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Test: TC Electronic Thrust BQ250, Bassverstärker

18. November 2018

Dänische Direktheit im Class-D-Sektor

TC Electronic Thrust BQ250

TC Electronic Thrust BQ250

TC Electronic aus Dänemark (mit Fertigung in China natürlich) sind seit einigen Jahren recht bekannt für kleine, kompakte Class-D Bassverstärker sowie Effektpedale und Verstärker, die mit der Tone-Print-Funktion über ein Smartphone mit neuen Einstellungen versorgt werden können. Mit dem TC Electronic Thrust BQ250 und seinem großen Bruder BQ500 stellt die Firma jetzt eine neue Einsteigerserie vor, die preislich unterhalb der bisherigen BH-Serie und den größeren RH- und Blacksmith-Aggregaten angesiedelt ist. Für 159,- Euro schiebt der BQ250 250 Watt RMS durch die Boxen, für 199,- Euro bekommt man den BQ500 mit der doppelten Leistung.

TC Electronic Thrust BQ250

Wo hat man jetzt also gespart? Nun, der BQ250 verzichtet auf das eingebaute Stimmgerät, die Röhrenemulation und die Tone-Print-Funktion der BH-Serie sowie auf die Mehrkanaligkeit, Multibandkompressor und den parametrischen EQ des RH. Somit stellt die BQ-Serie im Grunde genommen eine abgespeckte Variante dar, die zum kleineren Preis zwar weniger Features, aber dafür auch eine deutlich einfachere Bedienbarkeit bietet. Auf dem Sektor kleiner, niedrigpreisiger Class-D Amps herrscht gerade einige Konkurrenz, allerdings finde sich da auch immer wieder Verstärker von zweifelhafter Qualität. TC Electronic hob sich bislang von den üblichen Verdächtigen wie Markbass durch eine klanglich eher klassisch-rockige Auslegung in Kombination mit einigen innovativen Ausstattungsfeatures ab, aber können die Dänen auch mit einem völlig straighten, fast schon primitiven Billigverstärker punkten? Wir werden es herausfinden, zum Test steht der TC Electronic Thrust BQ250 bereit.

TC Electronic Thrust BQ250 – Facts & Features

Der TC Electronic Thrust BQ250 wird lediglich mit einem Kaltgerätekabel zur Stromversorgung ausgeliefert, ansonsten bekommt an für den Preis einen Verstärker und nicht mehr. Mit Abmessungen von 255 x 233 x 69 mm und einem Gewicht von 2,2 kg ist der BQ250 zwar kompakt, aber kein Miniaturgerät wie beispielsweise der von Preis und Ausgangsleistung her vergleichbare Trace Elliot ELF. Von der Styroporpolsterung der Verpackung befreit, zeigt sich der Amp im üblichen Design der kleinen TC Verstärker mit schwarzem Metallgehäuse und roter Frontplatte. Auf der befinden sich, anders als beim etwas teureren BH250, aber keine verschiedenfarbigen Regler und Leuchten oder gar digitale Regler und Kanalwahlschalter wie beim RH, sondern sieben schwarze Drehregler. Kein digitales Hexenwerk also dieses Mal, die Bedienung des BQ250 stellt sich so dar, wie man sie von analogen Verstärkern gewohnt ist. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass hier zwar Netzteil und Endstufe digital funktionieren, die Vorstufe aber in Mosfet-Technologie komplett analog ausgeführt ist, was auch Größe und Gewicht erklärt.

Übersichtlich und komplett analog: Das vordere Bedienfeld

Von links nach rechts findet sich auf der Frontplatte zunächst ein Klinkeneingang, ein Aktiv-Passiv-Schalter (im Prinzip ein Pad-Schalter für das Gain), der Gain-Regler, eine Peak-Leuchte, ein Kippschalter zum Einschalten des namensgebenden Thrust-Kompressors mit Threshold-Leuchte, und der mit „Thrust“ beschriftete Regler für den Kompressionsgrad. Daneben folgt die vierbändige EQ-Sektion mit Bass, Tief- und Hochmitten und Höhen sowie der Mastervolume-Regler mit einer grünen Leuchte, die anzeigt, dass das Gerät eingeschaltet ist. Soweit – so easy, die Frequenzbänder des EQ sind auch nicht parametrierbar, hier wird auf Simplizität gesetzt. Die Potiknöpfe laufen satt, machen einen halbwegs stabilen Eindruck, obwohl sie aus Plastik bestehen, und werden darüber hinaus von zwei Metallbügeln geschützt. Das macht einen deutlich besseren Eindruck als die Konstruktion am TC Electronic RH750, den ich seit einigen Jahren verwende – das ist ein wunderbarer und sehr flexibler Amp, aber so ziemlich alle (auch ziemlich kleinen) Regler und Taster, die da im Bedienfeld zu finden sind, haben inzwischen Risse oder sind komplett abgebrochen, trotz recht pfleglicher Behandlung.

Hier wäre Platz für noch mehr: Die Rückseite

Ähnlich einfach ist die Rückseite gehalten – Einschaltknopf (kann man den bitte in Zukunft wieder auf die Frontplatte legen? Danke!), Stromversorgung, Speaker Out, Aux-Weg zum Üben, Kopfhörerausgang und DI-Out. Letzterer kann per Wahlschalter zwischen Pre-EQ und Post-EQ umgeschaltet werden. Beim Speaker Out hat man sich dazu entschlossen, lediglich eine Speakon-Buchse zu verbauen. Ich befürworte die Verwendung von Speakon ja generell, das ist einfach eine für Leistungsübertragung deutlich tauglichere Technik als die alten Klinkenbuchsen, allerdings frage ich mich, warum man sich die Kombibuchse der anderen TC Amps hier gespart hat. So teuer kann doch die nicht sein und man ist deutlich flexibler, wenn man mal nicht das richtige Boxenkabel zur Hand hat.

Beide Seiten des Amps sind darüber hinaus mit Lüftungsöffnungen versehen und auf der linken Seite ist ein Lüfter verbaut, der aber im Betrieb unauffällig und leise ist. Gut so, überhitzen will man den TC Electronic Thrust BQ250 eher nicht, vor allem wo ein 250-W-Amp tendenziell deutlich öfter an seiner Leistungsgrenze betrieben wird als größere Geräte. Die TC Endstufen hatten eine zeitlang den Ruf, recht anfällig zu sein und gerne mal durchzubrennen – auch mein RH750 musste direkt am Anfang schon zur Reparatur, hält aber seitdem – aber in letzter Zeit hört man davon weniger, ich denke mal, dass man dieses Problem inzwischen gelöst hat.

TC Electronic Thrust BQ250 – ein Zwischenfazit

Mit dem TC Electronic Thrust BQ250 bekommt man einen augenscheinlich sauber verarbeiteten, solide wirkenden kleinen Verstärker mit recht abgespeckter Ausstattung. Da man hier für Class-D Verhältnisse nicht übermäßig auf Kompaktheit gesetzt und obendrein einen analogen Preamp verbaut hat, passt der BQ250 zwar nicht in die Hosentasche, lässt sich dafür aber auch ohne spitze Finger bedienen.

TC Electronic Thrust BQ250 top

TC Electronic Thrust BQ250 von oben

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