Hersteller Report: Mackie

Kaum eine andere Firma im Musikaliengeschäft stellt den „American Dream“ so sehr in den Fokus wie die Firma Mackie. Vor über 45 Jahren von Greg Mackie gegründet, schaffte es kaum eine andere Firma binnen nur weniger Jahre, eine solch enorme Marktpräsenz zu schaffen.

Gegründet in dem verschlafenen Städtchen Mukilteo im US-Bundesstaat Washington, damals noch unter dem Namen TAPCO (Technical Audio Products Company), zeigte sich Greg Mackie wie viele Ingenieure Ende der Sechziger höchst unzufrieden mit dem Audio Equipment, das seiner Zeit zum Kauf angeboten wurde. Erste Achtungserfolge erzielte Greg Mackie mit dem Mischer-Modell 6000 bzw. 6100 (mit Federhall), die über deutlich mehr Headroom verfügten als die z.T. teureren Mischer ihrer Zeit.

Nach dem Verkauf von TAPCO an Elektro-Voice im Jahre 1977 verließ Greg Mackie die Firma, kehrte aber unter eigenem Firmennamen 1989 in die Szene zurück. Mit Lötkolben bewaffnet startete der Namensgeber seine neue Firma in einem einfachen Apartment in Edmonds, Washington, einer Hafenstadt südlich von Seattle, die nicht nur Verwaltung, sondern auch die Fertigung und Versandabteilung beherbergte. Mit dem Modell 1602 sorgte Mackie auf der NAMM 1989 für einiges Aufsehen, war dieser Mischer doch als einer der wenigen Mischer in der Lage, die Flut der Stereobusse von den modetechnisch angesagten MIDI-Modulen, Sampler etc. aufzunehmen.

Dem oben genannten Modell folgte der CR 1604, bis heute der Inbegriff des Kompaktmischpultes, das mit Klonen der Konkurrenz überschüttet wurde. Anfang der Neunziger konnte sich Mackie erneut mit der Einführung der 8-Bus-Konsolen den Zeitgeist zunutze machen. Aufgrund der Einführung der ADAT-Recorder schmolz der Abstand zwischen Projektstudios und der Hochpreis Studiovariante zunehmend dahin, was auch in der Verwendung entsprechender Pulte sichtbar wurde. Mackie passte mit seinen vergleichsweise preiswerten, aber gut ausgestatteten Konsolen wie die Faust aufs Auge in die frei werdende Lücke und geriet zu einer Art Blaupause für den Projektstudio-Bereich.

Auch die digitale Ebene wurde bei Mackie nicht vergessen. Trotz rechnerinterner Arbeitsweise wünschten sich viele Engineers und Musiker weiterhin „echte” Knöpfe zum Anfassen, was in Form von DAW-Controllern wie die für Pro Tools konzipierte HUI und die in Zusammenarbeit mit Emagic entwickelte Logic Control umgesetzt wurde.

Aktuell hat Mackie das iPad als neue DAW in Angriff genommen und liefert mit der DL- Serie ein hochinnovatives Konzept, das in absehbarer Zeit wohl auch die nächsten Kopisten auf den Plan rufen wird.