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Ratgeber: Die besten MIDI-Controllerkeyboards

13. Januar 2019

Finde das passende Controllerkeyboard

Die besten Controller-Keyboards finden

Vorwort:

Komplett aktualisierte Übersicht unserer umfassenden Tests und Charts zu Controller-Keyboards. (Stand Januar 2019).

Die besten MIDI-Controllerkeyboards finden

Nachdem nahezu alle großen Hersteller ihre MIDI-Controllerkeyboards kürzlich mit Updates versehen haben bzw. neue Modelle auf den Markt gebracht haben, ist es an der Zeit unseren Ratgeber „Die besten MIDI-Controllerkeyboards“ zu überarbeiten. Wir haben für euch recherchiert, sagen euch, worauf es ankommt und geben zahlreiche Tipps, damit ihr am Ende das richtige Controllerkeyboard für eure Anforderungen findet.

Die Anzahl und Vielfalt der USB/MIDI-Controllerkeyboards hat in den letzten Jahren ungemein zugenommen. Der allgemeine Trend, viele Teile der Musikproduktion in den Computer zu verschieben, hat sich nicht umgekehrt, auch wenn es mittlerweile gerade im Bereich der Effektgeräte wieder einige Hardware-Pendants zu kaufen gibt. Elektrons Analog Heat, das mittlerweile bereits als MK2-Version erhältlich ist, sei hier nur als Beispiel genannt.

Die Herzstücke der „in the box“ Musikstudios sind Computer. Deren Leistung sowie der Festplatten- und Arbeitsspeicher wächst weiterhin stetig an, Hersteller von Software-Instrumenten und Plugins nutzen dies aus, um ihre virtuellen Instrumente und Emulationen von Recording-Klassikern weiter zu verbessern.

Damit man die nächste Musikproduktion aber nun nicht alleine mit Tastatur, Maus und anschließender Sehnenscheidenentzündung erledigt werden muss, kann ein Controllerkeyboard samt Tastatur, Fadern, Potis und Pads zur Fernsteuerung der Software dienlich sein. Ganz zu schweigen vom mobilen Einsatz mit Laptop oder iPad.

Für Musiker und Produzenten stellt sich nun aber die Frage: Welches Controllerkeyboard ist das Richtige für mich, was brauche ich und was kann ich letztlich damit anstellen? Genau bei dieser Frage setzt unser heutiges Special Controllerkeyboards Guide an.

Wer braucht ein MIDI-Controllerkeyboard?

Grundsätzlich ist ein Controllerkeyboard zur Musikproduktion nicht notwendig. Wie eingangs aber bereits erwähnt, kann es durchaus hilfreich sein bzw. deutlich schneller gehen, eine Melodie über eine Tastatur einzuspielen, anstatt die Noten mühsam per Maus-Klick einzeln einzugeben. Von unterschiedlichen Lautstärken und der Spielweise mal ganz abgesehen. Darüber hinaus bieten die meisten aktuellen Controllerkeyboards die Möglichkeit, Software-Parameter über unterschiedlichste Bedienelemente wie Fader, Potis oder Pads fernzusteuern.

Die besten Controller-Keyboards finden

Somit erschließt sich auch der Name der Keyboards, denn mit Controllerkeyboards soll man im besten Fall kontrollieren und steuern können. Die passenden Anschlüsse vorausgesetzt, kann man natürlich auch das Home-Keyboard oder ein Digitalpiano, was aus der Jugendzeit vielleicht noch im Keller herumliegt, zum Einspielen von Noten nutzen. Je nach Anforderung und Einsatzgebiet reicht das vielleicht auch schon für die ersten Schritte aus. Aber es geht auch deutlich besser.

Tastatur der Controllerkeyboards

Wo wir gerade beim Einspielen von Noten sind: Controllerkeyboards gibt es in unterschiedlichen Größen. Von kleinen Modellen mit 25 Mini-Tasten bis hin zu echten Hammermechanik-Schwergewichten mit 88 Tasten ist alles erhältlich. Die meisten Hersteller bieten ihre Controllerkeyboards in den Standardgrößen 25, 49 und 61 Tasten an. Wer echtes Piano-Feeling wünscht, kommt in der Regel aber nicht um eine 88er Tastatur herum.

Auch wenn ich an dieser Stelle vorweg greife: Viele Kontakt Librarys arbeiten mit Keyswitches, die in der Regel auf eine Tastaturgröße von 88 Tasten ausgelegt sind. Wer ständiges Oktavieren vermeiden möchte, kommt um 88er Tastaturen kaum herum.

Doch nicht nur die Anzahl der Tasten ist entscheidend, sondern auch deren Größe und Verarbeitung. Wer nur gelegentlich ein paar kleine Melodien einspielen möchte, dazu vielleicht gerne im Park oder in der Bahn sitzt, wird mit kleinen Mini-Tasten auskommen. Da reicht möglicherweise bereits das Keystation Mini 32 MK3 oder das MPK mini MK2 von AKAI.

Das Launchkey Mini ist mit Sicherheit auch ein gutes Beispiel für solch einen kompakten Controller. Dazu sind diese Keyboards sehr leicht und gut zu transportieren. Komplexere Melodien oder gar das zweihändige Klavierspiel gelingt auf größeren Tasten/Tastaturen aber deutlich besser. Und da die meisten Controllerkeyboards mit leichten Kunststoffgehäusen ausgestattet sind, lassen sich auch die Modelle mit 49 und 61 Tasten noch gut zu transportieren.

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Sehr klein und kompakt fallen die Keyboards aus dem Hause CME aus. Das XKey mit 25 oder 37 Tasten passt nicht nur optisch perfekt zu einem Apple-Gerät, es verträgt sich neben der Nutzung an Mac und PC dazu auch sehr gut mit einem iPad. Der Tastaturaufbau ist deutlich anders als bei herkömmlichen Controllerkeyboards und dadurch auch sehr gewöhnungsbedürftig. Dennoch lässt sich diese ultra-flache Tastatur sehr gut spielen, dazu verfügt sie über polyphonen Aftertouch, ein absolutes Highlight, das man heutzutage kaum (noch) findet.

So flach ist das CME Xkey 37

So flach ist das CME Xkey 37

Neben einer guten Verarbeitung und einem guten Anschlag sollte man darauf achten, dass sich das Anschlagsverhalten (Velocity) der Tastatur einstellen lässt. Wer viel mit Software-Synthesizern arbeitet, sollte dazu darauf achten, dass die Tastatur mit Aftertouch ausgestattet ist. Hierdurch lassen sich nach dem erfolgten Drücken einer Taste durch zusätzlich ausgeübten Druck-Parameter modulieren.

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Das IK Multimedia iRig Keys I/O

Nutzt man viele Soundlibrarys wie Native Instruments Komplete oder arbeitet man im orchestralen Bereich, ist eine Tastatur mit 73 oder 88 Tasten sinnvoll. Wie bereits erwähnt arbeiten viele Kontakt Instrumente mit sogenannte Keyswitches. Hiermit lassen sich Artikulationen von Instrumenten, beispielsweise die Spielweisen Legato, Sustain, Staccato und Tremolo, per Tastendruck umschalten. Oftmals liegen diese Keyswitches auf der untersten Oktave einer 88er Tastatur. Mit 25 Tasten artet das Umschalten von Keyswitches dann nämlich in eine Oktavierungsflut aus. Zwei Oktaven runter, um die Artikulation Tremolo zu aktivieren, drei Oktaven hoch, um die Melodie zu spielen und gleich wieder runter für den nächsten Keyswitch.

native instruments komplete kontrol s88 mk2

Native Instruments Komplete Kontrol S88 MK2

Im Bereich der großen Controllerkeyboards mit 73 oder 88 Tasten tummeln sich dann auch Hersteller, die ansonsten fast ausschließlich echte Flügel, Klaviere oder Digitalpianos im Programm haben. Kawai ist den meisten Lesern wohl durch ihre Digitalpianos bekannt, aber die Japaner haben auch ein exzellentes Controllerkeyboard im Repertoire, das Kawai VPC1.

kawai vpc1

Dieses verfügt über eine echte Hammermechanik-Tastatur aus Holz und ist ideal auf Software-Pianos wie die Synthogy Ivory Pianos abgestimmt. Eine Übersicht der aktuellen Software-Pianos findet ihr im Übrigen in unserem Artikel „Marktüberblick Software Pianos, Plugins, VST“

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Allerdings gibt es auch 88er Controllerkeyboards mit einfacher Kunststofftastatur. Die M-Audio Keystation 88 oder die Keyboards vom Tastatur-Spezialisten Studiologic (Fatar) kommen hier in Frage. Hier geht es beispielsweise zum Test des Studiologic SL88 Grand.

studiologic sl88 grand

Schon viele Jahre am Markt sind die LMK-Keyboards aus dem Hause Doepfer. Viele Filmmusikkomponisten aus Europa und Hollywood schwören seit vielen Jahren auf diese Tastaturen. Vorteil dieser Keyboards ist das feste Flightcase-Gehäuse, so dass man hierfür keine separate Tasche oder einen Koffer benötigt. Sie bieten sich hierdurch entsprechend auch für den Bühneneinsatz an.

Da Doepfer LMK-Keyboards über keine sonstigen Bedienelemente wie Fader oder Potis verfügen, zählt man diese Keyboards eher zum Bereich der Masterkeyboards. Ein Begriff, der noch aus der Zeit der MIDI-Keyboard-Burgen stammt, bei dem man ein Masterkeyboard zur Steuerung mehrere MIDI-Expander oder Synthesizer nutzte.

doepfer lmk2

Ausstattung der Controllerkeyboards

Hat man sich für eine Tastaturgröße entschieden, kommt der wohl größte Undurchschaubarkeitsfaktor ins Spiel. Über welche und wie viele Bedienelemente soll das zukünftige Controllerkeyboard verfügen?

Zur Grundausstattung eines Controllerkeyboards sollten auf alle Fälle Pitchbend- und Modulationsrad gehören. Diese sind sowohl beim Einsatz im Studio als auch auf der Bühne von Vorteil, kann man darüber doch die Keyboard-Soli interessanter gestalten oder den Sound des Software-Synthesizers im wahrsten Sinne des Wortes modulieren. Fader sind sinnvoll, wenn man beispielsweise die Lautstärke von DAW-Kanälen vom Keyboard aus steuern möchte. Potis zum Drehen und Schrauben an Parametern oder zur Steuerung von Mixer-Parametern wie Pan, Effekt-Sends oder Equalizer. Ebenso gehören Buttons/Taster zu den gern gesehenen Bedienelementen. Hiermit lassen sich Funktionen de- bzw. aktivieren, als Beispiel sei hier das Einfügen von Effekten, Inserts oder der Bypass von Plugins genannt.

Eine Vielzahl der aktuellen Controllerkeyboards verfügt dazu über anschlagsdynamische Pads. Egal, ob 4, 8 oder 16 Pads im Stile einer MPC, dazu gerne mit RGB-Hintergrundbeleuchtung. Ein Controllerkeyboard, das all die genannten Features besitzt und dazu sogar mit einem X/Y-Pad aufwarten kann, ist das M-Audio Code. Neben der luxuriösen Ausstattung kann das M-Audio Code mit einer sehr guten Tastatur und bis zu vier internen Splitzonen punkten. Diese lassen sich nach MIDI-Kanal trennen, unterschiedliche MIDI-Geräte können so individuell angesteuert werden.

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Etwas weiter gehen die Modelle der MPK-Serie von Akai. Diese Serie verfügt in allen drei erhältlichen Größen über eine sehr luxuriöse Ausstattung. Neben einem LC-Display gehören beispielsweise eine Transportsektion (Play, Stop, Forward, Rewind etc.), Arpeggiator und interessante Funktionen für die anschlagsdynamischen Pads im MPC-Stil dazu.

akai mpk

Ein weiterer Punkt ist entscheidend, um die besten Controllerkeyboards zu finden: Gerade ein Display kann beim Programmieren eines Controllerkeyboards sehr hilfreich sein, denn nicht alle Produkte werden mit einem Editor/Software ausgeliefert, über die man das Keyboard programmieren kann. Denn so groß die Ausstattung eines Controllerkeyboards auch sein mag, in der Regel müssen alle Bedienelemente zunächst an das persönliche Einsatzgebiet angepasst werden. In der Praxis bedeutet dies, dass jeder Fader, Poti, Taste und Pad mit einem MIDI-Control-Change-Befehl belegt werden muss, damit der Software-Synthesizer oder die DAW auch versteht, welcher Parameter mit welchem Bedienelement gesteuert werden soll.

Eine recht enge Verzahnung zwischen Plugins und Hardware bietet das kürzlich getestete Nektar Panorama T6/T4. Mit Hilfe eines zwischengeschalteten Plugins namens Nektarine können Software-Instrumente innerhalb dieses Plugins gehostet werden. Mappings, d.h. Zuweisungen von Hardware-Bedienelementen zu den virtuellen Fadern, Potis etc. des Plugins lassen sich per Drag’n’Drop zuweisen und für die Zukunft speichern. Auch das komplette Importieren von Presets-Sounds der softwarebasierten Klangerzeuger ist möglich. Diese lassen sich nach erfolgtem Import ebenfalls und in einer ähnlichen Art und Weise wie bei Native Instruments Komplete Serie vom Controllerkeyboard aufrufen und spielen. Auch die DAW-Steuerung fällt bei den Panorama-Controllern sehr weitreichend aus, denn passend für jede DAW programmiert Nektar eigene Presets und stimmt diese individuell auf die DAW ab.

nektar panorama t6

Nektar Panorama

Bei der Implementierung von Software-Instrumenten kann es auf Wunsch aber auch noch einen Schritt weitergehen. Native Instruments bietet für seine Kontrol S-Keyboards eine Software auf Basis des hauseigenen NKS-Formats an. Hierbei handelt es sich um ein erweitertes Plugin-Format, das Software-Instrumente und Effekte von Native Instruments aber auch von Drittherstellern standardisiert und es so ermöglicht, Plugins von derzeit über 75 Herstellern in den Komplete S-Keyboards und den Maschine Produkten von Native Instruments komfortabel zu nutzen. Dies umfasst u.a. das Aufrufen, Spielen und Steuern der Plugins von der Hardware aus. Der Griff zu Maus und Tastatur wird hier im besten Fall auf ein Minimum reduziert.

native instruments maschine mk3

Native Instruments Komplete Kontrol S61 Mk2 und Maschine Mk3

Vor kurzem hat Native Instruments seinen Produktkatalog dann mit der A-Serie erweitert. Die Modelle A25, A49 und A61 sind gegenüber der S-Klasse deutlich abgespeckt, erlauben aber dennoch ein komfortable Arbeit mit den Software Produkten von NI. Gegenüber den Modellen S49/S61 Mk2 fehlen der A-Serie die zwei großen Displays (dafür besitzt es ein 2-zeiliges OLED-Display), der Light Guide sowie der Touch Strip.

native instruments komplete kontrol a25 a49 a61

Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61

Einen ähnlichen Weg geht AKAI mit ihrer VIP-Software. Das Prinzip ist ähnlich und ist daher nicht nur für den Studioeinsatz, sondern auch für die Bühne interessant. Wer mehr über AKAIs VIP 3 Software wissen möchte, gelangt hier zum Test.

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AKAI VIP 3.1

Es geht aber auch deutlich günstiger wie man u.a. am Beispiel von iCons iKeyboard sehen kann. Dieses fast schon auf das Wesentliche reduzierte Keyboard überzeugte im Test auf ganzer Linie und steht nicht ohne Grund in der aktuellen Chartsliste mitten zwischen den 2-3 Mal so teuren Konkurrenten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier enorm hoch, dazu ist das Controllerkeyboard in fünf verschiedenen Größen erhältlich.

icon ikeyboard

iCon iKeyboard

Ganz nackt oder mit Sound?

So schön und gut ein Controllerkeyboard auch ist, einen eigenen Sound produziert es leider nicht. Daher haben manche Hersteller Keyboards im Programm, die die Vorzüge eines Controllerkeyboards mit den Sounds eines Synthesizers bzw. einer Workstation verbinden. Die Firma Korg bietet beispielsweise das Controllerkeyboard Taktile mit und ohne interner Klangerzeugung aus. Der funktionale und technische Aufbau ist identisch, allerdings verfügt das Modell Korg Triton Taktile über eine Auswahl von 512 Sounds aus der hauseigenen Triton Serie. Ohne die interne Klangerzeugung nennt sich das Modell einfach Korg Taktile.

korg taktile

Auch das AKAI MPK mini play bietet trotz seines kompakten Formats eine eigene Klangerzeugung. Auf engstem Raum bekommt man hier eine Kombination aus MIDI-Controllerkeyboard und rudimentären Sounds.

akai mpk mini play

AKAI MPK mini play

Etwas anders gestaltet die französische Firma Arturia ihre Produkte. Zum Lieferumfang der Keylab Essential Controllerkeyboards von Arturia gehört nämlich klassischerweise die Analog Lab Software, die für Mac und PC erhältlich ist und über 5.000 fertige Sounds bietet. Dazu bietet Arturia das Keylab auch mit 88 Tasten an. Die Hammermechanik-Tastatur stammt dabei vom italienischen Spezialisten Fatar.

arturia keylab essential

Anschlüsse der Controllerkeyboards

Auf AMAZONA.de führen wir die Keyboards unter dem Namen USB/MIDI-Controllerkeyboards. Musste man die Verbindung zum Computer früher stets über eine MIDI-Schnittstelle herstellen und somit auch gleich dem Computer ein passendes MIDI-Interface gönnen, arbeiten nahezu alle Controllerkeyboards mittlerweile mit einer einfachen USB-Verbindung. Dazu verfügen die aktuellen Modelle über einen USB-to-host-Port, ein normales USB-Kabel reicht, damit der Computer das angeschlossene Keyboard erkennt und Befehle davon empfängt. Ein MIDI-Interface benötigt man hierfür also nicht mehr.

Dennoch gibt es heutzutage noch genug Controllerkeyboards, die auch über eine MIDI-Schnittstelle verfügen. Und das aus gutem Grund. Denn sobald man nicht nur einen einzelnen Computer oder das iPad ansteuern möchte, ist die MIDI-Verbindung immer noch das A und O. Gerade wenn man im Studio oder auf der Bühne mehrere MIDI-Geräte spielen und steuern möchte, kommt man um die MIDI-Schnittstelle ohnehin nicht herum. Daher ist es schön, dass M-Audio bei ihrer MK3-Version der Keystation zumindest der 61 Tasten Version einen MIDI-DIN-Buchse spendiert hat.

m-audio keystation 61 mk3

M-Audio Keystation MK3

Allerdings bietet die USB-Schnittstelle oftmals den Vorteil, dass viele Controllerkeyboards hierüber auch ihren Strom beziehen können. Ein externes Netzteil, das in der Regel ohnehin nicht zum Lieferumfang gehört, wird so nicht mehr benötigt. Um ein großes Einsatzgebiet abzudecken und auch langfristig mit einem Controllerkeyboard planen zu können, ist eine externe Stromversorgung zumindest kein Fehler. Auch ein Power-On/Off gehört für viele Nutzer zur Grundausstattung eines solchen Keyboards.

Durch die fehlende Klangerzeugung erübrigt sich die Frage nach Audioausgängen von selbst. Es sei denn, es handelt sich um ein Produkt wie das Korg Triton Taktile oder ein Controllerkeyboard mit integriertem Audiointerface wie beispielsweise das IK Multimedia iRig Keys I/O.

ik multimedia irig keys io

Weitere Spielhilfen wie Sustain-, Footswitch-, Expression-Pedal oder der Anschluss für einen Breath-Controller können die Performance mit einem Controllerkeyboard deutlich vereinfachen bzw. verbessern.

MIDI-Controllerkeyboards und Modularsysteme

Auch die Verzahnung von Controllerkeyboards und Modularsystemen haben einige Hersteller in ihren letzten Modellen (erneut) aufgenommen. So bieten beispielsweise das Novation 49SL MK3 und das Arturia Keylab MK2 CV-Ausgänge, so dass diese auch im Verbund mit Modularsystemen eingesetzt werden können.

Die besten Controllerkeyboards

Novations 49SL MK3 im Studioeinsatz

Alternativen zu Controllerkeyboards

Roli Seaboard Rise

Roli Seaboard Rise

Darf es etwas exotischer sein? Dann solltet ihr einen Blick auf die Roli Seaboards oder das Joué Board werfen. Diese bieten teils gänzlich neue Ansätze zum Thema Controllerkeyboard. Sicherlich nicht nur für Experimentalisten interessant.

Joué Board

Joué Board

Neben den hier aufgezeigten Ausstattungsmerkmalen und Unterschieden, um die besten Controllerkeyboards zu finden, gibt es auch einige Alternativen, die gänzlich ohne Tastatur auskommen. Besitzt man bereits eine funktionierende Tastatur, ist es möglicherweise sinnvoll, einen Controller ohne Tastatur zu kaufen. Auch hier ist die Auswahl wieder riesig, die Kriterien decken sich aber weitestgehend mit denen der Controllerkeyboards.

Perfekt auf bestimmte DAWs abgestimmte Produkte sind hierbei ebenso erhältlich wie universell einsetzbare Controller unterschiedlichster Größe. Egal ob das Launchpad Pro von Novation, der Push 2 Controller von Ableton oder aber der MIDImix von AKAI.

Controller mit luxuriöser Ausstattung gibt es ebenfalls, hier kommen Produkte wie Avids Artist Mix/Color, Mackie Control oder der sehr gute Controller Console 1 MK2 von Softube mit Universal Audio Plugin Unterstützung in Frage.

Auch das Thema Motorfader ist mittlerweile nicht mehr so kostspielig, wie mancher Leser denken mag. Behringer hat mit den X-Touch Modellen gezeigt, dass man auf diese auch bei preisgünstigen Geräten nicht verzichten muss. Aber auch Presonus bietet mit dem Faderport 8 oder dem Faderport 16 sehr gute Alternativen.

Der Controller Console 1 von Softube dient vor allem zum Steuern von Plug-ins

Der Controller Console 1 von Softube dient vor allem zum Steuern von Plugins, auch Universal Audio Plugins werden unterstützt

Nicht zuletzt spielt das iPad mittlerweile eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Steuerung von Software-Parametern. Markus Schröder stellt in seinen regelmäßig erscheinenden Specials CURiOS immer wieder neue Apps vor, die das Produzieren interessanter und einfacher werden lassen.

Die besten Controller-Keyboards finden

Avid Artist Mix in Schwarz

Fazit

Am Ende dieses Controllerkeyboards Special stellt sich natürlich weiterhin die Frage, welches Controllerkeyboard es denn nun sein darf. Daher kommt hier meine persönliche Auswahl, etwas aufgeteilt nach Einsatzgebiet und Größe.

Im Bereich der Mini-Controllerkeyboards steht für mich das MPK mini MK2 an erster Position. Obwohl dies über keine Fader verfügt, kann man damit recht schnell und gut Melodien einspielen und die wichtigsten Parameter fernsteuern.

Bei den etwas größeren Modellen mit 49 und 61 Tasten sehe ich das M-Audio Code ganz vorne, als Geheimtipp sehe ich die iKeyboards von iCon an. Hier hat mich vor allem die gute Tastatur und das große Einsatzgebiet überzeugt. Wer eine noch bessere Verarbeitung und mehr Funktionen benötigt, sollte sich die MPK2-Serie von AKAI anschauen. Beide Modelle sind zwar nicht ganz günstig, bieten aber viele Funktionen und Möglichkeiten.

Wer viel mit Software von Native Instruments arbeitet, wird an den Komplete Kontrol Keyboards, egal ob die günstige A- oder die kostspieligere S-Serie, nicht vorbeikommen. Zur Steuerung der NI Produkte – abseits von Tastatur und Maus – gibt es derzeit nichts Besseres.

Für die Pianisten unter den Lesern ist das Kawai VPC1 sicherlich eine gute Wahl. Hier erhält man eine exzellente Tastatur, die dazu perfekt an die gängigen Software-Pianos angepasst ist. Ein Großteil des VPC1-Preises geht natürlich für die Tastatur drauf, denn über weitergehende Bedienelemente verfügt das Kawai nicht, wobei die Tastatur ihren Preis absolut wert ist.

Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    danke für den ausführlichen überblick. ich bin so frei und schließe mein eigenes fazit an.

    leider gibt es heute kaum noch midi-controller mit 3 oktaven. ich hatte einige mit 2 oktaven, die waren einfach zu klein. dann hatte ich eines mit 4. aber das blieb natürlich immer zuhause.

    jetzt habe ich die beiden irig keys, dh einmal mit großen und einmal mit kleinen tasten. tatsächlich geht das kleinere in der praxis öfter auf die reise. wenn gar kein platz ist, habe ich noch das korg nanokey 2. das ist superklein und besser als nichts. aber natürlich nicht viel besser.

    an den irig keys mag ich den volumeregler (hilfreich) und die beiden klassischen wheels (unabdingbar).

  2. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Klasse Felix! Ich finde es außerordentlich wichtig das eben nicht „nur“ Vintage-Synths behandelt werden, sondern auch die moderne Gegenwart: (VST-) Synths am Computer. Ich hätte vl. den Punkt Controller m. Motorfader noch angesprochen (z.B. iCon). Aber gut – da könnte man fast einen eigenen Blog starten.^^ Aber könntest du kurz erklären, wie man ‚mehrere‘ Geräte per MIDI mit einem Controllerkeyboard ansteuert? Gibt es hierfür einen „Verteiler“? Hat man dadurch überhaupt irgendwelche (ggf. klangliche) Vorteile, wenn man eh alles mit der DAW einzeln recordet? Thx und Grüße.

    • Profilbild
      Danny Who  AHU

      Das funktioniert entweder über nen Verteiler oder über die Durchschleifbuchsen von Geräten. Irgendwoher kommt ein MIDI-Signal in ein Gerät hinein und es kann über einen Ausgang in ein weiteres durchgeleitet werden. MIDI kann parallel auf 16 Kanälen verschiedene Noten senden.
      Damit jedes Gerät nur seine entsprechenden Noten bekommt, kann man an diesen einstellen, auf welche Kanäle es hört.

    • Profilbild
      Son of MooG  AHU

      Zum Verteilen von MIDI-Signalen ist eine MIDI-Thru-Box zu empfehlen, da sich durch die parallelen Verbindungen Verzögerungen minimieren lassen. Schickt man MIDI seriell durch mehrere Klangerzeuger via MIDI-Thru-Buchse, addieren sich die Verzögerungen von ca. 5ms pro Synth, was ab dem dritten Glied in der Signal-Kette auch deutlich hörbar wird. Daher hängt bei mir nur max. ein Synth an einer MIDI-Thru-Buchse.

  3. Profilbild
    1Hz

    Zum einfachen einspielen von Noten oder Acorden hat mich ein kleines billiges Midikeyboard aufs höchste überrascht. Und zwar das midistart Musik 25 von miditech. Stabiel, Buspowert und zudem noch ein Midiout für meine vielen Desktopsynths. Tastatur und Aufbau erinnert an das Keylab von Arturia natürlich nicht ohne die ganzen Taster und Fader …. klein einfach und funktional ohne tamm tamm, laut leise Ockave/Transport und ein (etwas kitschig ) Joystick der auf grund des fehlenden Platzes pitschband und modweehl ersetzt…. normalerweise arbeite ich mit Panorama P6 und P1von Nektar womit ich sehr zufrieden bin aber dieser kleine Geselle von miditech hat mich schon oft davor bewahrt alles umzustecken nur eil ich einen anderen Synth einbinden wollte ….. ;-)

  4. Profilbild
    RhodesChroma

    Erwähnenswert sind auch die ikeyboards von iconaudio. Da gibt es fast jede Grösse, auch mit audiointerface. Und die sind extrem leicht, dabei aber ziemlich stabil, gut spielbar und erstaunlich günstig!

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    tonvibration  

    Sehr schöne Übersicht, die auf viele wichtige Argumente eingeht, z.B. auch manuelles Midimapping vs automatisches Mapping. Ich persönlich – als Kontrollfreak – stehe garnicht auf die Automap Sachen, da ich oft ne andere Vorstellung von den Reglerbelegungen habe (z.B. nur bestimmte Parameter eines Synths will, dann aber noch Effektparameter usw…). Das manuelle Midimapping stellt aber bei komplexeren Setups durchaus eine zeitfressende Arbeit dar, weswegen ich die Plug and Play Fraktion durchaus verstehe….
    Ein Controllerkeyboard fehlt komischer Weise in der Auflistung: Das AKAI MPK mini MKII. Und das obwohl es (gefühlt) das Controllerkeyboard ist, was am weitesten verbreitet ist. Vielleicht in der Liste noch ergänzen, zumal Tests hier auf Amazona vorliegen. Für Ableton-Einsteiger ebenfalls empfehlenswert (und unschlagbar günstig!) ist das Akai APC Keys 25: es vereint 25 Minitasten mit nem 5×8 Ableton grid und 8 Makro-Drehreglern (die immer das ausgewählte Gerät kontrollieren – also Automap, manuelles Mapping ist hier nicht möglich).
    Ich persönlich finde es schade, dass es kaum noch Controller mit eingebauter Soundkarte gibt – ist/war so schön praktisch für das kleine Setup für unterwegs….. hat sich wohl aber nicht gelohnt, weshalb es kaum noch Hersteller von sowas gibt.

  6. Profilbild
    grisi  

    … schöner Versuch einer Übersicht, und doch reißt er die inzwischen riesige Auswahl nur an. Kann auch nicht anders sein, denn in den letzten ca.15 Jahren ist enorm viel auf den Markt gekommen.
    Mein Fazit: Erst sollte man sich genauestens über die eigenen Bedürfnisse im klaren werden, dann gezielt auch bei älteren Geräten suchen. Braucht es Drumpads ? Müssen es normal große Tasten sein oder reichen Minitasten ? Wieviele Oktaven sollen es sein (Spielbarkeit vs. Größe/Mobilität) ? Wie viele Regler sollen es sein, d.h. wie umfangreich sollen Parameter gesteuert werden können ? Welche Zusatzfeatures sollen es sein (z.B. Klangerzeugung, Arpeggiator) ? USB-powered, batteriebetrieben, Netzteil … ? Zugeschnitten auf spezielle Software ?
    Es kommen durchaus auch ältere Geräte in Frage (z.B. die guten alten (Micro-)Kontrols von Korg (mit Templates für Reason, NI ..), das KX25/49/88 von Yamaha …)

    In meinem Fall sollte es ein kompaktes, leichtes 3-Oktaven Keyboard mit normal großen Tasten sein, anschlagdynamisch. Drumpads nicht nötig, USB zwingend, eigene Klangerzeugung wäre nett, Arpeggiator ebenfalls. Paar wenige Controllerknöpfe genügen (Filter ist eh‘ das am meisten gebrauchte). Was ist’s geworden ? Tata: ein Korg R3 (wer hätte das gedacht)

  7. Profilbild
    Coin  AHU

    Nutze derzeit ein Swissonic Easykey 49, mit halbgewichteten Tasten.
    Bin damit zwar sehr zufrieden,
    aber für eine Fatar-Tastatur würde ich noch wechseln.
    Weiss jemand ob es da was „günstiges“ gibt ?
    Hab gehört Novation hat mal ne Fatar verbaut.
    edit
    Das Roland A-800 Pro soll gut sein
    (mit Aftertouch)

  8. Profilbild
    donmalteaushb  

    Ich habe folgende Frage: Wenn ich mich z.B. für VIP entscheide, ist es dann nicht so, – vielleicht habe ich es auch überlesen – dass ich in meiner DAW VIP auswähle und nicht z.B. Omnisphere? Das hieße, dass ich ohne VIP Software das Projekt nicht mehr öffnen könnte, oder???? Oder nicht an einen Dritten geben könnte, der ohne VIP oder z.B. mit NKS arbeitet? Oder liege ich da falsch? Und was wäre, wenn die Software irgendwann eingestellt wird? Ist ja nicht unwichtig für viele, auch ältere Projekte noch öffnen zu können bzw. austauschen zu können. Gilt das für alle Mappings? Danke ….

    • Profilbild
      Mick  AHU

      Mit dem Novation Automap Universal und Nocturn war das damals so. Du hast immer zwei Versionen von deinen VSTi gehabt, einmal die „Normalen“ und die mit der .automap Endung welche Du vorher bestimmt hast. Ich glaube diese Art Software kommuniziert im Grunde zwischen der Controller-Hardware und der zu steuernden Software und somit ist jedes Projekt nutzlos was an Dritte weitergegeben wird, oder wo bei einer System-Neuinstallation diese Controller-Software nicht wieder mitinstalliert wird. VIP kostet zudem extra Geld kann allerdings mehr wie das kostenlose Komplete Kontrol, was man sich aber wiederum mal schnell installieren kann, wo man es gerade braucht! Ständig wird vom überschwemmten Markt durch Master/Controller- Keyboards geredet, aber eine vernünftige Lösung gibt es immer noch nicht!
      Rolands PlugOut System mit der ACB (Analog Circuit Behavior) Technologie hat den besten Ansatz, nur müsste es das für alle VSTi geben, das wäre was!
      Ein Midikeyboard mit eigener CPU, welches das gerade geladen PlugIn widerspiegelt in dem es im Midikeyboard und in der DAW geladen wird, und dann farblich die Controller darstellt, die dieses PlugIn verwendet!…wir leben im Zeitalter von z.B. Intel PC Sticks die so groß sind wie eine Packung Kaugummi, man muss nur wollen!;-)

  9. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Nicht erwähnt wurde der Arturia Keystep, welcher allerdings auch etwas aus dem Rahmen fällt, da sich die Controller-Features sehr beschränken. Dafür hat er einen genialen polyphonen Sequencer, einen Arpeggiator und CV/Gate-Outputs sowie Sync-In & -Out. Dafür nehme ich dann auch die „Slim-Keys“ in Kauf. Mein absoluter Favorit ist jedoch das Novation 61SL MK lll, das auch in einem Computer-freien Studio als Steuer-Zentrale von MIDI-Environment und Eurorack Modular System dienen kann.
    Mein erstes Controller-Keyboard war ein CME UF5, das neben einer sehr guten Verarbeitung ein gut spielbares Keyboard mit Aftertouch und genug Fader und Drehregler bietet. Auch die guten Erfahrungen von 1Hz mit seinem Midistart Music 25 kann ich bestätigen; das Ding ist wirklich stabil und überraschend schwer…

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