am weitesten verbreitet ist. Vielleicht in der Liste noch ergänzen, zumal Tests hier auf Amazona vorliegen. Für Ableton-Einsteiger ebenfalls empfehlenswert (und unschlagbar günstig!) ist das Akai APC Keys 25: es vereint 25 Minitasten mit nem 5×8 Ableton grid und 8 Makro-Drehreglern (die immer das ausgewählte Gerät kontrollieren – also Automap, manuelles Mapping ist hier nicht möglich).
    Ich persönlich finde es schade, dass es kaum noch Controller mit eingebauter Soundkarte gibt – ist/war so schön praktisch für das kleine Setup für unterwegs….. hat sich wohl aber nicht gelohnt, weshalb es kaum noch Hersteller von sowas gibt.

  6. Profilbild
    grisi  

    … schöner Versuch einer Übersicht, und doch reißt er die inzwischen riesige Auswahl nur an. Kann auch nicht anders sein, denn in den letzten ca.15 Jahren ist enorm viel auf den Markt gekommen.
    Mein Fazit: Erst sollte man sich genauestens über die eigenen Bedürfnisse im klaren werden, dann gezielt auch bei älteren Geräten suchen. Braucht es Drumpads ? Müssen es normal große Tasten sein oder reichen Minitasten ? Wieviele Oktaven sollen es sein (Spielbarkeit vs. Größe/Mobilität) ? Wie viele Regler sollen es sein, d.h. wie umfangreich sollen Parameter gesteuert werden können ? Welche Zusatzfeatures sollen es sein (z.B. Klangerzeugung, Arpeggiator) ? USB-powered, batteriebetrieben, Netzteil … ? Zugeschnitten auf spezielle Software ?
    Es kommen durchaus auch ältere Geräte in Frage (z.B. die guten alten (Micro-)Kontrols von Korg (mit Templates für Reason, NI ..), das KX25/49/88 von Yamaha …)

    In meinem Fall sollte es ein kompaktes, leichtes 3-Oktaven Keyboard mit normal großen Tasten sein, anschlagdynamisch. Drumpads nicht nötig, USB zwingend, eigene Klangerzeugung wäre nett, Arpeggiator ebenfalls. Paar wenige Controllerknöpfe genügen (Filter ist eh‘ das am meisten gebrauchte). Was ist’s geworden ? Tata: ein Korg R3 (wer hätte das gedacht)

  7. Profilbild
    Coin  AHU

    Nutze derzeit ein Swissonic Easykey 49, mit halbgewichteten Tasten.
    Bin damit zwar sehr zufrieden,
    aber für eine Fatar-Tastatur würde ich noch wechseln.
    Weiss jemand ob es da was „günstiges“ gibt ?
    Hab gehört Novation hat mal ne Fatar verbaut.
    edit
    Das Roland A-800 Pro soll gut sein
    (mit Aftertouch)

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