Die ultimative Music-Workstation Liste

25. August 2018

Alle Workstations von A-Z

Spätestens seit den 70er Jahren wissen wir von Bestrebungen, die komplexen Bedienprozesse in der Musikproduktion möglichst optimal zu gestalten. Es geht dabei ums schnelle Umsetzen von Ideen und die Bewältigung umfangreicher Aufgabenstellungen.

(Anm. d Red.: Zur Geschichte der Workstations findet ihr HIER einen umfassenden Beitrag)

Lösungsansätze sind integrierte und vielseitige Equipment-Elemente, dazu eine kompakte Bauweise, die sich ohne Umstände überblicken lässt. Ein praktisches und mittlerweile bestens bewährtes Konzept dafür ist die so genannte Music Workstation. Während erste Resultate noch aus mehreren separaten Komponenten bestehen, Fairlight und Synclavier etwa sind so aufgebaut, hat sich bald vor allem die integrierte Version etabliert. Ab der Korg M1 und damit Ende der 80er versteht man darunter fast immer ein all-in-one Instrument, bestehend aus

  • praxisgerechte Tastatur
  • vielseitige Klangerzeugung inklusive Drums
  • Multieffekt-Section
  • interne Volume-Abmischung
  • digitale Recording-Section

Seitdem ist genau diese Kombination sehr beliebt bei Musikern und das nicht nur bei Keyboardern, Singer/Songwriter schwören genauso drauf. Auch geeignet als Zweitinstrument für Gitarristen, Bassisten und damit Instrumentalisten aller Coleur. Daher hatten wir dieser längeren und auch ziemlich spannenden Entwicklungsgeschichte kürzlich ein recht ausführliches Special gewidmet, Sie finden Die Workstation Story hier.

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Das grobe Raster dieser einzelnen Elemente, die also samt Tastatur in einem kompakten Gehäuse untergebracht sind, wird von den Herstellern seitdem in den verschiedensten Varianten durchdekliniert. So gibt es manchmal vom selben Basismodell gleich drei Versionen, etwa 61, 76 und 88 Tasten. Letztere wird typischerweise für pianistische Ansprüche angeboten und ist dann gewichtet oder mit klavierähnlicher Mechanik ausgestattet. Um solche Modelle bequem transportieren zu können, gibt’s das gelegentlich in einer Variante mit leichtgewichteter Tastatur. Auch bei der Klangerzeugung finden wir unterschiedliche Konzepte. Während hier ein Sampleplayer mit im ROM fixiertem Sound-Content seinen Dienst verrichtet, sind es anderswo gleich mehrere Engines, die jeweils Spezialbereiche bedienen, etwa Klavier, Orgel und virtuell-analoge Synthese. Und die Schlagzeugabteilung gibt’s in teils völlig unterschiedlicher Leistungsfähigkeit von völlig simpel bis extrem ausgefuchst. Solch gänzlich verschiedene Ansätze sind dann genauso in den Effect- und Recording-Sections verwirklicht.

Klanglich sind Workstations im Kern mit sogenannten Brot und Butter Sounds ausgerüstet, wodurch sich viele Produktionsaufgabenstellungen umgehend realisieren lassen. Seit einigen Jahren hat sich zusätzlich das Prinzip Expansion etabliert, damit sind Sounderweiterungen gemeint, die entweder irgendwelche Spezialgebiete bedienen oder auch universelle Soundpakete, die querbeet einfach mehr von allem bieten. Je nach Hersteller sind das Expansionboards, Cards, CD-ROMs, Downloads, 3rd Party Angebote.

Alles das ist für uns Anlass genug, Ihnen eine komplette Übersicht sämtlicher Workstations aufzulisten. Und zwar ganz gleich, ob es sich um Modelle der aktuellen Produktkataloge handelt, oder welche, die schon lange nicht mehr hergestellt werden und jetzt auf dem Gebrauchtmarkt zu haben sind. Alle hier aufgeführten Instrumente erfüllen das oben straff beschriebene Pflichtenheft. Daher sind zum Bespiel alle Korg Modelle der 01/W Serie gelistet, nicht jedoch der Expander 01/WR. Ist die Recording-Section nur ein Step-Sequencer? Nicht dabei, von Ausnahmen abgesehen. Für den Fall, dass mir trotz gründlicher Recherche ein Instrument durchgerutscht ist oder ein Feature nicht korrekt notiert, dann melden Sie das bitte in der Kommentarstrecke.

Die Liste der Hersteller ist alphabetisch aufgebaut, so findet man sich schnell zurecht. Die Instrumente sind dann nach Erscheinungsjahr sortiert, es gibt in vielen Fällen einen kurzen Kommentar dazu, meistens das Fazit aus einem Test oder Vintage Keys Artikel. Oft haben wir zusätzlich einen Link parat zum ausführlichen Testbericht bzw. Artikel, dort finden Sie auch Audio-Tracks, YouTube-Clips, Interviews. Und in der Amazona Syntacheles Liste gibt’s die stets aktuellen Gebrauchtpreise, hier klicken.

Damit Sie sich nun in unserem umfangreichen Sammlung  „Die ultimative Music-Workstation Liste“ besser zurecht finden, hier ein kleines Inhaltsverzeichnis:

Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich betrachte den ESQ-1 als Ensoniq’s erste Workstation, vor allem, wenn auch Teile wie Casio CZ-5000 gelistet sind. Auf der Roland-Liste fehlt noch der Juno-G, wenn schon der D-20 mit drin ist. Der hat mit seinen analogen Namens-Vettern nur noch eine vage Ähnlichkeit und basiert auf der Fantom-Engine. Neben 16-fachem Multimode, 128 Voices, vielen FX und dem Sequencer bietet der Juno-G noch einen 4-Track Audio-Recorder sowie ab Vers 2.0 auch Sampling-Optionen. Ich hatte noch einen der letzten für 800,-€ ergattert und ihm gleich noch einen 512MB RAM-Riegel für 10,-€ eingebaut, was für knapp 50min Stereo in CD-Qualität reicht. Die Sounds sind absolut ok; mein Favorit ist das Preset „Potted Pixie“ von Ex-Gong-Keyboarder Howard „Gwyo“ Scarr, mit dem man sofort „Chrystal Machine“ von Gong’s „Radio Gnome Invisible Pt.1“-Album spielen könnte…

    • Profilbild
      k.rausch  RED

      Danke für den Hinweis Juno-G. Hätte der ESQ-1 Drum Samples, er wäre in der Liste drin. Aber ich habe den ja in der Workstation-Story bereits als wesentlichen Vorläufer des Genres gewürdigt, dem Ensoniq dann mit der VFX-SD Workstation einen würdigen Nachfolger beschert hat.

  2. Profilbild
    HX  

    Weiß nicht wie sinnvoll diese Kategorie noch ist, wieviele Samplingkeyboards ohne Sequencer gab es denn in den letzten 25 Jahren? Vermutlich war der Einbau eines Sequencers ab Anfang der 90er so billig das man ihn einfach jedem Brot- und Butterkeyboard spendiert hat. Das mit den häufig doch recht umständlichen und anfangs limitierten (im Vergeich zum Computer) Sequencern haufenweise Songs komponiert wurden will ich auch nicht so recht glauben.

  3. Profilbild
    costello  RED

    Danke für diese ziemlich umfassende Übersicht. Ich denke, Workstations sind heute wohl in erster Linie Schweizer Taschenmesser für Bühne und Studio und werden weniger als Stand alone-Produktionstools benutzt, wie noch zu Zeiten des Fairlight. Ich benutze den Sequenzer an meinem PC3X jedenfalls praktisch nie. Von daher sind die Übergänge heute zu den Nord-Keyboards und auch vielen modernen Stage-Pianos wohl eher fließend.

  4. Profilbild
    Saxifraga  

    Der Fantom G7/8 ist eindeutig die beste Workstation. Super Qualität und bestes Sofwaredesign, vor allem wenn man den Multisample Konverter von Chickensystems benutzt. https://www.chickensys.com/products2/fantomcreator/index.html
    Nach kurzer Zeit kann man wunderbar mit dem Fantom umgehen.
    Der Kronos hat tolle Engines und klingt gut, aber das OS ist so eine Scheiße und nur eine aufgebohrte Version von 1995. 16bit Software die in einer Art virtuellen Maschine auf Linux läuft. Wenn man ein Multisample gebaut hat und der Pfad+Dateiname länger als 76 Zeichen wird, dann schreibt das OS ohne Vorwarnung Grütze auf die HD. Erst NACH dem Schreiben wird ein Fehler angezeigt. Man muß dann per Hand alle Dateien entfernen und alle Bezeichner ändern bis es hoffentlich paßt.
    Linux selbst hat fast unbegrenzte Datei- and Pfadnamenlänge! smh

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      AMAZONA Archiv

      Ist typisch für Yamaha und auch so’n bissken verwirrend. Verhält sich in Sachen Anzahl der Tasten auch so mit dem EX5 und dem EX7. 7 = weniger Tasten als 5

  5. Profilbild
    D.Siegmund  

    Der Vollständigkeit halber, sollte man bei Yamaha zwischen MO- und MOXF-Reihe noch die MOX-Reihe (MOX6/8) erwähnen, welche wohl auf Basis der MOTIF-XS-Workstations zu sehen sind. (M06/8=Motif-ES-Basis und MOXF6/8=Motif-XF-Basis).

    Einen MM8 gab es übrigens auch ;-)

    • Profilbild
      k.rausch  RED

      Besten Dank! Ja, gerade Yamaha hat es mir mit seiner Motif Modellinflation nicht wirklich einfach gemacht :)

  6. Profilbild
    Synthie-Fire  AHU

    Sehr schöne Übersicht über Workstations.
    Danke für den Artikel :-).

    (Fast hätte ich gedanklich noch den Analog Keys drin…aber da fehlt die digitale Recording-Möglichkeit und als nicht geschriebenes Kriterium auch die Stimmenanzahl.)

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